VetVise
VetVise GmbH
VetVise ist ein KI-gestütztes Tiergesundheitsmonitoring aus Hannover. Das Produkt BarnBuddy überwacht Geflügel- und Schweineställe rund um die Uhr mit Decken-Kameras: Die KI wertet Tierverteilung, Bewegungsaktivität, Fress- und Trinkverhalten aus und schickt dem Stallleiter Alerts und tägliche Handlungsempfehlungen, sobald sich etwas vom gelernten Normalmuster entfernt. Gegründet von einem Team aus Tierarzt, Betriebswirt und Entwickler, mit Datenhaltung im Europäischen Wirtschaftsraum.
Kosten: Einmalige Hardware-/Installationskosten pro Stall plus monatliche Softwarepauschale je Kamera; genaue Konditionen ausschließlich auf Anfrage. Kursierende Richtwerte (ca. 11.000–12.000 € Hardware pro Stall, ca. 20 €/Kamera/Monat Software) sind nicht offiziell bestätigt (Stand: Juni 2026).
Kategorien
Stärken
- 24/7-Kameraüberwachung mit KI-Analyse von Tieraktivität, Bestandsverteilung sowie Futter- und Wasserverbrauch
- Tägliche Handlungsempfehlungen und sofortige App-Alerts bei Anomalien, statt reiner Datensammlung
- Erkennt tote oder immobile Tiere sowie abweichende Verteilungsmuster (Zugluft, Defekte, Klimaprobleme) frühzeitig
- Datenhaltung im EWR (Google Cloud Dublin) plus lokale Edge-Server im Stall, DSGVO-fähig, AVV verfügbar
- Von einem Tierarzt mitentwickelt, Algorithmen auf veterinärmedizinische Praxisrelevanz ausgelegt
- Installation in der Regel in rund zwei Tagen ohne Betriebsunterbrechung, wartungsarme Hardware
Einschränkungen
- Hohe Einstiegskosten pro Stall (Hardware-Einmalinvestition plus laufende Softwaregebühr)
- Preise nicht öffentlich, Konditionen nur nach Beratungsgespräch, Vergleich erschwert
- System erkennt Auffälligkeiten, diagnostiziert aber keine Ursache, der Tierarzt bleibt unersetzlich
- Baseline-Kalibrierung von 1–2 Wochen nötig, bevor Alerts zuverlässig greifen
- Nur für Geflügel und Schwein, keine Lösung für Rinder, Milchvieh oder andere Tierarten
- Funktioniert nur mit stabiler Internetverbindung im Stall
Passt gut zu
Kurzfazit
VetVise ist eines der wenigen KI-Tools, die ein echtes Stallproblem lösen statt nur ein Buzzword zu bedienen. Das Produkt BarnBuddy überwacht Geflügel- und Schweineställe rund um die Uhr mit Decken-Kameras und meldet Auffälligkeiten, tote oder immobile Tiere, abweichende Verteilungsmuster, Klima- oder Tränkenprobleme, bevor sie der Stallleiter bei der nächsten Begehung selbst sieht. Der entscheidende Pluspunkt gegenüber vielen US-Agtech-Tools: Die Daten bleiben im Europäischen Wirtschaftsraum, das Team sitzt in Hannover und ein Tierarzt hat die Algorithmen mitentwickelt. Zwei Dinge trüben das Bild: die hohen, nicht öffentlich kommunizierten Kosten und die Tatsache, dass das System Symptome erkennt, aber keine Diagnose stellt. Für große Betriebe mit vielen Abteilen ein ernstzunehmendes Frühwarnsystem, kein Ersatz für den Tierarzt, aber ein zusätzliches Augenpaar, das nie blinzelt.
Für wen ist VetVise?
Broiler- und Mastgeflügelbetriebe mit großen Beständen: Bei zehntausenden Tieren pro Stall ist die Einzeltierkontrolle unmöglich. VetVise wertet die Bestandsverteilung über Stunden aus und erkennt, wenn sich Tiere ungewöhnlich zusammendrängen (Zugluft, Defekt, Kälteinsel) oder einzelne immobil bleiben. Genau dort, wo das menschliche Auge an Skalierungsgrenzen stößt, liegt der Nutzen.
Schweinehalter (Mast und Abferkelbereich): Das Schwein-Modul erkennt Stress, hilft Schwanzbeißen vorzubeugen, optimiert das gefühlte Stallklima und meldet automatisch, wenn Ferkel geboren werden. Für Abferkelbetriebe ist die automatische Geburtserkennung ein praktischer Hebel, weil sie Nachtkontrollen gezielter macht.
Betriebe mit mehreren Abteilen und knappem Personal: Wer fünf Ställe hat, aber nicht jeden mehrmals täglich begehen kann, bekommt mit den App-Alerts ein zentrales Frühwarnsystem. Statt Rundgang-Routine nach Uhrzeit wird die Aufmerksamkeit dorthin gelenkt, wo gerade etwas vom Normalmuster abweicht.
Integratoren und Betriebe mit Dokumentationspflicht: Wer flockeneinheitliche Tierwohl- und Gesundheitsstandards gegenüber Abnehmern oder Audits belegen muss, bekommt mit den kontinuierlich aufgezeichneten Aktivitäts- und Verteilungsdaten eine nachvollziehbare Datengrundlage.
Weniger geeignet für: Kleine Betriebe, bei denen sich die Investition pro Stall nicht rechnet; Halter von Rindern, Milchvieh oder anderen nicht unterstützten Tierarten; Betriebe ohne stabile Internetanbindung im Stall; und alle, die ein fertiges Diagnosegerät erwarten, VetVise erkennt Auffälligkeiten, die Ursachenklärung bleibt Aufgabe von Stallleiter und Tierarzt.
Preise im Detail
| Modell | Preis | Was du bekommst |
|---|---|---|
| Hardware/Installation | Einmalig, auf Anfrage | Decken-Kameras inkl. Montage, PoE-Switches, lokale Edge-Verarbeitung, Einrichtung im Stall (i. d. R. ~2 Tage) |
| Software | Monatlich je Kamera, auf Anfrage | KI-Analyse, App mit Alerts und täglichen Handlungsempfehlungen, Dashboard mit Live-Bild, Verlauf und Aktivitäts-/Verteilungsdaten |
| Beratung | Kostenlos | Unverbindliches Erstgespräch zur Stallgröße und Bestandsplanung |
Einordnung: VetVise veröffentlicht keine Preise, Konditionen gibt es ausschließlich nach einem Beratungsgespräch. In der Branche kursieren Richtwerte von rund 11.000–12.000 € Hardware-Einmalkosten pro Stall plus etwa 20 € pro Kamera und Monat für die Software; wir konnten diese Zahlen nicht offiziell bestätigen und führen sie nur als Anhaltspunkt. Klar ist: Das ist eine Investition im fünfstelligen Bereich pro Stall, kein Abo-Tool für den Schreibtisch. Die Rechnung geht dort auf, wo verhinderte Tierverluste, bessere tägliche Zunahmen und gezieltere Klimasteuerung die Kosten über die Mastdurchgänge wieder einspielen. Für kleine Betriebe ist die Schwelle hoch; für große Bestände mit mehreren Abteilen kann sich das System über eingesparte Verluste und Energie schnell rechnen. Die fehlende Preistransparenz ist ein echter Nachteil im Vergleich zu Standardsoftware, sie macht eine eigenständige Wirtschaftlichkeitsrechnung vor dem Gespräch unmöglich.
Stärken im Detail
KI, die nicht nur misst, sondern handeln lässt. Der zentrale Unterschied zu reinen Sensorsystemen: BarnBuddy liefert tägliche Handlungsempfehlungen und sofortige Alerts statt eines Datenfriedhofs. Die KI wertet kontinuierlich Bild- und Bewegungsdaten aus und meldet, wenn die Bestandsverteilung, Aktivität oder das Fress- und Trinkverhalten vom gelernten Normalmuster abweicht. Das ist für den Stallleiter direkt verwertbar, er weiß, wo er hinschauen soll.
Früherkennung an der Skalierungsgrenze des Menschen. Tote oder immobile Tiere werden mit Anzahl, Position und Dauer erfasst; ungewöhnliche Verteilungsmuster deuten auf Zugluft, defekte Technik, Temperaturprobleme oder Tränkenstörungen hin, oft Stunden bevor sich klinische Symptome zeigen. Gerade bei zehntausenden Tieren pro Stall ist das ein Vorteil, den kein noch so gewissenhafter Rundgang erreicht.
Datenhaltung im EWR, der DSGVO-Vorteil. Anders als viele US-Agtech-Anbieter verarbeitet VetVise personenbezogene Daten laut eigener Datenschutzerklärung ausschließlich im Europäischen Wirtschaftsraum: Die Cloud-Komponente läuft auf der Google Cloud Platform in Dublin, ergänzt um lokale Edge-Server direkt im Stall. Verantwortlicher ist Johannes Schmidt-Mosig, VetVise GmbH, Hannover. Für deutsche Betriebe ein relevanter Vertrauensfaktor.
Veterinärmedizinische Herkunft. VetVise wurde von einem Team gegründet, das sich im Studium kennenlernte: Johannes Schmidt-Mosig (Tierarzt, Schnittstelle Mensch-Tier-Maschine), Norman Caspari (Betrieb) und Jakob Wendt (Technik und Datensicherheit). Dass ein Tierarzt die Algorithmen mitprägt, merkt man an der Auswahl der überwachten Indikatoren, sie orientieren sich an dem, was im Stall tatsächlich gesundheitsrelevant ist, nicht an dem, was technisch leicht messbar wäre.
Robuste, wartungsarme Installation. Die Stallinstallation dauert in der Regel rund zwei Tage ohne Betriebsunterbrechung, die Hardware ist als wartungsarme Einmalanschaffung ausgelegt. Eine Privatsphäre-Funktion erlaubt es, die Kameras bei Betriebsbesuchen abzuschalten. Vorausgesetzt wird eine stabile Internetanbindung im Stall.
Zwei Tierarten, ein System. BarnBuddy bedient sowohl Geflügel- als auch Schweinehaltung. Im Schweinebereich kommen spezifische Funktionen hinzu, Stresserkennung zur Schwanzbeiß-Prävention, Klimaoptimierung an die gefühlte Temperatur der Tiere und automatische Geburtserkennung im Abferkelbereich.
Schwächen ehrlich betrachtet
Keine Diagnose, nur Detektion. Das ist die wichtigste Einschränkung: VetVise erkennt, dass etwas nicht stimmt, abweichende Verteilung, ungewöhnliche Aktivität, immobile Tiere. Warum es nicht stimmt, sagt das System nicht. Die Ursachenklärung und jede therapeutische Entscheidung bleiben Aufgabe von Stallleiter und Tierarzt. Wer ein autonomes Diagnosegerät erwartet, wird enttäuscht. Der ehrliche Workaround: VetVise als Frühwarn-Sensorik begreifen, die die menschliche Expertise gezielter einsetzt, nicht ersetzt.
Intransparente, hohe Kosten. Es gibt keine öffentlichen Preise, jede Kalkulation setzt ein Beratungsgespräch voraus. Das macht den Vergleich mit Alternativen schwer und die Investitionsentscheidung weniger planbar. Hinzu kommt: Es ist eine fünfstellige Einmalinvestition pro Stall plus laufende Softwaregebühr. Für kleinere Betriebe ist diese Schwelle oft schlicht zu hoch.
Kalibrierungsphase verzögert den Nutzen. Das System muss zunächst 1–2 Wochen die typischen Aktivitäts- und Verteilungsmuster des Bestands lernen, bevor die Alerts zuverlässig greifen. In dieser Zeit liefert es noch keinen vollen Mehrwert. Bei häufigem Wechsel von Bestandsdichten oder Einstreuvarianten kann die Baseline an Aussagekraft verlieren.
Enger Tierarten-Fokus. VetVise deckt Geflügel und Schwein ab, sonst nichts. Für Rinder-, Milchvieh- oder Legehennenhalter mit abweichenden Anforderungen ist es keine Lösung. Wer einen gemischten Betrieb hat, bekommt nur einen Teilbereich abgedeckt.
Abhängigkeit von Infrastruktur. Ohne stabile Internetverbindung im Stall funktioniert das System nicht im vollen Umfang. Gerade in ländlichen Regionen mit schwacher Anbindung ist das eine reale Hürde, die vor dem Kauf geprüft werden muss.
Junges Unternehmen, schmale öffentliche Datenlage. VetVise wurde Anfang der 2020er gegründet (HRB 220492 Hannover) und durchlief Förderprogramme wie das Agrifood-Accelerator-Umfeld Seedhouse. Belastbare öffentliche Zahlen zu Kundenstamm, Finanzierung und langfristiger Unternehmensstabilität sind dünn. Bei einer Investition dieser Größenordnung lohnt es sich, im Beratungsgespräch nach Referenzbetrieben und Service-Zusagen zu fragen.
Alternativen im Vergleich
VetVise besetzt eine sehr spezifische Nische, KI-Kamera-Monitoring für Geflügel- und Schweineställe mit EU-Datenhaltung. Direkt vergleichbare deutschsprachige KI-Stall-Tools haben wir bislang nicht in eigenen Tool-Seiten dokumentiert, weshalb diese Tabelle bewusst keine erfundenen Links enthält.
| Wenn du… | …dann |
|---|---|
| Allgemeine Texte, Analysen oder Dokumentation rund um den Betrieb schreiben willst | ChatGPT oder Claude |
| Recherche zu Förderprogrammen, Vorschriften oder Markttrends mit Quellen brauchst | Perplexity |
Im Markt der KI-Stallüberwachung gibt es weitere Anbieter, die hier ohne eigene Tool-Seite genannt seien: MEQ Probe und Faromatics ChickenBoy (kamerabasiertes Geflügelmonitoring, internationaler Fokus), Sensorsysteme von Big Dutchman und Hellmann Poultry sowie akustikbasierte Lösungen wie SoundTalks (Schwein, inzwischen Teil von Boehringer). Wer primär Wert auf europäische Datenhaltung, deutschsprachigen Support und veterinärmedizinische Herkunft legt, findet bei VetVise allerdings eine klar profilierte Kombination, die viele internationale Wettbewerber so nicht bieten.
So steigst du ein
Schritt 1: Nimm über vetvise.com/gefluegel Kontakt auf (Telefon +49 511 93678791 oder info@vetvise.com) und vereinbare das kostenlose Erstgespräch. Beschreibe Tierart, Stallgröße, Bestandszahlen und Anzahl der Abteile, daraus leitet das Team die Kameraanzahl und ein individuelles Angebot ab. Frage konkret nach Referenzbetrieben deiner Größenordnung und nach den laufenden Softwarekosten, da diese nicht öffentlich sind.
Schritt 2: Installationsbesuch, die Decken-Kameras werden montiert, über PoE-Switches am Stall-Außenbereich versorgt und mit der lokalen Edge-Verarbeitung verbunden. Plane rund zwei Tage pro Stall ein; der laufende Betrieb muss dafür nicht unterbrochen werden. Stelle vorher sicher, dass eine stabile Internetverbindung im Stall vorhanden ist.
Schritt 3: Kalibrierungsphase von 1–2 Wochen abwarten. Das System lernt in dieser Zeit die typischen Aktivitätsmuster, Fresszeiten und Bestandsverteilung deines Bestands. Erst danach sind die automatischen Alerts und täglichen Handlungsempfehlungen wirklich aussagekräftig. Nutze die Phase, um dich mit App und Dashboard (Live-Bild, Verlauf, Aktivitäts- und Verteilungsdaten) vertraut zu machen.
Ein konkretes Beispiel
Ein Broilerbetrieb im Emsland mit zwei großen Mastställen rüstet beide mit VetVise aus. Bisher lief die Kontrolle nach festem Rundgang-Plan; eine sich anbahnende Häufung immobiler Tiere in einem hinteren Stallabschnitt fiel oft erst beim Abendrundgang auf. Nach der Kalibrierung meldet die App dem Stallleiter morgens, dass sich die Tiere in einem Abteil ungewöhnlich von der Außenwand wegdrängen, ein Hinweis auf Zugluft durch eine defekte Lüftungsklappe. Der Schaden wird behoben, bevor Tiere verklammen oder das Wachstum leidet. In einem zweiten Fall zeigt die Verbrauchskurve einen abfallenden Wasserverbrauch in einem Abteil; die Prüfung ergibt eine teilverstopfte Tränkenleitung. Beide Probleme hätte der klassische Rundgang erst Stunden später entdeckt. Über mehrere Mastdurchgänge hinweg berichten Betriebe in solchen Konstellationen von leicht verbesserten täglichen Zunahmen und reduzierten Verlusten, die genaue Höhe hängt stark vom Ausgangsniveau ab und sollte nicht pauschal versprochen werden. Klar ist: Das System lenkt die Aufmerksamkeit dorthin, wo sie gebraucht wird, statt sie gleichmäßig über alle Abteile zu verteilen.
DSGVO & Datenschutz
- Datenhaltung: Personenbezogene Daten werden laut Datenschutzerklärung ausschließlich im Europäischen Wirtschaftsraum verarbeitet. Die Cloud-Komponente läuft auf der Google Cloud Platform (Dublin, Irland), ergänzt um lokale Edge-Server direkt im Stall. Vereinzelte US-Transfers (z. B. Google Analytics) sind über das Data Privacy Framework abgesichert.
- Verantwortlicher: Johannes Schmidt-Mosig, VetVise GmbH, Bünteweg 2, 30559 Hannover (privacy@vetvise.com).
- Auftragsverarbeitung (AVV): Datenverarbeiter sind unter anderem Google Cloud Platform, Google Analytics und Mailgun, jeweils als Auftragsverarbeiter mit entsprechenden Verträgen. Für den eigenen Einsatz solltest du den AVV mit VetVise vor Produktivstart abschließen.
- Aufbewahrung: IP-Adressen werden nach 31 Tagen pseudonymisiert; Logindaten bis zur Kontolöschung bzw. 24 Monaten Inaktivität; allgemeine Daten bis 6 Monate nach Kontolöschung bzw. Widerruf; Cookies maximal 2 Jahre.
- Bild- und Tondaten: Hochgeladene Aufnahmen werden auf der Google Cloud Platform und lokalen Stallservern mit personalisiertem Zugriff gespeichert. Eine Privatsphäre-Funktion erlaubt das Abschalten der Kameras bei Betriebsbesuchen.
- Empfehlung für Betriebe: Die EWR-Datenhaltung ist ein klarer Vorteil gegenüber US-Agtech. Da die Kameras potenziell auch Mitarbeitende im Stall erfassen, gehört der Kamerabetrieb in das Verarbeitungsverzeichnis, und Beschäftigte sind transparent zu informieren, am besten mit einer kurzen Betriebsvereinbarung und der Nutzung der Privatsphäre-Funktion bei Bedarf.
Gut kombiniert mit
- Perplexity, für die Recherche rund um den Betrieb: aktuelle Tierwohl-Vorgaben, Förderprogramme für Stalltechnik oder Marktentwicklungen bei Futter und Energie, jeweils mit nachprüfbaren Quellen. VetVise liefert die Stalldaten, Perplexity den regulatorischen Kontext.
- ChatGPT, um aus den VetVise-Beobachtungen und eigenen Notizen verständliche Dokumentationen, Audit-Unterlagen oder Schulungstexte für Mitarbeitende zu formulieren. Praktisch, wenn Daten in nachvollziehbare Berichte überführt werden müssen.
- Claude, wenn längere Dokumente entstehen sollen, etwa eine betriebsinterne Datenschutz- und Verfahrensbeschreibung für den Kamerabetrieb. Claude eignet sich gut für strukturierte, längere Texte mit konsistentem Tonfall.
Unser Testurteil
VetVise verdient 4 von 5 Sternen. Es ist ein seltener Fall: ein KI-Tool, bei dem die Kameratechnik und das maschinelle Lernen den Kern des Nutzens bilden und nicht nur Marketing-Beiwerk sind. Die Kombination aus 24/7-Früherkennung, täglichen Handlungsempfehlungen, EWR-Datenhaltung und veterinärmedizinischer Herkunft macht es für große Geflügel- und Schweinebetriebe zu einem ernstzunehmenden Frühwarnsystem. Den fünften Stern kostet vor allem die fehlende Preistransparenz: Eine fünfstellige Investition pro Stall ohne öffentliche Konditionen ist eine Hürde, die eine eigenständige Wirtschaftlichkeitsrechnung verhindert. Hinzu kommen der enge Tierarten-Fokus, die Abhängigkeit von stabiler Internetanbindung und die Tatsache, dass das System Symptome erkennt, aber keine Diagnose stellt. Richtig eingeordnet, als zusätzliches, unermüdliches Augenpaar, das die Arbeit von Stallleiter und Tierarzt fokussiert, nicht ersetzt, ist VetVise für die passende Betriebsgröße ein überzeugendes Werkzeug.
Was wir bemerkt haben
- Anfang 2020er, VetVise wurde von einem Team aus dem Hannoveraner Studienumfeld gegründet (Eintragung HRB 220492 Hannover, Stammkapitalerhöhung im April 2021). Das Gründerteam vereint mit Johannes Schmidt-Mosig (Tierarzt), Norman Caspari (Betrieb) und Jakob Wendt (Technik) genau die drei Kompetenzen, die ein Agtech-Produkt braucht, die veterinärmedizinische Perspektive ist im Markt der KI-Stallüberwachung eher die Ausnahme.
- Mai 2026, Das Produkt firmiert unter dem Namen BarnBuddy und deckt mittlerweile sowohl Geflügel als auch Schwein ab. Im Schweinebereich sind spezifische Funktionen wie automatische Geburtserkennung und Schwanzbeiß-Prävention hinzugekommen, ein Hinweis darauf, dass VetVise die Tierart-Module gezielt vertieft statt in die Breite zu gehen.
- Mai 2026, Preise werden weiterhin nicht öffentlich kommuniziert; Konditionen gibt es nur nach einem Beratungsgespräch. Die in der Branche kursierenden Richtwerte (ca. 11.000–12.000 € Hardware pro Stall, ca. 20 €/Kamera/Monat) ließen sich von uns nicht offiziell bestätigen und sind mit Vorsicht zu behandeln.
- Mai 2026, Die Datenschutzerklärung weist eine Verarbeitung ausschließlich im EWR aus (Google Cloud Dublin plus lokale Edge-Server). Das ist im Vergleich zu vielen internationalen Agtech-Kameralösungen ein bemerkenswert klares Bekenntnis zu europäischer Datenhaltung.
- Juni 2026, Bei der erneuten Prüfung haben wir Produktname, Funktionsumfang und Datenschutzangaben direkt gegen die offiziellen Seiten abgeglichen und mit Quellen belegt. Auffällig: Auf der Startseite firmiert das System klar als BarnBuddy, auf der Geflügel-Unterseite wird es dagegen nur als “VetVise-System” bezeichnet. Die Markenführung ist also noch nicht durchgängig vereinheitlicht. Inhaltlich blieben alle zentralen Angaben (EWR-Datenhaltung, Google Cloud Dublin, Sub-Prozessoren, Aufbewahrungsfristen) gegenüber Mai 2026 unverändert.
Quellen
- VetVise – BarnBuddy Startseite. https://www.vetvise.com/ (abgerufen am 2026-06-14). Produktname BarnBuddy, Geflügel- und Schweinehaltung, 24/7-Analyse mit 2D-Kameras und Machine Learning, tägliche Handlungsempfehlungen.
- VetVise – Geflügel. https://www.vetvise.com/gefluegel (abgerufen am 2026-06-14). Kamerabasiertes 24/7-Monitoring von Tierverteilung und Aktivität, PoE-Switches am Stall-Außenbereich, Privatsphäre-Modus, kostenloses Erstgespräch, Sitz Bünteweg 2, 30559 Hannover, Telefon +49 511 93678791, info@vetvise.com.
- VetVise – Datenschutzerklärung. https://www.vetvise.com/datenschutz (abgerufen am 2026-06-14). Verarbeitung ausschließlich im EWR, Google Cloud Platform (Google Ireland, Dublin) plus lokale Stallserver, Sub-Prozessoren Google Analytics und Mailgun, IP-Aufbewahrung 31 Tage, Verantwortlicher Johannes Schmidt-Mosig, VetVise GmbH.
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