365FarmNet
365FarmNet GmbH (CLAAS-Gruppe)
365FarmNet ist die meistgenutzte deutsche Farm-Management-Plattform für Ackerbau und Grünland. Die kostenlose Basisversion deckt Schlagkartei, Düngungsplanung und einfache Anbaudokumentation ab. Wichtig: Die Plattform wird zum 30. November 2026 abgeschaltet, Nachfolger ist CLAAS connect. Bestandsnutzer bekommen ein kostenfreies Übergangsjahr, müssen aber spätestens Ende 2026 migriert sein.
Kosten: Basismodul kostenlos; Fruchtfolge- und Sortenplanung ab 1,80 €/Monat (bis 50 ha) bzw. 3 €/Monat (100 ha); Premium-Module auf Anfrage; Einzelmodule 10-tägig kostenlos testbar. Achtung: Plattform wird zum 30. November 2026 eingestellt, Migration auf CLAAS connect läuft.
Kategorien
Stärken
- Kostenlose Basisversion mit vollständiger Schlagkartei, kein Einstiegsrisiko
- Fruchtfolgeplanung: mehrjährige Anbaubeziehungen, Saatgutbedarf, Erntemengenprognose in einer Ansicht
- DüV-konforme Düngebedarfsermittlung und Nährstoffbilanz integriert
- Direkte Maschinenintegration: CLAAS TELEMATICS, agrirouter, John Deere Operations Center, CNH Data Connect
- Europäische Datenhaltung; DSGVO-konform; AVV erhältlich
- Größte etablierte Nutzerbasis in Deutschland mit umfangreicher deutscher Helpdokumentation
Einschränkungen
- Plattform wird zum 30. November 2026 abgeschaltet, Nachfolger CLAAS connect erfordert Migration
- Kaum echte KI/ML: Empfehlungen basieren auf agronomischem Regelwerk, nicht auf maschinellem Lernen
- Komplexe Benutzeroberfläche, Einarbeitungszeit von 1 bis 3 Stunden empfohlen
- Enge CLAAS-Bindung: Volle Funktionalität nur mit CLAAS-Maschinenpark oder agrirouter-Anbindung
- Premium-Module und individuelle Beratungsintegration erhöhen Gesamtkosten erheblich
- CLAAS connect verzichtet auf den kostenlosen Tarif, bei Migration fallen Kosten an
Passt gut zu
Wann ja, wann nein
Wann ja
- Du bist bereits CLAAS-Kunde und willst in den natürlichen Migrationspfad zu CLAAS connect einsteigen
- Du brauchst eine DüV-konforme Düngebedarfsermittlung mit deutscher Behörden-Anbindung
- Du willst Maschinendaten (CLAAS, John Deere, CNH) automatisch in die Schlagkartei einspielen
Wann nein
- Du suchst eine Plattform mit langfristig sicherer Roadmap (365FarmNet endet Nov 2026)
- Du erwartest echte KI-gestützte Anbauoptimierung oder Predictive-Krankheitserkennung
- Du willst eine vom CLAAS-Ökosystem unabhängige Lösung
- Du suchst eine kostenlose Dauerlösung, CLAAS connect verzichtet auf den Free-Tarif
Kurzfazit
365FarmNet ist die in Deutschland am weitesten verbreitete Farm-Management-Plattform für Ackerbau und Grünland, und gleichzeitig ein Auslaufmodell. Zum 30. November 2026 wird die Plattform abgeschaltet, Nachfolger ist CLAAS connect aus demselben Haus. Wer heute neu einsteigt, kauft faktisch eine Übergangslösung mit garantiertem Migrationspfad ins neue System. Die KI-Komponente ist überschaubar: Was 365FarmNet als „intelligente Empfehlung” verkauft, ist überwiegend agronomisches Regelwerk, keine echte maschinelle Mustererkennung. Stärke bleibt die saubere DüV-konforme Düngeplanung, die enge Maschinenintegration (vor allem CLAAS) und die deutsche Datenhaltung.
Für wen ist 365FarmNet?
CLAAS-Kunden mit großem Maschinenpark: Wer ohnehin LEXION, AXION oder TUCANO im Stall hat, profitiert von der direkten TELEMATICS-Anbindung. Ertragsdaten, Kraftstoffverbrauch und Feldgrenzen wandern automatisch in die Schlagkartei. Mit Blick auf CLAAS connect ist die Migration für diese Gruppe der natürliche nächste Schritt, die Kontinuität bleibt erhalten.
Bestandsbetriebe mit funktionierender 365FarmNet-Installation: Wer das System seit Jahren produktiv nutzt, dokumentiert weiter, bis Nov 2026 läuft alles. Allerdings sollte die Migration auf CLAAS connect jetzt geplant werden, nicht erst im Herbst 2026, wenn alle gleichzeitig wechseln müssen.
Ackerbaubetriebe mit DüV-Pflicht: Die integrierte Düngebedarfsermittlung erzeugt prüfsichere Nachweise nach Düngeverordnung, vor allem in Roten Gebieten ein echter Vorteil. Auch die GAP-Dokumentation (Konditionalitäten, GLÖZ-Nachweise, Ökoregelungen) lässt sich sauber führen.
Betriebe mit gemischten Maschinenflotten: Über agrirouter lassen sich auch John-Deere-, CNH- und Fendt-Maschinen anbinden. Damit bleibt 365FarmNet (und später CLAAS connect) auch ohne reinen CLAAS-Park nutzbar, die Daten landen herstellerneutral in der Schlagkartei.
Weniger geeignet für: Betriebe, die eine herstellerunabhängige Plattform mit langfristig stabiler Roadmap suchen (lieber
Preise im Detail
| Plan | Preis | Was du bekommst |
|---|---|---|
| Basismodul | 0 € | Schlagkartei, Kartenansicht, einfache Dokumentation, Düngebedarfsermittlung |
| Fruchtfolgeplanung | 1,80 €/Monat (bis 50 ha) | Mehrjährige Fruchtfolge, Saatgutbedarf, Erntemengenprognose |
| Fruchtfolgeplanung | 3,00 €/Monat (bis 100 ha) | wie oben, größere Flächenkategorie |
| Premium-Module | Auf Anfrage | Pflanzenschutz-Manager, Mitarbeiter-Modul, externe Beratungsanbindung |
| CLAAS connect (Nachfolger) | Betriebslizenz, Preis auf Anfrage | Übergangsjahr für 365FarmNet-Wechsler kostenlos, danach kostenpflichtig, KEIN kostenloser Dauertarif mehr |
Einordnung: Die kostenlose Basisversion war über Jahre ein wichtiger Einstiegshebel für deutsche Betriebe, wer bisher nur die Schlagkartei nutzt, zahlt nichts. Das wird sich mit CLAAS connect ändern: CLAAS argumentiert offen, dass „die Anforderungen an Datensicherheit und Langzeitspeicherung dauerhaft nicht mehr kostenlos tragbar” seien. Wer heute neu in 365FarmNet einsteigt, sollte die Investition in Konfiguration und Einarbeitung mit dem Migrationsaufwand zu CLAAS connect verrechnen, wirtschaftlich macht das nur Sinn, wenn der CLAAS-connect-Pfad ohnehin geplant ist. Die Fruchtfolgeplanung für 36 €/Jahr bei 100 ha bleibt ein faires Preis-Leistungs-Verhältnis, solange die Plattform läuft.
Stärken im Detail
DüV-konforme Düngebedarfsermittlung ohne Tabellen-Akrobatik. Die Düngeverordnung 2020/2023 hat die Anforderungen an Nachweis und Bilanzierung deutlich verschärft. 365FarmNet rechnet pro Schlag den N-, P- und K-Bedarf nach amtlichem Verfahren, berücksichtigt Vorfrucht, Bodenart und Humusgehalt, der Output ist behörden-prüfsicher. Für Betriebe in Roten Gebieten spart das nicht nur Zeit, sondern senkt das Risiko eines Sanktionsbescheids.
Echte Maschinenintegration über mehrere Hersteller. Im Gegensatz zu rein herstellergebundenen Lösungen liest 365FarmNet via agrirouter, CLAAS TELEMATICS, CNH Data Connect und John Deere Operations Center. Ertragsdaten, Spritzprotokolle und Schlaggrenzen landen automatisch in der Schlagkartei, kein USB-Stick-Workflow, keine manuelle Nacharbeit. Das ist für Betriebe mit gemischtem Park einer der wenigen praktikablen Wege.
Mehrjährige Fruchtfolgeplanung in einer Ansicht. Das kostenpflichtige Planungsmodul zeigt für jeden Schlag die Anbaubeziehungen über mehrere Jahre. Wechselverpflichtungen (GLÖZ 7), Vorfruchtwirkungen und Saatgutbedarf werden auf einer Karte sichtbar. Das ersetzt nicht den agronomischen Sachverstand, aber es eliminiert die Excel-Tabellen-Akrobatik vieler Betriebe und macht Entscheidungen visuell nachvollziehbar.
Deutsche Datenhaltung, deutscher Support, AVV. Im Gegensatz zu vielen US-Plattformen sind Server, Hotline und Rechtssitz in Deutschland. Für gewerbliche Betriebe ist ein AVV verfügbar. Das ist gerade für Betriebe mit Tierbestand, sensiblen Pacht-Strukturen oder Kooperationen wichtig, weil die Datenhoheit klar geregelt ist.
Etablierte Community und Schulungen. Mit Stand 2025/26 ist 365FarmNet die meistgenutzte Farm-Management-Plattform in Deutschland. Das heißt: viele Webinare, eine breite Wissensbasis auf Deutsch, lokale Berater, die das System kennen. Wer Hilfe sucht, findet sie, zumindest noch.
Schwächen ehrlich betrachtet
Die Plattform wird zum 30. November 2026 abgeschaltet. Das ist die größte Schwäche überhaupt: 365FarmNet ist ein Auslaufmodell. CLAAS hat die Migration auf CLAAS connect angekündigt und bietet ein kostenfreies Übergangsjahr, aber alle Bestandsbetriebe müssen bis Ende 2026 wechseln. Wer heute neu einsteigt, baut auf einer geplanten Brache. Für die meisten Neueinsteiger ist es sinnvoller, direkt mit CLAAS connect zu starten oder eine Alternative wie xarvio zu evaluieren.
Kein kostenloser Dauertarif beim Nachfolger. Der wichtigste Einstiegshebel von 365FarmNet, die kostenlose Basisversion, wird in CLAAS connect nicht fortgeführt. Wer bisher gratis dokumentiert hat, zahlt ab 2027 garantiert. Wie viel, ist bei Stand Mai 2026 noch nicht öffentlich kommuniziert. Das ist ein echter Bruch mit der bisherigen Strategie und sollte in jede Planung einfließen.
„KI” ist hier vorwiegend Regelwerk, nicht maschinelles Lernen. 365FarmNet wirbt mit intelligenter Planung, tatsächlich basieren die meisten Empfehlungen auf hinterlegten agronomischen Regeln (z. B. „nach Mais kein Mais”, „bei Bodenart X Korrektur des N-Bedarfs um Y”). Echte ML-gestützte Anwendungen, Krankheitsfrüherkennung aus Satellitenbildern, ML-Ertragsprognosen, Predictive Spraying, fehlen praktisch komplett. Wer KI als Differenzierungsmerkmal sucht, ist bei xarvio (Bayer) oder anderen Plattformen besser aufgehoben.
Enge Bindung an das CLAAS-Ökosystem. Auch wenn Multi-Brand-Anbindungen technisch möglich sind, ist die volle Funktionalität für CLAAS-Maschinen optimiert. Wer keinen CLAAS im Park hat, nutzt die Plattform mit eingeschränktem Datentransfer und weniger Mehrwert. Mit CLAAS connect dürfte diese Bindung noch enger werden.
Komplexe Benutzeroberfläche mit langer Lernkurve. 1 bis 3 Stunden Einarbeitung sind eine ehrliche Schätzung, viele Betriebsleiter berichten, dass produktive Nutzung erst nach zwei bis drei Saisons greift. Die Menüführung wirkt historisch gewachsen, viele Module haben eigene Logiken. Für rein gelegentliche Nutzung ist der Aufwand zu hoch.
Premium-Module verschleiern den Gesamtpreis. Die kostenlose Basisversion und die günstige Fruchtfolgeplanung wirken sehr attraktiv. Sobald aber Pflanzenschutz-Manager, Mitarbeiter-Modul oder Beratungsanbindung dazukommen, summiert sich die Lizenz schnell auf mehrere hundert Euro im Jahr. Eine transparente Gesamtkalkulation ist im Vertriebsgespräch wichtig.
Alternativen im Vergleich
| Wenn du… | …nimm stattdessen |
|---|---|
| Eine herstellerübergreifende Datendrehscheibe ohne CLAAS-Bindung brauchst | |
| Echte KI-gestützte Anbauoptimierung und Krankheitsfrüherkennung suchst | |
| Tief in das John-Deere-Operations-Center-Ökosystem integriert arbeiten willst | |
| Den natürlichen CLAAS-Migrationspfad gehen willst |
Erwähnenswert ohne eigene Tool-Seite: Nevaris Bau-Software (für Landschaftsbau-Aspekte), NEXT Farming (LACOS), MyEasyFarm und Helm Software, alle drei sind im deutschen Markt etabliert und können je nach Betriebsschwerpunkt einen genaueren Blick wert sein. Mit Blick auf die Abschaltung Ende 2026 ist für jeden Neueinsteiger eine offene Markterhebung sinnvoller als eine reflexhafte 365FarmNet-Entscheidung.
So steigst du ein
Schritt 1: Kostenlosen Account unter 365farmnet.com anlegen, das Basismodul ist bis November 2026 weiter kostenlos. Wichtig: gleichzeitig die CLAAS-connect-Roadmap prüfen und entscheiden, ob die Migration mitgegangen wird oder eine Alternative bevorzugt wird.
Schritt 2: Schläge importieren, entweder als GPS-Shape-Datei, über agrirouter (automatischer Datenstrom aus der Maschine) oder manuell in der Kartenansicht einzeichnen. Bodenart und Humusgehalt je Schlag hinterlegen für genaue Düngebedarfsberechnungen. Diese Schlagdaten werden bei einer späteren Migration zu CLAAS connect benötigt, sauber gepflegt zahlt sich also doppelt aus.
Schritt 3: Fruchtfolge- und Sortenplanungsmodul 10 Tage kostenlos testen. Dort legst du für jeden Schlag die geplante Fruchtfolge über mehrere Jahre an, das System rechnet Saatgutbedarf und Nährstoffbilanz automatisch mit. Wenn der Workflow trägt, das Modul kostenpflichtig aktivieren, und bis spätestens Q3 2026 die Migration zum Nachfolger einplanen.
Ein konkretes Beispiel
Ein Ackerbaubetrieb aus Niedersachsen mit 420 ha und gemischtem Maschinenpark (CLAAS LEXION, Fendt 939, John Deere 6155R) nutzt 365FarmNet seit drei Saisons. Die Ertragsdaten aus dem LEXION fließen automatisch via TELEMATICS in die Plattform, die John-Deere-Daten kommen über das Operations Center, Fendt liefert per agrirouter. Im Frühjahr plant der Betriebsleiter die Fruchtfolge für die kommende Saison: Das System zeigt sofort, welche Schläge noch Wechselverpflichtung (GLÖZ 7) brauchen, und berechnet den Gesamtbedarf an Saatgut für alle Kulturen. Kosten: Basis kostenlos, Fruchtfolgeplanung 3 €/Monat für 100 ha = 36 €/Jahr, bei 420 ha ca. 150 €/Jahr für das Planungsmodul. Aktuell steht der Betrieb vor der Migration: CLAAS connect wird ab Spätsommer 2026 evaluiert, parallel wird ein xarvio-Pilot gestartet, um vor dem 30. November 2026 eine fundierte Plattformentscheidung zu treffen, der pauschale Wechsel zum CLAAS-Nachfolger ist wegen des wegfallenden Free-Tarifs nicht mehr automatisch gesetzt.
DSGVO & Datenschutz
- Datenhosting: Deutschland, Server der CLAAS-Gruppe (365FarmNet GmbH, Berlin). Wahl der Region bei CLAAS connect derzeit noch nicht final kommuniziert.
- Datennutzung: Maschinendaten gehören dem Landwirt. CLAAS nutzt aggregierte, anonymisierte Betriebsdaten zur Produktentwicklung, die genauen Bedingungen sind in den AGB hinterlegt und sollten vor Produktivbetrieb geprüft werden.
- Auftragsverarbeitung (AVV): Für gewerbliche Nutzer erhältlich.
- Datenexport: Vollständiger Export der eigenen Daten möglich, wichtig vor der Migration zu CLAAS connect oder vor einem Wechsel zu einem anderen Anbieter.
- Empfehlung für Unternehmen: Vor der Migration zu CLAAS connect explizit klären, ob die bisherigen AVV-Konditionen weitergeführt werden und ob die Datenhaltungsregion garantiert bleibt. Bei Pacht-, Kooperations- oder Naturschutzdaten zusätzlich prüfen, welche Datenarten in den CLAAS-Produktentwicklungspool einfließen können.
Gut kombiniert mit
, als herstellerneutrale Datendrehscheibe perfekt, um John-Deere-, CNH- und Fendt-Maschinendaten in 365FarmNet (und später CLAAS connect) einzuspeisen, ohne von einem Hersteller abhängig zu werden. , für die KI-Lücke: xarvio liefert satellitengestützte Wachstumsanalysen, Krankheitsfrüherkennung und Predictive-Spraying-Empfehlungen, die 365FarmNet selbst nicht bietet. Parallel betrieben ergänzen sich Dokumentation (365FarmNet) und Entscheidungsunterstützung (xarvio) sinnvoll. , wenn der Migrationspfad zu CLAAS connect ohnehin gesetzt ist, lohnt es sich, früh in das CLAAS-Ökosystem (TELEMATICS, CEMOS, Service Live) hineinzuwachsen, um den Übergang Ende 2026 ohne Reibungsverluste zu schaffen.
Unser Testurteil
365FarmNet verdient 3 von 5 Sternen, und das ist eine Abwertung gegenüber früher. Die Plattform leistet, was sie verspricht: solide Schlagkartei, saubere DüV-Düngeplanung, brauchbare Maschinenintegration, deutsche Datenhaltung. Aber zwei harte Faktoren drücken die Bewertung: Erstens wird die Plattform zum 30. November 2026 abgeschaltet, wer heute einsteigt, plant eine Migration. Zweitens ist die KI-Komponente faktisch ein agronomisches Regelwerk, keine echte ML-gestützte Anbauoptimierung. Wer einen langfristigen Plattformpartner sucht, sollte CLAAS connect direkt evaluieren oder eine herstellerunabhängige Alternative prüfen. Für Bestandskunden bleibt 365FarmNet das vertraute Werkzeug bis zur Migration, für Neueinsteiger ist die Empfehlung verhalten.
Was wir bemerkt haben
- Dezember 2025, CLAAS hat die Abschaltung von 365FarmNet zum 30. November 2026 offiziell kommuniziert (Pressemitteilung vom 01.12.2025). Nachfolger ist CLAAS connect, Bestandsnutzer bekommen ein kostenfreies Übergangsjahr mit vollem Funktionsumfang. Für Neueinsteiger heißt das: 365FarmNet ist faktisch keine Dauerlösung mehr.
- 2026, CLAAS connect wird ohne kostenlosen Dauertarif ausgerollt. Damit endet die wichtigste Einstiegshürde, die 365FarmNet seit Jahren für deutsche Kleinbetriebe attraktiv gemacht hat. Wer bisher gratis dokumentiert hat, wird ab 2027 zahlen müssen, Preisrahmen Stand Mai 2026 noch nicht öffentlich.
- 2026, Die Verwaltung von Preisen für Maschinen und Stammdaten wird in CLAAS connect erst „im Laufe von 2026” verfügbar sein. Das heißt: Bei zu früher Migration fehlen produktiv genutzte Funktionen, die Migrationsplanung sollte das berücksichtigen.
- Seit 2024, Über die Data-Connect-Schnittstelle laufen John-Deere- und CNH-Maschinendaten standardisiert ein, ergänzt um die LACOS- und Exatrek-Telematik. Das macht 365FarmNet (und absehbar CLAAS connect) zur einzigen großen deutschen Plattform mit echter Multi-Brand-Datenintegration.
- Historisch, 365FarmNet startete 2013 als Joint Venture mehrerer Agrar-Anbieter (CLAAS, BayWa, John Deere, K+S u. a.) mit dem Anspruch einer herstellerneutralen Plattform. Diese Neutralität ist mit der vollständigen CLAAS-Übernahme und der Konsolidierung zu CLAAS connect endgültig aufgegeben, eine Entwicklung, die im Markt seit Jahren kritisch beobachtet wird.
Quellen
- CLAAS - Pressemitteilung: Farm Management wird skaliert, 365FarmNet wird in CLAAS integriert. https://www.claas.com/de-de/presse/pressemitteilungen/2025-12-01-claas-skaliert-farm-management (abgerufen am 2026-06-12). 365FarmNet wird ab November 2026 komplett durch CLAAS connect abgelöst; Plattform bis Ende November 2026 nutzbar.
- agrarheute - Claas stellt 365FarmNet ein: Wechsel zu CLAAS connect. https://www.agrarheute.com/technik/claas-stellt-365farmnet-wechsel-claas-connect-2026-637634 (abgerufen am 2026-06-12). 365FarmNet steht mit Ablauf des 30.11.2026 nicht mehr zur Verfügung; ein Jahr Zeit zur Datenmigration; Kontakt digital-business@claas.com.
- 365FarmNet - Preise und Übergang zu CLAAS connect. https://www.365farmnet.com/preise/ (abgerufen am 2026-06-12). Kostenloses Übergangsjahr mit vollem Funktionsumfang für Wechsler; Farm-Management-Funktionen setzen Kauf einer Betriebslizenz voraus.
- 365FarmNet - Baustein Fruchtfolge- und Sortenplanung. https://www.365farmnet.com/produkt/bausteine/pflanze/365farmnet-fruchtfolge-undsortenplanung/ (abgerufen am 2026-06-12). Kostenpflichtiges Modul; Mindestpreis 1,80 €/Monat (bis 50 ha) bzw. 3 €/Monat (100 ha), 30 Cent je Hektar.
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