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xarvio FIELD MANAGER

BASF Digital Farming GmbH

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xarvio FIELD MANAGER ist BASFs digitale Pflanzenbauberatungsplattform für Ackerbaubetriebe. Das System kombiniert satellitenbasierte Biomasse- und Ertragspotentialkarten, Wetterdaten und Bodenmodelle zu feldspezifischen Empfehlungen für Düngung, Pflanzenschutz und Aussaat, und exportiert Applikationskarten für variable Ausbringung an ISOBUS-Maschinen. Nach Anbieterangaben einer der verbreitetsten Anbieter im DACH-Raum.

Kosten: Kostenlose Basisfunktionen (Schlagdokumentation); All-in-1-Paket ca. 10 €/ha/Jahr (Düngung, Pflanzenschutz, Aussaat); Farm-Lizenz für >150 ha um 1.500 €/Jahr pauschal. Preise nicht öffentlich gelistet, beim Anbieter zu erfragen (Stand: frühere Angaben)

Kategorien

Stärken

  • Satellitenbilder (Sentinel-2 und kommerzielle Provider) direkt integriert, kein manueller Download nötig
  • ISOXML-Export für variable Applikationskarten kompatibel mit ISOBUS-Terminals (John Deere, CLAAS, AGCO)
  • Pflanzenbaumodell auf Basis von Witterung, Bodentyp und Sorte, nicht nur NDVI, sondern spezifische Kultursimulation
  • Weit verbreitet in Deutschland, nach Anbieterangaben mehrere tausend registrierte Betriebe
  • EU-Datenhaltung (BASF Digital Farming GmbH, deutsche Rechtspersönlichkeit), DSGVO-konform nutzbar
  • Kostenfreier Einstieg für Schlagdokumentation, Vollfunktionen ab 10 €/ha/Jahr

Einschränkungen

  • Empfehlungen auf BASF-Pflanzenschutzmitteln optimiert, Interessenkonflikt als Plattform eines PSM-Herstellers
  • Stärken liegen bei Pflanzenschutz und Stickstoff-Timing; reine Biomassezonierung ist in spezialisierten Tools detailreicher
  • Offline-Nutzung eingeschränkt, stabiler Mobilfunk bei der Feldarbeit empfohlen
  • Kalibrierung der Empfehlungen erfordert korrekte Schlag- und Sorteneingabe, Qualität abhängig von Datenpflege
  • Bei sehr großen Betrieben (>500 ha) ist die Farm-Lizenz wirtschaftlich, aber Schnittstellen zu fremden Farmmanagement-Systemen begrenzt

Passt gut zu

Ackerbaubetriebe mit Weizen, Raps, Gerste oder Mais, die in die variable Ausbringung einsteigen wollen Betriebe, die eine kombinierte Lösung für Düngungsberatung und Pflanzenschutzentscheidung suchen Betriebe mit ISOBUS-fähigen Maschinen, die Applikationskarten direkt übertragen wollen

Wann ja, wann nein

Wann ja

  • Du bewirtschaftest Getreide, Raps oder Mais und willst variable N-Düngung umsetzen
  • Du nutzt ISOBUS-Maschinen und brauchst ISOXML-Applikationskarten
  • Du suchst eine kombinierte Lösung aus Schlagdokumentation, Pflanzenschutzberatung und Düngungsempfehlung
  • Du willst eine deutschsprachige Plattform mit EU-Datenhaltung

Wann nein

  • Du betreibst Sonderkulturen (Obst, Wein, Gemüse), xarvio ist auf Ackerbau zugeschnitten
  • Du willst herstellerunabhängige Pflanzenschutzempfehlungen ohne BASF-Bias
  • Du brauchst eine vollständige Farmmanagement-Software mit Buchhaltung und Vermarktung
  • Dein Betrieb ist sehr klein (<20 ha), die Lizenzkosten amortisieren sich nicht

Kurzfazit

xarvio FIELD MANAGER ist eine der in Deutschland am weitesten verbreiteten digitalen Pflanzenbauberatungen, nach Anbieterangaben nutzen mehrere tausend Betriebe die Plattform. Stärken sind die Kombination aus Satellitenbildauswertung, kulturspezifischem Pflanzenbaumodell und nahtlosem ISOXML-Export zu praktisch allen großen Terminalherstellern. Schwächen liegen im Interessenkonflikt: BASF ist als Plattformbetreiber gleichzeitig einer der größten Pflanzenschutzmittelhersteller weltweit, wer herstellerneutrale Empfehlungen erwartet, sollte das im Hinterkopf behalten. Für den klassischen Ackerbaubetrieb mit Getreide, Raps oder Mais ist xarvio dennoch eine der besten Optionen am Markt, gerade weil EU-Hosting, deutscher Support und die Verzahnung mit Lohnunternehmen-Workflows konkurrenzlos sind.

Für wen ist xarvio FIELD MANAGER?

Ackerbaubetriebe ab 50 Hektar: Hier amortisiert sich das All-in-1-Paket für 10 €/ha schon nach der ersten Saison, die teilflächenspezifische N-Düngung im Weizen spart in der Praxis 10–20 % Stickstoff bei gleichem oder leicht höherem Ertrag. Wer Winterweizen, Raps, Gerste oder Mais anbaut, bekommt mit xarvio das vermutlich beste Preis-Leistungs-Verhältnis am deutschen Markt.

Betriebe mit ISOBUS-Maschinen: Wer in den letzten Jahren in einen neueren Düngerstreuer, eine Pflanzenschutzspritze oder eine Sämaschine mit ISOBUS-Terminal investiert hat, kann mit xarvio ohne zusätzliche Hardware variable Applikationskarten umsetzen. Die ISOXML-Exporte funktionieren mit John Deere, CLAAS, AGCO, Fendt, Case IH und allen anderen ISOBUS-konformen Systemen.

Lohnunternehmen und Maschinengemeinschaften: Das System erlaubt die Verwaltung mehrerer Betriebe unter einem Account, praktisch für Lohnunternehmen, die für Kundenbetriebe applizieren und einheitliche Datenformate brauchen. Die Schlaggrenzen lassen sich per Shapefile aus dem InVeKoS-Antrag übernehmen.

Junglandwirte und Hofnachfolger: Die App-Bedienung ist deutlich moderner als bei klassischen Schlagkartei-Programmen wie Helm, Geofolia oder NEXT Farming. Wer Smartphone-Workflows gewohnt ist, kommt mit xarvio binnen weniger Stunden zurecht, und das kostenlose Basis-Modul reicht für Einstieg und Dokumentation aus.

Beratungsringe und Erzeugergemeinschaften: Aggregierte Daten über Mitgliedsbetriebe hinweg helfen Beratungsringen bei der Bewertung regionaler Trends. Einzelbetriebe behalten ihre Datensouveränität, anonymisierte Auswertungen sind aber möglich.

Weniger geeignet für: Sonderkulturbetriebe (Obst, Wein, Gemüse, dafür gibt es spezialisiertere Plattformen), Betriebe, die herstellerneutrale Pflanzenschutzberatung ohne BASF-Bezug wünschen, sehr kleine Betriebe unter 20 ha (Lizenzkosten amortisieren sich nicht), und Betriebe, die ein voll integriertes Farmmanagement-System mit Buchhaltung, Lager und Vermarktung suchen, dafür ist breiter aufgestellt.

Preise im Detail

PlanPreisWas du bekommst
Basis (kostenlos)0 €Schlaggrenzen anlegen, Standardmaßnahmen dokumentieren, Wetter- und Klimadaten ansehen, Smartphone-App nutzen
All-in-110 €/ha/JahrDüngungsmodul (variable N-Gaben mit Biomassekarten), Pflanzenschutzentscheidungshilfe, Aussaatstärken-Empfehlung, ISOXML-Export, Schaderreger-Prognosen
Farm-Lizenz1.500 €/Jahr (>150 ha)Pauschalpreis für gesamten Betrieb, beliebige Flächenerweiterungen, alle Module, Priorisierung beim Support
Module einzeln5 €/ha/Modul/JahrEinzelbuchung möglich, lohnt sich aber selten, zwei Module sind teurer als das All-in-1-Paket

Hinweis zur Quellenlage: xarvio listet die Preise nicht öffentlich auf der Website, der Verkauf läuft über Beratung und Kontaktformular. Die folgenden Beträge beruhen auf früheren Angaben und Praxiserfahrung, nicht auf einer aktuell abrufbaren Preisliste. Hol dir vor der Buchung ein verbindliches Angebot beim Anbieter (germany@xarvio.info), die Konditionen können regional und je nach Vertriebspartner abweichen.

Einordnung: Die kostenlose Basisversion ist mehr als ein Showroom, sie reicht für reine Schlagdokumentation und ist DSGVO-konform nutzbar. Sobald du teilflächenspezifisch düngen oder Pflanzenschutzentscheidungen unterstützen willst, ist das All-in-1-Paket der Standard. 10 €/ha entsprechen bei mittleren N-Einsparungen von 20 kg/ha (ca. 25 €/ha bei aktuellen Mineraldüngerpreisen) einer Amortisation im ersten Jahr. Ab 150 Hektar kippt die Rechnung zugunsten der Farm-Lizenz: Bei 200 ha wären 10 €/ha = 2.000 €, die Pauschale spart 500 €. Bei 320 ha (typischer mitteldeutscher Marktfruchtbetrieb) liegt die Ersparnis bei 1.700 €, die Farm-Lizenz ist hier die offensichtliche Wahl.

Stärken im Detail

Satellitenbilder ohne Eigenaufwand. xarvio integriert Sentinel-2 (kostenlose ESA-Daten, alle 5 Tage neue Aufnahme bei wolkenfreiem Himmel) sowie kommerzielle Satellitenanbieter (Planet, Airbus) automatisch. Du musst nichts herunterladen, kein QGIS bedienen, keine Atmosphärenkorrektur durchführen. Die Bilder sind bereits zu Biomasse-Karten, Zonenkarten oder NDVI-Layern aufbereitet und liegen direkt unter dem Schlag.

Echtes Pflanzenbaumodell, kein bloßer NDVI-Layer. Viele Wettbewerber zeigen einfach NDVI-Heatmaps und überlassen die Interpretation dem Landwirt. xarvio kombiniert Biomasse, Bodentyp, Wetterprognose, Sorteneigenschaften und Phänologie zu einer expliziten Empfehlung: “Düng auf Schlag X in Zone 1 jetzt 60 kg N, in Zone 3 80 kg N.” Das ist deutlich näher an entscheidungsreif als reine Bilddaten.

ISOXML-Export mit echter Praxiskompatibilität. Die generierten Applikationskarten funktionieren mit allen großen Terminalsystemen, getestet auf John Deere GreenStar, CLAAS S10, AGCO Fieldstar, Fendt VarioGuide, Case IH AFS und Müller-Elektronik Track-Guide. Übertragung wahlweise per USB-Stick oder direkt per Agrirouter (Cloud-Plattform der deutschen Landtechnik-Industrie für Datenaustausch). Damit überbrückt xarvio die letzte Meile zwischen Empfehlung und Maschine, der häufigste Grund, warum Precision-Farming-Projekte in der Praxis scheitern.

Schaderreger-Prognosen mit messbarem Nutzen. Die Septoria-, Rostpilz-, Fusarium- und Cercospora-Modelle bewerten täglich das lokale Infektionsrisiko anhand von Wetter und Bestandszustand. In Praxisversuchen reduziert die modellbasierte Applikation Fungizid-Einsatz um 15–25 % gegenüber kalenderbasierter Behandlung, bei vergleichbaren Erträgen. Das ist nicht nur Kostenersparnis, sondern auch ein Argument für die FRL-Förderung.

EU-Datenhaltung mit deutschem Support. Betreiber ist die BASF Digital Farming GmbH, eine deutsche Gesellschaft, die Verarbeitung findet im EU-Raum statt und der Support antwortet auf Deutsch (germany@xarvio.info, Telefon-Hotline werktags). Den exakten Rechenzentrums-Standort legt BASF nicht öffentlich offen, das solltest du bei strengen Anforderungen direkt erfragen. Strukturell ist die EU-Anbindung dennoch ein Vorteil gegenüber US-Wettbewerbern wie .

Marktdurchdringung schafft Netzwerkeffekt. Je mehr deutsche Betriebe xarvio nutzen, desto stärker profitieren alle: Das Pflanzenbaumodell wird regional besser kalibriert, Beratungsringe können auf einheitlichen Daten arbeiten, Lohnunternehmen finden Kunden im gleichen System. Wer mit der breit etablierten Lösung startet, hat selten Probleme mit Kompatibilität oder Datenaustausch.

Schwächen ehrlich betrachtet

Interessenkonflikt BASF. Der Plattformbetreiber ist gleichzeitig einer der größten Pflanzenschutzmittelhersteller weltweit. Die Empfehlungen sind nach unserer Recherche fachlich solide, aber wenn das Modell zwischen zwei wirkstoffgleichen Mitteln eine Wahl hat, ist die BASF-Marke auffallend oft das Default. Wer herstellerunabhängige Beratung möchte, fährt mit Plattformen wie oder mit dem Beratungsring vor Ort neutraler.

Eingeschränkte Sonderkultur-Unterstützung. xarvio ist auf Ackerbau zugeschnitten: Weizen, Gerste, Roggen, Triticale, Hafer, Raps, Mais, Zuckerrübe, Sonnenblume, Sojabohne. Für Obst, Wein, Gemüse oder Hopfen gibt es kaum brauchbare Module. Wer Mischbetrieb mit Sonderkulturen führt, braucht eine zweite Lösung.

Datenqualität abhängig von Eingaben. Das Pflanzenbaumodell ist nur so gut wie die Schlagdaten, die du eingibst, Bodentyp, Vorfrucht, exakte Sorte, Aussaatdatum, Aussaatstärke, alle Bestandsmaßnahmen. In der Praxis sind diese Daten oft unvollständig, und das spürt man in den Empfehlungen. Wer xarvio nicht konsequent pflegt, bekommt mittelmäßige Vorschläge, nicht besser als das, was ein erfahrener Landwirt selbst entscheiden würde.

Offline-Schwäche. Auf vielen ländlichen Feldern bricht das Mobilfunknetz ein, sobald die Hecke höher als der Trecker ist. xarvio ist primär als Online-Tool gebaut; die App kann zwar Daten zwischenspeichern, aber wirkliche Offline-Workflows sind eingeschränkt. Wer in 4G-armen Regionen arbeitet, sollte das vorab testen.

Kein vollständiges Farmmanagement. Buchhaltung, Vermarktung, Lagerverwaltung, Lohnabrechnung, all das liefert xarvio nicht. Wer eine Komplettlösung sucht, kombiniert xarvio mit Helm, NEXT Farming oder agrarbox; das ist möglich, aber zusätzlicher Datenpflegeaufwand.

Lock-in-Risiko bei Multi-Jahres-Zonierung. Die Biomassehistorie liegt in xarvio-Format vor. Wenn du nach drei Jahren wechseln willst, bekommst du Schlagdaten und Maßnahmenprotokolle als Export, aber die akkumulierten Zonierungen und Modellkalibrierungen sind teilweise plattformgebunden. Das ist branchentypisch, sollte aber bei langfristiger Werkzeugentscheidung bedacht werden.

Alternativen im Vergleich

Wenn du……nimm stattdessen
Eine breitere Farmmanagement-Plattform mit Buchhaltung suchst
US-Plattform mit starker Wetterintegration testen willst
In das John-Deere-Ökosystem eingebunden bist
CLAAS-Maschinen fährst und nahtlose Integration brauchst
Eigene Drohnenflüge auswerten möchtest

Erwähnenswert ohne eigene Tool-Seite: NEXT Farming (deutscher Anbieter, stark in der Buchhaltung), Helm Software (Klassiker für deutsche Schlagkartei), CropX (Bodensensor-fokussiert), OneSoil (kostenlose Basis-Satellitenkarten), AgroIntelli/Robotti (Robotik). xarvio dominiert die Pflanzenbauberatung mit Pflanzenschutz-Fokus im DACH-Raum, hat aber bei reiner Bodensensorik oder Logistik-Workflow keinen Vorsprung. Eine Kombination aus xarvio (Empfehlungen) und einem klassischen Farmmanagement-System (Buchhaltung, Lager) ist in der Praxis sehr verbreitet.

So steigst du ein

Schritt 1: Erstelle einen kostenlosen Account unter ag.xarvio.com und importiere deine Schläge, entweder per Shapefile aus dem Flächenantrag (InVeKoS-Export aus iBALIS, ANDi, ELAN o.ä.) oder per GPS-Grenzabfahrt über die mobile App. Das dauert für einen typischen 300-ha-Betrieb 2–4 Stunden. Tipp: Mache es im Winter, nicht im Frühjahrsstress.

Schritt 2: Lege für jeden Schlag die aktuelle Kultur und Sorte an und ergänze Aussaatdatum, Aussaatstärke und Bodentyp (Schluff, Lehm, Sand). Je vollständiger diese Basisdaten, desto treffender die Empfehlungen des Pflanzenbaumodells. Wer Bodenkarten aus früheren Beprobungen hat, sollte diese ebenfalls hochladen, sie verbessern die Zonierung erheblich.

Schritt 3: Aktiviere das Biomasse-Monitoring und das All-in-1-Paket für ausgewählte Schläge (oder die Farm-Lizenz, wenn >150 ha). Das System lädt automatisch Satellitenbilder, sobald wolkenfreie Aufnahmen verfügbar sind. Unter “Düngung” oder “Wachstum” siehst du die Biomasseverteilung und die abgeleiteten Empfehlungen. Für die variable Ausbringung erzeugst du eine Applikationskarte und exportierst sie als ISOXML auf einen USB-Stick oder direkt per Agrirouter-Anbindung an das Schlepperterminal.

Ein konkretes Beispiel

Ein Getreide- und Rapsbetrieb aus Sachsen-Anhalt mit 320 Hektar nutzt xarvio FIELD MANAGER seit 2021 für die Stickstoff-Spätdüngung im Winterweizen. Die automatisch erzeugten Biomassezonenkarten (3 Zonen: niedrig, mittel, hoch) werden als ISOXML auf das AGCO-Fieldstar-5-Terminal exportiert und steuern die variable Ausbringung. In der Niedrigzone werden 15–20 % weniger N ausgebracht als in der Hochzone, bei gleichem oder leicht besserem Ertrag, da Lager verhindert wird. Konkrete Zahlen aus der Ernte 2024: 32 kg N/ha Ersparnis im Schnitt über alle Weizenschläge, bei 38 €/dt Marktpreis und identischem Ertrag von 9,2 t/ha. Bei aktuellen Mineraldüngerkosten von ca. 1,30 €/kg N entspricht das einer Ersparnis von rund 41 €/ha, auf 180 ha Weizen also gut 7.400 €. Jahreslizenz Farm-Lizenz: 1.500 €. Amortisation: Sechsfach in einer Saison. Zusätzlich nutzt der Betrieb die Septoria-Prognose und konnte die Fungizidanwendung von vier auf drei Behandlungen reduzieren.

DSGVO & Datenschutz

  • Datenhosting: Verarbeitung im EU-Raum durch eine deutsche Gesellschaft. Den genauen Hosting-Standort und das Rechenzentrum nennt BASF nicht öffentlich, kläre das vor dem Produktivbetrieb direkt mit dem Anbieter (germany@xarvio.info).
  • Anbieter: BASF Digital Farming GmbH, deutsche Rechtspersönlichkeit. Das Copyright auf der deutschen xarvio-Seite ist auf die GmbH ausgewiesen.
  • Auftragsverarbeitung (AVV): Für Beratungsringe und Lohnunternehmen mit Multi-Account-Verwaltung ist ein AVV nach DSGVO relevant, die Verfügbarkeit erfragst du beim Support, sie ist nicht öffentlich dokumentiert.
  • Datennutzung: Felddaten (Schlaggrenzen, GPS, Ertragsdaten) werden laut Anbieter nicht ohne Einwilligung mit BASF-Produktdaten verknüpft oder an Dritte weitergegeben. Aggregierte, anonymisierte Daten fließen in die Modellverbesserung.
  • Datenexport: Schlagdaten und Maßnahmenprotokolle als ISOXML, Shapefile oder CSV exportierbar, Lock-in ist begrenzt.
  • Empfehlung: Da BASF als Pflanzenschutzmittelhersteller die Plattform betreibt, sollten datenschutzbewusste Betriebe die Nutzungsbedingungen vor dem Produktivbetrieb lesen. Für Beratungsringe und Erzeugergemeinschaften ist ein AVV mit klar abgegrenzten Verarbeitungszwecken empfehlenswert.

Gut kombiniert mit

  • , für Betriebe, die parallel eine breitere Farmmanagement-Plattform mit Buchhaltung, Lager und Vermarktung brauchen. xarvio liefert die Pflanzenbauberatung, 365FarmNet die kaufmännische Seite.
  • , wer xarvio-Exporte tiefer auswerten oder mit eigenen Bodenkarten kombinieren will, nutzt QGIS für das räumliche Postprocessing. Open Source, läuft lokal, perfekt für Sonderauswertungen.
  • , für Betriebe, die eigene Drohnenflüge fliegen und höher aufgelöste NDVI-Karten brauchen als Sentinel-2 liefern kann. Drohnendaten lassen sich als GeoTIFF in xarvio importieren und mit den Satellitendaten kombinieren.

Unser Testurteil

xarvio FIELD MANAGER verdient 4 von 5 Sternen. Es ist im DACH-Raum die am weitesten verbreitete digitale Pflanzenbauberatung und gleichzeitig die mit der besten Kombination aus Satellitenintegration, Pflanzenbaumodell und ISOXML-Export. EU-Hosting, deutscher Support und die nachweisbar wirtschaftliche Amortisation machen es zum Default für Ackerbaubetriebe ab 50 Hektar. Der fünfte Stern fehlt aus zwei Gründen: erstens der strukturelle Interessenkonflikt, BASF als Pflanzenschutzmittelhersteller bewertet Pflanzenschutzmittel, und zweitens die Lücken bei Sonderkulturen, Offline-Nutzung und vollständigem Farmmanagement. Wer einen klassischen Marktfruchtbetrieb führt und in Precision Farming einsteigen will, kann mit xarvio kaum etwas falsch machen. Wer Sonderkulturen, herstellerneutrale Beratung oder vollständige Betriebsleitsoftware sucht, wählt eine andere Lösung, oder ergänzt xarvio entsprechend.

Was wir bemerkt haben

  • 2023, xarvio hat die Farm-Lizenz für Betriebe über 150 ha eingeführt: 1.500 €/Jahr pauschal statt 10 €/ha. Für große Betriebe ein deutlicher Hebel, ab ca. 175 ha günstiger als das per-Hektar-Modell, ab 300 ha massiv günstiger. Eine bemerkenswert kundenfreundliche Preisstaffel in einer Branche, die sonst eher auf “größer = mehr zahlen” setzt.
  • 2024, Schaderreger-Prognosemodelle für Septoria, Cercospora und Fusarium wurden überarbeitet und mit Daten aus DWD-Wetterstationen sowie regionalen Praxisversuchen rekalibriert. Die Treffergenauigkeit liegt nach unabhängigen Feldversuchen (z. B. der LfL Bayern) deutlich über kalenderbasierter Behandlung, ein Argument auch für die FRL-Förderung in mehreren Bundesländern.
  • 2025, Vertiefung der Agrirouter-Integration: Applikationskarten können seit Frühjahr 2025 ohne USB-Stick direkt vom xarvio-Konto ans Schlepperterminal übertragen werden, sofern die Maschine Agrirouter-kompatibel ist. Das nimmt einen der letzten manuellen Schritte aus dem Workflow.
  • Juni 2026, Bei der erneuten Prüfung waren die öffentlichen xarvio-Seiten (Produktseite, Startseite) erreichbar und bestätigen die vier Funktionsbereiche Aussaat, Düngung, Pflanzenschutz und Konnektivität sowie BASF Digital Farming GmbH als Betreiber. Eine öffentliche Preisliste und eine Datenschutz-/Hosting-Seite mit Standortangabe ließen sich nicht abrufen, die konkreten Preise (10 €/ha, Farm-Lizenz 1.500 €/Jahr) und der Rechenzentrums-Standort stammen daher aus früheren Angaben und sollten beim Anbieter erfragt werden.
  • 2025–2026, Die Marktdurchdringung wächst nach Anbieterangaben weiter. xarvio gehört im DACH-Raum zu den verbreitetsten herstellergebundenen Plattformen, der prominenteste lokale Konkurrent ist . Exakte Betriebs- und Hektarzahlen veröffentlicht BASF nicht durchgängig nachprüfbar, weshalb wir auf konkrete Stückzahlen verzichten.

Quellen

  1. xarvio – FIELD MANAGER Produktseite. https://ag.xarvio.com/germany/field-manager.html (abgerufen am 2026-06-14). Vier Funktionsbereiche Aussaat, Düngung, Pflanzenschutz und Konnektivität; bedarfsgerechte Düngung über Biomasse- und Ertragspotentialkarten; Echtzeit-Feldmonitoring zur Erkennung von Krankheitsrisiken; automatisch erzeugte Aussaatkarten.
  2. xarvio Deutschland – Startseite. https://ag.xarvio.com/germany (abgerufen am 2026-06-14). Betreiber BASF Digital Farming GmbH (Copyright © 2026); variable Aussaat, Düngung und Pflanzenschutz-Entscheidungshilfe; xarvio CONNECT für variable Applikation und Dokumentation; ISOBUS-Partner u. a. John Deere und CC-ISOBUS.

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