Valmet DNA Condition Monitoring
Valmet
Valmet DNA Condition Monitoring ist die native Zustandsüberwachung des weltgrößten Papiermaschinenbauers Valmet. Sie überwacht Vibration, Temperatur und Prozessparameter an Wälzlagern, Presswalzen und Filzsystemen, wahlweise eigenständig oder direkt im Valmet DNA-Leitsystem integriert. Automatische Anomalieerkennung mit maschinenspezifischen Referenzmodellen und das ferngestützte Valmet Performance Center machen sie zur referenztauglichsten Lösung für Valmet-Papier-, Karton- und Tissue-Maschinen.
Kosten: Preise ausschließlich auf Anfrage; Enterprise-Lösung für Papiermaschinenbetreiber und Großindustrie, Jahresbeträge typisch im fünf- bis sechsstelligen EUR-Bereich je nach Sensorumfang, Maschinenanzahl und Servicelevel (lokal vs. Performance-Center-Anbindung)
Kategorien
Stärken
- OEM-Vorteil: Valmet kennt Maschinengeometrie, Lagertypen und Schwingungsprofile jeder eigenen Maschine ab Werk
- Integriert in Valmet DNA / DNAe, keine separate Datenpipeline, alle Alarme im gleichen System wie die Prozesssteuerung
- Automatische Anomalieerkennung mit maschinenspezifischen Referenzmodellen statt generischer Schwellwerte
- Breite Sensorik bis zu dynamischen Drucksensoren, deckt papiermaschinentypische Messstellen mit ab
- Drahtgebundene und drahtlose Sensoren (piezoelektrische und MEMS-Beschleunigungssensoren); eigenständiger Betrieb oder Vollintegration möglich
- Valmet Performance Center: ferngestützte Schwingungsdiagnose durch Valmet-Experten als Service
- EU-Rechenzentren verfügbar; On-Premise-Betrieb möglich
Einschränkungen
- Tiefste Vorteile nur auf Valmet-Maschinen, Fremdmaschinen erfordern aufwändigere Kalibrierung und Modellaufbau
- Keine transparente Preisliste, Angebot nur über Valmet-Vertrieb oder Servicevertrag
- Implementierung dauert mehrere Monate; erfordert Valmet-Servicetechniker oder Systemintegratoren
- Keine Self-Service-Testversion oder Demo-Umgebung für eine erste Eigenbewertung
- Lieferantenbindung: Wer Valmet DNA und Valmet CM kombiniert, vertieft die Abhängigkeit von einem einzigen Hersteller
Passt gut zu
Wann ja, wann nein
Wann ja
- Eure Papier-, Karton- oder Tissue-Maschine stammt von Valmet oder läuft auf Valmet DNA
- Ihr wollt Prozess- und Schwingungsdaten in einem einzigen System statt in getrennten Tools sehen
- Ungeplante Stillstände der Pressen- oder Trockenpartie sind euer teuerster Schmerzpunkt
- Ihr wollt Schwingungsdiagnose als Service zukaufen statt eigene Spezialisten einzustellen
Wann nein
- Euer Maschinenpark ist herstellergemischt und nicht Valmet-dominiert
- Ihr braucht eine schnell selbst installierbare, herstellerneutrale Cloud-Lösung
- Ihr wollt vor dem Kauf testen, es gibt keine Demo- oder Testumgebung
- Euer Budget verträgt keine fünf- bis sechsstelligen Jahresbeträge plus Serviceanteil
Kurzfazit
Valmet DNA Condition Monitoring ist die herstellernahe Zustandsüberwachung für Valmet-Maschinen, und genau dort spielt sie ihre Stärke aus. Weil Valmet die eigenen Papier-, Karton- und Tissue-Maschinen bis zur Lagernummer kennt, sind die Referenzmodelle für die automatische Anomalieerkennung präziser, als es ein herstellerneutrales System ohne diese Konstruktionsdaten leisten kann. Die Lösung läuft eigenständig oder vollständig im Valmet DNA-Leitsystem, sodass Schwingungs- und Prozessdaten in einem Bild zusammenlaufen. Der Preis dafür ist Lieferantenbindung, eine intransparente Preisgestaltung und eine monatelange Einführung mit Valmet-Servicetechnikern. Für ein Werk mit Valmet-Maschinenpark ist sie die naheliegendste Wahl; für gemischte Flotten gibt es flexiblere, herstellerneutrale Alternativen.
Für wen ist Valmet DNA Condition Monitoring?
Papierfabriken mit Valmet-Maschinenpark: Die Kernzielgruppe. Wer eine oder mehrere Valmet-Papier-, Karton- oder Tissue-Maschinen betreibt, bekommt mit der hauseigenen Condition-Monitoring-Lösung den engsten Schulterschluss zwischen Maschinenbau und Diagnose. Valmet kennt die Konstruktion, die verbauten Lager und die typischen Schwingungssignaturen jeder eigenen Maschine, daraus entstehen Referenzmodelle, die ein Drittanbieter erst mühsam aus Felddaten lernen müsste.
Werke mit Valmet DNA als Leitsystem: Wer bereits Valmet DNA oder DNAe als verteiltes Leitsystem (DCS) fährt, spart sich die separate Datenpipeline. Prozessdaten und Schwingungsdaten landen im selben System, Alarme erscheinen im gleichen Bedienbild wie die Prozesssteuerung. Für Schichtleiter ist das ein realer Vorteil: kein zweites Dashboard, keine Tool-Wechsel.
Produktions- und Instandhaltungsleiter: Wer die Wartungsstrategie von kalenderbasiert auf zustandsbasiert umstellen will, bekommt die Datengrundlage dafür. Die automatische Priorisierung, Sofortmaßnahme gegenüber „planbar in nächste Revision”, hilft, Stillstände in geplante Fenster zu schieben statt sie als Notabschaltung zu erleiden.
Betreiber ohne eigenes Diagnoseteam: Über das Valmet Performance Center lässt sich die Schwingungsdiagnose als ferngestützter Service zukaufen. Valmet-Experten werten die Daten remote aus, sinnvoll für Werke, die nicht in eigene Vibrationsspezialisten investieren wollen.
Weniger geeignet für: Betreiber mit herstellergemischten Maschinenparks (hier verschenkt der OEM-Vorteil seinen Wert), Werke, die eine schnell selbst aufsetzbare, herstellerneutrale Cloud-Lösung suchen, kleinere Betriebe mit knappem Investitionsbudget und alle, die vor dem Kauf eine Testphase brauchen, die gibt es nicht.
Preise im Detail
| Komponente | Preismodell | Anmerkung |
|---|---|---|
| Software/Lizenz | Auf Anfrage | Skaliert mit Maschinenanzahl und überwachten Messpunkten |
| Sensorik & Installation | Projektbasiert | Beschleunigungssensoren, Verkabelung/Funk, Filzsensorik, Integration über OPC-UA |
| Performance Center / Remote-Service | Servicevertrag | Ferngestützte Schwingungsdiagnose, jährlich oder leistungsabhängig |
| Implementierung | Projektbasiert | Valmet-Servicetechniker, Einlaufphase mehrere Wochen bis Monate |
Einordnung: Valmet veröffentlicht keine Preisliste, Condition Monitoring ist ein Projekt- und Servicegeschäft, kein Listenprodukt. Realistisch bewegen sich die Jahresbeträge für ein Werk im fünf- bis sechsstelligen EUR-Bereich, abhängig davon, wie viele Maschinen und Messpunkte überwacht werden und ob ihr nur die Software oder zusätzlich die ferngestützte Diagnose über das Performance Center bezieht. Die Investition ist nicht an der Software, sondern an den vermiedenen ungeplanten Stillständen zu messen: Ein einziger verhinderter Notstopp der Pressenpartie kann die Jahreskosten amortisieren. Wer den OEM-Vorteil und die DNA-Integration nicht nutzt, zahlt für Vorteile, die er nicht abruft, dann sind herstellerneutrale Lösungen meist günstiger.
Stärken im Detail
Der OEM-Vorteil ist real, nicht nur Marketing. Bei der Schwingungsanalyse rechnet man aus Drehzahl und Lagergeometrie die charakteristischen Fehlerfrequenzen aus (BPFO, BPFI, BSF, FTF). Wer, wie Valmet bei eigenen Maschinen, die exakten Lagertypen, Walzendurchmesser und Antriebskennwerte ab Werk kennt, kann diese Frequenzen ohne Rätselraten vorbelegen und Referenzmodelle treffsicherer anlegen. Ein neutrales System muss diese Parameter erst aus dem Betrieb lernen oder manuell eingegeben bekommen.
Eine Datenbasis statt zweier Welten. Klassisch sitzt die Schwingungsüberwachung in einem eigenen Inselsystem neben dem Leitsystem. Valmet löst das, indem Condition Monitoring „integraler Bestandteil des Valmet DNA Automation Systems” werden kann, Prozessdaten und Schwingungsdaten in einer Oberfläche. Das macht Ursachenanalysen schneller: Ein Schwingungsausschlag lässt sich direkt gegen Geschwindigkeits-, Last- und Temperaturverläufe halten, ohne Daten aus zwei Tools zusammenzukopieren.
Automatische Anomalieerkennung statt starrer Schwellwerte. Valmet wirbt mit „führenden Schwingungsanalyse-Werkzeugen mit automatisierter Anomalieerkennung”. Statt nur feste Grenzwerte zu überwachen (ISO-10816-Schwellen), erkennt das System Abweichungen vom maschinenspezifischen Normalzustand. Das reduziert Fehlalarme und erkennt schleichende Verschlechterungen früher, als ein einfacher Grenzwert sie sichtbar machen würde.
Papiermaschinen-Sensorik über das Lager hinaus. Über die reine Lagerschwingung hinaus unterstützt die Lösung papiermaschinentypische Messstellen, bis hin zu dynamischen Drucksensoren neben Beschleunigungs-, Temperatur-, Trigger- und RMS-Geschwindigkeitssensoren. Damit lassen sich nicht nur Walzenlager, sondern auch prozessnahe Größen in der Pressen- und Trockenpartie erfassen, eine Sensorbreite, die generische CM-Systeme so nicht abbilden. Die darüber hinausgehende Filz- und Bahnqualitätsüberwachung gehört zu Valmets breiterem Papiermaschinen-Portfolio und sollte im Angebot explizit abgegrenzt werden.
Performance Center als Service-Backbone. Wer keine eigenen Schwingungsspezialisten beschäftigt, kann die Diagnose remote zukaufen. Das Valmet Performance Center wertet Daten ferngestützt aus und reicht von „Remote-Expertenunterstützung für die eigene Mannschaft” bis zu einem dauerhaften Überwachungsprogramm. Damit wird die Lösung auch für Werke ohne eigene Diagnosekompetenz tragfähig.
EU-Hosting und On-Premise möglich. Die Lösung lässt sich cloud-angebunden, aber auch vollständig im Werk betreiben. Für DSGVO-sensible Betreiber und für Anlagen mit strengen IT-/OT-Sicherheitsanforderungen ist die On-Premise-Option ein echter Pluspunkt gegenüber reinen Cloud-Angeboten.
Schwächen ehrlich betrachtet
Der OEM-Vorteil kippt bei Fremdmaschinen. Genau die Stärke, Werkskenntnis der Valmet-Maschinen, wird zur Schwäche, sobald Maschinen anderer Hersteller im Park stehen. Dort fehlen die ab Werk hinterlegten Konstruktionsdaten, die Referenzmodelle müssen aufwändiger aufgebaut werden. Wer einen gemischten Maschinenpark fährt, erhält uneinheitliche Tiefe, Valmet-Maschinen bestens abgedeckt, Fremdmaschinen mit deutlich mehr Handarbeit.
Keine Preistransparenz, kein Probebetrieb. Es gibt keine veröffentlichte Preisliste und keine Self-Service-Testversion. Jede Bewertung läuft über den Valmet-Vertrieb und ein individuelles Angebot. Für Betreiber, die mehrere Lösungen objektiv vergleichen wollen, ist das aufwändig, und es erschwert die Budgetplanung, weil die Kosten erst nach einem Assessment feststehen.
Lange Einführung mit Herstellerabhängigkeit. Sensorinstallation, OPC-UA-Anbindung und die mehrwöchige Einlaufphase zum Aufbau des Normalzustandsprofils brauchen Valmet-Servicetechniker oder zertifizierte Integratoren. Das dauert Monate und bindet euch in der Umsetzung an einen Anbieter, eine schnelle Eigenmontage wie bei einigen drahtlosen Cloud-Sensorlösungen ist nicht vorgesehen.
Lieferantenbindung verstärkt sich. Wer Valmet DNA als Leitsystem und Valmet CM als Diagnose kombiniert, bekommt zwar maximale Integration, vertieft aber zugleich die Abhängigkeit von einem einzigen Hersteller über die gesamte Automatisierungs- und Wartungskette. Das ist eine strategische Entscheidung mit langer Halbwertszeit, ein späterer Wechsel des Diagnosesystems ist dann nicht trivial.
Datenhaltung ist projektabhängig, nicht garantiert. Valmet wirbt mit Cloud-Kompatibilität und bietet On-Premise an, kommuniziert aber auf den öffentlichen Seiten keine festen EU-Region-Zusagen. Wer DSGVO- oder OT-sicherheitskritisch arbeitet, muss die konkrete Datenhaltung im Angebot ausdrücklich festschreiben lassen, sie ergibt sich nicht automatisch.
Alternativen im Vergleich
| Wenn du… | …nimm stattdessen |
|---|---|
| Eine herstellerneutrale, schnell installierbare KI-Cloud-CM-Lösung willst | |
| Auf Wälzlager- und Antriebsüberwachung mit OEM-Sensortiefe fokussierst | |
| Eine OEM-Condition-Monitoring-Lösung für Textil-/Spinnmaschinen brauchst | |
| Eine herstellerübergreifende industrielle APM-Plattform suchst | |
| Das passende Leitsystem unter der Überwachung betreiben willst |
Erwähnenswert ohne Verlinkung in dieser Tabelle:
So steigst du ein
Schritt 1: Prüfe, ob eure Maschine von Valmet stammt oder Valmet DNA/DNAe als Leitsystem läuft. Falls ja, sprich den zuständigen Valmet-Service-Account-Manager an und bitte um ein Condition-Monitoring-Assessment, Valmet prüft dabei, welche Sensoren bereits vorhanden sind und was ergänzt werden muss, und ob ihr lokal oder über das Performance Center fahren wollt.
Schritt 2: Valmet installiert Beschleunigungssensoren (piezoelektrisch oder MEMS, drahtgebunden oder drahtlos) an den Lagergehäusen der kritischen Walzen, ergänzt um Temperatur-, Trigger- und RMS-Geschwindigkeitssensoren sowie bei Bedarf dynamische Drucksensoren. Die Anbindung an das bestehende Valmet DNA-System erfolgt über OPC-UA; alternativ läuft die Überwachung eigenständig.
Schritt 3: Nach einer Einlaufphase von mehreren Wochen erstellt das System ein maschinenspezifisches Normalzustandsprofil. Ab diesem Punkt schlägt die automatische Anomalieerkennung bei Abweichungen Alarm, priorisiert nach Kritikalität (Sofortmaßnahme gegenüber planbar in der nächsten Revision). Wer das Performance Center bucht, lässt diese Alarme zusätzlich durch Valmet-Experten remote bewerten.
Ein konkretes Beispiel
Eine skandinavische Papierfabrik mit drei Valmet-Maschinen (SC-Papier, je rund 1.200 m/min) rüstete Valmet DNA Condition Monitoring nach und band das Performance Center für die ferngestützte Diagnose an. Innerhalb von 18 Monaten wurden mehrere drohende Lagerausfälle in der Pressenpartie frühzeitig erkannt und während geplanter Revisionsstopps behoben, statt als Notabschaltungen mit mehrstündigem Produktionsausfall. Der vermiedene Schaden wurde intern auf einen mittleren sechsstelligen EUR-Betrag geschätzt; eine einzige verhinderte Notabschaltung der Pressenpartie hätte allein über Produktionsausfall und Folgeschäden einen großen Teil der Jahreskosten gerechtfertigt. Die Instandhaltungsleitung stellte die Pressenpartie daraufhin schrittweise von kalender- auf zustandsbasierte Wartung um, statt Komponenten nach starrem Zeitplan zu tauschen, wurden sie nach tatsächlichem Schwingungs- und Temperaturverlauf eingeplant. (Illustratives Szenario, kein benannter Referenzkunde.)
DSGVO & Datenschutz
- Datenhosting: EU-Rechenzentren und On-Premise-Betrieb sind möglich; die konkrete Datenhaltung wird projektabhängig im Angebot festgelegt und sollte ausdrücklich vereinbart werden. Anbieter ist Valmet (Hauptsitz Espoo, Finnland, EU).
- Art der Daten: Überwiegend Maschinen- und Prozessdaten (Schwingung, Temperatur, Drehzahl, Last), keine personenbezogenen Daten im Kern. Bedien- und Eingriffsdaten einzelner Mitarbeitender können je nach Konfiguration anfallen.
- On-Premise als sichere Option: Für Werke mit strengen IT-/OT-Sicherheitsanforderungen lässt sich die Lösung vollständig im Werk betreiben, ohne dass Daten das Unternehmen verlassen.
- Performance Center: Bei ferngestützter Diagnose verlassen Maschinendaten das Werk Richtung Valmet, Übertragungsweg, Zugriffsrechte und Aufbewahrung sollten im Servicevertrag geregelt sein.
- Auftragsverarbeitung (AVV): Bei Cloud-Anbindung oder Performance-Center-Nutzung ist ein AVV mit Valmet abzuschließen; im reinen On-Premise-Betrieb in der Regel nicht erforderlich.
- Empfehlung für Unternehmen: EU-Sitz und On-Premise-Option machen Valmet zu einem datenschutzfreundlichen Anbieter im industriellen Umfeld. Wer DSGVO-sauber arbeiten will, sollte die Datenhaltung und den Performance-Center-Datenfluss vertraglich fixieren.
Gut kombiniert mit
, das Leitsystem unter der Überwachung. Erst die DNA-Integration bringt Prozess- und Schwingungsdaten in ein gemeinsames Bedienbild; Condition Monitoring entfaltet hier seinen größten Mehrwert. , als CMMS für die Arbeitsauftragsabwicklung. Erkennt das CM-System eine Anomalie, kann daraus automatisiert ein priorisierter Wartungsauftrag entstehen, die Lücke zwischen Diagnose und Handwerk schließt sich. , wenn neben den Valmet-Maschinen herstellerfremde Anlagen in eine übergeordnete IIoT-Analytics-Schicht laufen sollen. Valmet liefert die maschinennahe Tiefe, Insights Hub die werksweite Aggregation über Herstellergrenzen hinweg.
Unser Testurteil
Valmet DNA Condition Monitoring verdient 4 von 5 Sternen. Auf Valmet-Maschinen ist es das treffsicherste verfügbare Werkzeug: Der OEM-Vorteil bei den Referenzmodellen, die nahtlose DNA-Integration, die papierspezifische Filzüberwachung und das Performance Center als Service-Backbone sind eine in dieser Kombination kaum zu schlagende Tiefe. Den fünften Stern kostet die Kehrseite dieser Spezialisierung: Auf Fremdmaschinen verpufft der Vorteil, die Preisgestaltung ist intransparent, es gibt keinen Probebetrieb, und die Kombination aus DNA und CM vertieft die Lieferantenbindung erheblich. Für ein Werk mit Valmet-dominiertem Maschinenpark ist es dennoch die naheliegendste und meist beste Wahl, für gemischte Flotten lohnt der ehrliche Vergleich mit herstellerneutralen Lösungen.
Was wir bemerkt haben
- Juni 2026, Valmet positioniert Condition Monitoring auf den öffentlichen Seiten weiterhin als Teil des breiteren „Asset Performance Management” mit Machine Condition Monitoring, Process Equipment Monitoring, Field Device Management und Automation System Management, die einzelne Vibrationsüberwachung wird stärker als ein Baustein einer Gesamtstrategie vermarktet.
- Juni 2026, Auf den öffentlichen Produktseiten nennt Valmet keine festen EU-Region-Zusagen für die Cloud-Variante und keine Preise. Wer Datenhaltung sicher in der EU braucht, muss das im Angebot ausdrücklich festschreiben oder auf On-Premise gehen, das ergibt sich nicht automatisch.
- April 2022, Neles fusionierte in Valmet und wurde dessen fünftes Geschäftsfeld „Flow Control”. Das stärkt die Geräteüberwachung (Field Device Management) als Teil des APM-Angebots und vergrößert die Sensor- und Datenbasis, auf die das Condition Monitoring zugreifen kann.
- Laufend, Die Lösung ist konsequent OEM-zentriert: Valmet investiert die Werkskenntnis der eigenen Maschinen in die Modellqualität. Das ist die größte Stärke und zugleich die klarste Grenze, bei gemischten Maschinenparks bleibt dieser Vorteil ungenutzt.
Quellen
- Valmet: DNA Machine Condition Monitoring. https://www.valmet.com/automation/asset-performance-management/condition-monitoring/ (abgerufen am 2026-06-14). Online-Schwingungsüberwachung, automatisierte Anomalieerkennung, eigenständig oder integriert in Valmet DNA, drahtgebundene und drahtlose Sensoren (piezoelektrische und MEMS-Beschleunigungssensoren, Temperatur-, Trigger-, RMS- und dynamische Drucksensoren), Prozess- und Zustandsdaten in einem System.
- Valmet: Asset Performance Management. https://www.valmet.com/automation/asset-performance-management/ (abgerufen am 2026-06-14). APM umfasst Machine Condition Monitoring, Process Equipment Monitoring, Field Device Management und Automation System Management; Valmet Performance Center bietet ferngestützte Diagnose.
- Wikipedia: Valmet. https://en.wikipedia.org/wiki/Valmet (abgerufen am 2026-06-14). Neles fusionierte im April 2022 in Valmet (fünftes Geschäftsfeld Flow Control); Hauptsitz Espoo, Finnland (EU).
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