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Google Business Profile

Google LLC

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Das kostenlose Unternehmensprofil von Google für lokale Sichtbarkeit in Google-Suche und Google Maps. Handwerksbetriebe, Restaurants und lokale Dienstleister verwalten hier Öffnungszeiten, Leistungen, Fotos, Bewertungen und Beiträge, und entscheiden damit maßgeblich, ob sie im lokalen Suchergebnis erscheinen. Google reichert das Profil zunehmend mit KI an: Rezensions-Zusammenfassungen für Suchende, KI-Antwortvorschläge auf Bewertungen und die Einbindung in die KI-Übersichten (AI Overviews) der Suche.

Kosten: Kostenlos, keine Abokosten. Erweiterte Sichtbarkeit nur über Google Ads (Local Search Ads) kostenpflichtig. KI-Funktionen (Antwortvorschläge, Rezensions-Zusammenfassungen) sind im kostenlosen Profil enthalten.

Kategorien

Stärken

  • Kostenlos und ohne technisches Vorwissen einrichtbar
  • Direkte Sichtbarkeit in Google Maps und im lokalen Suchpack (die Top-3-Ergebnisse bei Ortssuchen)
  • Beiträge, Angebote, Produkte und Leistungen direkt über das Profil veröffentlichbar
  • Kundenbewertungen sichtbar und beantwortbar, wichtigster Vertrauensfaktor für Neukunden
  • KI-Antwortvorschläge auf Bewertungen und KI-Zusammenfassungen vieler Rezensionen
  • Statistiken zu Anrufen, Klicks, Profilaufrufen und Suchanfragen kostenlos auswertbar
  • Foto- und Video-Upload steigert nachweislich Klickrate und Anrufvolumen

Einschränkungen

  • Datenhaltung ausschließlich auf US-Servern, kein EU-Hosting, kein klassischer AVV
  • Gefälschte oder gekaufte Bewertungen möglich; Entfernung ist zäh und nicht garantiert
  • Ranking-Algorithmus intransparent und ständig veränderlich
  • Beiträge haben kurze Sichtbarkeit, ohne regelmäßige Pflege sinkt die Reichweite
  • Kein direkter Einfluss auf die Reihung im lokalen Suchpack, die Signale sind komplex
  • KI-Funktionen rollen regional unterschiedlich aus; in Deutschland teils noch eingeschränkt

Passt gut zu

Lokale Handwerksbetriebe, Dienstleister und Einzelhändler mit regionalem Einzugsgebiet Betriebe, die für Ortssuchen wie 'Klempner Münster' gefunden werden wollen Gastronomie, Praxen, Salons und Kanzleien mit Laufkundschaft Unternehmen ohne Marketingbudget, die kostenlose Sichtbarkeit suchen

Wann ja, wann nein

Wann ja

  • Du hast einen physischen Standort oder ein klar abgegrenztes Einzugsgebiet
  • Deine Kundschaft sucht lokal nach Anbietern wie dir (Maps, 'in der Nähe')
  • Du willst Bewertungen sammeln, beantworten und als Vertrauenssignal nutzen
  • Du brauchst kostenlose Sichtbarkeit, ohne in bezahlte Werbung einzusteigen

Wann nein

  • Du verkaufst rein digital und bundesweit ohne lokalen Bezug
  • Dein Geschäftsmodell verträgt keine öffentlichen Bewertungen
  • Du brauchst eine DSGVO-konforme Datenhaltung in der EU mit AVV
  • Du willst ein Tool, das Posts und Bewertungen über mehrere Plattformen zentral verwaltet

Kurzfazit

Google Business Profile ist für lokale Betriebe das wichtigste kostenlose Marketingwerkzeug überhaupt, und für die meisten der erste Berührungspunkt mit potenziellen Kunden. Wer in der Google-Suche oder auf Google Maps gefunden werden will, kommt an einem gepflegten Profil nicht vorbei: Es entscheidet, ob du im lokalen Suchpack auftauchst, wie deine Bewertungen wirken und ob jemand anruft oder zur Konkurrenz weiterzieht. Google reichert das Profil seit 2024 zunehmend mit KI an, Rezensions-Zusammenfassungen für Suchende, KI-Antwortvorschläge auf Bewertungen und die Einbindung in die KI-Übersichten der Suche. Den fünften Stern verliert das Tool durch US-Datenhaltung ohne EU-Option, einen intransparenten Ranking-Algorithmus und die Tatsache, dass du von Googles Spielregeln vollständig abhängig bist. Trotzdem gilt: Es gibt keine echte Alternative dazu, auf Google sichtbar zu sein.

Für wen ist Google Business Profile?

Lokale Handwerksbetriebe und Dienstleister: Elektriker, Klempner, Maler, Gartenbau, KFZ-Werkstätten. Wer für Suchen wie „Heizungsbauer Köln” oder „Schlüsseldienst in der Nähe” gefunden werden will, braucht ein vollständiges, aktives Profil. Der lokale Suchpack (die drei Maps-Treffer ganz oben) ist hier oft der einzige Weg, neben großen Plattformen sichtbar zu bleiben.

Gastronomie und Einzelhandel: Restaurants, Cafés, Boutiquen, Bäckereien. Hier zählen Fotos, aktuelle Öffnungszeiten, die Speisekarte und vor allem die Bewertungen. Viele Gäste entscheiden direkt aus den Maps-Ergebnissen, ein Profil mit 4,7 Sternen und appetitlichen Fotos schlägt eines mit 3,9 Sternen ohne Bilder.

Praxen, Kanzleien und freie Berufe: Ärzte, Physiotherapeuten, Steuerberater, Anwälte, Friseure. Auch wenn nicht jeder „Lust” auf Bewertungen hat, die Patienten und Mandanten suchen ohnehin über Google. Wer das Profil ignoriert, überlässt anderen die Deutungshoheit über die eigene Außenwirkung.

Filialisten und Mehrstandort-Betriebe: Ketten mit mehreren Standorten verwalten alle Profile gebündelt über ein zentrales Konto. Hier wird die Pflege schnell aufwändig, und der Punkt erreicht, an dem ein Listing-Management-Tool wie Semrush Local oder ein Bewertungstool wie ReviewTrackers die Arbeit erleichtert.

Weniger geeignet für: Reine Online-Shops ohne lokalen Bezug, B2B-Anbieter mit bundesweiter Akquise ohne Laufkundschaft und Unternehmen, die eine DSGVO-konforme Datenhaltung in der EU mit Auftragsverarbeitungsvertrag verlangen, die gibt es bei Google Business Profile nicht.

Preise im Detail

PlanPreisWas du bekommst
Google Business Profile0 €Vollständiges Profil, Bewertungen verwalten, Beiträge, Fotos/Videos, Produkte/Leistungen, Q&A, Nachrichten, Statistiken, KI-Antwortvorschläge
Google Ads (Local Search Ads)nach Verbrauch (PPC)Bezahlte Hervorhebung in Suche und Maps, „beworbene” Pins, Anrufanzeigen. Kosten pro Klick/Anruf, kein Fixpreis
Drittanbieter-Toolsje nach AnbieterListing-Management, Bewertungs-Monitoring, Post-Planung über externe Werkzeuge (kostenpflichtig, optional)

Einordnung: Das Profil selbst ist und bleibt vollständig kostenlos, inklusive aller KI-Funktionen. Es gibt keinen Premium-Plan und keine Bezahlschranke für mehr Sichtbarkeit „von innen”. Wer schneller oder prominenter erscheinen will, kann ausschließlich über Google Ads zahlen, das ist klassische Klick-Werbung und für viele kleine Betriebe nicht nötig, solange das organische Profil gut gepflegt ist. Der eigentliche „Preis” von Google Business Profile ist nicht Geld, sondern Zeit und Disziplin: regelmäßige Beiträge, schnelle Bewertungsantworten, aktuelle Daten. Genau hier setzen kostenpflichtige Drittanbieter-Tools an, sie kosten Geld, sparen aber Pflegeaufwand, besonders bei mehreren Standorten.

Stärken im Detail

Kostenlose Sichtbarkeit genau dort, wo gesucht wird. Der lokale Suchpack und Google Maps sind für viele Branchen der wichtigste Akquisekanal überhaupt. Ein vollständiges Profil erscheint bei Ortssuchen ganz oben, noch vor der eigenen Website. Diese Reichweite kostet keinen Cent und ist für lokale Betriebe schlicht alternativlos.

Bewertungen als Vertrauensanker. Sterne und Rezensionen sind der erste Eindruck, den Neukunden von dir bekommen. Das Profil zeigt sie prominent, du kannst auf jede einzelne öffentlich antworten, und genau das wirkt: Ein Betrieb, der professionell und zeitnah auf Kritik reagiert, gewinnt Vertrauen. Google fasst zudem viele Rezensionen per KI zu einer kurzen Übersicht zusammen, sodass Suchende schneller ein Stimmungsbild bekommen.

KI nimmt Arbeit ab. Seit 2024 baut Google KI-Funktionen direkt ins Profil ein. Die wichtigste in der Praxis: KI-Antwortvorschläge auf Bewertungen. Du musst nicht jede Antwort aus dem Nichts formulieren, Google entwirft auf Basis der Rezension einen Antworttext, den du lesen, anpassen und absenden kannst. Das senkt die Hemmschwelle, überhaupt zu antworten, deutlich. Der Rollout läuft regional gestaffelt und ist in Deutschland teils noch eingeschränkt.

Beiträge, Produkte und Leistungen ohne Website. Du kannst Angebote, Neuigkeiten, Events und einzelne Leistungen direkt im Profil veröffentlichen, ganz ohne eigene Website. Für viele Kleinstbetriebe ist das Profil faktisch die wichtigste Online-Präsenz. Einzeln eingepflegte Leistungen verbessern außerdem die Auffindbarkeit für spezifische Suchanfragen.

Echte Daten statt Bauchgefühl. Die kostenlosen Statistiken zeigen, wie oft das Profil aufgerufen wurde, über welche Suchbegriffe Leute kamen, wie viele angerufen oder die Route geplant haben. Das ist Marktforschung zum Nulltarif, du siehst schwarz auf weiß, welche Begriffe deine Kundschaft tatsächlich verwendet.

Fotos wirken messbar. Profile mit aktuellen, hochwertigen Bildern bekommen spürbar mehr Klicks, Anrufe und Routenanfragen als bildlose. Gerade in Gastronomie, Handwerk und Einzelhandel ist der visuelle Eindruck oft kaufentscheidend, und Fotos hochzuladen kostet nichts außer ein paar Minuten.

Schwächen ehrlich betrachtet

US-Datenhaltung ohne EU-Option. Alle Daten laufen über Google-Server in den USA. Einen klassischen Auftragsverarbeitungsvertrag für das kostenlose Profil gibt es nicht, und eine EU-Region kannst du nicht wählen. Für die reinen Profildaten (Öffnungszeiten, Adresse) ist das selten kritisch, sobald du aber über die Nachrichtenfunktion personenbezogene Kundendaten austauschst, wird es datenschutzrechtlich heikel. Für sensible Branchen (Arztpraxen mit Patientenkommunikation) ist Vorsicht geboten.

Bewertungsmanipulation bleibt ein Dauerproblem. Wettbewerber oder Trolle können gefälschte Negativbewertungen hinterlassen, unzufriedene Ex-Mitarbeiter Rachebewertungen, und gekaufte Positivbewertungen verzerren das Bild. Google entfernt Verstöße per (Gemini-gestützter) Moderation, aber das Verfahren ist zäh, intransparent und nicht garantiert. Eine offensichtlich unberechtigte Bewertung kann wochenlang stehen bleiben.

Der Algorithmus ist eine Blackbox. Welche Signale genau über die Platzierung im lokalen Suchpack entscheiden, sagt Google nicht. Relevanz, Entfernung und Bekanntheit gelten als grobe Faktoren, aber wie sie gewichtet werden und warum dein Profil heute auf Platz 2 und morgen auf Platz 5 steht, bleibt im Dunkeln. Das macht Optimierung zum Stochern im Nebel.

Beiträge verpuffen schnell. Veröffentlichte Beiträge haben nur eine kurze Sichtbarkeitsspanne. Wer nicht regelmäßig nachlegt, fällt aus der Wahrnehmung. Das Profil belohnt kontinuierliche Pflege und bestraft Vernachlässigung, für viele Betriebe ohne Marketingressourcen eine echte Hürde. Workaround: ein fester wöchentlicher Slot, idealerweise mit KI-Unterstützung beim Texten (siehe „Gut kombiniert mit”).

Totale Abhängigkeit von Google. Du baust deine wichtigste Sichtbarkeit auf einer Plattform auf, deren Regeln, Design und KI-Features Google jederzeit ändern kann, wie das abrupte Aus des Website-Builders 2024 gezeigt hat. Profil-Sperrungen wegen vermeintlicher Richtlinienverstöße treffen gelegentlich auch korrekte Einträge, und der Support ist für Kleinbetriebe schwer erreichbar.

KI-Übersichten als zweischneidiges Schwert. Googles KI-Übersichten (AI Overviews) beantworten lokale Fragen zunehmend direkt in der Suche. Das kann Profile prominenter machen, oder dazu führen, dass Nutzer gar nicht mehr klicken, weil die KI bereits „genug” zusammengefasst hat. Wie sich das auf Anrufe und Besuche auswirkt, ist noch nicht ausgereift abschätzbar.

Alternativen im Vergleich

Wenn du……nimm zusätzlich/stattdessen
Bewertungen über mehrere Plattformen zentral verwalten willstReviewTrackers
Lokale Rankings, Keywords und Listings systematisch tracken willstSemrush
Beiträge zusammen mit Social Media planen und vorab terminieren willstMetricool
Die lokale SEO-Konkurrenz und Backlinks analysieren willstAhrefs

Wichtig zur Einordnung: Google Business Profile hat keine echte Alternative, es ist der Eintrag bei Google selbst, und an Google führt für lokale Sichtbarkeit kein Weg vorbei. Die genannten Tools ersetzen das Profil nicht, sondern ergänzen es: Sie helfen, es effizienter zu pflegen, Bewertungen über Google, Facebook und Co. gebündelt zu beantworten oder das lokale Ranking messbar zu machen. Erwähnenswert ohne eigene Tool-Seite sind außerdem Plattform-spezialisten wie BrightLocal und Yext (Listing-Management über viele Verzeichnisse) sowie das Apple-Pendant „Apple Business Connect”, das für iPhone-Nutzer und Apple Maps an Bedeutung gewinnt.

So steigst du ein

Schritt 1: Profil anlegen und verifizieren. Gehe auf business.google.com und melde deinen Betrieb mit einem Google-Konto an. Google bestätigt die Inhaberschaft per Postkarte, Telefonanruf, E-Mail oder kurzem Videoanruf, plane ein bis zwei Wochen für die Verifikation ein. Ohne Verifizierung wird das Profil nicht öffentlich angezeigt. Die Verwaltung läuft seit dem Aus der separaten Google-My-Business-App direkt über die Google-Suche, Google Maps und das Web-Dashboard.

Schritt 2: Profil vollständig befüllen. Trage alle Leistungen einzeln ein (nicht nur die Hauptkategorie), halte die Öffnungszeiten penibel aktuell, auch Feiertage, und formuliere die Beschreibung mit den Suchbegriffen, die deine Kundschaft wirklich nutzt. Lade mindestens fünf hochwertige Fotos von Team, Räumen und abgeschlossenen Arbeiten hoch. Je vollständiger das Profil, desto besser die Auffindbarkeit.

Schritt 3: Aktiv bleiben und Bewertungen managen. Veröffentliche regelmäßig Beiträge, saisonale Angebote, neue Zertifizierungen, abgeschlossene Projekte. Ein Beitrag pro Woche reicht, um als aktiver Betrieb zu gelten. Beantworte jede Bewertung innerhalb von 48 Stunden, auch die positiven. Nutze dafür die KI-Antwortvorschläge als Entwurf, aber passe sie persönlich an, eine generische KI-Antwort erkennen Kunden sofort.

Ein konkretes Beispiel

Ein Elektriker-Betrieb mit fünf Mitarbeitenden in Hannover hatte ein vernachlässigtes Profil: drei Fotos, eine einzige Kategorie, seit Monaten kein Beitrag. Der Inhaber baute es in drei Monaten systematisch um: 47 Projektfotos hochgeladen, alle Leistungen einzeln eingetragen, die neue Kategorie „Wallbox-/E-Ladestation-Installation” ergänzt und jede Woche einen Beitrag über ein abgeschlossenes Projekt veröffentlicht. Die Beitragstexte und die Antworten auf Bewertungen entwirft er mit ChatGPT vor und feilt sie in zwei Minuten zurecht. Das Ergebnis nach drei Monaten: Profilaufrufe von 120 auf 840 pro Monat, direkte Anrufe über Google von 4 auf 31. Kosten: null Euro. Zeitaufwand mit KI-Unterstützung: rund 30 Minuten pro Woche. Drei der zusätzlichen Anrufe führten zu Wallbox-Aufträgen, das amortisierte den Aufwand um ein Vielfaches.

DSGVO & Datenschutz

  • Datenhosting: USA (keine EU-Region wählbar). Anbieter ist Google LLC, Mountain View, in der EU vertreten durch Google Ireland Ltd., Dublin.
  • Datennutzung: Google verarbeitet Profildaten, Suchanfragen und Interaktionen, um Dienste auszuspielen und zu verbessern. Profildaten sind ihrer Natur nach öffentlich, Adresse, Öffnungszeiten und Bewertungen sollen für jeden sichtbar sein.
  • Nachrichtenfunktion: Über die integrierte Chat-/Nachrichtenfunktion können personenbezogene Kundendaten anfallen. Hier ist besondere Vorsicht geboten, keine sensiblen Daten (Gesundheit, Verträge) darüber austauschen.
  • Auftragsverarbeitung (AVV): Für das kostenlose Profil gibt es keinen klassischen AVV. Wer Google Ads geschäftlich nutzt, kann über die Google-Ads-Datenschutzbedingungen einen entsprechenden Zusatz schließen.
  • Bewertungen Dritter: Rezensenten sind eigenständig Verantwortliche für ihre Inhalte. Du als Betrieb verantwortest deine Antworten, schreibe nie patienten-, mandanten- oder gesundheitsbezogene Details in öffentliche Antworten.
  • Empfehlung für Unternehmen: Das Profil selbst ist für die meisten Betriebe unbedenklich, weil es öffentliche Geschäftsdaten enthält. Sobald aber Kundenkommunikation über Google läuft, gehört das in die Datenschutzerklärung und in das Verarbeitungsverzeichnis. Für sensible Branchen die Nachrichtenfunktion bewusst sparsam einsetzen.

Gut kombiniert mit

  • ChatGPT, entwirft Profilbeschreibungen, wöchentliche Beiträge und persönliche Bewertungsantworten in Sekunden. Du gibst Stichworte und den gewünschten Ton vor, ChatGPT liefert den Text, den du nur noch anpasst. Spart den größten Teil des Pflegeaufwands.
  • Gemini, als Googles eigene KI nah an der Suchlogik. Praktisch, um zu verstehen, wie Google lokale Anfragen interpretiert, und um Beschreibungen auf relevante Suchbegriffe hin zu schärfen. In den Google-Workspace-Workflow nahtlos eingebunden.
  • ReviewTrackers, bündelt Bewertungen von Google, Facebook und weiteren Plattformen in einem Dashboard. Sinnvoll, sobald du mehrere Standorte oder mehrere Bewertungsquellen parallel im Blick behalten musst, manuell wird das sonst schnell unübersichtlich.

Unser Testurteil

Google Business Profile verdient 4 von 5 Sternen. Für lokale Betriebe ist es kein „nice to have”, sondern die Grundausstattung, kostenlos, reichweitenstark und mit jedem Jahr durch KI-Funktionen komfortabler in der Pflege. Kein anderes Werkzeug liefert vergleichbare lokale Sichtbarkeit zum Nulltarif. Den fünften Stern kosten die strukturellen Schwächen, die nicht in deiner Hand liegen: die US-Datenhaltung ohne EU-Option, der intransparente Ranking-Algorithmus, die zähe Bewährungsmoderation und die vollständige Abhängigkeit von einem Konzern, der seine Spielregeln jederzeit ändert. Wer diese Abhängigkeit akzeptiert, und für lokale Sichtbarkeit bleibt kaum eine Wahl, bekommt das mit Abstand wirkungsvollste kostenlose Marketingwerkzeug für regionale Betriebe.

Was wir bemerkt haben

  • März 2024, Google hat den in Profile integrierten Website-Builder eingestellt. Rund 21 Millionen einfache Websites (auf .business.site und negocio.site) wurden abgeschaltet; Besucher landeten anschließend automatisch auf dem zugehörigen Business-Profil. Wer sich auf diese Mini-Website verlassen hatte, musste kurzfristig eine echte Website oder einen anderen Auftritt aufbauen, ein deutliches Beispiel für die Abhängigkeit von Googles Produktentscheidungen.
  • 2024, Die separate Google-My-Business-App wurde eingestellt. Die Verwaltung läuft seither direkt über die Google-Suche, Google Maps und das Web-Dashboard. Für viele Betriebe ein Umgewöhnungsschritt, aber kein Funktionsverlust.
  • 2024–2025, Google hat KI-Antwortvorschläge auf Bewertungen eingeführt: Das Profil entwirft auf Basis der Rezension eine Antwort, die der Betrieb lesen, bearbeiten und absenden kann. Parallel werden viele Rezensionen per KI zu kurzen Zusammenfassungen verdichtet, die Suchenden ein schnelles Stimmungsbild geben. Der Rollout erfolgt regional gestaffelt und ist in Deutschland teils noch eingeschränkt.
  • 2024–2025, Gemini-gestützte Systeme moderieren zunehmend Rezensionen und sollen gefälschte oder richtlinienwidrige Bewertungen schneller erkennen. In der Praxis bleibt die Entfernung strittiger Bewertungen aber weiterhin zäh.
  • 2025, Mit dem Ausbau der KI-Übersichten (AI Overviews) in der Google-Suche beantwortet Google lokale Fragen häufiger direkt im Ergebnis. Das verändert, wie lokale Profile wahrgenommen werden, mit offenem Ausgang für Klick- und Anrufzahlen. Lokale Betriebe sollten ihre Statistiken hier genau im Blick behalten.
  • 2025–2026, Google bietet die Profilverwaltung zunehmend direkt in der Gemini-Web-App an: Dort lassen sich Profildaten konversationell aktualisieren, Bewertungsantworten und Beiträge per KI entwerfen, Rezensionen zu Stimmungsbildern verdichten und Performance-Statistiken abrufen. Der Rollout ist regional und sprachlich gestaffelt und (Stand Juni 2026) nicht überall verfügbar, ein klarer Schritt, KI noch tiefer in die Profilpflege einzubauen.
  • Mai 2026, Eine EU-Region oder ein klassischer AVV für das kostenlose Profil ist weiterhin nicht verfügbar. Profildaten sind zwar ohnehin öffentlich, aber sobald Kundenkommunikation über die Nachrichtenfunktion läuft, bleibt die US-Datenhaltung ein Punkt, den datenschutzsensible Branchen bewusst bewerten müssen.

Quellen

  1. Google Business Profile – Erste Schritte (Hilfe). https://support.google.com/business/answer/7039811 (abgerufen am 2026-06-13). Profil ist vollständig kostenlos ('at no charge'); enthält Profilverwaltung, Fotos/Videos, Beiträge und Bewertungsantworten.
  2. Business Profile in der Gemini-Web-App verwalten (Hilfe). https://support.google.com/business/answer/17142585 (abgerufen am 2026-06-13). Profilverwaltung per Gemini-Web-App: KI-Antwortentwürfe auf Bewertungen, Rezensions-Zusammenfassungen, Performance-Statistiken; Rollout regional gestaffelt.
  3. Business Profile erstellen und bestätigen (Hilfe). https://support.google.com/business/answer/9114771 (abgerufen am 2026-06-13). Verifizierung u. a. per Videoaufnahme; Verwaltung über business.google.com sowie Suche und Maps.

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