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Gemini

Google

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Googles KI-Assistent, multimodal, tief in Workspace integriert, mit dem größten Kontextfenster der Top-Assistenten. Beste Wahl für Teams, die in Google Docs, Gmail und Sheets arbeiten, und für alle, die Veo-Videogenerierung und Deep Research im selben Abo wollen.

Kosten: Kostenlos (Gemini 3.5 Flash), Google AI Plus 4,99 EUR/Monat, Google AI Pro 21,99 EUR/Monat, Google AI Ultra 99,99 oder 219,99 EUR/Monat, Workspace Business-Pläne separat (siehe Google-Workspace-Preisseite)

Kategorien

Stärken

  • Nahtlose Integration in Google Docs, Sheets, Gmail, Meet und Drive
  • 1 Million Tokens Kontextfenster in Gemini 3.1 Pro, Spitzenwert im Markt
  • Echte Multimodalität: Text, Bild, Audio, Video und YouTube-Links nativ
  • Deep Research als Mehrstufen-Recherche-Agent, schon im kostenlosen Plan enthalten
  • Veo-3.1-Videogenerierung im Abo: Veo 3.1 Lite ab AI Pro, volle Limits in AI Ultra
  • Gemini Live: Echtzeit-Sprach- und Video-Konversationen
  • NotebookLM-Integration für Quellen-basierte Dokumentenarbeit

Einschränkungen

  • Beim reinen Coding und differenzierten Schreiben weiterhin schwächer als Claude oder ChatGPT
  • Gemini Apps werden im EWR von Google Ireland Limited erbracht, eine garantierte EU-Datenresidenz gibt es aber nur über Workspace Enterprise
  • Kostenloser Plan auf Gemini 3.5 Flash begrenzt (nur unterschiedlicher Zugriff auf 3.1 Pro), voller 3.1-Pro-Zugang und Veo erst ab Pro
  • Videogenerierungs-Limits über Flow-Credits gesteuert (Pro: 1.000 Credits), für Vielnutzer schnell aufgebraucht
  • Workspace-Vollintegration setzt bezahlten Workspace-Plan voraus
  • Tiefe Verflechtung mit Google-Ökosystem, Vendor-Lock-in bei datentechnischer Trennung schwierig

Passt gut zu

Google Workspace Nutzer Teams Recherche Dokumentenanalyse KMU Multimodale Workflows

Wann ja, wann nein

Wann ja

  • Dein Team arbeitet bereits in Google Workspace (Docs, Sheets, Gmail)
  • Du willst KI direkt in Google-Anwendungen ohne Tool-Wechsel nutzen
  • Du brauchst Videogenerierung (Veo 3.1) und Deep Research im selben Abo
  • Du analysierst sehr lange Dokumente (bis 1 Million Tokens Kontext in Gemini 3.1 Pro)
  • Du arbeitest multimodal, Bilder, Audio, YouTube-Videos in einem Tool

Wann nein

  • Du nutzt Microsoft 365, dort ist Copilot besser integriert
  • Du brauchst höchste Textqualität für anspruchsvolles deutsches Schreiben
  • Du verarbeitest DSGVO-kritische Daten ohne Workspace-Enterprise-Setup
  • Du willst beim Coding mit dem stärksten Modell arbeiten, dafür ist Claude Code bewährter

Kurzfazit

Gemini ist Googles Antwort auf ChatGPT, und nach den großen Versionssprüngen 2025 (Gemini 2.0 Flash im Februar, 2.5 Pro im März, 2.5 Flash im Juni) endgültig in der Top-Liga angekommen. Die Stärken liegen dort, wo Google strukturell gewinnt: tiefe Workspace-Integration, das größte Kontextfenster der Mainstream-Assistenten (1 Mio. Tokens), echte Multimodalität von Geburt an, und seit 2025 mit Veo-Videogenerierung (aktuell Veo 3.1), Deep Research und Gemini Live ein Funktionsumfang, den kein Wettbewerber im selben Abo bündelt. Bei reiner Textqualität und beim agentischen Coding bleibt Claude einen Tick voraus. Wer aber im Google-Ökosystem arbeitet oder multimodale Workflows fährt, findet bei Gemini das beste Gesamtpaket.

Für wen ist Gemini?

Google-Workspace-Teams: Der Hauptgrund, Gemini zu wählen. In Google Docs sitzt der Assistent in der Seitenleiste, in Gmail erscheinen Entwurfsvorschläge inline, in Sheets erstellt Gemini Pivot-Tabellen auf Befehl, und in Meet werden Meetings automatisch protokolliert und in Aktionspunkte überführt. Kein Copy-Paste, kein Tab-Wechsel, der Workflow bleibt geschlossen.

Forscher, Analysten, Juristen: Mit einem Kontextfenster von einer Million Tokens kann Gemini 3.1 Pro ganze Geschäftsberichte, Akten oder lange Vertragswerke am Stück verarbeiten. Wer regelmäßig Due Diligence, wissenschaftliche Recherche oder Dokumentenanalysen macht, bekommt damit einen handfesten Vorsprung gegenüber 200K-Modellen wie Claude oder GPT.

Researcher und Journalisten: Das Deep Research-Feature führt mehrstufige Recherchen durch, Gemini plant Suchanfragen, durchsucht Dutzende Quellen, fasst zusammen und liefert einen strukturierten Bericht. Im Google-AI-Pro-Plan enthalten und damit die günstigste seriöse Deep-Research-Funktion am Markt.

Kreative und Marketing-Teams: Wer mit Bildern, kurzen Videos und Audio arbeitet, bekommt mit Veo 3.1 (Lite in AI Pro, voll in AI Ultra) eines der besten Videogenerierungsmodelle und mit Imagen die hauseigene Bildgenerierung. Multimodalität ist hier kein Nachzügler-Feature, sondern Architektur-Grundlage.

KMU mit Google-Infrastruktur: Viele kleine Unternehmen sind bereits auf Workspace. Gemini steckt dann ohne zusätzlichen Onboarding-Aufwand drin, entweder als Workspace-Komponente oder als persönliches Google-AI-Pro-Abo der Mitarbeitenden.

Weniger geeignet für: Microsoft-365-Anwender (dort ist Copilot tiefer eingebettet), Profis mit höchsten Ansprüchen an deutsche Textqualität und Stil (Claude ist hier vorn), Coder, die agentisches Arbeiten in Terminal und IDE wollen (Claude Code dominiert), sowie DSGVO-strenge Branchen ohne Workspace-Enterprise.

Preise im Detail

PlanPreis (EUR/Monat)Was du bekommst
Free0Gemini 3.5 Flash, unterschiedlicher Zugriff auf Gemini 3.1 Pro, Bilderstellung, Deep Research, Gemini Live, Canvas, 15 GB Speicher
Google AI Plus4,992x höhere Nutzungslimits als kostenlos, Videogenerierung, 200 Google-Flow-Credits, NotebookLM mit Audio-Zusammenfassungen, 400 GB Speicher
Google AI Pro21,99Gemini 3.1 Pro (1-Mio-Token-Kontext), 4x höhere Limits, Deep Research, Gemini Live, Veo 3.1 Lite, 1.000 Google-Flow-Credits, 5 TB Speicher, Gemini in Gmail/Docs und weiteren Apps
Google AI Ultra99,99 oder 219,995x bzw. 20x höhere Limits, Deep Think, Veo 3.1 mit hohen Limits, 10.000 bis 25.000 Flow-Credits, 20 TB+ Speicher, YouTube Premium

Die Preise stammen von der deutschen Gemini-Abo-Seite (Stand 11. Juni 2026).1 Die Workspace-Business-Pläne (Starter, Standard, Plus, Enterprise) buchst du separat über Google Workspace, dort ist Gemini je nach Edition unterschiedlich tief eingebettet. Aktuelle Euro-Preise findest du auf der Google-Workspace-Preisseite, wir verzichten hier bewusst auf eine Euro-Angabe, weil Google die Workspace-Tarife regional unterschiedlich und mit wechselnden Aktionspreisen ausspielt.

Einordnung: Der Free-Plan ist solide, mit Gemini 3.5 Flash, Deep Research, Gemini Live und Canvas reicht er für Alltagsfragen und einfache Dokumentenarbeit. Wer mehr Limits, aber nicht das volle Pro-Paket braucht, fährt mit Google AI Plus für 4,99 EUR günstig (doppelte Limits, 400 GB Speicher, NotebookLM). Google AI Pro für 21,99 EUR bleibt der Sweetspot für Einzelnutzer: Gemini 3.1 Pro mit vollem 1-Mio-Token-Kontext, Deep Research, Gemini Live, Veo 3.1 Lite und 5 TB Speicher in einem Abo.1 Google AI Ultra gibt es seit dem I/O-2026-Umbau in zwei Stufen, 99,99 EUR (5x Limits) und 219,99 EUR (20x Limits), beide nur für Power-User sinnvoll, die täglich Videos generieren oder Deep Think intensiv nutzen. Für die meisten KMU ist Pro mehr als ausreichend.

Stärken im Detail

Workspace-Integration ohne Reibungsverlust. Gemini ist nicht „Tool neben Workspace”, sondern ein Teil davon. In Docs markierten Text umformulieren, kürzen, übersetzen, direkt in der Seitenleiste. In Gmail Antwortvorschläge inline. In Sheets Pivot-Tabellen aus Sprachbefehlen. In Meet automatisch transkribierte Notizen mit Aktionspunkten am Meeting-Ende. Der entscheidende Vorteil: kein Tab-Wechsel, kein Copy-Paste, der Kontext (das laufende Dokument, die laufende E-Mail-Konversation, das laufende Meeting) ist immer schon da.

Eine Million Tokens Kontextfenster, Spitze im Markt. Gemini 3.1 Pro verarbeitet bis zu 1 Mio. Tokens, das entspricht etwa 700.000 Wörtern oder einem umfangreichen Roman. ChatGPT und Claude liegen bei 200K. Für Analysten, die ganze Geschäftsberichte, lange Gesetzestexte oder Code-Repositorys auf einmal befragen wollen, ist das ein handfester struktureller Vorteil, nicht nur ein Benchmark-Wert.

Deep Research als Mehrstufen-Agent. Anders als eine normale Websuche plant Deep Research die Recherche in Etappen: Gemini formuliert Teilfragen, sucht parallel in Dutzenden Quellen, wertet aus, schließt Lücken, schreibt einen strukturierten Bericht, typischerweise 5 bis 15 Minuten Laufzeit für einen 10-bis-20-Seiten-Bericht mit Quellenverweisen. Das ist qualitativ eine andere Klasse als die Google-Suche-Integration im Standard-Chat. Bemerkenswert: Deep Research ist laut Googles Abo-Übersicht bereits im kostenlosen Plan enthalten (mit Limits), die bezahlten Pläne heben nur die Nutzungslimits an.1

Echte Multimodalität von Geburt an. Gemini wurde von Anfang an multimodal trainiert, Text, Bild, PDF, Audio, Video, YouTube-Links. Das ist nicht ein nachgerüsteter Vision-Adapter wie bei den ersten GPT-4-Versionen, sondern Architektur. Praktischer Effekt: Du kannst einen YouTube-Link einfügen und Fragen zum Inhalt stellen, ohne das Video herunterzuladen oder zu transkribieren. Audio-Aufnahmen werden direkt verstanden, nicht erst per Whisper umgewandelt.

Gemini Live, Echtzeit-Sprach- und Video-Konversationen. Im AI-Pro-Plan kannst du via Smartphone-App sprechen wie mit einem Mensch, und Gemini sieht dabei deinen Bildschirm oder deine Kamera. Praktisch für: Pair-Coding mit Sicht auf den Code, Alltagshilfe (Was ist das für eine Pflanze? Welcher Wein passt zu diesem Etikett?), Sprachtraining. Das Pendant zu ChatGPTs Advanced Voice, und in der Google-Variante mit nativer Bildschirm- und Kamera-Integration.

Veo-3.1-Videogenerierung im Abo. Veo erzeugt kurze Videos mit synchronem Audio aus Textbeschreibungen. Im AI-Pro-Plan ist die abgespeckte Veo 3.1 Lite enthalten, die Anzahl der Generierungen läuft über Google-Flow-Credits (1.000 Credits im Pro-Plan), in AI Ultra gibt es Veo 3.1 in voller Ausbaustufe mit 10.000 bis 25.000 Credits.1 Qualitativ liegt Veo auf Augenhöhe mit OpenAI Sora, und ein vergleichbarer Sora-Zugang ist nur in den teuren ChatGPT-Stufen verfügbar. Beim Preis-Leistungs-Verhältnis für gelegentliche Videos liegt Google damit vorn.

NotebookLM-Integration. NotebookLM, das eigene Quellen-basierte Recherche-Tool von Google, ist im AI-Pro-Plan mit erweiterten Limits enthalten. Während Gemini selbst der Generalist ist, übernimmt NotebookLM die strukturierte Arbeit an Dokumentensammlungen mit harten Quellenverweisen. Beide zusammen ergeben einen kompletten Recherche-Workflow.

Schwächen ehrlich betrachtet

Beim differenzierten deutschen Schreiben weiter hinter Claude. Bei längeren konzeptionellen Texten, anspruchsvollen Briefen oder stilistisch fordernden Aufgaben produziert Gemini Texte, die sich nach „solider KI” anhören, Claude Sonnet 4.5 oder ChatGPT 4o liefern oft den natürlicheren Ton. Die Lücke ist seit 2.5 Pro kleiner geworden, aber nicht verschwunden. Wer professionell mit Sprache arbeitet, sollte Gemini eher für Workspace-Tasks nutzen und für die finale Texterstellung Claude oder ChatGPT parallel führen.

Coding ist verbessert, aber Claude Code dominiert die Praxis. Gemini 3.1 Pro und das auf Agenten und Coding optimierte 3.5 Flash liegen auf SWE-Bench-Verified bei sehr ordentlichen Werten und ist für Refactoring und Code-Erklärungen brauchbar. Aber in der gelebten Entwickler-Realität, agentisches Arbeiten in IDE und Terminal, hat Claude Code 2025 das Rennen gemacht. Gemini Code Assist (in AI Ultra und Workspace Enterprise) ist solide, aber kein Marktführer.

Datenschutz in den Consumer-Plänen kritisch für Unternehmen. Standardmäßig nutzt Google einen Teil der Chats zur Produktverbesserung, ein Teil wird sogar von Menschen geprüft (vom Konto getrennt). Ein Opt-out über die „Gemini-Aktivitäten” ist möglich, aber nicht voreingestellt, und selbst dann bleiben Chats bis zu 72 Stunden gespeichert.2 Für vertrauliche Unternehmensdaten gehört das in einen Workspace-Tarif mit Geschäftsdaten-Schutz, dort werden Inhalte laut Google nicht fürs Training genutzt.3 Für DSGVO-strenge Branchen kommt realistisch nur eine Workspace-Edition mit verhandelter EU-Datenresidenz infrage.

Veo-Limits über Credits, für Vielnutzer eng. Im AI-Pro-Plan läuft Veo 3.1 Lite über ein Kontingent von 1.000 Google-Flow-Credits, die sich je nach Videolänge und Qualität schnell aufbrauchen.1 Wer Videos regelmäßig professionell einsetzen will, braucht realistisch AI Ultra mit 10.000 bis 25.000 Credits, also die 99,99- oder 219,99-EUR-Stufe. Genaue Credit-Kosten pro Generierung dokumentiert Google nicht prominent, das macht die Planbarkeit für Vielnutzer schwierig.

Abhängigkeit vom Google-Ökosystem. Wer nicht Google Workspace nutzt, verliert das Hauptargument für Gemini. Als reiner Konsumentenchat ist es konkurrenzfähig, aber nicht überlegen. Und wer mit Gemini tief in Workspace einzieht, baut Datenabhängigkeit auf, die bei einem Wechsel später aufwendig zu trennen ist.

EU-Regulatorik bremst Funktionen. Mehrere Gemini-Features (zuletzt Gemini Live mit Bildschirm-Sharing, einzelne Veo-Funktionen) wurden in der EU mit Verzögerung oder eingeschränkt ausgerollt. Google ist im Umgang mit dem Digital Services Act und dem AI Act vorsichtiger als OpenAI, was rechtssicherer ist, aber Innovationszyklen für EU-Nutzer verlängert.

Alternativen im Vergleich

Wenn du……nimm stattdessen
Microsoft 365 verwendest und KI integrieren willstMicrosoft 365 Copilot
Höchste Textqualität für anspruchsvolles Schreiben brauchstClaude
Allround-Assistent mit großem Plugin-Ökosystem suchstChatGPT
Tiefe Quellen-basierte Dokumentenarbeit brauchstNotebookLM
Recherche mit transparenter Quellenangabe willstPerplexity

Erwähnenswert ohne eigene Tool-Seite: Mistral Le Chat (französische Alternative mit EU-Hosting) für DSGVO-bewusste Workflows. Geminis Position ist nicht „der beste KI-Assistent”, sondern „der beste KI-Assistent für Google-Workspace-Anwender” plus „bestes Preis-Leistungs-Verhältnis bei Multimodalität”. Wer Workspace nicht nutzt, sollte mit ChatGPT oder Claude vergleichen.

So steigst du ein

Schritt 1: Kostenlos auf gemini.google.com starten. Melde dich mit deinem Google-Account an, keine Kreditkarte, kein Setup. Wenn du Workspace nutzt, prüfe parallel, was schon eingebettet ist: Sternsymbol in Google Docs, „Hilfe beim Schreiben” in Gmail, Gemini-Tab in Meet. Stelle 10 echte Arbeitsfragen statt Spielereien, das gibt dir den realistischen Eindruck.

Schritt 2: Deep Research und Gemini 3.1 Pro im Pro-Plan testen. Wer den Free-Plan zwei Wochen ernsthaft nutzt und das Limit spürt, sollte AI Pro einen Monat probieren. Konkrete Aufgabe: Lass Deep Research einen Markt-, Wettbewerber- oder Technologie-Bericht erstellen, das Ergebnis ist der beste Indikator, ob 21,99 EUR/Monat sich lohnen. Parallel ein 200-Seiten-Dokument in Gemini 3.1 Pro analysieren, um den 1-Mio-Token-Kontextvorteil zu fühlen.

Schritt 3: Workspace-Integration richtig nutzen. Wer Pro hat, sollte aktiv die Inline-Features ausprobieren: in Sheets per Sprache eine Pivot-Tabelle bauen lassen, in Gmail einen längeren E-Mail-Faden zusammenfassen lassen, in Meet die automatische Aktionspunkt-Liste am Meeting-Ende mitschicken lassen. Diese Features sind das, was Gemini von ChatGPT unterscheidet, wer sie nicht nutzt, zahlt für ein schwächeres ChatGPT.

Ein konkretes Beispiel

Ein KMU-Marketingteam in Frankfurt (12 Personen) ist auf Google Workspace und hat im April 2026 alle Mitarbeitenden auf Google AI Pro umgestellt, 21,99 EUR pro Person, rund 264 EUR/Monat im Team. Konkreter Workflow: Jeden Montag startet Gemini Deep Research auf das Thema „Wettbewerber-Aktivität letzte Woche” und liefert bis Dienstag morgen einen 12-Seiten-Bericht mit Quellen. Die Marketingleitung plant daraus die Themenwoche. In Google Docs erstellt das Content-Team aus 200-Wort-Briefings 800-Wort-Rohfassungen, die anschließend in einem zweiten Schritt durch Claude Pro für die finale Tonalität laufen. Für Social-Media-Kurzvideos werden ein bis zwei Veo-3.1-Generierungen pro Woche produziert, das ersetzt nicht die Agentur, aber spart die Kosten für drei bis vier Animationen im Monat. Die wöchentliche Meet-Status-Runde läuft mit automatischen Gemini-Notizen, die Aktionspunkte landen direkt als Aufgaben in Google Tasks. Geschätzte Zeitersparnis: rund 90 Minuten pro Person und Woche, bei 12 Personen rund 18 Stunden, also mehr als zwei Personentage.

DSGVO & Datenschutz

  • Verantwortlicher (Consumer-Gemini-Apps): Im EWR und in der Schweiz werden die Gemini Apps laut Google von Google Ireland Limited erbracht, außerhalb von Google LLC.2 Das ist datenschutzrechtlich relevant, eine garantierte EU-Datenresidenz der Inhalte ist damit aber nicht automatisch verbunden.
  • Datennutzung (Consumer): Standardmäßig nutzt Google einen Teil der Chats zur Verbesserung der Dienste, ein Teil wird von menschlichen Prüferinnen und Prüfern (auch externen Dienstleistern) bewertet. Diese geprüften Chats werden vor der Weitergabe vom Konto getrennt.2
  • Opt-out: Über die Einstellung „Gemini-Aktivitäten” (Keep Activity) abschaltbar. Ist sie aus, fließen künftige Chats nicht ins Modelltraining, Google bewahrt sie aber dennoch bis zu 72 Stunden auf, um zu antworten und Missbrauch zu verhindern.2
  • Aufbewahrung: Standardmäßig 18 Monate automatische Löschung, wahlweise 3 oder 36 Monate oder „nicht automatisch löschen”. Von Menschen geprüfte Chats können bis zu drei Jahre separat gespeichert bleiben.2
  • Workspace Business/Enterprise: Geschäftsdaten werden laut Google nicht zum Training der Gemini-Modelle oder für Anzeigen-Targeting genutzt, Gemini greift nur auf Inhalte zu, auf die der jeweilige Nutzer ohnehin Zugriff hat. DLP, Information Rights Management und clientseitige Verschlüsselung lassen sich nutzen, um Geminis Zugriff auf sensible Daten einzuschränken.3
  • EU-Datenresidenz: Über die Workspace-„Data Regions”-Option verhandelbar (höhere Workspace-Editionen). Für die Consumer-Pläne gibt es diese Option nicht.
  • Empfehlung für Unternehmen: Für vertrauliche oder personenbezogene Daten Workspace mit aktivem Geschäftsdaten-Schutz nutzen, nicht die Consumer-Pläne. Branchen mit Berufsgeheimnis (Recht, Medizin, Steuer) sollten EU-Datenresidenz vertraglich absichern und eine Datenschutz-Folgenabschätzung dokumentieren.

Gut kombiniert mit

  • NotebookLM, Gemini übernimmt schnelle Chat- und E-Mail-Aufgaben, NotebookLM die quellengetreue Recherche an dauerhaften Dokumentenbeständen. Beide sind im AI-Pro-Plan enthalten und teilen das Google-Drive-Backend.
  • Claude, Gemini erledigt Workspace-Tasks und Multimodalität, Claude übernimmt anspruchsvolles Schreiben und ernsthaftes Coding. Klassisches Zwei-Tool-Setup für Wissensarbeiter.
  • DeepL, Gemini für Textentwürfe und Zusammenfassungen, DeepL für professionelle Übersetzungen mit hoher sprachlicher Präzision (besonders bei Recht, Marketing und Vertragstexten).

Unser Testurteil

Gemini verdient 4 von 5 Sternen. Mit der 2.5-Familie und den 2025er Feature-Sprüngen (Deep Research, Veo 3, Gemini Live, Deep Think) ist Gemini in der Top-Liga angekommen, und in zwei Disziplinen führend: Workspace-Integration und Preis-Leistungs-Verhältnis bei Multimodalität. Das 1-Mio-Token-Kontextfenster ist ein echter struktureller Vorteil, Veo 3.1 Lite im 21,99-EUR-Abo ist konkurrenzlos günstig, Deep Research liefert seriöse Mehrstufen-Recherche. Den fünften Stern verliert Gemini durch die weiterhin spürbare Schwäche bei deutschem Schreibstil gegenüber Claude, die über Flow-Credits schwer planbaren Video-Limits in AI Pro, die fehlende garantierte EU-Datenresidenz in Consumer-Plänen und die Tatsache, dass das Hauptargument (Workspace-Integration) für Microsoft-365-Anwender keines ist. Innerhalb des Google-Ökosystems ist Gemini die klare Nummer 1, außerhalb bleibt es ein starkes, aber nicht alternativloses Angebot.

Was wir bemerkt haben

  • Februar 2024, Google hat den Assistenten von „Bard” in „Gemini” umbenannt. Wer noch „Bard” googelt, meint jetzt Gemini.
  • August 2024, Gemini Live (Echtzeit-Sprachkonversation) wird vorgestellt, direkter Konter zu ChatGPT Advanced Voice. EU-Verfügbarkeit folgte mit Verzögerung.
  • Dezember 2024, Deep Research wird als Mehrstufen-Recherche-Agent in Gemini Advanced eingeführt. Liefert 10-bis-20-Seiten-Berichte mit Quellen statt einfacher Suchergebnisse.
  • Februar 2025, Gemini 2.0 Flash wird allgemein verfügbar (5. Februar). Deutlich schneller als 1.5 Pro, mit nativer Tool-Nutzung und besserer Multimodalität.
  • März 2025, Gemini 2.5 Pro erscheint (25. März) als „Thinking Model” mit Reasoning-Schritten vor der Antwort. SOTA auf Humanity’s Last Exam (18,8 % ohne Tools) und SWE-Bench Verified (63,8 %), Coding-Sprung gegenüber 1.5.
  • Mai 2025, Auf der Google I/O wird Veo 3 vorgestellt: Videogenerierung mit synchronem Audio. Erstmals in einem Mainstream-Abo (Google AI Pro) enthalten, Sora bleibt bis dahin auf ChatGPT Pro für 200 USD beschränkt.
  • Mai 2025, Google AI Ultra wird als neuer Top-Plan eingeführt (USA: $249,99/Monat). Enthält Deep Think (experimentell), höchste Veo-Limits, sehr großen Speicher, YouTube Premium und Vorabzugang zu experimentellen Funktionen.
  • Juni 2025, Gemini 2.5 Flash wird allgemein verfügbar, die schnelle, günstigere Variante mit kontrollierbarem „Thinking Budget” für Entwickler. Ersetzt 2.0 Flash in vielen Workflows.
  • 2025, „Google One AI Premium” wurde umbenannt in „Google AI Pro”. Preis liegt in Deutschland bei 21,99 EUR/Monat. Der inkludierte Speicher beträgt aktuell 5 TB (Stand Juni 2026), eine frühere Phase mit 2 TB hatte für Verwirrung gesorgt.
  • Mai 2026, Gemini-3-Modellfamilie ist auf den Plan-Übersichtsseiten sichtbar (Gemini 3.1 Pro, Veo 3.1). Die Features wachsen schneller, als dieser Artikel sie nachhalten kann, aktuelle Modellbezeichnungen im kostenlosen Plan ändern sich teils wöchentlich.
  • Juni 2026, Aktueller, gegen Googles Abo-Seite geprüfter Stand:1 Im Free-Plan läuft Gemini 3.5 Flash plus unterschiedlicher Zugriff auf Gemini 3.1 Pro (1-Mio-Token-Kontext), inklusive Deep Research, Gemini Live und Canvas, 15 GB Speicher. Google AI Plus kostet 4,99 EUR/Monat (400 GB, NotebookLM, doppelte Limits). Google AI Pro liegt bei 21,99 EUR/Monat (Gemini 3.1 Pro, Veo 3.1 Lite, 5 TB, 1.000 Flow-Credits). Google AI Ultra gibt es seit dem I/O-2026-Umbau in zwei Stufen: 99,99 EUR (5x Limits) und 219,99 EUR (20x Limits), mit Deep Think, Veo 3.1, 20 TB+ und YouTube Premium.
  • Juni 2026, Korrektur gegenüber älteren Ständen dieser Seite: AI Plus kostet 4,99 EUR (nicht 7,99 EUR), AI Pro enthält 5 TB Speicher (nicht 2 TB), und AI Ultra läuft über zwei Stufen zu 99,99/219,99 EUR statt einer einzelnen ca.-274,99-EUR-Stufe. Diese Werte stammen direkt von der deutschen Gemini-Abo-Seite.1
  • Juni 2026, Eine garantierte native EU-Datenresidenz für die Gemini-Consumer-Pläne gibt es weiterhin nicht. Im EWR werden die Gemini Apps zwar von Google Ireland Limited erbracht,2 EU-Datenresidenz der Inhalte ist aber nur über Workspace-Editionen mit „Data Regions” verhandelbar. Ein Grund, warum DSGVO-strenge Branchen Gemini nur über Workspace einsetzen sollten.

Quellen

  1. Google: Gemini-Abos (DE), abgerufen am 11.06.2026. 2 3 4 5 6 7

  2. Google: Gemini Apps Datennutzung und Aufbewahrung, abgerufen am 11.06.2026. 2 3 4 5 6

  3. Google Workspace: Datenschutz mit Gemini, abgerufen am 11.06.2026. 2

Weitere Quellen

  1. Google: Gemini Subscriptions. https://gemini.google/subscriptions/ (abgerufen am 2026-06-11). AI Pro mit Gemini 3 Pro, 1-Mio-Token-Kontext, Veo 3.1 Lite, 5 TB Speicher; AI Ultra mit Veo 3.1 und ab 20 TB Speicher; Free ohne Veo.

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