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GeoPard Agriculture

FlyPard Analytics GmbH

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GeoPard Agriculture ist eine spezialisierte Precision-Farming-Plattform mit Schwerpunkt auf KI-gestützter Ertragsdatenaufbereitung. Der Kern: automatische Bereinigung verrauschter Mähdrescher-Rohdaten (Ausreißer, Wendebereiche, Überlappungen), pathweise Kalibrierung gegen Striping-Artefakte bei mehreren Maschinen, sowie Erstellung von Managementzonen und Variable-Rate-Applikationskarten. Plattform-Vergleich: GeoPard ist kein Allround-FMIS wie 365FarmNet, sondern ein Werkzeug für die Datenseite der Präzisionslandwirtschaft.

Kosten: 30-Tage-Testphase bis 100 ha kostenlos. Jahresabo nach Hektar-Volumen, ab ca. 200 EUR/Jahr für 100 ha. Pay-as-you-Go mit minimaler Grundgebühr plus nutzungsbasierte Kosten (Kartenexporte, Verarbeitungsjobs). Enterprise auf Anfrage, inkl. White-Label und API-Integrationen. Konkrete Preise werden nicht öffentlich kommuniziert, Beratungsgespräch oder Self-Service-Signup nötig.

Kategorien

Stärken

  • Automatische Ertragsdatenbereinigung nach USDA-Protokoll, Ausreißer, Wendebereiche, Überlappungen werden algorithmisch entfernt
  • Pathweise KI-Kalibrierung korrigiert Striping-Artefakte auch bei gemischten Mähdrescher-Flotten
  • Bidirektionale John-Deere-Operations-Center-Integration für nahtlosen Datenfluss
  • EU-Datenhaltung, relevant für deutsche und österreichische Betriebe
  • Multi-Layer-Analytik kombiniert Ertrag, Topographie, Boden und Satellitenbilder zu Managementzonen
  • GraphQL/REST-API für Eigenintegrationen, wertvoll für Berater und AgTech-Anbieter
  • Synthetische Ertragsdaten füllen Lücken in der historischen Datenreihe

Einschränkungen

  • Keine deutsche Bedienoberfläche, Englisch ist Pflicht
  • Keine Preistransparenz: alle Pläne nur via Signup oder Demo zugänglich
  • Nutzungsbasierter Plan kann bei häufiger Kartennutzung teuer werden
  • In Deutschland weniger bekannt als 365FarmNet oder xarvio, Erfahrungsaustausch begrenzt
  • Native CLAAS-TELEMATICS-Integration fehlt, nur über ISO-XML-Export, mit manuellem Aufwand
  • CNH FieldOps ist erst angekündigt, noch nicht live
  • Bedienung erwartet agronomisches Datenverständnis, kein Tool für reine FMIS-Anwender

Passt gut zu

Ackerbaubetriebe mit mehrjährigen Ertragsdaten und sichtbarer Feldvariabilität Betriebe mit gemischter Maschinenflotte (mehrere Hersteller, mehrere Maschinen) Agrarberater und Lohnunternehmer, die saubere Ertragsdaten für VRA-Empfehlungen brauchen AgTech-Anbieter und Kooperativen, die GeoPard als Backend-API einbinden

Kurzfazit

GeoPard ist die richtige Wahl, wenn deine Ertragsdaten ein Problem haben, verrauscht durch verschiedene Mähdrescher, lückenhaft durch Maschinenausfälle, oder einfach so viel, dass die manuelle Bereinigung tagelang dauert. Die Plattform ist im Markt für Yield-Map-Cleaning das spezialisierteste Werkzeug, das es im KMU-tauglichen Preissegment gibt. Im direkten Vergleich mit Allround-FMIS-Lösungen wie 365FarmNet oder xarvio FIELD MANAGER ist GeoPard schmaler aufgestellt: Es ersetzt keine Schlagkartei, keine Düngungsplanung im rechtlichen Sinne und keine Pflanzenschutzdokumentation. Wer eine komplette Farm-Software braucht, ist hier falsch. Wer die analytische Tiefe will, die in 365FarmNet fehlt, gerade beim Datenflickwerk aus gemischten Maschinenflotten, bekommt mit GeoPard ein technisch sehr ausgereiftes Werkzeug. Schade nur, dass die Plattform weder eine deutsche Oberfläche noch transparente Preise bietet.

Für wen ist GeoPard?

Ackerbau-Betriebe mit Variabilität: Wenn deine Flächen sichtbare Ertragsunterschiede haben (Bodentypen, Topographie, historische Nutzung), und du mehrere Jahre Erntedaten gesammelt hast, kann GeoPard daraus belastbare Managementzonen und VRA-Karten ableiten. Unter 50 ha ohne klare Variabilität lohnt sich der Aufwand selten.

Betriebe mit gemischter Maschinenflotte: Wer zwei Mähdrescher unterschiedlicher Baujahre oder Hersteller fährt, kennt das Striping-Problem in der Ertragskarte: zwei nebeneinander geerntete Streifen zeigen unterschiedliche Erträge, obwohl der Boden identisch ist. GeoPards Pathwise Calibration ist eines der wenigen Werkzeuge, die das algorithmisch sauber korrigieren.

Agrarberater und Lohnunternehmer: Wer Ertragsdaten für mehrere Kundenbetriebe aufbereitet und daraus Düngungsempfehlungen ableitet, profitiert direkt, die Bereinigung dauert mit GeoPard statt mehrere Stunden nur wenige Minuten pro Schlag. Die API-Anbindung erlaubt zusätzlich, GeoPard in eigene Beratungs-Workflows zu integrieren.

AgTech-Anbieter und Kooperativen: Über die GraphQL/REST-API lassen sich GeoPard-Funktionen in eigene Software-Lösungen einbinden. Für Genossenschaften, die ihren Mitgliedern eine eigene Plattform anbieten wollen, ist die White-Label-Option im Enterprise-Plan eine echte Alternative zum Eigenbau.

Forschungs- und Bildungseinrichtungen: GeoPard wird auch von Hochschulen genutzt, um Studierende mit echten Präzisionslandwirtschafts-Datensätzen arbeiten zu lassen, die Vielfalt der Analytik-Module passt für Lehre und Forschung.

Weniger geeignet für: Kleinbetriebe ohne klare Feldvariabilität (manueller Aufwand übersteigt den Nutzen), Betriebe ohne mehrjährige Ertragsdaten (GeoPard braucht Datenfutter), Anwender, die kein Englisch sprechen oder eine klassische Schlagkartei suchen (besser ), und reine John-Deere-Betriebe, die nichts außerhalb des -Ökosystems brauchen.

Preise im Detail

PlanPreisWas du bekommst
Free Trial0 EUR, 30 TageBis 100 ha, alle Kern-Analytik-Funktionen, Datenupload, Managementzonen, ohne Kreditkarte
Pay-as-you-Go (monatlich)Niedrige Grundgebühr + nutzungsbasiertUnbegrenzte Fläche, abrechnung nach erstellten Karten, exportierten Datensätzen, Verarbeitungsjobs
Annual SubscriptionAb ca. 200 EUR/Jahr für 100 haVollzugriff auf Plattform, fester Preis pro Hektar-Stufe, Upgrades während des Jahres möglich
EnterpriseAuf AnfrageWhite-Label, API-Volumen, Custom-Integrationen (ESRI ArcGIS, eigene Backends), SLAs

Einordnung: Die kostenlose 30-Tage-Phase reicht aus, um an mehreren echten Schlägen zu testen, ob GeoPard die Datenmenge sauber verarbeitet, gerade die KI-Kalibrierung sollte man mit eigenen Rohdaten ausprobieren, bevor man Geld investiert. Für mittlere Betriebe (300–800 ha) ist das Jahresabo der vernünftige Pfad, weil die Kosten kalkulierbar bleiben. Pay-as-you-Go ist attraktiv für Berater, die saisonal stark schwankende Lastspitzen haben, oder für AgTech-Firmen, die nur gelegentlich Analytik-Jobs durchführen. Enterprise lohnt sich erst, wenn White-Label oder hohe API-Volumina relevant werden, etwa für eine Genossenschaft mit Hunderten Mitgliedsbetrieben. Größter Kritikpunkt: GeoPard veröffentlicht keine konkreten Preisstaffeln, alles läuft über Signup oder Demo-Termin. Das ist im AgTech-Markt verbreitet, aber für vergleichende Tool-Recherche unbefriedigend.

Stärken im Detail

Yield-Map-Cleaning ist das Herzstück. Rohdaten aus dem Mähdrescher sind notorisch verrauscht: Wendebereiche zeigen Phantomerträge, Überlappungen beim zweiten Schnitt zählen doppelt, Sensordrift verzerrt einzelne Streifen. GeoPard implementiert das USDA-Reinigungsprotokoll automatisiert, was händisch mehrere Stunden pro Schlag dauert, läuft hier in Minuten. Für Betriebe, die jährlich Ertragsdaten von 30+ Schlägen aufbereiten, ist allein das ein quantifizierbarer Hebel.

Pathwise Calibration für gemischte Flotten. Das ist die wirklich spezielle Funktion. Wenn zwei Mähdrescher dasselbe Feld bearbeiten, sind ihre Ertragssensoren minimal unterschiedlich kalibriert, und die Karte zeigt Streifenmuster, die nichts mit dem Boden zu tun haben. GeoPards Algorithmus erkennt die Pfade einzelner Maschinen und gleicht sie statistisch an. Das ist eine Funktion, die in fast keinem anderen FMIS sauber gelöst ist.

Multi-Layer-Analytik für Managementzonen. Ertragsdaten allein reichen nicht für solide Zonierungen, Topographie, Bodenproben, Satelliten-NDVI über mehrere Jahre, Wetterdaten müssen kombiniert werden. GeoPard liefert dafür Standard-Workflows, die mehrere Datenebenen gewichtet zu Zonen zusammenführen. Aus diesen Zonen werden dann die VRA-Karten für Saatgut, Dünger oder Pflanzenschutz abgeleitet.

John-Deere-Integration ist bidirektional. Wer im John Deere Operations Center arbeitet, kann Schlaggrenzen, As-Applied-Daten und Ertragskarten automatisiert synchronisieren. Das ist mehr als ein Datenexport: GeoPard-erzeugte VRA-Karten landen direkt im JD-System und sind bereit für die nächste Aussaat. Für reine JD-Betriebe ist das der attraktivste Workflow.

Synthetische Ertragsdaten füllen Lücken. Wenn Ertragsdaten für ein Jahr fehlen (Sensorausfall, fehlende Kalibrierung, Maschinenwechsel), kann GeoPard auf Basis von Satellitenbildern und Nachbarjahren synthetische Werte generieren. Für statistische Auswertungen über mehrere Jahre rettet das oft die Vergleichbarkeit, vorausgesetzt, man markiert die Synthetik klar als solche und nutzt sie nicht für Abrechnungszwecke.

API für Eigenintegrationen. Die GraphQL- und REST-Endpunkte erlauben Beratern und AgTech-Anbietern, GeoPard als analytisches Backend zu nutzen, ohne Endkunden die Plattform direkt zu zeigen. Das senkt die Eintrittshürde für eigene Software-Produkte erheblich, wer keine eigenen ML-Pipelines bauen will, kauft sie hier ein.

EU-Hosting. GeoPard betreibt seine Infrastruktur in der EU. Das ist im AgTech-Markt nicht selbstverständlich (viele US-Wettbewerber hosten ausschließlich in den Staaten) und vereinfacht die DSGVO-Bewertung für deutsche und österreichische Betriebe deutlich.

Schwächen ehrlich betrachtet

Keine deutsche Oberfläche. Die Plattform ist komplett englischsprachig. Für viele Landwirte und Lohnunternehmer ist das eine echte Hürde, selbst wenn das fachliche Englisch der Agronomie geläufig ist, sind die UI-Begriffe der Plattform (Calibration, Zonation, Prescription) nicht selbsterklärend. Lokalisierung steht laut Hersteller nicht in der nahen Roadmap.

Keine Preistransparenz. Weder die Jahresabo-Staffeln noch die Pay-as-you-Go-Sätze sind öffentlich. Das wirkt im Vergleich zu transparent kommunizierenden Anbietern wie xarvio oder 365FarmNet (kostenlose Basisversion) intransparent und verlängert den Beschaffungsprozess. Konkrete Preisangaben in dieser Review basieren auf Drittquellen-Schätzungen und können abweichen, beim Signup gegenchecken.

Nutzungsbasierter Plan kann teuer werden. Wer monatlich viele Karten exportiert (etwa als Berater mit vielen Kundenbetrieben), kann beim Pay-as-you-Go-Modell überraschend hohe Rechnungen bekommen. Das Jahresabo ist meist günstiger, sobald man regelmäßig nutzt, aber die Kalkulation muss man explizit machen.

CLAAS-Integration fehlt nativ. Wer ausschließlich CLAAS-Mähdrescher fährt, muss seine Daten über agrirouter oder ISO-XML-Export in GeoPard bekommen, automatisierte Bidirektional-Synchronisation wie bei John Deere gibt es nicht. Für reine CLAAS-Betriebe ist in Kombination mit oft naheliegender.

CNH FieldOps und ESRI noch in der Roadmap. Die angekündigte CNH-FieldOps-Integration ist nach unserer Recherche noch nicht produktiv, ebenso die ESRI-ArcGIS-Anbindung. Wer auf diese Integrationen baut, sollte vor Vertragsabschluss den aktuellen Status erfragen.

Bedienung erwartet agronomisches Datenverständnis. GeoPard ist kein Tool, das man am Küchentisch aufmacht und sofort versteht. Begriffe wie “Vegetation Index”, “Prescription Layer”, “Soil EC Mapping” sind selbsterklärend für Berater, aber nicht für den durchschnittlichen Landwirt. Wer keine Erfahrung mit Precision Farming hat, sollte erst Schulung oder Beratung einplanen.

Marktbekanntheit in Deutschland gering. GeoPard ist im DACH-Markt nicht weit verbreitet, auf Fachveranstaltungen sieht man eher 365FarmNet, xarvio oder die Hersteller-Lösungen von John Deere und CLAAS. Das heißt: weniger Erfahrungsaustausch in deutschsprachigen Communities, weniger lokale Beratungspartner, längere Antwortzeiten beim Support außerhalb US-Zeitzonen.

Alternativen im Vergleich

Wenn du……nimm stattdessen
Eine komplette deutsche Farm-Management-Software brauchst
BASF-eigene Pflanzenschutzempfehlungen integrieren willst
Nur John-Deere-Maschinen fährst
Nur CLAAS-Maschinen fährst und Echtzeit-Telematik willst
Eine herstellerneutrale Datenbrücke zwischen Maschinen brauchst

Erwähnenswert ohne eigene Tool-Seite: Climate FieldView (Bayer/Monsanto, USA-Schwerpunkt), AGCO Fuse / Connected Services (für Fendt-, Massey-Ferguson- und Valtra-Betriebe), Trimble Ag Software (eher US-Markt, Schwerpunkt RTK-Steuerung) sowie diverse hochspezialisierte Anbieter für Bodenkartierung wie SoilEssentials. GeoPards Alleinstellung ist die Tiefe der Datenbereinigung, wer das nicht braucht, fährt mit einem Allround-FMIS besser. Wer es braucht, findet sehr wenige Alternativen mit vergleichbarer Funktionstiefe.

So steigst du ein

Schritt 1: Registriere einen Free-Trial-Account unter app.geopard.tech. Lade die Mähdrescher-Rohdaten von 3 bis 5 deiner variabelsten Schläge hoch, entweder direkt aus dem John Deere Operations Center (per Verbindung) oder als ISO-XML / CSV-Export aus deinem aktuellen FMIS. Lege die Schlaggrenzen als Polygone an oder importiere bestehende Shapefiles.

Schritt 2: Starte zuerst die automatische Reinigung ohne Kalibrierung, sie entfernt Ausreißer, Wendebereiche und Überlappungen. Vergleiche die “vorher/nachher”-Karte: Bei verrauschten Daten wirst du die Verbesserung sofort sehen. Falls dein Feld von mehreren Maschinen geerntet wurde, aktiviere zusätzlich die Pathwise Calibration und prüfe, ob die Streifenmuster verschwinden.

Schritt 3: Erstelle Managementzonen aus den bereinigten Daten, typischerweise 3 bis 5 Zonen pro Schlag, abhängig von Variabilität und Schlaggröße. Aus diesen Zonen leitest du VRA-Karten ab (z. B. variable Kalkdüngung im Herbst). Exportiere die fertige Karte ins gewünschte Maschinenformat (ISO-XML, JD-Format, CLAAS-Format via agrirouter) und teste sie bei der nächsten Maßnahme. Erst nach diesem Praxistest entscheidest du, ob das kostenpflichtige Abo lohnt.

Ein konkretes Beispiel

Ein Ackerbaubetrieb aus Sachsen-Anhalt mit 550 Hektar Weizen und Raps erntet mit zwei CLAAS-Mähdreschern unterschiedlicher Baujahre. In der Rohdatenkarte des Vorjahres zeigten sich deutliche Streifenmuster: Die ältere Maschine maß systematisch etwa 8 % höhere Erträge als die neuere, trotz identischer Bodenbedingungen. Bisher wurden diese Daten nicht für variable Düngung genutzt, weil die Streifen sonst direkt in der Applikationskarte gelandet wären. Nach dem Import in GeoPard und Anwendung der Pathwise Calibration sind die Striping-Artefakte beseitigt: Die Karte zeigt nur noch echte Ertragsunterschiede zwischen Boden- und Topographiezonen. Aus den bereinigten Daten erstellt der Betriebsleiter über GeoPard 4 Managementzonen pro Schlag und exportiert eine variable Kalkdüngungskarte für den Herbst, über agrirouter direkt in die CLAAS-Maschinen. Geschätzter Nutzen: rund 12 % weniger Kalkverbrauch bei gleichbleibender Ertragsentwicklung in den ertragsstarken Zonen, dafür gezielte Aufkalkung in den schwachen Bereichen. Im Folgejahr läuft derselbe Workflow auch für Stickstoff. Lizenzkosten: Jahresabo unter 1.500 EUR, amortisiert sich allein über die Düngereinsparung im ersten Jahr.

DSGVO & Datenschutz

  • Anbieter: FlyPard Analytics GmbH, Sitz in Köln (Neusser Str. 472, 50733 Köln), eingetragen beim Amtsgericht Köln (HRB 98016). GeoPard ist also ein deutsches Unternehmen, kein UK-Anbieter, der Vertragspartner sitzt direkt im EU-Rechtsraum, was die DSGVO-Bewertung vereinfacht.
  • Hosting: EU-basierte Cloud-Infrastruktur. Hosting-Region sollte im Beschaffungsprozess explizit dokumentiert werden, da GeoPard das nicht prominent öffentlich kommuniziert.
  • Datenarten: Felddaten (Schlaggrenzen, Ertragsdaten, GPS-Tracks, As-Applied-Daten) sind Betriebsgeheimnisse, sie gelten zwar nicht als personenbezogene Daten im engen DSGVO-Sinne, aber als schützenswerte Geschäftsinformationen.
  • Auftragsverarbeitung (AVV): Für Enterprise-Kunden Standard. Für Annual-Subscription-Kunden erhältlich, aber meist nicht automatisch, explizit anfordern. Für Pay-as-you-Go-Nutzer in Frage stellen, ob ein AVV überhaupt sinnvoll ist.
  • Datennutzung durch Anbieter: GeoPard kann anonymisierte/aggregierte Daten zur Modellverbesserung nutzen. Klärung beim Vertragsabschluss empfohlen, insbesondere bei sensiblen Standortdaten.
  • Empfehlung für Betriebe: Vor Produktivnutzung Datenschutz-Folgenabschätzung mit dem eigenen Datenschutzbeauftragten oder einem AgTech-affinen Berater durchführen. Insbesondere bei Lohnunternehmern, die Daten für Kundenbetriebe verarbeiten, ist eine saubere Auftragsverarbeitungs-Kette über alle Stufen (Endkunde → Lohnunternehmer → GeoPard) erforderlich.

Gut kombiniert mit

  • , GeoPard löst die Analytik, agrirouter löst die Datenübertragung zwischen verschiedenen Maschinenherstellern. Wer beides nutzt, hat eine sehr saubere Pipeline: Rohdaten aus jeder Maschine → agrirouter → GeoPard-Bereinigung → VRA-Karte zurück an die Maschine.
  • , 365FarmNet bleibt die Schlagkartei für rechtssichere Dokumentation (Düngeverordnung, Pflanzenschutzbuch), GeoPard liefert die analytische Tiefe für VRA-Karten. ISO-XML-Export aus GeoPard wird in 365FarmNet importiert, Medienbruch, aber funktional.
  • , Für reine JD-Betriebe ist die bidirektionale Integration der naheliegende Weg: Boundaries, Yield Maps und Prescriptions fließen automatisiert zwischen den Systemen. Spart manuelle Exporte und Importe komplett.

Unser Testurteil

GeoPard verdient 4 von 5 Sternen. Im engen Anwendungsfeld der KI-gestützten Ertragsdatenbereinigung und Managementzonen-Erstellung liefert die Plattform Funktionalität, die in den meisten Allround-FMIS-Lösungen schlicht fehlt oder schlecht umgesetzt ist. Die Pathwise Calibration ist nach unserem Eindruck Marktspitze für gemischte Maschinenflotten. Die bidirektionale John-Deere-Integration und die API für Eigenintegrationen sind echte Pluspunkte. Den fünften Stern verliert GeoPard durch die fehlende deutsche Oberfläche, die intransparente Preisgestaltung, die schwache native CLAAS-Anbindung und die geringe Marktbekanntheit in Deutschland. Für reine John-Deere-Betriebe und für Berater mit gemischten Kundenflotten ist GeoPard trotzdem eine ernsthafte Empfehlung, für alle anderen lohnt sich der Vergleich mit einer Kombination aus 365FarmNet, agrirouter und einer kleineren Spezialsoftware.

Was wir bemerkt haben

  • Januar 2025, GeoPard hat das USDA-Reinigungsprotokoll als Standard-Bereinigung implementiert. Das ist eine wissenschaftlich anerkannte Methode, die in vielen Konkurrenzsystemen nur halbherzig oder gar nicht abgebildet ist, ein klarer Schritt Richtung Beratungs-Qualitätsstandard.
  • 2024/2025, Die bidirektionale Integration mit dem John Deere Operations Center wurde deutlich ausgebaut. Für reine JD-Betriebe ist GeoPard damit nahtlos einsetzbar, ohne manuelle Export-Schritte.
  • Mai 2026, Die CNH-FieldOps-Integration (für Case-IH-, New-Holland- und STEYR-Betriebe) ist weiterhin als “coming soon” gelistet, nach unserer Recherche noch nicht produktiv. Wer auf diese Anbindung wartet, sollte den Status vor Vertragsabschluss explizit prüfen.
  • Mai 2026, Eine deutsche Oberfläche oder deutscher Support stehen nicht in der öffentlichen Roadmap. Damit bleibt GeoPard im DACH-Markt ein Werkzeug für englischfeste Anwender und Berater, eine Lokalisierung würde die Marktposition deutlich verbessern.
  • Juni 2026, Im Impressum ist als Anbieter die FlyPard Analytics GmbH aus Köln ausgewiesen (Amtsgericht Köln, HRB 98016). GeoPard ist damit ein deutsches Unternehmen, nicht wie früher angenommen ein UK-Anbieter, der Vertragspartner sitzt direkt im EU-Rechtsraum.
  • 2024–2026, Keine grundsätzlichen Preisänderungen bekannt; die Pay-as-you-Go-Mechanik bleibt aber für Vielnutzer ein Kostenrisiko. Wir empfehlen, vor Verlängerung jährlich die Kostenstruktur des letzten Jahres zu prüfen und ggf. ins Jahresabo zu wechseln.

Quellen

  1. GeoPard – Pricing. https://geopard.tech/pricing/ (abgerufen am 2026-06-13). Vier Pläne: Free Trial (30 Tage, bis 100 ha, ohne Kreditkarte), Pay-as-you-Go (nutzungsbasiert, keine Flächengrenze), Annual Subscription (nach Hektar-Stufe), Enterprise (auf Anfrage). Keine konkreten Preise öffentlich..
  2. GeoPard Agriculture – Produktübersicht. https://geopard.tech (abgerufen am 2026-06-13). KI-gestützte Ertragsdatenbereinigung (USDA-Protokoll), synthetische Ertragskarten, Multi-Layer-Managementzonen, VRA-Karten, bidirektionale John-Deere-Ops-Center-Integration; CNH FieldOps und ESRI ArcGIS als coming soon..

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