ArztGPT
Relativity GmbH
Deutschsprachige KI-Plattform für Ärztinnen und Ärzte mit 20+ Modulen. Kombiniert Literaturrecherche (PubMed, OpenAlex, Europe PMC, 250 Mio. Werke), AWMF-Leitliniensuche mit Evidenzgraden, GOÄ-Abrechnungshilfe, Arztbrief-Generator und Diktatfunktion. Redaktiert sensible Patientendaten serverseitig vor KI-Verarbeitung. Betrieben von Relativity GmbH (Berlin); Hosting-Infrastruktur laut Anbieter Frankfurt/Main (ISO 27001), KI-Verarbeitung via OpenRouter (USA).
Kosten: 7 Tage kostenlos testen (volles Feature-Set, ohne Kreditkarte); Pro 49 €/Monat (inkl. MwSt.), monatlich kündbar
Kategorien
Stärken
- Integrierte AWMF-Leitliniensuche mit S1/S2k/S2e/S3-Einstufung, direkt für Gutachten und Praxisalltag nutzbar
- 250 Mio. Werke aus PubMed, OpenAlex und Europe PMC in einer Suche
- Automatische Redaktion von personenbezogenen Daten (30+ deutsche PII-Muster) vor KI-Verarbeitung
- Deutschsprachige Oberfläche und Ausgaben, keine Sprachbarriere für die Nutzung
- Hosting-Infrastruktur laut Anbieter Frankfurt/Main (ISO 27001); KI-Verarbeitung läuft über OpenRouter (USA), Datenbankdienst MongoDB Atlas (USA/EU)
- GOÄ-Modul, Arztbrief-Generator, Diktatfunktion und 20+ weitere Module aus einer Hand
Einschränkungen
- Kein dauerhaft kostenloser Plan, nach 7 Tagen Testphase 49 €/Monat ohne Mittelweg
- Kein zugelassenes Medizinprodukt, Diagnose und Therapieentscheidung verbleiben beim Arzt
- Nicht auf Gutachtertätigkeit spezialisiert, kein PRISMA-Workflow, kein kollaboratives Screening
- Keine tiefe Volltextanalyse eigener PDFs wie bei NotebookLM
- Quellqualität der Literatursuche hängt stark vom Suchstring ab, Stichprobenprüfung Pflicht
- Junges Unternehmen mit wenig öffentlich nachvollziehbarer Praxis-Validierung außerhalb des eigenen Marketings
Passt gut zu
Wann ja, wann nein
Wann ja
- Du brauchst regelmäßig AWMF-Leitlinien mit Evidenzgrad-Einstufung für Gutachten oder Praxisalltag
- Du willst Literaturrecherche, GOÄ-Hilfe und Arztbrief-Generator in einem deutschsprachigen Tool bündeln
- Du arbeitest in einer Praxis oder MVZ, das DSGVO-konforme Architektur mit PII-Redaktion priorisiert (Hosting-Infrastruktur Frankfurt/EU, KI-Backend via OpenRouter/USA)
- Du schreibst BG-, MdE- oder GdB-Gutachten und brauchst belastbare Quellen mit deutscher Rechtsprechungsnähe
Wann nein
- Du brauchst ein zugelassenes Medizinprodukt für Diagnose- oder Therapieentscheidungen
- Du willst nur gelegentlich recherchieren, 49 €/Monat ohne Lite-Tier ist dafür zu teuer
- Du brauchst kollaborative Forschungstools mit PRISMA-Workflow oder Doppel-Screening (besser: Elicit, Rayyan)
- Du willst tiefe Volltextanalyse eigener PDFs (>50 Seiten), dafür sind NotebookLM oder Claude geeigneter
Kurzfazit
ArztGPT ist eine der wenigen ernstzunehmenden deutschsprachigen KI-Plattformen, die speziell für Mediziner gebaut wurde, und nicht ein US-Tool mit nachträglicher Übersetzung. Die Kombination aus AWMF-Leitliniensuche, PubMed-Recherche, GOÄ-Modul und Arztbrief-Generator in einer Oberfläche ist im deutschen Markt selten. Die serverseitige PII-Redaktion ist ein klarer DSGVO-Pluspunkt, allerdings läuft die KI-Verarbeitung über OpenRouter (USA). Schwächen: Kein zugelassenes Medizinprodukt, keine Free-Tier außerhalb der 7-Tage-Probe, und mit 49 €/Monat ist die Eintrittsschwelle höher als bei generischen KI-Tools, ArztGPT muss sich also über die fachliche Tiefe rechnen.
Für wen ist ArztGPT?
Niedergelassene Ärzte mit GKV/PKV-Mix: Wer regelmäßig Arztbriefe schreibt, GOÄ-Ziffern recherchiert und nebenbei Leitlinienfragen klären muss, bekommt mit ArztGPT alles in einem Werkzeug. Der Wegfall des Tool-Switchs zwischen AWMF-Register, PubMed, GOÄ-Ratgeber und Diktat-Software ist im Praxisalltag spürbar.
Medizinische Sachverständige und Gutachter: Die AWMF-Suche mit Evidenzgraden ist genau das, was Gutachten brauchen, die Aussage “es gilt die S3-Leitlinie Koxarthrose” ist juristisch belastbarer als ein PubMed-Treffer. Wer regelmäßig GdB-, MdE- oder BG-Gutachten schreibt, spart pro Fall typisch 60 bis 90 Minuten Recherche.
MVZ und Praxisgemeinschaften: Für Mehrnutzer-Szenarien spielt die DSGVO-konforme Architektur die zentrale Rolle. ArztGPT bietet serverseitige PII-Redaktion, bevor die Anfrage an ein LLM weitergegeben wird. Wichtig zu wissen: Die KI-Verarbeitung läuft über OpenRouter (USA), was im Verarbeitungsverzeichnis zu dokumentieren ist. Wer vollständig EU-seitige Verarbeitung benötigt, sollte die Klinik-Variante mit dedizierter Setup-Anfrage prüfen.
Junge Klinikärzte und Assistenzärzte: Für Berufseinsteiger ist die Verbindung von Leitlinienabfrage und Literaturrecherche in einem Tool ein realer Lernbeschleuniger, gerade in den ersten Weiterbildungsjahren, in denen man oft schnell Antworten zu Behandlungspfaden braucht.
Weniger geeignet für: Krankenhäuser mit zentralem KIS-Setup und eigenen RAG-Systemen (zu viel Doppelfunktion), Forschende mit Bedarf an PRISMA-Workflows und kollaborativem Screening (dafür ist Elicit besser), Anwender, die primär Volltextanalyse eigener PDFs brauchen (NotebookLM ist hier stärker), und Privatleute oder Heilpraktiker, ArztGPT ist explizit für approbierte Ärzte konzipiert.
Preise im Detail
| Plan | Preis | Was du bekommst |
|---|---|---|
| Testphase | 0 € für 7 Tage | Voller Funktionsumfang, keine Kreditkarte nötig, automatische Beendigung ohne Verlängerung |
| Pro | 49 €/Monat (inkl. MwSt.) | Alle 20+ Module, AWMF-Leitliniensuche, PubMed/OpenAlex/Europe PMC, GOÄ-Modul, Arztbrief-Generator, Diktat, monatlich kündbar |
| Klinik/MVZ | Auf Anfrage | Team-Verwaltung, höhere Limits, AVV, ggf. dedizierte Mandantentrennung |
Einordnung: 49 €/Monat ist für die Zielgruppe niedergelassener Ärzte moderat kalkuliert, eine einzelne eingesparte Gutachten-Recherchestunde refinanziert das Tool fast vollständig. Trotzdem ist die Eintrittsschwelle ohne kostenlosen Dauerplan höher als bei ChatGPT Plus (20 USD) oder anderen Generalisten-KIs. Wer ArztGPT primär für die Literatursuche nutzt, sollte ehrlich prüfen, ob die Funktionen über Elicit (deutlich günstiger) plus AWMF-Direktzugriff abgebildet werden können. Der Mehrwert von ArztGPT ist die Bündelung, wer alle Module nutzt, holt das Geld raus, wer nur eines nutzt, eher nicht.
Stärken im Detail
AWMF-Leitliniensuche mit Evidenzgraden. Das ist das Killer-Feature für deutsche Mediziner. ArztGPT zeigt zu jeder Frage relevante AWMF-Leitlinien mit ihrer Klassifikation (S1, S2k, S2e, S3) an, und die ist im deutschen Versorgungssystem die juristisch relevante Referenz, nicht eine US-Guideline. Für Gutachter, die mit Evidenzgraden argumentieren müssen, ist das direkt verwertbar.
Serverseitige PII-Redaktion mit 30+ deutschen Mustern. Bevor eine Anfrage an das LLM geht, werden Namen, Geburtsdaten, Adressen, Versicherungsnummern und weitere personenbezogene Daten serverseitig entfernt. Das ist nicht ChatGPT-Niveau (“wir vertrauen darauf, dass du keine PII einträgst”), sondern eine technische Absicherung. Die Hosting-Infrastruktur liegt laut Anbieter in Frankfurt/Main (ISO 27001); die KI-Verarbeitung läuft jedoch über OpenRouter (USA) und die Datenbank über MongoDB Atlas (USA/EU), was im Verarbeitungsverzeichnis einer Praxis dokumentiert werden muss. Vollständig EU-seitige Datenverarbeitung ist das damit nicht, die PII-Redaktion bleibt aber ein echter technischer Schutzschritt.
Modulbreite, die andere Tools nicht abdecken. Neben Literatursuche bietet ArztGPT GOÄ-Hilfe, Arztbrief-Generator nach deutschen Standardformaten, Studienfinder (ClinicalTrials.gov, EU CTIS), ICD-10-GM-Lookup, RKI-/ECDC-/Destatis-Epi-Daten und FHIR/gematik-Referenzen. Das deckt einen erheblichen Teil der täglichen Recherchefragen ab, ohne dass man zwischen fünf verschiedenen Tools wechselt.
Diktatfunktion mit medizinischer Terminologie. Anders als generische Speech-to-Text-Lösungen kennt ArztGPT medizinische Fachbegriffe und produziert verwertbaren Output, die direkte Konkurrenz zu Dragon Medical, allerdings als Modul innerhalb der Plattform statt als separates Werkzeug.
Junges Produkt, schnelle Iteration. ArztGPT ist seit 2024/25 am Markt und entwickelt sich erkennbar schnell weiter. Neue Module kommen regelmäßig dazu, das Team kommuniziert direkt mit Praxen über Verbesserungswünsche. Das ist Risiko und Chance zugleich.
Schwächen ehrlich betrachtet
Kein zugelassenes Medizinprodukt. ArztGPT macht das selbst transparent: Die Plattform liefert Informationsunterstützung, nicht klinische Diagnosen oder Therapieempfehlungen. Wer das Tool als Diagnose-System einsetzt, verlässt die zugelassene Nutzung. Für Recherche, Dokumentation und Vorab-Strukturierung ist das unproblematisch, für patientenferne Entscheidungsunterstützung muss das immer klargestellt werden.
Kein dauerhaft kostenloser Plan. Sieben Tage Test, dann 49 €/Monat oder nichts. Das ist eine echte Hürde für Ärzte, die “mal reinschauen” wollen. Eine Lite-Variante mit AWMF-Suche und Basis-Funktionen wäre eine sinnvolle Marktöffnung, gibt es bisher nicht.
Quellqualität schwankt wie bei jedem RAG-System. Die Literatursuche ist nur so gut wie der Suchstring. Bei breit gestellten Fragen kommen viele Treffer, die thematisch streifen, aber inhaltlich nicht passen. Für ernsthafte Gutachten- oder Forschungsfragen bleibt die Stichprobenprüfung der Originalquellen Pflicht, ArztGPT ersetzt nicht das fachliche Urteil über Studienqualität.
Begrenzte Volltextanalyse eigener Dokumente. Wer einen 80-seitigen Befundbericht oder eine ausführliche Studie als PDF hochlädt und tief analysieren lassen will, ist mit NotebookLM oder Claude besser bedient. ArztGPT ist auf strukturierte Quellen ausgelegt, nicht auf freie Dokumentexploration.
Nicht auf Gutachter-Workflows optimiert. Für strukturierte systematische Reviews (PRISMA-Flow, Doppel-Screening, kollaborative Datenextraktion) fehlt der wissenschaftliche Werkzeugkasten, den Elicit oder Rayyan bieten. ArztGPT ist Praxis- und Sachverständigen-Tool, kein Forschungs-Workbench.
Junges Unternehmen, dünne Außenvalidierung. Anders als etablierten Anbietern wie Amboss oder Dragon Medical fehlt ArztGPT noch die jahrelange Praxis-Validierung. Die im Marketing genannten Zeitersparnisse sind plausibel, aber nicht unabhängig dokumentiert. Wer ArztGPT für eine ganze Praxis einführt, sollte das Pilotprojekt ernsthaft messen.
Alternativen im Vergleich
| Wenn du… | …nimm stattdessen |
|---|---|
| Eine klinische Wissensdatenbank für Differentialdiagnosen brauchst | |
| Medizinisches Diktat als spezialisiertes Tool willst | |
| Systematische wissenschaftliche Literaturrecherche brauchst | |
| Eigene PDF-Befundberichte oder Studien tief analysieren willst | |
| Eine generische, günstigere KI für Texterstellung suchst |
Erwähnenswert ohne direkten Ersatz: Symptom-Checker wie Ada Health oder Infermedica adressieren primär Patienten oder Triage-Szenarien, nicht den behandelnden Arzt. Die deutschen Praxisverwaltungssysteme (CompuGroup, T-Systems) integrieren zunehmend eigene KI-Module, wer dort fest verankert ist, sollte zuerst prüfen, was das Bestandssystem bereits liefert. ArztGPT ist keine Differentialdiagnose-Engine und kein Diktiersystem allein, es ist die Bündelung mehrerer Recherche- und Dokumentationsaufgaben in einem deutschsprachigen, auf deutsche Mediziner zugeschnittenen Werkzeug.
So steigst du ein
Schritt 1: Auf arztgpt.de kostenlos für die 7-Tage-Testphase registrieren, keine Kreditkartendaten nötig. Im ersten Schritt die Literaturrecherche-Funktion mit einer typischen Praxisfrage testen, z. B. “Kausalität Bandscheibenvorfall L4/5 nach Arbeitsunfall, aktueller Leitlinienstand”. Notiere ehrlich, wie lange die gleiche Frage manuell gedauert hätte.
Schritt 2: Parallel die AWMF-Leitliniensuche und das passende Fachmodul (GOÄ, Arztbrief-Generator) ausprobieren. Genau dafür zahlst du im Pro-Plan, wenn nur die Literatursuche überzeugt, wäre Elicit (zehnmal günstiger) ehrlich gesagt die bessere Wahl. Der Mehrwert von ArztGPT ist die Bündelung.
Schritt 3: Innerhalb der Testphase einen kompletten realen Workflow durchspielen: Befund recherchieren → Leitlinie prüfen → Arztbrief generieren → GOÄ-Ziffern setzen. Wenn dieser Workflow zwei- oder dreimal so schnell läuft wie bisher, rechnet sich das Pro-Abo. Wenn nicht, ehrlich abbrechen.
Schritt 4 (für Praxen mit mehreren Behandelnden): Vor Pro-Abschluss Klinik-/MVZ-Variante anfragen. Mit AVV, Mandantentrennung und ggf. höheren Limits ist der Klinik-Pfad organisatorisch sauberer und oft preislich vergleichbar zur Summe einzelner Pro-Lizenzen.
Ein konkretes Beispiel
Eine orthopädische Praxis in Köln (drei Ärzte, davon einer mit Gutachtertätigkeit) hat ArztGPT seit drei Monaten im Einsatz. Für ein laufendes BG-Gutachten zur posttraumatischen Koxarthrose nach Arbeitsunfall fragt der zuständige Orthopäde in ArztGPT nach dem aktuellen Evidenzstand und den maßgeblichen AWMF-Leitlinien. Das System liefert binnen drei Minuten eine strukturierte Übersicht mit sieben relevanten Studien, Verweis auf die S3-Leitlinie Koxarthrose mit Klassifikation und Erscheinungsjahr, und eine vorformatierte Literaturpassage, die als Entwurf in den Gutachtentext übernommen werden kann. Zeitersparnis pro Gutachten: ca. 90 Minuten. Bei einem durchschnittlichen Honorar von 800 € pro Gutachten und einer typischen Bearbeitungszeit von 4 bis 6 Stunden ist die Tool-Investition (49 €/Monat) bereits nach einem einzigen Fall pro Monat refinanziert. Die zitierten Aussagen werden anschließend manuell gegen die AWMF-Originaltexte geprüft, ArztGPT ersetzt nicht die ärztliche Verantwortung, beschleunigt aber den Recherche-Teil deutlich.
DSGVO & Datenschutz
- Betreiber: Relativity GmbH, Breite Straße 25, 13597 Berlin (Amtsgericht Berlin Charlottenburg, HRB 215011 B). Geschäftsführer: Noel Lorenz.
- Hosting-Infrastruktur: Laut Anbieter-Marketing: Frankfurt/Main (EU), ISO 27001 der Hosting-Infrastruktur. Laut Datenschutzerklärung: Datenbankdienst MongoDB Atlas (USA/EU), KI-Verarbeitung via OpenRouter Inc. (USA), Zahlungsabwicklung Stripe (USA). Datenübertragungen in die USA erfolgen auf Basis von Standardvertragsklauseln (SCCs).
- PII-Redaktion: Vor jeder LLM-Anfrage werden personenbezogene Daten (Namen, Geburtsdaten, Adressen, Versicherungsnummern u. a., 30+ deutsche Muster) serverseitig entfernt. Konversationsverläufe werden mit redaktierten Inhalten gespeichert.
- Verschlüsselung: TLS 1.3 für alle Datenübertragungen.
- LLM-Backend: OpenRouter (USA) als KI-Gateway; spezifische Modelle nicht öffentlich genannt. Anfragen verlassen nach PII-Redaktion den EU-Raum.
- Auftragsverarbeitung (AVV): Für Pro-Kunden auf Anfrage; für Klinik/MVZ standardmäßig vorgesehen.
- Medizinprodukt-Status: ArztGPT ist explizit kein zugelassenes Medizinprodukt. Diagnose- und Therapieentscheidungen verbleiben in ärztlicher Verantwortung.
- Empfehlung für Praxen: Vor Einführung eine Datenschutz-Folgenabschätzung durchführen, AVV einholen, US-Datenverarbeitung (OpenRouter, MongoDB Atlas) im Verarbeitungsverzeichnis dokumentieren, Mitarbeitende zur PII-bewussten Eingabe schulen.
Gut kombiniert mit
, ArztGPT übernimmt die offene Recherche und Leitliniensuche, Amboss bleibt die strukturierte klinische Wissensdatenbank für Differentialdiagnosen und Symptom-Lookup. Komplementär, nicht konkurrierend. , für die tiefe Analyse eines konkreten Studien-Korpus oder eines umfangreichen Befundberichts liefert NotebookLM die bessere Volltextanalyse. ArztGPT liefert die Breitenrecherche, NotebookLM die Tiefenanalyse. , wer bereits intensiv mit Dragon Medical diktiert, kann ArztGPT für Recherche und Brief-Vorlagen ergänzend nutzen. Die Diktatfunktion in ArztGPT ist ein Bonus, ersetzt aber Dragon für Vielnutzer noch nicht vollständig.
Unser Testurteil
ArztGPT verdient solide 3 von 5 Sternen. Die deutsche Spezialisierung, die PII-Redaktion vor LLM-Aufruf und die Bündelung von AWMF-Leitliniensuche, PubMed-Recherche und Praxismodulen sind im deutschen Markt selten und für die Zielgruppe ein realer Mehrwert. Den vierten Stern verliert das Tool aktuell durch die fehlende unabhängige Praxisvalidierung, die typischen RAG-Schwächen (Quellqualität schwankt), das junge Produktstadium und die US-seitige KI-Verarbeitung (OpenRouter), die vollständiges EU-Hosting faktisch ausschließt. Wer in Deutschland approbiert ist, regelmäßig recherchiert und Wert auf eine deutschsprachige Lösung mit PII-Schutz legt, sollte ArztGPT in den 7 Tagen ernsthaft testen. Wer nur gelegentlich Literatur sucht oder primär Diktat braucht, fährt mit günstigeren Spezialwerkzeugen besser.
Was wir bemerkt haben
- 2024/25, ArztGPT ist als spezialisierte deutsche Plattform für ärztliche KI-Recherche neu in den Markt gekommen. In einem Feld, das bisher von US-Tools (ChatGPT, Claude) und etablierten Klinik-Wissensplattformen (Amboss) dominiert wurde, ist das eine bemerkenswerte Lücke, die nun adressiert wird.
- Juni 2026, Die Plattform wirbt mit Frankfurt-Hosting und ISO 27001 und führt serverseitige PII-Redaktion vor LLM-Aufruf durch. Die PII-Redaktion ist ein echter technischer Schritt über reine Disclaimer hinaus. Allerdings zeigt die Datenschutzerklärung, dass KI-Verarbeitung über OpenRouter (USA) und Datenbank-Dienste über MongoDB Atlas (USA/EU) laufen, vollständiges DE-Hosting ist das damit nicht. Praxen sollten das im Verarbeitungsverzeichnis dokumentieren.
- Juni 2026, Modulanzahl wächst sichtbar (über 20 Module zum Zeitpunkt der Prüfung). Das Tempo deutet auf ein agiles, hörendes Team, birgt aber das typische Risiko junger SaaS-Produkte: schnelle Feature-Erweiterung ohne klare Reifegrad-Kommunikation. Wer einsetzt, sollte die Release-Notes lesen.
- Juni 2026, Kein Free-Tier außerhalb der 7 Tage; Pro-Plan bei 49 €/Monat (inkl. MwSt.), monatlich kündbar. Das ist eine bewusste Positionierung gegen “Mal kurz reinschauen”-Nutzer und für ernsthafte Praxisinvestition. Marktstrategisch nachvollziehbar, für die Marktöffnung aber eine echte Hürde.
Quellen
- ArztGPT: KI-Plattform für Ärzte, Leitlinien, Arztbriefe und Recherche. https://www.arztgpt.de/ (abgerufen am 2026-06-12). Existenz, Preis 49 €/Monat, 7-Tage-Testphase ohne Kreditkarte, 20+ Module, 22+ Datenquellen, Frankfurt/ISO 27001 Hosting-Marketing-Claim, PubMed/OpenAlex/Europe PMC/AWMF-Integration.
- Datenschutzerklärung ArztGPT (Relativity GmbH). https://www.arztgpt.de/datenschutz (abgerufen am 2026-06-12). Betreiber ist Relativity GmbH (Berlin, HRB 215011 B), KI-Verarbeitung via OpenRouter USA, Datenbank MongoDB Atlas USA/EU, Zahlungsabwicklung Stripe USA, SCCs für Drittlandübertragungen.
- Impressum ArztGPT. https://www.arztgpt.de/impressum (abgerufen am 2026-06-12). Rechtliche Betreibergesellschaft: Relativity GmbH, Breite Straße 25, 13597 Berlin; Geschäftsführer Noel Lorenz; Amtsgericht Berlin Charlottenburg HRB 215011 B.
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