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NAPA Design

NAPA Ltd.

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NAPA Design ist die in Großwerften und bei Klassifikationsgesellschaften am weitesten verbreitete Plattform für Schiffsentwurf, Stabilitätsberechnung und Rumpfmodellierung. Der finnische Anbieter (Helsinki, 35 Jahre Markterfahrung, rund 17.000 Nutzer) liefert 3D-Modellierung, Hydrostatik und Normprüfung in einem integrierten Workflow. Echte KI steckt nicht im Entwurfskern, sondern in den datengetriebenen Schwesterprodukten (Fleet Intelligence, Voyage Optimization) und in der scriptbasierten Automatisierung wiederkehrender Aufgaben.

Kosten: Preise nur auf Anfrage, kein öffentliches Pricing. Kommerzielle Jahres-Subscriptions typisch im fünfstelligen Bereich pro Arbeitsplatz; akademische Lizenzen vergünstigt.

Stärken

  • De-facto-Standard für Rumpfmodelle in europäischen und asiatischen Großwerften
  • Stabilität, Freibord, Schadensstabilität und Ladeberechnung vollständig integriert
  • Klassifikationsgesellschaften akzeptieren NAPA-Ausgaben direkt (DNV, BV, ABS, ClassNK, Korea Register)
  • Direkte Schnittstelle zu CAESES für parametrische Rumpfoptimierung
  • Automatisierung wiederkehrender Aufgaben über eigene Skripte und Makros
  • EU-Datenhosting durch finnischen Anbieter mit Büro in Deutschland

Einschränkungen

  • Kein öffentliches Pricing, der Einstieg erzwingt einen Sales-Prozess
  • Steile Einarbeitung, kein Werkzeug für Gelegenheitsnutzer
  • KI ist im Entwurfskern Beiwerk, nicht Kernfunktion, die ML-Intelligenz liegt in den Operations-Produkten
  • Kein integrierter CFD-Solver, Strömungsanalyse braucht externe Tools
  • Support und Schulung primär auf Englisch, kein dediziertes deutschsprachiges Support-Team

Passt gut zu

Großwerften mit NAPA-basiertem Entwurfsprozess (RoRo, Cruise, Container) Integration parametrischer CFD-Optimierung in eine bestehende NAPA-Umgebung Klassifikations-Compliance-Dokumentation direkt aus dem Entwurfsmodell

Wann ja, wann nein

Wann ja

  • Deine Werft oder dein Konstruktionsbüro arbeitet bereits im NAPA-Ökosystem
  • Du brauchst integrierte Stabilitäts- und Normprüfung direkt aus dem 3D-Modell
  • Du willst Rumpfoptimierung (z. B. via CAESES) in den Entwurf einbinden
  • Du musst Ausgaben direkt bei DNV, BV oder ABS einreichen

Wann nein

  • Du suchst ein generatives KI-Tool, NAPA Design ist Engineering-CAD, keine KI-Plattform
  • Du bist Gelegenheitsnutzer ohne Budget für Lizenz und Einarbeitung
  • Du brauchst integrierte CFD-Strömungssimulation in einem Tool
  • Du willst transparentes, sofort buchbares Pricing ohne Vertriebsgespräch

Kurzfazit

NAPA Design ist im Schiffbau das, was AutoCAD im Bauwesen war: der Quasi-Standard, an dem in vielen Großwerften kein Weg vorbeiführt. Der finnische Anbieter liefert seit über 35 Jahren 3D-Rumpfmodellierung, Hydrostatik, Stabilitäts- und Schadensstabilitätsberechnung in einem integrierten Workflow, dessen Ausgaben Klassifikationsgesellschaften direkt akzeptieren. Wer ehrlich sein will, muss aber sagen: Der Entwurfskern ist klassische Ingenieursoftware, keine KI-Plattform. Die maschinell lernende Intelligenz von NAPA steckt in den Operations-Produkten (Fleet Intelligence, Voyage Optimization), nicht im Schiffsentwurf, dort sind „Automatisierung” und „Optimierung” vor allem scriptbasierte Regeln und parametrische Variation, meist über die Anbindung an CAESES. Für Werften ein hervorragendes Domänenwerkzeug, für Anwender, die ein generatives KI-Tool erwarten, das falsche Regal.

Für wen ist NAPA Design?

Großwerften und Konstruktionsbüros: Wer RoRo-Fähren, Kreuzfahrtschiffe, Container- oder Spezialschiffe entwirft, findet in NAPA die durchgängige Kette von der Konzeptgeometrie bis zur klassifikationsfähigen Stabilitätsdokumentation. In vielen europäischen und asiatischen Werften (Fincantieri, Meyer Turku, Kawasaki, Mitsubishi) ist NAPA bereits gesetzt, die Frage ist dann nicht ob, sondern wie tief man es nutzt.

Naval Architects mit Optimierungsbedarf: Wer die Rumpfform systematisch optimieren will, behält das Mastermodell in NAPA und gibt die Geometrie an CAESES zur parametrischen Variation und CFD-Anbindung weiter. Die Pareto-optimalen Kandidaten kommen für Stabilitäts- und Freibordprüfung zurück nach NAPA. Dieser Workflow ist das stärkste Argument für die Plattform.

Klassifikations- und Compliance-Verantwortliche: Stabilitätsnachweise, Schadensstabilität nach SOLAS, Freibord und Lastfälle lassen sich direkt aus dem Entwurfsmodell erzeugen, und die Klassifikationsgesellschaften (DNV, BV, ABS, ClassNK, Korea Register) akzeptieren NAPA-Ausgaben als Eingabeformat. Das spart Doppelmodellierung und Übersetzungsfehler zwischen Werft und Klasse.

Forschung und Lehre: Für Hochschulen und Forschungsprojekte gibt es vergünstigte akademische Lizenzen. Studierende der Schiffstechnik lernen NAPA häufig schon im Studium, weil es das Werkzeug ist, das sie später in der Industrie wiederfinden.

Weniger geeignet für: Anwender, die ein KI-Tool im engeren Sinn suchen (generative Entwürfe, LLM-Assistenz), das ist NAPA Design nicht. Auch Gelegenheitsnutzer, kleine Werften ohne Schulungsbudget und alle, die transparente, sofort buchbare Preise erwarten, werden enttäuscht. Wer reine Strömungssimulation braucht, ist mit einem dedizierten CFD-Solver besser bedient.

Preise im Detail

LizenzPreisWas du bekommst
AkademischVergünstigt, auf AnfrageLizenzen für Hochschulen und Forschungsprojekte, eingeschränkt für kommerzielle Nutzung
Kommerziell (NAPA Designer / Engineer)Auf Anfrage, typisch fünfstellig p. a. je ArbeitsplatzVoller Funktionsumfang: 3D-Modellierung, Hydrostatik, Stabilität, Normprüfung, Skripting
NAPA Viewer / DraftingAuf AnfrageReine Betrachtung bzw. Zeichnungsableitung, günstiger als Vollarbeitsplätze
Enterprise / Floating-LizenzenAuf AnfrageMehrplatz, Netzwerklizenzen, Support- und Schulungspakete, individuelle Module

Einordnung: NAPA veröffentlicht keine Preise, jeder Einstieg läuft über den Vertrieb. Aus dem Markt ist bekannt, dass kommerzielle Jahres-Subscriptions pro Arbeitsplatz im fünfstelligen Bereich liegen, abhängig von Modulen, Anzahl Plätze und Support-Level. Das ist für eine Werft eine vertretbare Investition, für ein kleines Konstruktionsbüro oder einen Einzelkämpfer aber eine erhebliche Hürde. Wer NAPA evaluieren will, muss Zeit für ein Sales-Gespräch einplanen und konkrete Anforderungen (Schiffstyp, Module, Klassifikationsgesellschaft) mitbringen, sonst läuft das Gespräch ins Leere. Eine offene Trial-Version gibt es nicht, das ist branchentypisch, aber für die Vorabbewertung unbequem.

Stärken im Detail

Der De-facto-Standard im Rumpfentwurf. NAPA-Hullform-Definitionen sind in vielen Werften das Austauschformat zwischen Entwurf, Strukturabteilung und Klassifikation. Wer im NAPA-Ökosystem arbeitet, vermeidet die fehleranfällige Neumodellierung beim Übergang zwischen Abteilungen und Dienstleistern. Mit „90 % der weltweit fahrenden Schiffe sind von NAPA-Kunden entworfen” wirbt der Anbieter selbst, die Zahl ist Marketing, der Marktanteil aber real und dominant.

Integrierte Stabilität und Normprüfung. Hydrostatik, Intakt- und Schadensstabilität, Freibord und Lastfälle sind keine Zusatzmodule, sondern Teil des Entwurfsmodells. Änderst du die Geometrie, lassen sich die Nachweise direkt neu rechnen, kein Datenexport in ein Drittsystem, keine Versionskonflikte zwischen Geometrie und Berechnung. Das ist der größte praktische Vorteil gegenüber einer losen Werkzeugkette.

Klassifikations-Akzeptanz. Dass DNV, Bureau Veritas, ABS, ClassNK und Korea Register NAPA-Ausgaben direkt entgegennehmen, spart in der Praxis ganze Iterationsschleifen. Der Nachweis wird nicht „übersetzt” und neu modelliert, sondern aus dem Quellmodell eingereicht, weniger Reibung, weniger Übertragungsfehler, schnellere Freigabe.

Parametrische Optimierung über CAESES. NAPA selbst ist kein Optimierer, aber die Schnittstelle zu CAESES ist erprobt: CAESES liest NAPA-Hullform-Definitionen ein, parametrisiert sie, fährt systematische Variationsstudien mit CFD-Anbindung, und die besten Kandidaten kommen für die Stabilitätsprüfung zurück. Dieser Brückenschlag ist das, was NAPA an „rechnergestützter Intelligenz” im Entwurf am nächsten kommt.

Automatisierung über Skripte und Makros. NAPA erlaubt es, wiederkehrende Aufgaben und firmeneigenes Entwurfs-Know-how in eigenen Skripten und Makros abzubilden. Eine Werft kann ihre Standardprüfungen, Reports und Geometrieoperationen automatisieren, sodass neue Projekte schneller und konsistenter laufen. Das ist regelbasierte Automatisierung, wirkungsvoll, aber bewusst kein maschinelles Lernen.

EU-Anbieter mit europäischem Hosting. NAPA Ltd. sitzt in Helsinki und unterhält ein Büro in Deutschland. Daten und cloudbasierte Komponenten werden im europäischen Raum gehalten, für Werften mit DSGVO- und Datenhoheitsanforderungen ein spürbarer Vorteil gegenüber US-zentrierten CAD-Plattformen.

Schwächen ehrlich betrachtet

KI ist im Entwurf nicht der Kern, und das sollte man wissen. Wer NAPA Design wegen des „KI”-Etiketts evaluiert, sucht am falschen Ort. Die wirklich datengetriebene, maschinell lernende Intelligenz von NAPA liegt in den Operations-Produkten (Fleet Intelligence, Voyage Optimization), die Betriebsdaten von Schiffen auswerten, nicht im Schiffsentwurf. Im Entwurfskern bedeuten „Automatisierung” und „Optimierung” scriptbasierte Regeln und parametrische Variation. Das ist solide Ingenieurarbeit, aber kein generatives oder lernendes System. Für unsere Leserschaft ist das der wichtigste Realitätscheck.

Kein öffentliches Pricing. Der Sales-Prozess ist Pflicht, eine Trial-Version gibt es nicht. Das macht eine schnelle, unverbindliche Vorabbewertung unmöglich und schreckt kleinere Marktteilnehmer ab. Workaround: Mit klar definierten Anforderungen (Schiffstyp, Module, Zielklassifikation) ins Gespräch gehen und gezielt nach akademischen oder Einstiegslizenzen fragen, wenn das Volumen klein ist.

Steile Lernkurve. NAPA ist mächtig, aber nicht intuitiv. Ohne Schulung und mehrwöchige Einarbeitung wird man nicht produktiv. Für Werften mit festem NAPA-Team ist das kein Problem; für Neueinsteiger oder kleine Teams ist die Einarbeitungszeit ein realer Kostenfaktor, den man einplanen muss.

Kein integrierter CFD-Solver. NAPA rechnet Hydrostatik und Stabilität, aber keine Strömungssimulation. Wer die Rumpfform hydrodynamisch optimieren will, braucht zusätzlich CFD-Werkzeuge, meist über die CAESES-Brücke zu OpenFOAM, STAR-CCM+ oder Fluent. Das bedeutet eine zusätzliche Werkzeugkette und entsprechendes Know-how.

Support primär auf Englisch. Trotz deutschem Büro ist der reguläre Support- und Schulungsbetrieb international und überwiegend englischsprachig organisiert. Ein dediziertes deutschsprachiges Support-Team für kleinere Kunden ist nicht garantiert, für deutsche Werften mit Jahresvertrag in der Regel kein Hindernis, für kleinere Anwender aber ein Punkt, den man vorab klären sollte.

Alternativen im Vergleich

Wenn du……nimm stattdessen
Rumpfform parametrisch optimieren willst (CFD-gestützt)CAESES
KI-gestützte Treibstoff- und Routenoptimierung im Betrieb brauchstMarine Digital FOS
KI-basierte Hinderniserkennung und Kollisionsvermeidung suchstSEA.AI

NAPA Design hat im engeren Sinn nur einen direkten Peer in unserer Datenbank: CAESES für die parametrische Optimierung, mit dem NAPA ohnehin am besten zusammenspielt. Die übrigen verlinkten Tools decken den Betriebs- und Sicherheitsteil der maritimen Wertschöpfungskette ab, sie ersetzen NAPA nicht, sondern stehen an anderer Stelle. Erwähnenswert ohne eigene Tool-Seite sind die klassischen CAD-Wettbewerber im Schiffbau: AVEVA Marine (breit in Detail- und Produktionsplanung), CADMATIC (skandinavischer Mitbewerber, stark in Outfitting) und Siemens NX / Teamcenter für PLM-getriebene Werften. Für reine Strömungssimulation sind dedizierte CFD-Solver (OpenFOAM, STAR-CCM+) das richtige Werkzeug, NAPA bleibt das Master-Modell für Geometrie, Stabilität und Klassifikation.

So steigst du ein

Schritt 1: Anforderungen klären, dann Vertrieb kontaktieren. Es gibt keine Trial-Version. Bevor du napa.fi kontaktierst, definiere Schiffstyp, benötigte Module (Hydrostatik, Stabilität, Drafting), Zielklassifikation und Anzahl der Arbeitsplätze. Hochschulen und Forschungsprojekte fragen direkt nach den vergünstigten akademischen Lizenzen.

Schritt 2: Prüfe die bestehende Werft-Umgebung. Wenn deine Werft oder dein Partnerbüro bereits NAPA nutzt, ist der Einstieg trivial, du arbeitest am gemeinsamen Mastermodell weiter. Prüfe in diesem Fall, welche Module bereits lizenziert sind und ob die CAESES-Schnittstelle für Optimierungsprojekte verfügbar ist.

Schritt 3: Optimierungs-Workflow aufsetzen. Für Rumpfoptimierung NAPA als Master-Modell belassen, die Buggeometrie nach CAESES exportieren, dort die Parametervariation mit CFD-Anbindung fahren und die Pareto-optimalen Kandidaten für Stabilitäts- und Freibordprüfung zurück nach NAPA führen, ohne Doppelmodellierung an beiden Enden. Standardprüfungen und Reports lohnt es sich früh über NAPA-Skripte zu automatisieren, damit Folgeprojekte schneller laufen.

Ein konkretes Beispiel

Eine norwegische Werft entwickelt eine neue RoPax-Fähre. Das Mastermodell der Rumpfgeometrie liegt in NAPA, inklusive Schotteinteilung, Tankplan und Stabilitätsnachweisen. Für die Optimierung der Bugform exportiert die Entwurfsabteilung die Geometrie nach CAESES, parametrisiert die Bugwulst und fährt eine CFD-Studie über 60 Varianten. Die drei strömungsgünstigsten Kandidaten werden zurück nach NAPA importiert, dort prüft das Team Intakt- und Schadensstabilität, Freibord und Trimm und wählt die Variante, die sowohl hydrodynamisch als auch nach SOLAS-Schadensstabilität trägt. Der entscheidende Vorteil: Es gibt nur ein Mastermodell, keine manuelle Neumodellierung beim Hin- und Herwechseln. Die fertige Stabilitätsdokumentation wird direkt aus dem NAPA-Modell für die Klassifikationsgesellschaft (hier DNV) erzeugt. Zeitersparnis gegenüber getrennten Werkzeugketten: mehrere Personentage pro Optimierungsschleife, vor allem durch den Wegfall der doppelten Modellpflege.

DSGVO & Datenschutz

  • Datenhosting: Europäischer Raum. Anbieter ist NAPA Ltd., Helsinki (Finnland), mit Büros in mehreren Ländern, darunter Deutschland.
  • Datennutzung: NAPA Design ist überwiegend Desktop- bzw. arbeitsplatzbasierte Engineering-Software, Entwurfsdaten verbleiben in der Regel in der Werft-Infrastruktur. Cloud-Komponenten (z. B. aus dem Fleet-Intelligence-Umfeld) werden separat geregelt.
  • Auftragsverarbeitung (AVV): Über den Vertrieb verfügbar. Da es sich um eine etablierte EU-Unternehmensplattform handelt, sind AVV und Standardvertragsklauseln für kommerzielle Kunden üblich, vor Vertragsabschluss konkret anfragen.
  • Datenhoheit: Für Werften und Reedereien mit sensiblen Konstruktions- und Betriebsdaten ist der EU-Sitz ein klarer Pluspunkt gegenüber US-zentrierten CAD-Plattformen.
  • Empfehlung für Unternehmen: Vor produktivem Einsatz die konkreten Hosting- und Verarbeitungsdetails der jeweils genutzten Module (Desktop vs. Cloud-Operations) im AVV schriftlich fixieren, gerade wenn Betriebs- oder Routendaten verarbeitet werden.

Gut kombiniert mit

  • CAESES, die natürliche Ergänzung: NAPA hält das Mastermodell und rechnet Stabilität, CAESES übernimmt die parametrische Variation und CFD-Optimierung der Rumpfform. Die erprobte Schnittstelle macht den Hin- und Rückweg ohne Neumodellierung möglich.
  • Marine Digital FOS, wenn das Schiff vom Entwurf in den Betrieb übergeht, übernimmt eine KI-gestützte Treibstoff- und Routenoptimierung. NAPA liefert das physikalisch korrekte Schiffsmodell als Grundlage, FOS optimiert den laufenden Betrieb datengetrieben.
  • Ansys LS-DYNA, für nichtlineare Strukturanalysen (Kollisions- und Crash-Szenarien, Strukturfestigkeit) ergänzt ein dedizierter FEM-Solver die hydrostatische Stabilitätsrechnung von NAPA. Geometrie aus NAPA, Strukturmechanik aus dem Solver.

Unser Testurteil

NAPA Design verdient 3 von 5 Sternen. In seiner Domäne, Schiffsentwurf, Stabilität, Klassifikations-Compliance, ist es ein erstklassiges, marktdominantes Werkzeug mit echtem EU-Hosting und einer durchdachten Optimierungsbrücke zu CAESES. Für eine Werft, die ohnehin im NAPA-Ökosystem lebt, ist es kaum zu ersetzen und würde isoliert betrachtet vier oder fünf Sterne verdienen. Den Abzug gibt es aus der Perspektive unserer Leserschaft: Die KI-Komponente ist im Entwurfskern peripher, wer hier ein generatives oder lernendes System erwartet, sucht am falschen Ort, denn die ML-Intelligenz steckt in den separaten Operations-Produkten. Hinzu kommen das fehlende öffentliche Pricing, die steile Lernkurve, der fehlende integrierte CFD-Solver und der überwiegend englischsprachige Support. NAPA Design ist ein hervorragendes Ingenieurwerkzeug, aber als „KI-Tool” im engeren Sinn nur eingeschränkt, und genau das kostet die Sterne.

Was wir bemerkt haben

  • Mai 2026, Im öffentlichen Marketing von NAPA Design wird keine konkrete KI- oder Machine-Learning-Technologie für den Schiffsentwurf benannt. Begriffe wie „Automatisierung” und „Optimierung” beziehen sich auf scriptbasierte Regeln und parametrische Variation. Die datengetriebene, lernende Intelligenz liegt in den Schwesterprodukten (Fleet Intelligence, Voyage Optimization) für den Schiffsbetrieb, eine wichtige Unterscheidung, die in vielen Toollisten verwischt wird.
  • 2025, NAPA hat seine Produktlinie sichtbar zwischen Ship Design (NAPA Designer, Engineer, Viewer, Drafting) und Fleet Intelligence / Voyage Optimization (cloudbasierte Betriebsanalytik mit Compliance-Reporting für EU MRV, IMO DCS, CII und FuelEU) getrennt. Wer „NAPA” pauschal als KI-Plattform einordnet, vermischt zwei unterschiedliche Produktwelten.
  • Bestand, NAPA bietet weiterhin keine öffentliche Preisliste und keine Trial-Version. Der Einstieg läuft ausschließlich über den Vertrieb. Diese Vertriebslogik ist im Schiffbau-CAD-Markt branchentypisch, erschwert aber jede schnelle, unverbindliche Vorabbewertung.

Quellen

  1. NAPA – Ship Design Software Produktseite. https://www.napa.fi/software-and-services/ship-design/ (abgerufen am 2026-06-20). NAPA Ltd. mit Hauptsitz in Helsinki (Finnland) bietet NAPA Designer, NAPA Engineer, NAPA Viewer und NAPA Drafting für 3D-Rumpfmodellierung, Hydrostatik, Stabilität und Normprüfung; Klassifikationsgesellschaften ABS, Bureau Veritas, CCS, ClassNK und DNV akzeptieren NAPA-Ausgaben direkt; Preis nur auf Anfrage, keine öffentliche Preisliste..
  2. NAPA – Hydrostatik und Stabilität. https://www.napa.fi/software-and-services/ship-design/hydrostatics-and-stability/ (abgerufen am 2026-06-20). Die NAPA-Stabilitätslösung deckt Intakt- und Schadensstabilität, SOLAS II-1, Second Generation Intact Stability (SGIS), Freibord und Ladeberechnung ab; Ergebnisse werden laut Anbieter von der globalen Schiffbauindustrie und Behörden anerkannt..
  3. NAPA – Release 2025.2 (Januar 2026). https://www.napa.fi/napa-release-2025-2/ (abgerufen am 2026-06-20). NAPA Release 2025.2 vom 26. Januar 2026 führt NAPA Engineer als neue Plattform für Schiffskonstrukteure ein, mit verbesserter Geometriemodellierung, Bulk-Carrier-Unterstützung (IACS) und bis zu 50 % schnelleren Projektöffnungszeiten bei NAPA Steel; keine KI- oder Machine-Learning-Funktionen im Entwurfskern..

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