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SEA.AI

SEA.AI GmbH

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SEA.AI (vormals OSCAR, Sitz in Linz) entwickelt KI-gestützte Objekterkennung für die maritime Sicherheit. Das System fusioniert 4K-Optik- und Thermalkameras und erkennt Objekte auf dem Wasser, die Radar und AIS übersehen, unbeleuchtete Boote, Treibgut, Bojen, Schlauchboote, Container und Personen über Bord. Vier Produktlinien decken vom Regatta-Segler über Motoryachten bis zu kommerziellen Schiffen, Küstenwache und maritimer Überwachung ab.

Kosten: Watchkeeper Hardware ab 4.199 EUR (zzgl. MwSt.) plus Abonnement von ca. 490 bis 5.588 EUR je nach Laufzeit und Funktionsumfang. Sentry (kommerziell) und Brain (Nachrüstung) auf Anfrage, deutlich höhere Projektpreise inkl. Installation.

Kategorien

Stärken

  • EU-Unternehmen aus Österreich (Linz), Entwicklung und Datenhaltung in der EU
  • Deutschsprachiger Support und europäisches Vertriebsnetz
  • Thermal- und Optik-Fusion: erkennt Objekte auch nachts und bei schlechter Sicht
  • Erkennt, was Radar und AIS prinzipbedingt übersehen, kleine, unbeleuchtete, nicht-metallische Objekte
  • Auf 80 Mio. gelabelten maritimen Bildern trainiert, über 1.200 Systeme im Einsatz
  • Integration in gängige Navigationssysteme (Garmin, Raymarine, Furuno, SeaTalkNG)

Einschränkungen

  • Kamerabasiert, kein eigenständiges Radar; ersetzt Radar/AIS nicht, sondern ergänzt sie
  • Begrenzte Reichweite (Yacht-Erkennung ca. 900 m bei Watchkeeper) gegenüber radarbasierten Systemen
  • Hohe Einstiegskosten: Hardware ab 4.199 EUR plus laufendes Abonnement
  • Bei starkem Spray, Gischt und hoher See: Performance-Einschränkungen durch Linsenverschmutzung
  • Preise für kommerzielle Sentry- und Nachrüst-Lösungen nicht transparent, nur auf Anfrage
  • Kein flächendeckender ECDIS-Standardsupport für große Handelsschiffe

Passt gut zu

Segel- und Motoryacht-Eigner, die nachts und bei Schwachlicht sicher fahren wollen Such- und Rettungsdienste sowie Küstenwachen mit Detektionsbedarf bei kleinen Objekten Behörden und Reedereien, die eine in der EU entwickelte Maritime-AI-Lösung mit deutschsprachigem Support bevorzugen

Wann ja, wann nein

Wann ja

  • Du fährst regelmäßig bei Nacht oder schlechter Sicht und willst frühzeitig vor Treibgut und unbeleuchteten Booten gewarnt werden
  • Du brauchst eine Erkennung für Objekte, die Radar und AIS prinzipbedingt nicht sehen
  • Dir ist ein in der EU entwickeltes System mit deutschsprachigem Support wichtig
  • Du willst eine bestehende Thermalkamera nachträglich mit KI-Objekterkennung aufrüsten (Brain)

Wann nein

  • Du suchst ein Allround-Navigationssystem oder einen Radar-Ersatz
  • Dein Budget liegt unter rund 5.000 EUR für Hardware plus Abonnement
  • Du brauchst nachgewiesene Erkennung auf großen Distanzen wie bei Schiffsradar (mehrere Seemeilen)
  • Du betreibst ein großes Handelsschiff und brauchst zertifizierte ECDIS-Integration

Kurzfazit

SEA.AI ist ein spezialisiertes Werkzeug für genau einen Job: Es erkennt Objekte auf dem Wasser, die Radar und AIS prinzipbedingt übersehen, unbeleuchtete Boote, Treibgut, Container, Schwimmer, Bojen. Dafür fusioniert das System hochauflösende Optik- mit Thermalkameras und wertet die Bilder mit einem auf 80 Millionen maritimen Aufnahmen trainierten neuronalen Netz aus. Das ist ein echter Sicherheitsgewinn, vor allem nachts und bei schlechter Sicht. Für ein KMU im klassischen Sinn ist SEA.AI aber kein Bürowerkzeug, sondern eine Hardware-Investition für Wassersportler, Rettungsdienste, Behörden und Reedereien, mit entsprechend hohem Einstiegspreis und der klaren Einschränkung, dass es Radar nicht ersetzt, sondern ergänzt. Der große Pluspunkt für den deutschsprachigen Markt: Es kommt aus Linz, wird in der EU entwickelt und bietet deutschsprachigen Support.

Für wen ist SEA.AI?

Segel- und Motoryacht-Eigner: Die Watchkeeper-Linie ist das Kernprodukt für den privaten und gehobenen Wassersport. Wer nachts segelt, in stark befahrenen Revieren unterwegs ist oder Angst vor Kollisionen mit Treibgut hat, bekommt mit der Thermal-Optik-Fusion eine Warnung dort, wo das Auge versagt. Die Competition-Variante richtet sich speziell an Hochsee-Regatten und Yachten mit Drehmast.

Such- und Rettungsdienste (SAR): Die Erkennung kleiner, nicht-metallischer Objekte, Personen über Bord, Schlauchboote, Kajaks, ist der eigentliche technische Vorsprung gegenüber Radar. Genau das macht SEA.AI für Küstenwachen und Rettungsorganisationen interessant, die in der Dämmerung oder bei Nacht suchen müssen.

Behörden und maritime Überwachung: Die Sentry-Plattform adressiert Grenzschutz, Hafenüberwachung und behördliche Aufklärung. Hier geht es weniger um Kollisionsvermeidung als um das frühzeitige Entdecken von Wasserfahrzeugen, die sich der konventionellen Sensorik entziehen.

Reedereien und Berufsschifffahrt: Für kommerzielle Schiffe lässt sich SEA.AI als zusätzliche Wachhilfe einsetzen, als kontinuierliche, ermüdungsfreie Überwachung, die die Brückencrew entlastet. Die Brain-Lösung erlaubt es, vorhandene Thermalkameras nachträglich mit KI-Erkennung aufzurüsten, statt komplett neue Hardware zu kaufen.

Weniger geeignet für: Alle, die ein vollständiges Navigationssystem oder einen Radar-Ersatz erwarten, das ist SEA.AI ausdrücklich nicht. Auch wer sehr große Erkennungsdistanzen über mehrere Seemeilen wie beim Schiffsradar braucht, wird enttäuscht. Und für klassische Büro-KI-Anwendungen (Texte, Auswertungen, Kundenservice) ist das Tool völlig themenfremd.

Preise im Detail

ProduktPreisWas du bekommst
Watchkeeper (Hardware)ab 4.199 EUR (zzgl. MwSt.)4K-Optikkamera mit HDR, ultraweites Sichtfeld; je nach Modell mit Thermalsensor (320×256 bis 1280×512), IP67, in Weiß oder Schwarz
Watchkeeper (Abonnement)ca. 490–5.588 EURLaufende Software-Lizenz, KI-Erkennung, App- und Plotter-Anbindung; Preis je nach Laufzeit und Funktionsumfang
Competitionauf AnfrageVariante für Regatta- und Hochsee-Yachten mit Drehmast
Sentryauf AnfrageKommerzielle Plattform für Berufsschifffahrt, SAR, Überwachung und Behörden inkl. Brücken-Integration
Brainauf AnfrageKI-Nachrüstung für bestehende Thermalkamera-Systeme

Einordnung: SEA.AI ist eine Investition, kein Abo-Schnäppchen. Allein die Watchkeeper-Hardware startet bei rund 4.200 EUR netto, dazu kommt ein Abonnement, das je nach Laufzeit und Funktionsumfang von wenigen Hundert bis über 5.500 EUR reicht. Für den ambitionierten Yacht-Eigner ist das im Verhältnis zum Bootswert oft vertretbar, als Sicherheitsbaustein neben Radar und AIS. Für kommerzielle und behördliche Anwender ist die Preistransparenz schwach: Sentry und Brain gibt es nur auf Anfrage, inklusive Installation und Konfiguration entstehen Projektpreise, die ohne Angebot kaum kalkulierbar sind. Wer hier evaluiert, sollte mehrere Wettbewerbssysteme parallel anfragen und auf Gesamtkosten über die Lebensdauer (Hardware plus laufendes Abonnement) achten.

Stärken im Detail

Es sieht, was Radar nicht sieht. Der eigentliche Wert von SEA.AI liegt nicht darin, Radar zu ersetzen, sondern dessen blinde Flecken zu schließen. Radar braucht eine reflektierende Oberfläche, AIS braucht einen aktiven Transponder. Ein Schlauchboot, ein Schwimmer, ein halb untergetauchter Container oder ein unbeleuchtetes Holzboot liefern weder das eine noch das andere, und genau diese Objekte erkennt die Kamera-KI. Für Kollisionsvermeidung und SAR ist das ein qualitativer Unterschied, nicht nur ein quantitativer.

Thermal- und Optik-Fusion für die Nacht. Tagsüber arbeitet die hochauflösende 4K-Optikkamera mit ultraweitem Sichtfeld, nachts und bei schlechter Sicht übernimmt der Thermalsensor. Die Kombination beider Bildquellen durch ein neuronales Netz ist der Kern des Systems, es ist nicht nur eine Kamera mit Alarm, sondern eine kontinuierliche, ermüdungsfreie Auswertung, die nur bei echten Auffälligkeiten warnt.

Trainiert auf maritimen Daten, nicht auf Allzweck-Bildern. SEA.AI gibt an, sein Modell auf rund 80 Millionen gelabelten maritimen Aufnahmen trainiert zu haben. Das ist der entscheidende Unterschied zu generischer Objekterkennung: Das System ist auf die spezifischen Verhältnisse auf dem Wasser spezialisiert, Wellen, Reflexionen, Horizontlinien, typische Wasserfahrzeuge. Mit über 1.200 ausgelieferten Systemen liegt zudem reale Felderfahrung vor.

Europäische Herkunft mit deutschsprachigem Support. SEA.AI ist eine GmbH mit Sitz in Linz, hervorgegangen aus dem Projekt OSCAR und 2022 umbenannt. Für deutschsprachige Kunden bedeutet das: Ansprechpartner in der EU, deutschsprachiger Support und ein Anbieter, der unter europäischem Recht operiert, ein Argument, das gegenüber US-basierten Systemen für viele Behörden und Unternehmen den Ausschlag gibt.

Anschlussfähig an bestehende Bordtechnik. SEA.AI integriert sich in gängige Navigations- und Plotter-Systeme (Garmin, Raymarine, Furuno) und unterstützt Standards wie SeaTalkNG sowie NMEA-Gateways. Statt einer Insellösung wird die Erkennung dort sichtbar, wo der Skipper ohnehin hinschaut, auf dem Kartenplotter oder Brücken-Display.

Schwächen ehrlich betrachtet

Es ersetzt kein Radar. Das ist die wichtigste Einschränkung, und SEA.AI kommuniziert sie auch so. Wer das System als alleinige Kollisionsvermeidung versteht, missversteht es. Kameras sehen nur, was im Sichtfeld liegt und nicht durch Nebel, Starkregen oder Gischt verdeckt ist. Radar arbeitet auch durch Wetter und auf größere Distanz. SEA.AI ist eine Ergänzung, wer es als Ersatz behandelt, schafft eine gefährliche Scheinsicherheit.

Begrenzte Reichweite. Die Watchkeeper-Erkennung liegt bei rund 900 Metern für Yachten, 350 Metern für Schlauchboote und 65 Metern für Bojen. Das ist für die Nahbereich-Kollisionsvermeidung sinnvoll, aber weit von den mehreren Seemeilen entfernt, die radarbasierte Systeme abdecken. Für Hochgeschwindigkeitsfahrten oder große Schiffe mit langem Bremsweg kann diese Reichweite knapp sein.

Hoher Einstiegspreis plus laufende Kosten. Mit über 4.200 EUR netto für die Hardware und einem zusätzlichen Abonnement ist SEA.AI eine ernsthafte Investition. Anders als bei Software-Abos zahlt man sowohl die Hardware als auch eine fortlaufende Lizenz, entfällt das Abonnement, sinkt der Funktionsumfang. Wer die Gesamtkosten über mehrere Jahre rechnet, sollte das einkalkulieren.

Wetterabhängige Performance. Bei starkem Spray, Gischt und hoher See verschmutzen die Linsen, und die Erkennungsleistung sinkt. Auch dichter Nebel ist die natürliche Grenze eines optischen Systems. Genau in den Bedingungen, in denen man die Hilfe am dringendsten braucht (schwere See, Sturm), arbeitet das Kamerasystem am unzuverlässigsten, ein systembedingter Nachteil, der sich nicht wegtrainieren lässt.

Intransparente Preise im kommerziellen Segment. Während die Watchkeeper-Linie öffentliche Preise hat, sind Sentry und Brain reine Anfrage-Produkte. Für Behörden und Reedereien, die mehrere Anbieter vergleichen müssen, ist das mühsam und erschwert die Budgetplanung. Eine grobe Preisindikation auf der Website würde die Evaluation deutlich erleichtern.

Kein zertifizierter ECDIS-Standard für Großschifffahrt. Auf großen Handelsschiffen ist die Integration in zertifizierte Brückensysteme (ECDIS) ein hartes Anforderungskriterium. SEA.AI bietet hier keine flächendeckende, zertifizierte Standardlösung, sondern projektbezogene Integrationen. Für die internationale Handelsschifffahrt mit strengen Klassifikationsanforderungen ist das eine reale Hürde.

Alternativen im Vergleich

Wenn du……nimm stattdessen
Bilder oder Videos generieren statt Objekte erkennen willst
Eine universelle KI für Auswertung und Texte brauchst
Recherche zu maritimer Technik mit Quellen suchst

SEA.AI bewegt sich in einer sehr speziellen Nische, es gibt kaum direkte Wettbewerber mit eigener Tool-Seite bei uns, weil maritime Objekterkennung ein eng begrenzter Hardwaremarkt ist. Erwähnenswert ohne eigene Seite sind die etablierten Radar- und FLIR-Anbieter (Furuno, Raymarine, Garmin, Teledyne FLIR), deren Wärmebildkameras teils mit eigener Bilderkennung kommen, sowie BSB/Avikus und vergleichbare Anbieter aus dem Bereich autonomer Schifffahrt. Wichtig zu verstehen: SEA.AI ist kein Radar-Konkurrent, sondern eine Ergänzung, die ehrlichste Alternative ist oft die Kombination aus Radar, AIS und einem Kamera-KI-System wie SEA.AI, nicht das eine gegen das andere.

So steigst du ein

Schritt 1: Bedarf und Segment klären. Entscheide zuerst, in welche der vier Produktlinien du gehörst, Watchkeeper (Yacht/Motorboot), Competition (Regatta), Sentry (kommerziell/behördlich) oder Brain (Nachrüstung bestehender Thermalkameras). Für den privaten Bereich kannst du die Watchkeeper-Preise direkt online einsehen; für kommerzielle Anwendungen nimm über die Website Kontakt auf und benenne Schiffstyp, Fahrtgebiet und konkreten Einsatzzweck (Kollisionsvermeidung, SAR, Überwachung).

Schritt 2: Hardware und Montageposition festlegen. Die Erkennungsleistung hängt stark von der Kamera-Positionierung ab. SEA.AI berät bei der Wahl des passenden Modells (mit oder ohne Thermalsensor, Thermalauflösung) und der optimalen Montage, meist erhöht am Mast oder Aufbau für ein ungestörtes, weites Sichtfeld. Bei kommerziellen Schiffen wird eine Rundum- oder Mehrkamera-Konfiguration geplant.

Schritt 3: In die Bordelektronik integrieren. Verbinde das System mit deinem Kartenplotter oder Brücken-Display über die unterstützten Schnittstellen (Garmin, Raymarine, Furuno, SeaTalkNG, NMEA-Gateway). Lege fest, wie Alarme ausgegeben werden, visuell auf dem Plotter, akustisch über einen Buzzer, und passe die Alarmschwellen an dein Revier an, damit nicht jede Boje einen Fehlalarm auslöst.

Ein konkretes Beispiel

Ein Eigner einer 14-Meter-Segelyacht aus Kiel rüstet seine Yacht mit einer Watchkeeper-Einheit inklusive Thermalsensor nach. Auf einer Nachtfahrt in der dänischen Südsee, einem Revier mit viel unbeleuchtetem Verkehr und Fischereitonnen, erkennt das System bei mondloser Nacht ein nicht beleuchtetes Beiboot in etwa 300 Metern Entfernung querab und meldet es auf dem Kartenplotter, Radar hatte das niedrige GFK-Boot nicht erfasst, weil es kaum reflektiert. Der Skipper korrigiert frühzeitig den Kurs, ohne hektisches Ausweichmanöver. Die eigentliche Entlastung liegt aber im Dauerbetrieb: Auf langen Etappen muss die wache Person nicht mehr ununterbrochen den dunklen Horizont absuchen, sondern verlässt sich auf die kontinuierliche KI-Überwachung und wird nur bei echten Auffälligkeiten gewarnt. Das senkt die Ermüdung auf Nachtfahrten spürbar, der wahre Sicherheitsgewinn neben der reinen Detektion.

DSGVO & Datenschutz

  • Unternehmenssitz und Datenhaltung: SEA.AI GmbH mit Sitz in Linz, Österreich (EU). Die Kerntechnologie und das Modelltraining werden in der EU verantwortet.
  • Erfasste Daten: Das System verarbeitet Kamera- und Sensordaten an Bord. Sofern Bilddaten zur Modellverbesserung oder über Cloud-Portale geteilt werden, sollte vertraglich geklärt werden, welche Daten das Gerät verlässt und wo sie gespeichert werden, gerade bei behördlicher und kommerzieller Nutzung relevant.
  • Personenbezug: In der Erkennung von Personen über Bord oder von Wasserfahrzeugen können personenbezogene Daten anfallen. Behördliche und gewerbliche Betreiber müssen den Einsatz datenschutzrechtlich bewerten, insbesondere bei Überwachungsszenarien.
  • Auftragsverarbeitung (AVV): Für Geschäfts- und Behördenkunden sollte ein AVV bzw. eine vertragliche Regelung zur Datenverarbeitung beim Kauf eingefordert werden. Als EU-Anbieter ist SEA.AI hier strukturell besser aufgestellt als außereuropäische Wettbewerber.
  • Empfehlung für Unternehmen und Behörden: Vor dem Einsatz die konkrete Datenflusskette klären (was bleibt an Bord, was geht in die Cloud) und bei Überwachungsanwendungen eine Datenschutz-Folgenabschätzung durchführen. Der EU-Sitz ist ein Pluspunkt, ersetzt aber nicht die eigene Prüfung des konkreten Einsatzes.

Gut kombiniert mit

  • Radar und AIS, die wichtigste Kombination überhaupt: SEA.AI schließt die blinden Flecken von Radar und AIS, ersetzt sie aber nicht. Erst zusammen entsteht eine belastbare Rundum-Erkennung über alle Sensorprinzipien hinweg.
  • , für die Vorab-Recherche bei der Anschaffung: Vergleich von Reichweiten, Sensorprinzipien und Wettbewerbssystemen mit nachprüfbaren Quellen, bevor du in eine vierstellige Hardware-Investition gehst.
  • , zur Auswertung von Angeboten und technischen Datenblättern: lange Spezifikationsdokumente mehrerer Anbieter gegeneinanderstellen und die für dein Revier entscheidenden Kriterien herausarbeiten lassen.

Unser Testurteil

SEA.AI verdient 3 von 5 Sternen. In seiner Nische ist es technisch überzeugend: Die Kamera-KI sieht zuverlässig, was Radar und AIS prinzipbedingt übersehen, die Thermal-Optik-Fusion funktioniert auch nachts, und die europäische Herkunft mit deutschsprachigem Support ist ein echtes Argument. Die Sterne kosten vor allem drei Dinge: der hohe Einstiegspreis aus Hardware plus laufendem Abonnement, die begrenzte Reichweite und Wetterabhängigkeit eines optischen Systems, und die intransparenten Preise im kommerziellen Segment. Hinzu kommt, dass SEA.AI kein eigenständiges Sicherheitssystem ist, sondern nur als Ergänzung zu Radar und AIS sinnvoll funktioniert. Für den ambitionierten Wassersportler, für SAR-Dienste und Behörden mit dem passenden Budget ist es eine ernstzunehmende, gut gebaute Lösung. Für alle anderen ist es ein hochspezialisiertes Werkzeug, dessen Anschaffung sich nur bei klarem, konkretem Bedarf rechtfertigt.

Was wir bemerkt haben

  • Oktober 2022, Das ursprünglich unter dem Namen OSCAR gestartete Projekt wurde in SEA.AI umbenannt. Der Markenwechsel positioniert das Unternehmen breiter als reine Segel-Marke und öffnet es für kommerzielle und behördliche Märkte.
  • 2022–2025, SEA.AI hat sein internationales Vertriebsnetz ausgebaut: Büro in Miami (2022), Standort an der Gold Coast in Australien (2025). Das zeigt eine klare Internationalisierungsstrategie über den europäischen Heimatmarkt hinaus.
  • 2024/2025, Mit der neuen Watchkeeper-Generation hat SEA.AI das Produktportfolio neu sortiert. Frühere Produktnamen (etwa „Observation”) tauchen nicht mehr auf; aktuell sind es vier klare Linien: Watchkeeper, Sentry, Brain und Competition. Wer ältere Testberichte liest, sollte die Bezeichnungen abgleichen.
  • Mai 2026, Preise für die kommerziellen Lösungen (Sentry, Brain) sind weiterhin nicht öffentlich, nur auf Anfrage. Nur die Watchkeeper-Linie hat transparente Endkundenpreise (Hardware ab 4.199 EUR plus Abonnement). Diese Intransparenz im B2B-Segment ist seit Längerem unverändert.

Quellen

  1. SEA.AI – Watchkeeper Preisseite. https://www.sea.ai/watchkeeper (abgerufen am 2026-06-20). Watchkeeper-Hardware ab 4.199 EUR (zzgl. MwSt.); Abonnement AI Watchkeeper 1.490 EUR/Jahr oder 5.588 EUR lebenslang, AI Watchkeeper Lite 490 EUR/Jahr oder 1.838 EUR lebenslang..
  2. SEA.AI – Produktübersicht. https://www.sea.ai (abgerufen am 2026-06-20). Vier Produktlinien: Watchkeeper, Sentry, Brain und Competition; System fusioniert Optik- und Thermalkameras für maritime Objekterkennung..
  3. Wikipedia – SEA.AI. https://en.wikipedia.org/wiki/SEA.AI (abgerufen am 2026-06-20). SEA.AI GmbH mit Sitz in Linz, Österreich, gegründet 2018 als OSCAR, umbenannt Oktober 2022; über 1.200 Systeme weltweit im Einsatz..

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