Moldex3D IC Packaging
CoreTech System Co., Ltd.
Branchenstandard für FEA-basierte Simulation der Chip-Verkapselung. Das IC-Packaging-Modul berechnet Wire Sweep, Paddle Shift und Lufteinschlüsse während Transfer-Mold-, Compression-Mold- und Underfill-Prozessen, inklusive Wire-Sweep-Index-Farbcodierung und Drahtüberschneidungsdetektion. Strukturanalysen sind als Co-Simulation mit ANSYS und ABAQUS koppelbar.
Kosten: Modulare Lizenzstruktur (Jahres- oder Dauerlizenz), Preise nur auf Anfrage. Das IC-Packaging-Modul ist eine kostenpflichtige Zusatzlizenz zur Basis-Moldex3D-Plattform. Branchenrichtwert für vergleichbare Halbleiter-Simulationssuiten: ab ca. 25.000 €/Jahr pro Arbeitsplatz, Enterprise-Lizenzen deutlich höher.
Kategorien
Stärken
- Physikbasierte Simulation: Vorhersage von Wire Sweep und Paddle Shift vor dem ersten Prototyp
- Wire Crossover Detection: Erkennt sich überschneidende Drähte in der Visualisierung (rot markiert)
- Co-Simulation mit ANSYS und ABAQUS für nichtlineare Strukturanalyse
- Drag-Force-Analyse je Draht über den gesamten Füllverlauf
- Abdeckung mehrerer Verkapselungsverfahren: Transfer Mold, Compression Mold, Capillary Underfill, Potting
- Post-Mold-Cure-Analyse mit Spannungsrelaxation und Verzugsvorhersage
- De-facto-Standard bei OSAT-Unternehmen und Outsourced Assembly & Test Providern
Einschränkungen
- Kein Echtzeit-Produktionsmonitoring, rein simulationsbasiert, kein Feedback aus laufender Fertigung
- Hohe Lernkurve: erfordert Experten-Know-how in FEM, Halbleiter-Packaging und Moldex3D-Workflow
- Preise und Lizenzen nur auf Anfrage, Mittelstand mit kleinem Budget bleibt außen vor
- Kein deutschsprachiger Support, Dokumentation und Schulungen primär in Englisch und Chinesisch
- Materialdatenbank für EMCs muss vom Lieferanten in Moldex3D-Format eingespielt werden
- Rechenintensiv, komplexe Packages laufen auch auf Workstations mehrere Stunden
Passt gut zu
Kurzfazit
Moldex3D IC Packaging ist in seinem Spezialgebiet konkurrenzlos etabliert: Die physikbasierte Simulation von Wire Sweep, Paddle Shift und Lufteinschlüssen während der Chip-Verkapselung ersetzt teure Prototypen-Iterationen durch virtuelle Optimierungsrunden. CoreTech System aus Taiwan hat seit über zwei Jahrzehnten enge Kontakte zu OSAT-Großunternehmen, die Materialdatenbank für EMCs ist breiter als bei jedem Konkurrenten, und die Co-Simulation mit ANSYS und ABAQUS ist Industrie-Realität. Den fünften Stern verhindern fehlende Preistransparenz, harte Lernkurve und fehlender deutschsprachiger Support, für KMU oder Hochschulen außerhalb des Halbleiter-Ökosystems ist Moldex3D kaum sinnvoll zu betreiben. Wer im IC-Packaging entwickelt, hat aber praktisch keine ernsthafte Alternative.
Für wen ist Moldex3D IC Packaging?
OSAT-Unternehmen (Outsourced Assembly & Test): Wenn dein Kerngeschäft die Verkapselung fremder Chip-Designs ist, ist Moldex3D Pflichtwerkzeug. Wire-Sweep-Probleme im Bondbereich, Paddle Shift bei dünnen Leadframes, Voids unter dem Die, alles Themen, die du im Quote-Prozess simulieren musst, bevor du eine Charge zusagst.
IDM-Hersteller mit eigener Backend-Fertigung: Integrated Device Manufacturer (Infineon, STMicro, NXP), die Packaging in-house betreiben, nutzen Moldex3D in der Package-Entwicklung, neue Pin-Counts, neue EMC-Materialien, neue Gehäusegeometrien werden simulativ qualifiziert, bevor das Werkzeug zerspant wird.
Design-Houses und Fabless-Anbieter: Auch wer das Packaging outsourct, gewinnt durch Simulationsergebnisse Verhandlungsmacht im Co-Engineering-Prozess. Mit einer Wire-Sweep-Analyse im Gepäck wirst du im OSAT-Gespräch deutlich ernster genommen.
Halbleiter-Forschungsinstitute: IZM, Fraunhofer EMFT, IMEC und vergleichbare Einrichtungen nutzen Moldex3D für Materialentwicklung, neue Verkapselungsverfahren (Fan-Out Wafer-Level, Chip-Last) und Studien zu mechanischen Spannungen im Package. Akademische Lizenzen sind günstiger, aber immer noch budgetrelevant.
EMC-Hersteller (Materiallieferanten): Compoundeure wie Sumitomo Bakelite, Hitachi Chemical oder Henkel pflegen ihre Materialdatenbanken in Moldex3D-Format ein und liefern sie Kunden mit, Materialcharakterisierung und Simulation greifen ineinander.
Weniger geeignet für: KMU außerhalb des Halbleiter-Ökosystems (zu spezialisiert), Werkzeugbauer für klassischen Spritzguss (für die ist Moldex3D oder Autodesk Moldflow richtiger), Echtzeit-Prozessoptimierung in der Serienfertigung (dafür ist Moldex3D-IC-Packaging das falsche Werkzeug, siehe Stärken/Schwächen) und Einsteiger ohne FEM-Vorkenntnisse.
Preise im Detail
| Lizenzmodell | Preis | Was du bekommst |
|---|---|---|
| IC Packaging Add-on | Auf Anfrage | Zusatzlizenz zur Basis-Moldex3D-Plattform, Wire Sweep, Paddle Shift, Underfill, Compression Mold |
| Floating License | Auf Anfrage | Mehrere Arbeitsplätze mit Lizenz-Pool, typisch für Konstruktionsteams mit wechselnden Nutzern |
| Akademische Lizenz | Reduziert auf Anfrage | Für Hochschulen und Forschungsinstitute; Lehrnutzung mit Einschränkungen bei kommerzieller Verwendung |
| Enterprise / Site License | Verhandlungssache | Site- oder Enterprise-Lizenzen mit dediziertem Support, regionalem Engineering und Trainings |
Einordnung: Halbleiter-Simulationssoftware spielt grundsätzlich in einer eigenen Preisliga. Branchenrichtwert für vergleichbare High-End-Simulationssuiten: ab ca. 25.000 €/Jahr pro Arbeitsplatz für die Basisplattform plus Modul-Aufschläge im niedrigen fünfstelligen Bereich. Für ein OSAT mit Dutzenden Engineers ist das Floor, Enterprise-Verträge mit Site-Lizenz, Schulungspaket und CoreTech-Vor-Ort-Support landen im sechsstelligen Bereich. Wer Moldex3D IC Packaging evaluieren will, sollte mindestens eine Jahreszahl-Budgetphase einplanen, die Tool-Kosten sind aber praktisch immer ein Bruchteil der Werkzeug- und Prototypenkosten, die dadurch eingespart werden.
Stärken im Detail
Wire-Sweep-Vorhersage als Killer-Feature. Die Verformung von Bonddrähten unter dem Strömungsdruck des flüssigen Mold-Compounds ist der häufigste Yield-Killer bei High-Pin-Count-Packages. Moldex3D berechnet Drag-Force und Wire-Sweep-Index (WSI) pro Draht über den gesamten Füllverlauf, Werte über 20 % gelten als kritisch und können vor dem Werkzeugbau adressiert werden. Diese Vorhersage-Tiefe gibt es bei Konkurrenten nur in deutlich reduzierter Form.
Wire Crossover Detection visuell. Über das reine WSI hinaus erkennt Moldex3D, wenn sich zwei Drähte während des Mold-Prozesses zu nah kommen oder überschneiden, die roten Markierungen in der 3D-Visualisierung machen das Problem auch für nicht-Simulations-Experten sofort sichtbar. In Design Reviews ist das ein konkretes Diskussionswerkzeug zwischen Package-Engineer und Bonding-Spezialist.
Co-Simulation mit ANSYS und ABAQUS. Wire Sweep ist ein Strömungsproblem, die Warpage des fertigen Packages aber ein Strukturproblem. Moldex3D-Ergebnisse lassen sich als Initialspannungsfelder an ANSYS oder ABAQUS übergeben, damit hast du eine geschlossene Kette von Mold-Füllung über Cure-Spannungen bis zur final-Package-Verformung unter Lötbedingungen. Diese Kette ist in der Halbleiterindustrie der De-facto-Standard.
Mehrere Verkapselungsverfahren abgedeckt. Klassisches Transfer Mold ist die Basis, aber Compression Mold (für große BGAs und Fan-Out), Capillary Underfill (für Flip-Chip) und Potting (für Power-Module) sind ebenfalls modelliert. Wer mehrere Backend-Verfahren betreibt, deckt das mit einer Tool-Familie ab.
Tiefe EMC-Materialdatenbank. Die rheologische Charakterisierung von Mold Compounds (Viskosität, Cure-Kinetik, Wärmedehnung) ist aufwändig, Moldex3D pflegt seit Jahren Materialkarten direkt mit den großen EMC-Lieferanten. Für eine ehrliche Simulation ist das entscheidend; ohne korrektes Materialmodell ist auch der beste Solver wertlos.
Post-Mold-Cure-Analyse. Nach dem Mold-Schritt folgt der Cure-Ofen, in dem Spannungen relaxieren und sich Verzug aufbauen kann. Moldex3D simuliert auch diese Phase, relevant für dünne Packages und große Wafer-Level-Designs, in denen Warpage zum Bestückungsproblem werden kann.
Schwächen ehrlich betrachtet
Kein Echtzeit-Monitoring. Moldex3D ist ein Simulationswerkzeug, kein MES und kein Produktionsüberwachungssystem. Wer in der laufenden Backend-Fab die aktuelle Prozessstabilität messen will, braucht zusätzliche Werkzeuge (Inline-Sensorik, statistische Prozesskontrolle, MES). Die Simulation ist offline, sie schaut nicht ins Werk.
Hohe Lernkurve. Solides FEM-Wissen, Verständnis der Mold-Prozessphysik und Erfahrung mit der Moldex3D-Bedienoberfläche sind nötig. Schulung über CoreTech oder regionale Reseller (Werkzeugbau-Akademie für DACH) ist Standard. Für einen produktiven Engineer realistisch: 3–6 Monate, bis Wire-Sweep-Studien selbstständig durchgeführt werden.
Keine deutsche Dokumentation. CoreTech ist ein taiwanisches Unternehmen, Dokumentation und Trainings sind primär englisch- und chinesischsprachig. Der Support für DACH läuft über regionale Reseller (z. B. SimpaTec, INAS), die Qualität schwankt. Wer auf deutschsprachigen Erstklassen-Support angewiesen ist, sollte das vor Lizenzkauf klären.
Materialdatenbank-Abhängigkeit. Ohne korrekte EMC-Materialkarte vom Lieferanten ist die Simulation Schätzung. Die guten Compoundeure liefern Karten, aber bei kleineren Lieferanten oder neuen Materialien musst du eventuell selbst charakterisieren, Kosten und Zeitaufwand nicht unterschätzen.
Rechenintensiv. Ein vollständig modelliertes LQFP-128 mit feinem Drahtmodell läuft auf einer Workstation typischerweise mehrere Stunden bis einen Tag. Cluster oder GPU-Beschleunigung helfen, aber sind Zusatzinvest. Für schnelle Iterationen im frühen Design-Stadium ist Moldex3D damit nicht das ideale Werkzeug, eher für die finale Validierungsphase.
Preisintransparenz. Wie in der gesamten High-End-Simulationswelt gibt es keine Listenpreise. Wer evaluieren will, muss durch Sales, und das ist mit erheblichem Zeitinvest verbunden, bevor klar wird, ob das Budget überhaupt reicht.
Kein KI-Tool im engeren Sinn, klassische Engineering-Software. Moldex3D IC Packaging löst die zugrunde liegende Physik mit numerischer Strömungs- und Strukturmechanik (FEA/FVM), nicht mit maschinellem Lernen, generativer KI oder LLM-Workflows. Es gehört damit in unsere Kategorie “adjacent”: kein KI-Kern, aber das richtige Werkzeug für den Anwendungsfall Chip-Verkapselung und ein sinnvoller Baustein in datengetriebenen Engineering-Pipelines. Wer eine KI erwartet, die “das beste Gate vorschlägt”, wird ernüchtert, das Tool simuliert, die Optimierung bleibt Ingenieursarbeit.
Alternativen im Vergleich
| Wenn du… | …nimm stattdessen |
|---|---|
| Klassischen Spritzguss (Konsumgüter, Automotive) simulieren willst | Moldex3D oder Autodesk Moldflow |
| Strukturanalyse statt Strömungsanalyse brauchst | ANSYS LS-DYNA oder Altair HyperWorks |
| Halbleiter-Layout-Design simulieren willst (kein Encapsulation) | Cadence Allegro X |
| EDA-getriebene Halbleiterprozess-Optimierung brauchst | Synopsys Odyssey |
Erwähnenswert ohne eigene Tool-Seite: ANSYS Sherlock (Reliability-Analyse von Elektronik-Packages), Coventor SEMulator3D (Prozess-Simulation auf Silizium-Ebene), Siemens Simcenter 3D (multidisziplinäre Simulation), Sigrity (Cadence-Signal-Integrity-Suite) und Mentor Calibre (Lithografie-Verifikation). Im engen Feld der EMC-basierten Encapsulation-Simulation hat Moldex3D faktisch keinen direkten Konkurrenten in dieser Tiefe, die anderen Tools lösen verwandte, aber nicht dieselbe Aufgabe.
So steigst du ein
Schritt 1: Use Case klären, willst du Wire Sweep optimieren, Voids vermeiden, Warpage minimieren, oder die ganze Prozesskette durchspielen? Davon hängt die Modul-Auswahl ab. CoreTech-Sales oder regionaler Reseller (für DACH: SimpaTec, INAS) bietet typischerweise eine Demo mit einem deiner echten Packages an, das ist die fairste Evaluations-Grundlage.
Schritt 2: Materialdaten besorgen. Sprich mit deinem EMC-Lieferanten, die meisten großen Compoundeure liefern Moldex3D-Karten direkt mit. Ohne kalibrierte Materialdaten ist die erste Simulation Show, nicht Substanz. Wenn du mit einem Spezialcompound arbeitest, plane Charakterisierungs-Kosten ein.
Schritt 3: Pilotprojekt mit 2–3 echten Packages aus deinem aktuellen Portfolio. Vergleiche die Simulationsergebnisse mit Messungen aus deiner Fertigung, bei Wire Sweep mit Röntgen-Inspektion, bei Voids mit SAM-Scans, bei Warpage mit interferometrischer Vermessung. Erst wenn die Korrelation belastbar ist, lohnt sich der Roll-out in die Standard-Engineering-Pipeline.
Schritt 4: Schulungsplan aufsetzen. Für ein produktives Engineering-Team realistisch: 2 Wochen initiale Schulung pro Engineer, dann 3–6 Monate Praxis bis zur Eigenständigkeit. Wer das unterschätzt, wundert sich später über Lizenzkosten ohne entsprechende Nutzung.
Ein konkretes Beispiel
Ein deutscher Halbleiter-Hersteller entwickelt ein neues LQFP-128-Package mit vergoldeten Bonddrähten für einen Automotive-Mikrocontroller. Erste Simulation: Zwei Drähte nahe der Gate-Position weisen einen Wire-Sweep-Index von 34 % auf, weit über der internen 20-%-Grenze. Iteration 1: Gate-Position um 8 mm verschoben → maximaler WSI sinkt auf 22 %, immer noch knapp. Iteration 2: Einspritzgeschwindigkeit reduziert, Drahtschleifenhöhe minimal angepasst → maximaler WSI 12 %, alle Drähte im grünen Bereich. Aufwand: 3 Simulationsläufe, 2 Arbeitstage. Ohne Simulation: Werkzeug wäre nach klassischem Design-Empfehlungswert produziert worden, Wire-Sweep-Problem wäre erst nach Erstmuster aufgefallen, Werkzeug-Umrüstung und Verzögerung von 4–6 Wochen plus EMC-Verbrauch im fünfstelligen Bereich. Eingesparte Kosten: rund 80.000 € pro Werkzeugzyklus, plus deutlich kürzere Time-to-Market. Bei 6–10 neuen Package-Designs pro Jahr amortisiert sich die Moldex3D-Lizenz schnell.
DSGVO & Datenschutz
- Datenhosting: Moldex3D ist klassische On-Premises-Software, Simulationen laufen auf der eigenen Workstation oder dem internen Cluster. Kein Cloud-Zwang, keine Telemetrie-Pflicht.
- Lizenzserver: FlexLM- oder vergleichbare Lizenzserver können on-prem oder über CoreTech-gehostete Dienste betrieben werden. Für IP-sensible Halbleiterprojekte ist on-prem-Lizenzierung Standard.
- Materialdaten und Designdaten: Bleiben beim Kunden, CoreTech hat keinen Zugriff. Bei Cloud-Bursting (gelegentlich für sehr große Simulationen genutzt) gelten die jeweiligen Cloud-Anbieter-Vereinbarungen.
- Auftragsverarbeitung (AVV): Nicht typischer Vertragsbestandteil bei On-Premises-Lizenzen. Bei Beratungsprojekten oder Cloud-Nutzung individuell zu verhandeln.
- Empfehlung für Unternehmen: Halbleiter-IP ist hochsensibel, on-prem-Installation, dedizierter Lizenzserver und klare interne Zugriffskontrolle sind Pflicht. CoreTech-Trainings und Reseller-Support unter NDA abwickeln.
Gut kombiniert mit
- ANSYS LS-DYNA, für die Strukturanalyse-Seite der Co-Simulation. Moldex3D liefert Druck- und Temperaturfelder, LS-DYNA berechnet die strukturelle Antwort des Packages unter Loading-Szenarien.
- Cadence Allegro X, für die Layout-Seite: Wer Package-Layout und Verkapselungs-Simulation verbindet, schließt die Lücke zwischen Design und Fertigung. Datenaustausch über IPC-2581- oder STEP-Formate.
- Klassische FEM-Pre/Postprocessor (HyperMesh, ANSA), für komplexe Mesh-Aufbereitung vor der Moldex3D-Simulation. Wer große Modelle baut, profitiert von einem dedizierten Pre-Processing-Werkzeug neben dem Moldex3D-eigenen.
Unser Testurteil
Moldex3D IC Packaging verdient 4 von 5 Sternen. In seinem Spezialgebiet, Strömungs- und Strukturanalyse der Chip-Verkapselung, ist es der unbestrittene Industriestandard. Wire-Sweep- und Paddle-Shift-Vorhersage in dieser Tiefe gibt es bei keinem ernsthaften Konkurrenten; die Co-Simulation mit ANSYS und ABAQUS ist Industrie-Realität; die EMC-Materialdatenbank ist branchentief. Den fünften Stern verhindern die fehlende Preistransparenz, die harte Lernkurve, der nicht vorhandene deutschsprachige Erstklassen-Support und die fehlende Echtzeit-Verbindung in die Fertigung. Für OSAT-Unternehmen, IDMs mit Backend-Fertigung und Halbleiter-Forschungsinstitute ist Moldex3D IC Packaging dennoch unverzichtbar, alle Alternativen lösen verwandte, aber nicht dieselbe Aufgabe.
Was wir bemerkt haben
- 2024–2025, CoreTech hat die Materialdatenbank für moderne EMCs (insbesondere für Fan-Out Wafer-Level Packaging und High-Bandwidth-Memory-Stacks) deutlich ausgebaut. Damit deckt das Tool die aktuell wichtigen Wachstumsfelder der Backend-Industrie ab.
- 2024, Verstärkter Push in Richtung Underfill-Simulation für Flip-Chip und Compression Mold für Fan-Out-Packages. Das Modul “Capillary Underfill” wurde rheologisch verfeinert, relevant für AI-Beschleuniger-Packages mit hoher Pin-Dichte.
- 2025, Co-Simulation-Schnittstellen zu ANSYS und ABAQUS wurden modernisiert; native STEP-Importe für Package-Geometrie sind robuster geworden. Das senkt die Eintrittshürde für Teams, die bereits andere FEM-Werkzeuge im Einsatz haben.
- Juni 2026, Quellenprüfung: Der Funktionsumfang (Wire Sweep, Chip-Deformation, Co-Simulation mit ANSYS und Abaqus, Post-Mold-Cure, Transfer/Compression Mold, Capillary Underfill, Potting) ist über die offizielle Produktseite belegt; Moldex3D läuft als On-Premises-Software unter Windows und Linux. Listenpreise gibt es weiterhin nicht, der genannte Branchenrichtwert (ab ca. 25.000 €/Jahr/Arbeitsplatz) bleibt eine redaktionelle Schätzung, kein vom Hersteller bestätigter Preis.
- Juni 2026, Deutschsprachiger Support läuft über den DACH-Distributor SimpaTec (Aachen, Support-Hotline +49 241 565276-11) inklusive Schulungen. Einen deutschsprachigen Erstklassen-Support direkt vom Hersteller CoreTech gibt es nicht; für Großkunden ist die Reseller-Lösung akzeptabel, für den Mittelstand bleibt es eine spürbare Hürde.
Quellen
- Moldex3D – IC Packaging (Produktseite). https://www.moldex3d.com/products/software/moldex3d-ic-packaging/ (abgerufen am 2026-06-14). Funktionsumfang: Strömungsanalyse (Gate-/Runner-Design, Lufteinschluss-Vorhersage), Wire Sweep und Chip-Deformation per Fluid-Struktur-Interaktion, Co-Simulation mit ANSYS und Abaqus, Post-Mold-Cure mit Spannungsrelaxation, Verkapselungsverfahren Transfer Mold, Compression Mold, Capillary Underfill und Potting.
- Moldex3D – Software-Übersicht. https://www.moldex3d.com/products/software/ (abgerufen am 2026-06-14). Moldex3D ist On-Premises-Simulationssoftware fuer Windows (10, 11, Server 2019/2022/2025) und Linux (Rocky Linux 8.10+, 9.6+).
- SimpaTec – Moldex3D-Distributor DACH. https://www.simpatec.com/en/ (abgerufen am 2026-06-14). SimpaTec ist Distributor und Service-Provider fuer Moldex3D im deutschsprachigen Raum mit Schulungen und Support-Hotline (+49 241 565276-11, Aachen).
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