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Cropster Roast

Cropster GmbH

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Branchenführende Software für Specialty-Coffee-Röstereien aus Innsbruck. Cropster Roast verbindet Röstkurven, Cupping-Scores, Grünkaffee-Einkauf und Auftragsabwicklung in einer Plattform. Roast AI ergänzt die klassische Profilsteuerung um ML-Vorhersagen für Bohnenkurve (Bean Curve Prediction), Flick und First Crack. Hardware-Anbindung an Loring, Giesen, Probat, Roestmeister und weitere Trommelröster. Im Markt der Specialty-Coffee-Roastery-Software de facto Standard.

Kosten: Kostenloser Einstieg mit 10 Röstungen/Monat, danach volumenbasiertes Pricing (zusätzliche Röstungen ab 26 EUR/Monat, Mengenvorteil ab ca. 250 kg/Monat). Vier Stufen: Starter, Core, Scale, Advanced. Add-ons (laut Packages-Seite): Sample Management 199 EUR/Monat, Green Contracts & Costs Management 500 EUR/Monat, API-Anbindung 100 EUR/Monat, Advanced Planning 500 EUR/Monat. Cropster Cafe ab 39 EUR/Monat pro Maschine. Roast AI (ML-Funktionen) ist Bestandteil der Plattform, laut Anbieter nutzen es rund 71 % der Cropster-Röster.

Kategorien

Stärken

  • Roast AI: ML-gestützte Bohnenkurven-Vorhersage und First-Crack-Erkennung, trainiert auf anonymisierten Röstdaten der Cropster-Kundenbasis
  • Nahtlose Verknüpfung von Röstkurve und Cupping-Score: jede Tasse hat einen Datenpfad zurück zur Röstcharge
  • Hardware-Integration mit allen großen Trommelröster-Herstellern (Loring, Giesen, Probat, Diedrich, IMF u. a.)
  • EU-gehostet aus Österreich, deutscher Support, DSGVO-konform, Seltenheit in der Branchen-Software-Landschaft
  • Modulare Erweiterung von Grünkaffee-Einkauf (Green Contracts) bis Café-Abrechnung (Cafe-Modul)
  • Echter kostenloser Starter-Plan für Einzelröster und Mikro-Röstereien, Einstieg ohne Vertriebsgespräch möglich
  • SCA CVA Cupping-Form (Coffee Value Assessment 2024) bereits integriert

Einschränkungen

  • Pricing-Struktur ist mit Basisplan + Add-ons + Hardware-Bundle weiterhin komplex, verlässliche Budgetschätzung ohne Demo schwer
  • Roast AI ist maschinenspezifisch, bei Rösterwechsel oder Umbau muss die Datenbasis neu eingelaufen werden
  • Voller Nutzen der ML-Vorhersagen erst ab mehreren Dutzend Chargen pro Profil, neue Röstereien müssen erst Datenbasis aufbauen
  • Keine native Spektroskopie/NIR-Integration für Grünkaffee-Feuchte, Werte müssen extern erfasst und manuell oder via API übergeben werden
  • Mobile Anwendung (Cupping-App) weniger ausgereift als die Web-Plattform
  • Kein nennenswerter direkter Konkurrent in Europa, Lock-in-Risiko bei Plattformwechsel

Passt gut zu

Specialty-Coffee-Röstereien ab 100 kg/Monat mit Anspruch an Reproduzierbarkeit Röstereien mit mehreren Maschinen oder Standorten, die Profile zentral verwalten Betriebe, die Cupping- und Einkaufsdaten systematisch mit Röstprofilen verknüpfen Mikro-Röstereien, die mit dem kostenlosen Starter-Plan beginnen und mitwachsen wollen

Wann ja, wann nein

Wann ja

  • Du röstest Specialty Coffee und willst Qualitätskonsistenz datenbasiert nachweisen
  • Du hast mehrere Röster oder Standorte und brauchst ein zentrales Profil-Management
  • Du willst Einkauf (Green Contracts), Röstung und Cupping in einer Plattform verbinden
  • Du legst Wert auf EU-Hosting und deutschen Support für deine Produktionsdaten

Wann nein

  • Du bist eine Großröster-Industrieanlage mit eigenem SCADA-System und proprietärer Profilsteuerung
  • Du röstest Commodity-Kaffee in großen Mengen ohne Cupping-Workflow, der Funktionsumfang ist überdimensioniert
  • Dein Budget reicht nur für das kostenlose Freikontingent, aber funktional brauchst du mehr und kannst keine kostenpflichtigen Module finanzieren
  • Du willst herstellerneutrale Standard-Datenformate ohne Plattform-Lock-in

Kurzfazit

Cropster Roast ist im Markt für Specialty-Coffee-Software de facto Standard, und einer der seltenen Fälle, in denen ein europäischer Anbieter (Cropster GmbH, Innsbruck) global gegen US-Wettbewerb führt. Mit Roast AI bringt die Plattform inzwischen echte ML-Funktionen mit (Bean Curve Prediction, Flick Prediction, First Crack Prediction), die laut Anbieter rund 71 % der Cropster-Röster aktiv nutzen. Stärken liegen in der durchgehenden Datenkette von Grünkaffee-Einkauf über Röstprofil bis Cupping-Score, der breiten Hardware-Integration und dem DSGVO-konformen EU-Hosting. Schwächen: komplexes Pricing mit vielen Add-ons, ML braucht Datenbasis vor Nutzen, Lock-in-Risiko mangels Konkurrenz. Für Specialty-Röstereien ab Mikro-Größe der erste Pfad, gerade weil der Starter-Plan jetzt wirklich kostenlos ist.

Für wen ist Cropster Roast?

Specialty-Coffee-Röstereien (5–500 kg/Monat): Das eigentliche Kernsegment. Wer auf Profilreproduzierbarkeit Wert legt und jede Charge dokumentieren will, bekommt mit Cropster das Werkzeug, das in praktisch jeder Specialty-Rösterei zwischen Wien, Berlin und Kopenhagen läuft. Mit dem volumenbasierten Pricing starten kleine Röster günstig und wachsen mit steigendem Ausstoß in die höheren Stufen (Core, Scale) hinein.

Multi-Standort- und Multi-Röster-Betriebe: Wer mehrere Trommelröster betreibt oder Standorte verwaltet, profitiert vom zentralen Profil-Management. Ein in München getunte Brasilien-Röstprofil läuft am Hamburger Schwester-Röster sofort an, Voraussetzung: Maschinen sind kompatibel und Roast AI hat genügend Trainingsdaten beider Maschinen.

Mikro-Röstereien und Einzelröster: Mit dem Starter-Plan (kostenlos) ist der Einstieg ohne Vertriebsgespräch möglich. Funktionsumfang ist begrenzt, aber für Hobbyröster und Solo-Mikrobetriebe reicht es zum Aufzeichnen, Vergleichen und Verwalten weniger Röstprofile. Das ist ein wirklicher Wechsel gegenüber dem alten Cropster-Bild, wo schon der Einstieg vierstellig war.

Hersteller von Spezialitätenkaffee mit eigener Marke: Cafés und Marken, die ihren Kaffee selbst rösten und an Endkunden, B2B oder über E-Commerce verkaufen, bekommen mit Cropster Cafe (ab 39 EUR/Monat pro Maschine) eine Verbindung von Rösterei und POS. Bestellungen, Lagerbestand und Cupping-Daten fließen zusammen.

Industrielle Spezialitäten-Röster im Premium-Segment: Mit der Advanced-Stufe und entsprechenden Add-ons skaliert Cropster bis in den industriellen Bereich, Vendor Management, Supply-Chain-Modul, Compliance-Reporting. Für klassische Commodity-Röster ist es trotzdem überdimensioniert.

Weniger geeignet für: Großröster-Industrieanlagen mit eigenem SCADA-System, Commodity-Röster ohne Cupping-Anspruch, Betriebe mit sehr knappem Budget, die über das kostenlose Freikontingent hinaus wollen, aber keine Add-ons finanzieren können, und Betriebe, die explizit Open-Source-Werkzeuge wie Artisan-Roaster bevorzugen.

Preise im Detail

Plan / ModulPreisWas du bekommst
Kostenloser Einstieg0 EUR10 Röstungen/Monat, Grundfunktionen, für Mikro-Röstereien und Einsteiger
Volumen-Pricingab 26 EUR/MonatZusätzliche Röstungen über das Freikontingent hinaus, Stückkosten sinken mit der Menge (Mengenvorteil ab ca. 250 kg/Monat)
StufenStarter / Core / Scale / AdvancedVier aufeinander aufbauende Funktionsstufen, von der Profilaufzeichnung bis zu Vendor- und Supply-Chain-Management
Sample Management199 EUR/MonatMuster-Workflow und Cupping-Auswertung
Green Contracts & Costs500 EUR/MonatGrünkaffee-Verträge, Lots, Kostenmanagement
API-Anbindung100 EUR/MonatBusiness Systems Connectivity (Schnittstelle zu ERP u. a.)
Advanced Planning500 EUR/MonatErweiterte Auftrags- und Produktionsplanung
Cropster Cafeab 39 EUR/Monat pro MaschinePOS- und Filialdaten, Lagerbestand, Cupping-zu-Café-Brücke

Einordnung: Cropster hat das alte kapazitätsbasierte Pricing durch ein volumenbasiertes Modell mit kostenlosem Einstieg (10 Röstungen/Monat) ersetzt. Das macht den Einstieg attraktiver als je zuvor, eine echte kostenlose Stufe gab es bei Cropster früher nicht. Auf der öffentlichen Packages-Seite werden die vier Stufen (Starter, Core, Scale, Advanced) genannt, die konkreten Stufenpreise zeigt Cropster aber nur über einen interaktiven Volumenrechner und im Vertriebsgespräch, nicht als feste Listenpreise. Die kostenpflichtigen Module addieren sich schnell: Wer Sample Management (199 EUR), Green Contracts (500 EUR), API (100 EUR) und Advanced Planning (500 EUR) kombiniert, landet schon ohne Café-Modul bei deutlich über 1.000 EUR/Monat. Vor dem Vertragsabschluss eine konkrete Demo mit eigenem Kapazitäts- und Funktionsprofil verlangen, dann ist die Budgetplanung belastbar.

Stärken im Detail

Roast AI als gereifte ML-Komponente. Cropster brandet seine ML-Funktionen als „Roast AI” und nennt auf der Roasting-&-QC-Seite drei prädiktive Vorhersagen: Bean Curve Prediction (das Modell prognostiziert den weiteren Temperaturverlauf, um Konsistenz zu halten), Flick Prediction (warnt vor dem Flick, um Zeit, Geld und Ausschuss zu sparen) und First Crack Prediction (kündigt den First Crack an, bevor der Röstmeister ihn akustisch wahrnimmt). Ergänzt wird das durch Roasting Intelligence mit Referenzkurven und Replay-Funktion, die zu den besten Röstungen zurückführt. Das ist nicht Marketing-Beiwerk: Laut Anbieterangabe nutzen rund 71 % der Cropster-Röster Roast AI aktiv, eine außergewöhnlich hohe Adoptionsrate für ein optionales ML-Feature in einer Industrie-Software.

Durchgehende Datenkette von Grünkaffee bis Tasse. Cropster verbindet, was sonst in drei Silos liegt: Einkauf (Green Contracts mit Vertragslaufzeiten, Lots, Herkunfts-Dokumentation), Röstung (Profile, Maschinendaten, Roast AI) und Qualität (Cupping, SCA CVA Coffee Value Assessment 2024 inklusive). Jede Tasse hat einen Datenpfad zurück zur Charge, zum Vertrag, zur Farm. Das ist für Audits, Zertifizierungen (Fair Trade, Bio, Rainforest Alliance) und Storytelling im Marketing relevant.

Hardware-Integration mit allen großen Trommelrösternherstellern. Loring, Giesen, Probat, Diedrich, IMF, Roestmeister, Sivetz, die wichtigsten Hersteller sind angebunden, teils per OPC-UA, teils per proprietärem Protokoll. Wer einen vorhandenen Röster anbinden will, hat sehr gute Chancen, dass Cropster es ohne Bastel-Lösung kann. Für nicht direkt unterstützte Geräte gibt es das RMM (Roast Machine Module) als Hardware-Brücke, derzeit in Beta.

EU-Hosting aus Innsbruck. Cropster GmbH ist österreichisch, die Plattform läuft auf EU-Infrastruktur, der Support ist deutschsprachig, eine Seltenheit in der Branchen-Software für Lebensmittelherstellung, wo viele Tools aus den USA kommen und entsprechende DSGVO-Komplikationen mitbringen. Für deutsche und österreichische Röstereien ist das ein klarer Pluspunkt, der die Procurement-Phase deutlich verkürzt.

Echter kostenloser Starter-Plan. Bis vor wenigen Jahren war Cropster für Mikro-Röster preislich kaum erreichbar. Der Starter-Plan ändert das: Einzelröster können Profile aufzeichnen, vergleichen und einfache Cuppings dokumentieren, ohne einen Cent zu zahlen. Die Funktionsbegrenzung ist klar (wenige Profile, ein Nutzer, kein Order Fulfillment), aber für den Einstieg und das Erlernen der Plattform reicht es. Wer wächst, migriert nahtlos in Core.

SCA-Standards aktuell integriert. Cropster pflegt aktiv die Cupping-Formulare nach den jeweils aktuellen SCA-Standards, die CVA Combined Form 2024 ist seit Mitte 2025 verfügbar. Wer SCA-konform cuppt (Voraussetzung für Q-Grader, Wettbewerbe und viele Zertifizierungen), bekommt das ohne eigenen Aufwand.

Mobiles Cupping-Modul. Cuppings finden am Tisch statt, nicht am Schreibtisch. Die Cropster-Cupping-App erlaubt strukturierte Eingabe direkt am Verkostungstisch, mit Score, Aromenrad und Notizen. Daten landen automatisch im zentralen System und sind mit der zugehörigen Röstcharge verknüpft.

Schwächen ehrlich betrachtet

Pricing-Komplexität bleibt. Auch nach der Pricing-Modernisierung gilt: Wer alle Funktionen ernsthaft nutzen will (Roast AI vollständig, Cafe-Modul für zwei Standorte, Hardware-Brücken für drei Röster, erweiterte Berichte) landet bei einem Add-on-Stack, der die Basis-Lizenz schnell übersteigt. Eine belastbare Budgetschätzung ist ohne Demo und individuelles Angebot praktisch unmöglich, das ist branchenüblich, aber ein Punkt, der Käufer wertvolle Wochen kosten kann.

Roast AI braucht Datenbasis vor Nutzen. Das ML-Modell ist maschinenspezifisch: Eine Cropster-Installation auf einem neuen Probat-Röster muss erst 20–50 Chargen pro Profil sehen, bevor die Vorhersagen verlässlich sind. Für etablierte Röster mit Jahren an Cropster-Historie sofort verfügbar, für Neukunden ein Anlauf von mehreren Wochen oder Monaten. Wer auf Roast AI als Hauptverkaufsargument setzt, sollte das einplanen.

Lock-in-Risiko mangels Konkurrenz. In Europa gibt es praktisch keinen ernstzunehmenden Cropster-Konkurrenten mit vergleichbarem Funktionsumfang. Artisan (Open Source) deckt die reine Profilaufzeichnung, RoastPATH und Typica sind funktional eingeschränkt. Wer Cropster jahrelang nutzt, hat Profile, Cupping-Daten, Lieferantenstämme und Compliance-Berichte in einem proprietären Format, ein Exit ist möglich, aber teuer. Die fehlende Konkurrenz ist auch Cropsters Stärke (Investitionssicherheit), aber Käufer sollten das bewusst kalkulieren.

Keine native Grünkaffee-Spektroskopie. Wer NIR-Messgeräte für Grünkaffee-Feuchte oder Dichte einsetzt (etwa von Sinar Technology oder PRT), bekommt von Cropster keine direkte Hardware-Integration. Werte müssen manuell eingetragen oder per API übergeben werden. Für Röstereien, die in spektroskopische Inline-Messung investiert haben, ist das ein Bruch im Workflow.

Mobile Cupping-App weniger ausgereift als die Web-Plattform. Die App funktioniert, aber sie wirkt im direkten Vergleich zur Web-Anwendung weniger gepflegt, kleinere UI-Inkonsistenzen, gelegentliche Sync-Verzögerungen, eingeschränkte Offline-Funktionalität. Für Stand-Alone-Cuppings funktional, für intensive Cupping-Wochen (z. B. bei Lot-Auswahl mit 80 Tassen pro Tag) fühlt sich die Web-Variante mit Tablet stabiler an.

Englisch dominiert, deutsche Übersetzung nicht überall vollständig. Obwohl Cropster aus Österreich kommt, ist die Plattformsprache primär Englisch. Teile der UI sind deutsch übersetzt, andere nicht, und manche Berichtsvorlagen und Hilfeartikel liegen nur auf Englisch vor. Für deutsche Röster meist akzeptabel (Branchen-Englisch ist Standard), für nicht-englischsprachige Auszubildende eine echte Hürde.

Alternativen im Vergleich

Wenn du……nimm stattdessen
Eine generische ERP-Lösung für Lebensmittel-KMU suchstKatana MRP
Recherche zu Kaffee-Märkten, Erntelagen und Preisen brauchstPerplexity
Eigene Wissensbasis aus Schulungsunterlagen und Bulletins befragen willstNotebookLM

Erwähnenswert ohne eigene Tool-Seite: Artisan-Roaster (Open-Source-Software für reine Profilaufzeichnung, sehr beliebt bei Mikro-Röstern, keine ML-Funktionen, kein integriertes Cupping), RoastPATH (US-Wettbewerber, eingeschränkter Funktionsumfang), Typica (Open-Source-Alternative aus Japan), Roast-Tools wie Sweet Maria’s CoffeeShop-Software für Specialty-Hobbyisten und proprietäre Hersteller-Software bei Loring (Loring Hub) oder Giesen. Im europäischen Specialty-Coffee-Markt ist Cropster derzeit die unangefochtene Plattform, wer eine ernsthafte Alternative sucht, landet meist bei einer Artisan-Eigenlösung mit selbstgebauten Excel-Datenbanken drumherum. Die kommt günstiger, kostet aber Implementierungszeit und ML-Vorhersagen sind dann reine Eigenleistung.

So steigst du ein

Schritt 1: Starter-Plan ohne Vertriebsgespräch testen. Registriere dich auf cropster.com, wähle den Starter-Plan und richte eine Test-Rösterei ein. Nutze die ersten Wochen, um die Bedienlogik zu verstehen, Profil anlegen, Charge starten, Wendepunkte und Phasen markieren, Cupping eintragen. Die Funktionsbegrenzungen merkst du schnell, dann ist klar, ob Core oder Scale der nächste Schritt ist.

Schritt 2: Hardware-Anbindung früh klären. Bevor du in einen bezahlten Plan einsteigst, kläre mit dem Cropster-Vertrieb (oder dem Hardware-Partner) die Anbindung deines Rösters. Die meisten gängigen Trommelröster sind unterstützt, einige brauchen einen USB-zu-Seriell-Adapter oder das RMM-Modul (Roast Machine Module, derzeit Beta). Eine produktive Roast-AI-Nutzung funktioniert nur mit sauberer Sensorik, also Bohnen- und Lufttemperaturfühler in dokumentierter Position.

Schritt 3: Datenbasis bewusst aufbauen. Roast AI braucht Trainingsdaten, je mehr saubere Röstungen mit zugehörigem Cupping-Score, desto besser. In den ersten 4–6 Wochen sollte das Team konsequent jede Charge mit Cupping-Score abschließen. Nach 20–50 Chargen pro Profil liefert Roast AI brauchbare Vorhersagen, nach 100+ richtig gute. Wer das ML-Feature ernst nutzen will, muss diese Anfangsdisziplin investieren, sonst bleibt die KI ein Marketing-Versprechen ohne Praxisnutzen.

Ein konkretes Beispiel

Eine Hamburger Specialty-Rösterei mit drei Trommelröstern (zwei Probat P12, ein Giesen W15) röstet rund 800 kg/Monat hochwertige Single Origins und Mischungen, Schwerpunkt Direct Trade aus Kolumbien, Äthiopien und Indonesien. Nach dem Wechsel von einer Excel-basierten Profil-Dokumentation auf Cropster (volumenbasierte Stufe für rund 800 kg/Monat plus Cropster Cafe für zwei eigene Cafés) verschiebt sich der Workflow: Bei jedem Erntewechsel (typischer Schmerzpunkt, früher 4–6 Chargen Ausschuss pro neuer Bohne) zeigt Roast AI nach 8–12 Test-Chargen die Kurvenabweichung (höhere Restfeuchte, andere Dichte) als systematische Verschiebung an. Der Röstmeister zieht die Heizphase früher an und passt die Luftführung an. Ergebnis: Ausschuss bei Erntewechsel sinkt von 4–6 auf 1–2 Chargen, eingesparte Rohkaffeekosten rund 600 EUR pro Erntewechsel, drei Erntewechsel pro Quartal, Amortisation der Cropster-Lizenz binnen weniger Monate. Zusätzlich: Cupping-Daten fließen automatisch in den Café-Bereich, sodass Baristas zu jedem Espresso die Verkostungsnotiz und Roast-ID sehen, relevantes Storytelling-Material für Kunden und Online-Shop.

DSGVO & Datenschutz

  • Datenhosting: EU-Region. Anbieter ist Cropster GmbH, Innsbruck (Österreich). Infrastruktur und Datenverarbeitung liegen in der EU, ein klarer Pluspunkt gegenüber US-Wettbewerbern.
  • Datennutzung: Cropster nutzt anonymisierte und aggregierte Röstdaten zur Verbesserung von Roast AI. Kunden können der Aggregation in den Einstellungen widersprechen; das schmälert die Modellqualität für den individuellen Account nicht spürbar.
  • Personenbezogene Daten: Im operativen Röstbetrieb fallen kaum personenbezogene Daten an (Profile, Maschinendaten, Cupping-Scores sind technisch). Nutzeraccounts, Audit-Logs und Café-Bestellungen sehr wohl, hier gelten Standard-AVV.
  • Auftragsverarbeitung (AVV): Standardmäßig verfügbar, Inhalte und Standardvertragsklauseln werden mit dem Vertrieb verhandelt. Für deutsche und österreichische Kunden ist der Procurement-Aufwand deutlich geringer als bei US-Plattformen.
  • Datenexport bei Vertragsende: CSV-Export der Röstdaten, Cupping-Scores und Lieferantenstämme verfügbar. Eine vollständige Wiederherstellung aller Profile und Roast-AI-Modellzustände in einem anderen System ist technisch nicht möglich, das Lock-in-Risiko bleibt strukturell.
  • Empfehlung für Unternehmen: Für deutsche und österreichische Specialty-Röstereien einer der unproblematischsten DSGVO-Pfade in der Branchen-Software. Vor Vertragsabschluss AVV-Inhalte und Datenexport-Optionen vom Vertrieb schriftlich bestätigen lassen.

Gut kombiniert mit

  • Katana MRP, Wer Cropster für die Röst- und Cupping-Daten nutzt und parallel ein leichtgewichtiges ERP für Lager, Produktionsplanung und Rechnungsstellung braucht, kombiniert die beiden über Cropsters API. Cropster bleibt die fachliche Quelle der Wahrheit für Qualität, Katana das Produktions-ERP.
  • NotebookLM, Schulungsunterlagen, SCA-Handbücher, interne Röstprotokolle und Service-Bulletins von Röster-Herstellern lassen sich in NotebookLM bündeln und befragbar machen. Eine sinnvolle Ergänzung für Onboarding neuer Röstmeister.
  • Perplexity, Für externe Recherche zu Kaffee-Märkten, Ernte-Prognosen aus Brasilien, Vietnam und Äthiopien, Preisbewegungen an der ICE-Börse und Regulierungs-Updates (EUDR, Lieferkettengesetz). Cropster bleibt das interne Werkzeug, Perplexity die externe Augenöffnung.

Unser Testurteil

Cropster Roast verdient 4 von 5 Sternen. Inhaltlich ist die Plattform für ihren Zielmarkt, Specialty-Coffee-Röstereien zwischen Mikro- und Industriegröße, derzeit ohne ernstzunehmenden europäischen Konkurrenten. Roast AI ist mit rund 71 % Nutzungsquote unter Cropster-Röstern eines der wenigen ML-Features in der Industriesoftware, das in der Breite produktiv genutzt wird. Das DSGVO-konforme EU-Hosting, der österreichische Anbieter und der deutschsprachige Support sind in der Branche eine echte Seltenheit. Den fünften Stern kostet das komplexe Add-on-Pricing (verlässliche Budgetschätzung ohne Demo schwer), die Datenbasis-Voraussetzung für die ML-Vorhersagen (Roast AI ist kein Tag-eins-Nutzen) und das strukturelle Lock-in mangels Konkurrenz. Für deutsche und österreichische Specialty-Röster trotzdem die klare Empfehlung, kein anderes Werkzeug in dieser Kategorie ist ähnlich gut auf den europäischen Markt zugeschnitten.

Was wir bemerkt haben

  • 2024/25, Cropster hat seine ML-Funktionen unter dem Brand „Roast AI” zusammengefasst und kommuniziert eine Adoption von rund 71 % der Cropster-Röster. Das ist für ein optionales ML-Feature in einer B2B-Industrie-Software eine außergewöhnlich hohe Quote, und ein Signal, dass Roast AI nicht reines Marketing ist, sondern in der Werkstatt tatsächlich genutzt wird.
  • Juni 2026, Pricing-Check: Die öffentliche Packages-Seite zeigt inzwischen ein volumenbasiertes Modell mit kostenlosem Einstieg (10 Röstungen/Monat, danach ab 26 EUR/Monat) und vier Funktionsstufen (Starter, Core, Scale, Advanced). Konkrete Stufenpreise nennt Cropster nicht mehr als feste Listenpreise, sondern nur über einen Volumenrechner und im Vertriebsgespräch. Frühere fixe Tier-Preise (Core 95, Scale 275, Advanced 999 EUR) sind auf der Seite nicht mehr ausgewiesen. Verlässlich öffentlich sind dagegen die Add-on-Preise: Sample Management 199 EUR, Green Contracts 500 EUR, API 100 EUR, Advanced Planning 500 EUR, Cropster Cafe ab 39 EUR/Monat pro Maschine. Damit ist Cropster für Mikro-Röstereien ohne Initialkosten zugänglich, die Vollausstattung mit mehreren Modulen liegt aber schnell im vierstelligen Monatsbereich.
  • Juli 2025, Das SCA CVA (Coffee Value Assessment) Combined Form 2024 wurde in die bestehenden Cupping-Gruppen integriert. Damit ist Cropster auf dem aktuellen SCA-Standard, ohne dass Kunden eigene Templates pflegen müssen.
  • 2025, Das Roast Machine Module (RMM) ist als aktive Beta für die Hardware-Anbindung an Trommelröster verfügbar. Damit erweitert sich der Kreis kompatibler Maschinen über die nativ unterstützten Hersteller hinaus, relevant für Betriebe mit älteren oder weniger verbreiteten Rösternodellen.
  • Mai 2026, Der europäische Wettbewerb im Specialty-Coffee-Software-Markt ist nach wie vor dünn. Open-Source-Lösungen wie Artisan-Roaster decken einen Teil der Profilaufzeichnung ab, aber niemand kommt funktional an Cropsters Plattform-Tiefe heran. Das ist kommerziell günstig für Cropster, schafft aber strukturelles Lock-in für Kunden, ein Punkt, den Käufer bewusst kalkulieren sollten.

Quellen

  1. Cropster – Roasting & QC (Roast AI). https://www.cropster.com/solutions/roasting-qc/ (abgerufen am 2026-06-13). Roast AI mit Bean Curve Prediction, Flick Prediction und First Crack Prediction; Roasting Intelligence mit Referenzkurven und Replay.
  2. Cropster – Packages (Preise). https://www.cropster.com/packages/ (abgerufen am 2026-06-13). Kostenloser Einstieg mit 10 Röstungen/Monat, danach ab 26 EUR/Monat; volumenbasiertes Pricing; Add-ons Sample Management 199 EUR, Green Contracts 500 EUR, API 100 EUR, Advanced Planning 500 EUR; Cropster Cafe ab 39 EUR/Monat/Maschine.
  3. Cropster Roast – Produktseite und Changelog. https://www.cropster.com/products/roast/ (abgerufen am 2026-06-13). SCA Coffee Value Assessment Combined Form 2024 seit Juli 2025 integriert; 71 % der Cropster-Röster nutzen Roast AI (Startseite).

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