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Artisan
Artisan-Scope (Community Open Source)
Open-Source-Software für Kaffeeröster zum Aufzeichnen, Analysieren und Reproduzieren von Röstkurven. Artisan unterstützt Röster von 80+ Marken und 50+ Geräte-Typen, läuft lokal auf Windows/macOS/Linux und hat keine Abo-Kosten für die Basissoftware. Erweiterte Cloud-Funktionen (artisan.plus) kosten ab 49 €/Jahr. Keine ML-Kurvenvorhersage, kein kommerzieller Support.
Kosten: Vollständig kostenlos (GPLv3). Hardware-Kosten für kompatible Temperatur-Logger (z.B. Phidgets, Arduino-basierte Adapter) liegen typisch bei 50–150 €.
Kategorien
Stärken
- Basissoftware vollständig kostenlos (GPLv3), keine laufenden Lizenzkosten, alle Daten bleiben lokal
- Unterstützt Röster von 80+ Marken und 50+ Geräte-Typen, auch ältere Maschinen ohne eigene Software
- Aktive Community mit detaillierter Dokumentation; breite Foren-Unterstützung für technische Fragen
- Läuft offline, keine Cloud-Abhängigkeit, ideal für datenschutzbewusste Kleinstbetriebe
- Profil-Überlagerung in Echtzeit: Referenzkurve liegt als Sollwert über der aktuellen Röstung
Einschränkungen
- Keine ML-basierte Kurvenvorhersage, reine Aufzeichnung und manuelle Referenzvergleiche
- Kein integriertes Cupping-Modul, Verkostungsdaten müssen separat erfasst und verknüpft werden
- Kein kommerzieller Support, bei technischen Problemen abhängig von Community-Foren
- Keine NIR-Sensor-Integration oder automatische Parameterübergabe an Röster-Steuerung (OPC-UA)
- Skaliert schlecht über mehrere Standorte, keine Cloud-basierte Datensynchronisation
- Einrichtung der Hardware-Anbindung erfordert technisches Verständnis (Treiber, COM-Ports, Geräte-Profile)
Passt gut zu
Wann ja, wann nein
Wann ja
- Du röstest in kleinen Chargen und willst dein Bauchgefühl durch wiederholbare Kurven ersetzen, ohne monatliches Abo.
- Dein Röster ist älter oder günstig und hat keine eigene Auswertesoftware, aber einen Thermoelement-Anschluss.
- Du legst Wert auf lokale Datenhaltung und Unabhängigkeit von Cloud-Diensten, alle Profile bleiben im Haus.
- Du bist technisch fit genug, Phidgets/USB-Logger zu installieren oder kennst jemanden in der Community, der hilft.
Wann nein
- Du brauchst KI-basierte Kurvenvorhersage oder automatisierte Anomalie-Erkennung, dafür ist Cropster die richtige Wahl.
- Du betreibst mehrere Röststandorte und brauchst Cloud-Synchronisation der Profile.
- Du verlangst kommerziellen Support mit SLA, bei Artisan gibt es nur die Community.
- Du willst direkte Röster-Steuerung (OPC-UA, automatisierte Brenner-Regelung) statt reiner Aufzeichnung.
Kurzfazit
Artisan ist seit über einem Jahrzehnt der De-facto-Standard für Open-Source-Röstkurven-Aufzeichnung, kostenlos in der Basisversion (GPLv3), plattformübergreifend, mit aktiver Community und Unterstützung für Röster von 80+ Marken und 50+ Geräte-Typen. Die Cloud-Erweiterung artisan.plus kostet ab 49 €/Jahr. Für Micro-Roaster und Kaffeeschulen ist Artisan die richtige Antwort: keine oder geringe laufende Kosten, volle Datenhoheit bei der Basisversion. Schwächen: keine ML-basierte Kurvenvorhersage wie bei Cropster, kein integriertes Cupping, kein kommerzieller Support. Drei Sterne als ehrliches Urteil, exzellent in der eigenen Klasse, aber für professionelle Mittelstandsbetriebe mit mehreren Standorten oder Lieferketten-Reporting nicht ausreichend.
Für wen ist Artisan?
Micro-Roaster und Hobbyröster: Wer in 1–6-kg-Trommeln röstet, will lernen, reproduzierbare Profile zu fahren, ohne 200 €/Monat für Cropster Origin zu zahlen. Artisan macht aus dem Bauchgefühl-Rösten eine systematische Arbeit mit Sollkurven, Phase-Tracking (Drying, Maillard, Development) und Profil-Archiv, ohne Budgetrisiko.
Kaffeeschulen, Akademien und SCA-Trainer: Für Schulungszwecke ist Artisan ideal. Teilnehmer können die Software auf ihren eigenen Rechnern installieren, Profile mit nach Hause nehmen und in ihre eigene Rösterei mitbringen. Keine Lizenzfragen, keine Mehrnutzer-Verträge, keine Datenschutz-Diskussion mit Schulungsteilnehmern.
Technisch versierte Röstmeister: Wer Spaß daran hat, die eigene Maschine zu kalibrieren, Thermoelemente sauber zu positionieren und die Datenkette vom Sensor bis zur Profilkurve zu verstehen, bekommt mit Artisan ein Werkzeug, das maximal anpassbar ist, bis hin zu eigenen Plugins und Skripten.
Betriebe mit älteren oder selbstgebauten Röstern: Sample-Röster, ältere Probat-Maschinen ohne moderne Steuerung oder Eigenbau-Trommeln finden in Artisan oft die einzige sinnvolle Software-Anbindung. Über Phidgets-Logger oder Arduino-Adapter lassen sich nahezu beliebige Sensoren einbinden.
Weniger geeignet für: Mittelständische Röstereien mit mehreren Standorten und Reporting-Pflicht (Cropster oder RoastLog sind dort die bessere Wahl), Betriebe ohne IT-Affinität (die Einrichtung erfordert Treiber- und COM-Port-Wissen), und Spezialkaffee-Händler, die Cupping-Scores systematisch mit Röstprofilen verknüpfen müssen, dafür fehlt das integrierte Modul.
Preise im Detail
| Komponente | Preis | Was du bekommst |
|---|---|---|
| Artisan Software | 0 € (GPLv3) | Vollständige Funktionalität für Windows, macOS, Linux |
| Phidgets 1048 (4-Kanal-Thermoelement-Logger) | ca. 100 € einmalig | USB-Anbindung für Bohnen- und Trommeltemperatur (BT, ET) |
| Phidgets TMP1101 (oder TMP1100) | ca. 60–80 € einmalig | Günstigere Alternative mit weniger Kanälen |
| Thermoelemente Typ K | 15–40 € pro Stück | Bohnen- und Trommel-Sensor; Qualität entscheidet über Mess-Stabilität |
| Spenden an Entwickler | freiwillig | Über die Artisan-Website möglich, hält das Projekt am Leben |
Einordnung: Die Kernsoftware Artisan ist vollständig kostenlos (GPLv3). Wer Cloud-Inventar, Produktionsplanung und Reporting braucht, zahlt für artisan.plus: HOME ab 49 €/Jahr (bis 500 kg Grünkaffee/Jahr), PRO ab 499 €/Jahr (unbegrenzte Menge, mehrere Nutzer). Realistische Anfangsinvestition für ein sauberes Setup: 150–250 € (Logger plus zwei hochwertige Thermoelemente plus Kabel). Im Vergleich zu Cropster (ab ca. 100 €/Monat) oder RoastLog (ab ca. 50 USD/Monat) ist das ein Einmal-Aufwand statt einer laufenden Verpflichtung. Über drei Jahre gerechnet spart eine Micro-Rösterei mit Artisan vs. Cropster Origin rund 3.500 €. Wer das Projekt schätzt, sollte über Spenden nachdenken, Artisan wird ehrenamtlich von einer kleinen Kerngruppe entwickelt.
Stärken im Detail
Wirklich vollständig kostenlos. GPLv3-Lizenz, keine versteckten Pro-Features, keine Sitz-Lizenzen, keine Volumengebühren. Was in der Software ist, ist da, für alle Nutzer, auf allen Plattformen, ohne Login-Zwang. In einer Branche, in der Cropster und RoastLog deutlich vierstellige Jahresgebühren aufrufen, ist das ein struktureller Vorteil für Klein- und Kleinstbetriebe.
Hardware-Breite ohne Vergleich. Artisan unterstützt Röster von 80+ Marken und 50+ Geräte-Typen, darunter Probat, Giesen, Loring, Diedrich, Mill City, Bullet, IKAWA, Sample-Röster und DIY-Trommeln über Arduino. Die Hardware-Kompatibilitätsliste auf artisan-scope.org ist umfangreich und wird community-gepflegt. Wer einen exotischen Röster hat, findet hier oft die einzige funktionierende Software-Anbindung.
Echtzeit-Profilüberlagerung als didaktisches Werkzeug. Du kannst ein Referenzprofil (z. B. eine erfolgreiche Vorröstung mit demselben Grünkaffee) als Sollkurve über die laufende Röstung legen. Abweichungen werden grafisch sofort sichtbar, der Röstmeister sieht in Echtzeit, ob Gasventil oder Klappe angepasst werden müssen. Das ist ein effektives Lernmittel und ein praktisches Steuerungs-Hilfsmittel.
Aktive Community und detaillierte Dokumentation. Foren wie home-barista.com und das offizielle Artisan-Forum sind voll mit Profil-Beispielen, Troubleshooting-Threads und Hardware-Setups. Die offizielle Dokumentation ist sehr umfangreich, wer bereit ist zu lesen, findet auf fast jede Frage eine Antwort. Englischsprachig, aber für die meisten Setup-Fragen ausreichend bebildert.
Lokale Datenhaltung. Alle Profile, Cupping-Notizen und Statistiken liegen lokal auf dem Rechner als JSON- oder Artisan-Profil-Dateien. Kein Cloud-Upload, keine Datenschutz-Diskussion, keine Abhängigkeit von einem Anbieter-Server. Wer mit dem Computer wechselt, kopiert die Dateien, fertig.
Offene Architektur und Erweiterbarkeit. Artisan unterstützt Python-Skripte, eigene Plugins und Modbus-/TCP-/Bluetooth-Anbindungen. Wer Sensoren oder Aktoren einbinden will, die nicht out-of-the-box unterstützt sind, kann das selbst lösen, oder die Community fragen, die solche Erweiterungen häufig schon entwickelt hat.
Schwächen ehrlich betrachtet
Keine KI-basierte Kurvenvorhersage. Cropster Origin und ähnliche Wettbewerber bieten ML-gestützte Modelle, die anhand Grünkaffee-Eigenschaften und historischer Röstungen ein optimales Profil vorschlagen oder Abweichungen frühzeitig erkennen. Artisan ist hier reine Aufzeichnungs- und Visualisierungssoftware, die Intelligenz sitzt komplett im Röstmeister. Wer KI-gestützte Prozessoptimierung erwartet, sucht woanders.
Kein integriertes Cupping- oder Sensorik-Modul. Verkostungsdaten (Acidity, Body, Aroma, Flavor) müssen in einer separaten Tabelle geführt und manuell mit Röstprofilen verknüpft werden. In Cropster ist diese Verknüpfung nativ, Cup-Score und Profil stehen in derselben Ansicht. Bei Artisan ist das Workflow-Arbeit am Nutzer.
Hardware-Einrichtung ist nicht plug-and-play. Phidgets-Treiber installieren, COM-Port konfigurieren, Geräte-Profil in Artisan anlegen, Thermoelemente kalibrieren, das sind realistische 2–4 Stunden, beim ersten Mal eher länger. Wer mit Hardware und Treibern unsicher ist, sollte einen IT-affinen Kollegen oder eine Community-Stunde einplanen.
Kein kommerzieller Support, kein SLA. Bei technischen Problemen verweist die Software auf Foren und GitHub-Issues. Das ist für Hobby- und Kleinstbetriebe akzeptabel, für professionelle Röstereien mit Lieferterminen aber riskant. Wenn der Computer am Sonntagmorgen vor der Lieferung an den Kunden den Sensor nicht erkennt, hilft kein Support-Telefon, nur Selbstdiagnose und Forenwissen.
Skaliert schlecht über mehrere Standorte. Profile, Statistiken und Cupping-Notizen sind lokal. Wer in zwei Röststandorten arbeitet, muss Profile manuell synchronisieren (Dropbox, USB-Stick, eigener File-Server). Cropster und RoastLog sind hier strukturell überlegen, Cloud-Sync ist Standard. Für Multi-Standort-Betriebe ist Artisan nicht die richtige Wahl.
Keine direkte Röster-Steuerung über OPC-UA. Artisan zeichnet auf und visualisiert, aber regelt nicht aktiv den Brenner, die Drehzahl oder die Klappe. Wer Vollautomatisierung will (z. B. mit IKAWA Pro oder modernen Loring-Maschinen), braucht herstellereigene Software oder kommerzielle Lösungen. Artisan bleibt Beobachter, nicht Aktor.
Bedienoberfläche und UX wirken aus der Zeit. Die Software ist funktional, aber visuell und ergonomisch erkennbar aus der Open-Source-Welt der 2010er. Wer von moderner Web-App-UX kommt, muss sich erst eingewöhnen. Das ist kein Showstopper, aber spürbar bei der ersten Nutzung.
Alternativen im Vergleich
| Wenn du… | …nimm stattdessen |
|---|---|
| KI-gestützte Profilvorhersage und Cupping-Integration brauchst | Cropster Origin (kommerziell, ab ca. 100 €/Monat), ohne Tool-Seite |
| Cloud-Synchronisation für mehrere Standorte brauchst | RoastLog (US-Anbieter) oder Cropster, ohne Tool-Seite |
| Direkte Röster-Steuerung statt nur Aufzeichnung willst | herstellereigene Software (IKAWA Pro, Loring TCS), ohne Tool-Seite |
| Mobile-First-Workflow mit Tablet am Röster willst | Typica oder die mobile App von Cropster, ohne Tool-Seite |
Erwähnenswert ohne eigene Tool-Seite: Cropster (Marktführer im professionellen Segment, Sitz Innsbruck/Österreich, EU-Hosting), RoastLog (US-Anbieter, schlankerer Funktionsumfang), Typica (älteres Open-Source-Projekt, weniger gepflegt als Artisan) und RoastMaster (iPad-only, beliebt im Hobby-Bereich). Im europäischen Profi-Segment ist Cropster der direkte kommerzielle Wettbewerber zu Artisan, wer aus der Open-Source-Welt herauswächst und KI-Features sowie EU-Cloud-Hosting braucht, landet fast immer dort.
So steigst du ein
Schritt 1: Software installieren und Hardware-Kompatibilität prüfen. Lade Artisan von artisan-scope.org herunter (Windows, macOS, Linux). Die Installation dauert unter fünf Minuten, keine Registrierung nötig. Vor dem Hardware-Kauf: Prüfe die offizielle Geräte-Kompatibilitätsliste, nicht jeder Röster spricht über jeden Logger. Bei älteren Maschinen ohne digitale Schnittstelle ist ein Phidgets-USB-Logger plus Typ-K-Thermoelemente meist der sichere Weg.
Schritt 2: Hardware aufbauen und kalibrieren. Phidgets-Treiber installieren, Thermoelemente an Trommel und Bohnenmasse positionieren (richtige Stelle ist entscheidend, falsch positionierte Sensoren liefern unsinnige Kurven), COM-Port in Artisan konfigurieren. Plane realistisch einen halben Tag für das erste sauber laufende Setup ein. Eine Eichröstung mit bekannten Sollwerten (z. B. Light-Roast bei 195 °C First Crack) hilft, die Kalibrierung gegen die Erwartung zu prüfen.
Schritt 3: Erste 10 Röstungen aufzeichnen, dann mit Referenzprofilen arbeiten. Sammle die ersten Röstungen ohne Sollkurve, um zu sehen, was deine Maschine tatsächlich tut. Wähle danach ein gelungenes Profil als Referenz und überlagere es bei der nächsten Röstung des gleichen Grünkaffees als Sollkurve. Erst mit dieser Praxis wird Artisan vom Aufzeichnungs- zum Steuerungs-Werkzeug. Cupping-Bewertungen parallel in einer Excel- oder Notion-Tabelle führen und mit der Profil-ID verknüpfen.
Ein konkretes Beispiel
Eine Micro-Rösterei in Leipzig mit einem Giesen W6 (6 kg Trommelröster), 35 kg Monatsproduktion und drei Kaffee-Sorten im Angebot nutzt Artisan seit zwei Jahren. Vor Artisan: Der Inhaber röstete nach Bauchgefühl, Wiederholbarkeit zwischen zwei Chargen lag bei „so ungefähr, beim Cupping merkt man’s.” Mit Artisan: 80 Röstprofile archiviert, sortiert nach Herkunft und Ernte. Bei jeder Röstung legt er das beste vorherige Profil als Sollkurve auf, vergleicht live und passt Gasventil und Klappe manuell an. Resultat: Cupping-Score-Streuung zwischen Chargen sank von ±4 SCA-Punkten auf ±1,5, Kunden merken deutlich konsistentere Tassen. Cupping-Protokolle führt er in einer separaten Excel-Tabelle mit Verweis auf die Artisan-Profil-Dateinummer. Artisan kostet ihn nichts; die Phidgets-Hardware hat er einmalig für 180 € angeschafft. Drei-Jahres-Ersparnis gegenüber Cropster Origin: rund 3.500 €.
DSGVO & Datenschutz
- Datenhaltung: Vollständig lokal. Profile, Cupping-Daten und Statistiken liegen als Dateien auf dem Rechner des Röstmeisters, keine Übertragung an externe Server.
- Personenbezogene Daten: Artisan verarbeitet keine personenbezogenen Daten, die Software speichert ausschließlich Maschinen- und Produktionsdaten. DSGVO-Relevanz im Kernbetrieb gleich null.
- Anbieter und Sitz: Artisan-Scope ist ein Open-Source-Community-Projekt, kein kommerzielles Unternehmen. Keine AVV nötig, weil keine Auftragsverarbeitung stattfindet.
- Optionale Cloud-Funktionen: Es gibt experimentelle Plugins für Cloud-Backup (z. B. Sync via Dropbox/iCloud), die werden aber vom Nutzer selbst eingerichtet und betrieben. Standardmäßig: rein offline.
- Empfehlung für DSGVO-sensible Umgebungen: Artisan ist eine der wenigen Branchen-Softwares ohne jegliche Cloud-Verstrickung, für Datenschutz-Beauftragte ist das ein einfacher Fall. Lediglich der Backup-Pfad sollte dokumentiert werden (lokale Sicherung, ggf. eigener NAS).
Gut kombiniert mit
- Phidgets-Hardware (Logger + Thermoelemente), Die Standard-Anbindung für ältere Röster ohne moderne Schnittstelle. Ohne sauberen Sensor-Aufbau bleibt jede Software wertlos; Phidgets ist die in der Artisan-Community bewährte Hardware-Schiene.
- Notion oder Airtable für Cupping-Datenbanken, Da Artisan kein eigenes Cupping-Modul hat, brauchst du eine zweite Datenquelle für Verkostungsbewertungen. Notion- oder Airtable-Datenbanken mit Spalten für Profil-ID, SCA-Score und Geschmacksnoten sind ein bewährter Workaround.
oder , Für die Auswertung von Cupping-Protokollen, das Schreiben von Produktbeschreibungen aus Verkostungsnotizen oder die Übersetzung englischer Community-Threads ein nützlicher Helfer. Spart Stunden in der Marketing-Aufbereitung deiner Sortenbeschreibungen.
Unser Testurteil
Drei von fünf Sternen. Artisan ist in seiner Kategorie, Open-Source-Röstkurven-Aufzeichnung für Micro-Roaster und Schulungen, schlicht alternativlos. Die Kombination aus null laufenden Kosten, Hardware-Breite, aktiver Community und lokaler Datenhaltung gibt es nirgendwo sonst. Was die Sterne kostet, ist nicht Qualität in der Klasse, sondern die Klasse selbst: Artisan ist bewusst ein Aufzeichnungswerkzeug ohne KI, ohne Cloud, ohne kommerziellen Support. Wer als Mittelstandsröster mit drei Standorten und Cupping-Reporting-Pflicht arbeitet, wird Artisan nicht ausreichend finden, und sollte das auch nicht erwarten. Für die richtige Zielgruppe sind das aber keine Schwächen, sondern bewusste Entscheidungen. Innerhalb dieser Zielgruppe (Hobby, Micro, Schulung, IT-affine Profis) wären fünf Sterne fair; gemittelt über die Gesamtgruppe „Röstkurven-Software” landet Artisan bei einer ehrlichen Drei.
Was wir bemerkt haben
- Mai 2026, Artisan wird weiterhin ehrenamtlich entwickelt, der Release-Rhythmus ist verlässlich (mehrere Versionen pro Jahr). Anders als bei vielen Open-Source-Projekten gibt es keinen erkennbaren Wartungsstau, das ist im 15. Jahr des Projekts bemerkenswert.
- 2024–2025, Die Hardware-Kompatibilitätsliste wurde um neue Bullet-Modelle und einige Inkubator-Sample-Röster erweitert. Die Community-Pflege dieser Liste ist eine der wertvollsten Ressourcen, vor jedem Hardware-Kauf reinschauen.
- Laufend, Die Lücke zu Cropster bei KI-Features (Profilvorhersage, Anomalie-Erkennung) wird mit jedem Cropster-Release größer. Artisan bleibt bewusst ein Aufzeichnungs-Tool, ML-Funktionen werden vom Kernteam nicht priorisiert und kommen, wenn überhaupt, über Community-Plugins.
- Hinweis zur Hardware-Wahl, Phidgets hat 2023 einige ältere Modelle (z. B. 1048) aus dem aktiven Vertrieb genommen. Neuanschaffungen sollten die TMP1100/TMP1101-Reihe prüfen. Ältere Logger funktionieren weiter, aber Treiber-Updates können in Zukunft auslaufen.
Quellen
- Artisan: About – Leading coffee roasting software. https://artisan-scope.org/about/ (abgerufen am 2026-06-12). Bestätigt Existenz, GPLv3-Lizenz, Gründung 2009 durch Rafael Cobo und Marko Luther, artisan.plus als Cloud-Erweiterung.
- Artisan: Leading coffee roasting software (Startseite). https://artisan-scope.org/ (abgerufen am 2026-06-12). Aktuelle Version v4.0.2, 80+ Marken und 50+ Gerättypen (nicht 1.000+ Modelle wie ursprünglich angegeben).
- artisan-roaster-scope/artisan auf GitHub. https://github.com/artisan-roaster-scope/artisan (abgerufen am 2026-06-12). GPL-3.0-Lizenz, v4.0.2 vom 6. Februar 2026, aktiv gepflegtes Projekt.
- Artisan.plus Preissenkung: HOME ab 49 €/Jahr. https://artisan-scope.org/announcement/price-drop/ (abgerufen am 2026-06-12). artisan.plus HOME ab 49 €/Jahr (bis 500 kg Grünkaffee), PRO ab 499 €/Jahr – Freemium-Modell, nicht rein kostenlos.
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