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Catapult One
Catapult Sports
Catapult One ist die Einstiegslösung von Catapult Sports für kleinere Teams, Semi-Profis und Amateurvereine: GPS-Wearable-Tracker plus Cloud-App erfassen Sprints, Belastungsvolumen, Beschleunigungen und Herzfrequenz im Training und Wettkampf. Belastungsverläufe und die Acute:Chronic Workload Ratio werden automatisch visualisiert, ein sportswissenschaftliches Frühwarnsystem für Überlastungs- und Verletzungsrisiken. Der Kontrast zu Catapult Vector (für Profi-Teams) ist groß: weniger Sensoren, einfachere App, kein Indoor-Tracking.
Kosten: Einzellizenz ca. 179 USD/Jahr (plus einmaliger Starter-Kit-Kauf ca. 34 USD); Team-Plan ca. 180 USD/Athlet/Jahr, Mindestgröße 10 Athleten, 2-Jahres-Bindung; saisonale Rabatte (z. B. Prime Day -20 %) verfügbar
Kategorien
Stärken
- Öffentlich einsehbare Preise (ca. 179 USD/Jahr Einzellizenz, ca. 180 USD/Athlet/Jahr Team), für Teams ab 10 Athleten planbar
- Bewährte GPS-Technologie von Catapult, weltweit in der Bundesliga und Premier League im Einsatz
- Automatische ACWR-Berechnung (Acute:Chronic Workload Ratio) als Frühwarnindikator
- iOS- und Android-App, kein IT-Aufwand für Einrichtung
- Historische Belastungsverläufe als Baseline für Reha-Vergleiche nutzbar
- Catapult-Ökosystem: Wechsel auf Vector bei wachsenden Anforderungen möglich
Einschränkungen
- Deutlich weniger Features als Catapult Vector (kein LPS Indoor-Tracking, kein ECG, kein 2D-Spielfeld-Mapping)
- Datenhosting global, kein EU-only-Hosting verfügbar, AVV nur auf Anfrage
- Team-Plan erfordert typisch 2-Jahres-Bindung, wenig flexibel für Vereine mit wechselndem Kader
- Kein integriertes Verletzungsmanagement oder Physio-Workflow, nur Belastungsdaten
- Für echte Return-to-Play-Protokolle braucht man zusätzliche Software (AthleteMonitoring, Smartabase)
- Heart-Rate-Modul erfordert separaten Brustgurt, keine integrierte HR im Pod
Passt gut zu
Wann ja, wann nein
Wann ja
- Du trainierst regelmäßig ein Team mit mind. 10 Athleten und stabilem Kader
- Du willst Trainings- und Wettkampfbelastung quantifizieren statt schätzen
- Du hast Reha-Fälle, die nach klaren Daten zurückgeführt werden sollen
- Du brauchst Outdoor-GPS-Tracking ohne komplexes IT-Setup
Wann nein
- Du brauchst Indoor-Tracking (Halle, Eis), dann Catapult Vector oder LPS-Lösung
- Dein Verein erwartet zwingend EU-exklusives Hosting und einen AVV out-of-the-box
- Du willst Verletzungsmanagement und Physio-Workflow integriert haben
- Du arbeitest mit nur 2 bis 3 Athleten ohne wiederholtes Training, der Aufwand lohnt sich nicht
Kurzfazit
Catapult One ist die abgespeckte Einstiegsvariante des Profi-Standards Catapult Vector, und genau das ist Stärke und Schwäche zugleich. Wer im Profi-Fußball, Rugby oder American Football arbeitet, kennt Catapult: Über 5.000 Eliteteams in 128 Ländern (u. a. Bayern München, Real Madrid, Chelsea, Borussia Dortmund) nutzen die Vector-Plattform. Catapult One bringt die gleiche GPS-Hardware und die gleiche ACWR-Auswertungslogik in ein Paket, das auch Regionalligavereine, Jugendleistungszentren und Semi-Profi-Teams stemmen können, für ca. 180 USD/Athlet/Jahr (Team-Plan). Die Funktionen sind bewusst reduziert: kein Indoor-Tracking, keine EKG-Sensorik, kein 2D-Spielfeld-Mapping, kein integrierter Verletzungs-Workflow. Wer das braucht, muss zu Vector wechseln (deutlich teurer) oder zusätzliche Software (AthleteMonitoring, Smartabase) anbinden. Für reine Outdoor-Belastungssteuerung im Team ist Catapult One solide, drei Sterne, weil das Datenhosting global ist und die zweijährige Bindung wenig flexibel.
Für wen ist Catapult One?
Regionalliga- und Amateur-Profi-Vereine: Wenn du Trainer oder Athletik-Coach in der 3. bis 5. Liga (Fußball), in der 2. Bundesliga Handball oder Basketball, oder einem ambitionierten Amateurverein bist, ist Catapult One die naheliegende Wahl. Du bekommst die Catapult-Hardware-Qualität, die in den Top-Profi-Ligen Standard ist, zu Konditionen, die ein Vereinsbudget verträgt.
Athletiktrainer und Reha-Verantwortliche: Die ACWR (Acute:Chronic Workload Ratio) ist seit Jahren der wissenschaftlich am besten belegte Indikator für Überlastungs- und Verletzungsrisiken. Catapult One berechnet sie automatisch pro Athlet, das macht datenbasierte Belastungssteuerung auch ohne Sportwissenschaftler im Stab möglich.
Jugendleistungszentren und U17/U19-Teams: Junge Athleten sind besonders anfällig für Überlastungs- und Wachstumsverletzungen. GPS-basierte Belastungsdokumentation hilft, individuelle Belastungsgrenzen zu erkennen, und ist auch für die Talentdiagnostik wertvoll (Sprintleistung, Wiederholbarkeit von High-Intensity-Aktionen).
College- und Universitätssport-Programme: International ist Catapult One in US-Colleges weit verbreitet. In Deutschland zunehmend auch im studentischen Spitzensport (adh, Hochschulsport-Bundesliga).
Reha-Begleitung nach Verletzungen: Für Physiotherapeuten und Mannschaftsärzte ist die historische Belastungsdatenbank ein zentrales Werkzeug. Statt subjektiv zu entscheiden “spielfit ja/nein”, lässt sich der Reha-Athlet mit seinem Vor-Verletzungs-Profil vergleichen, eine objektivere Grundlage für Return-to-Play-Entscheidungen.
Weniger geeignet für: Vereine, die ausschließlich Hallensport betreiben (Indoor-GPS funktioniert nicht, dafür braucht es LPS-Systeme oder Vector mit Indoor-Modul), kleine Teams unter 10 Athleten (Team-Plan-Mindestgröße), Vereine mit jährlich stark wechselndem Kader (2-Jahres-Bindung wird zur Belastung), und Profi-Spitzenteams mit Bedarf an EKG, IMU-Datenfusion und Spielzeit-Tracking, die greifen direkt zu Vector.
Preise im Detail
| Modell | Preis | Was du bekommst |
|---|---|---|
| Einzellizenz | ca. 179 USD/Jahr (+ ca. 34 USD Starter-Kit einmalig) | 1 GPS-Pod, 1 Vest, Cloud-Account, App-Zugang |
| Team-Plan | ca. 180 USD/Athlet/Jahr | Min. 10 Athleten, Tracker pro Athlet, Team-Dashboard, Belastungs-Analytics |
| Team-Plan (mit Bindung) | rabattiert | 2-Jahres-Bindung gegen günstigeren Preis pro Athlet |
| Saison-Rabatte | -20 % o. ä. | Z. B. Prime Day, Saisonstart-Aktionen |
| Vector S / Vector Pro | Auf Anfrage | Professionelle Stufe für Profi-Teams, deutlich höhere Preise (typisch 4-stellig/Athlet) |
Einordnung: Catapult One ist transparent gepreist (Einzellizenz und Team-Preise sind öffentlich einsehbar), das ist die größte Verbesserung gegenüber dem klassischen Catapult-Vertrieb (wo Preise schwer recherchierbar sind). Für einen 22-Mann-Kader ergeben sich Jahreskosten von ca. 3.960 USD, das ist im internationalen Vergleich mit STATSports Apex (ähnliches Preisniveau), Polar Team Pro (etwas günstiger) oder Garmin (deutlich günstiger, aber weniger Analytics) konkurrenzfähig. Die 2-Jahres-Bindung im Team-Plan ist der größte Kostenpunkt, bei Vereinen mit wechselndem Kader wird das schnell zur Belastung, weil du dann mehr Lizenzen vorhalten musst als nötig. Faustregel: Wenn dein Kader stabil ist und du datenbasiert trainieren willst, lohnt sich Catapult One innerhalb der ersten Saison. Wenn du nicht sicher bist, ob das Tool nach 6 Monaten noch genutzt wird, starte mit Einzellizenzen ohne Bindung.
Stärken im Detail
Catapult-Hardware-Qualität zum Einstiegspreis. Die Pods sind die gleichen GPS-Module, die Catapult auch in Vector verbaut, robust, wasserdicht, lange Akkulaufzeit (4+ Stunden Aufzeichnung). Die GPS-Genauigkeit ist im 10-Hz-Bereich, was für Sprint-Analytics und Beschleunigungsmessung ausreicht. Du bekommst keine Spielzeug-Tracker, sondern Profi-Hardware mit reduzierter Software.
Automatische ACWR und Belastungs-Ampel. Die Acute:Chronic Workload Ratio ist das wissenschaftlich am besten dokumentierte sportswissenschaftliche Frühwarnsystem für Überlastungsrisiken. Werte über 1,5 (akute Belastung im Verhältnis zur chronischen Basis) korrelieren in mehreren Studien mit erhöhtem Verletzungsrisiko. Catapult One berechnet diesen Wert pro Athlet automatisch und zeigt eine Ampelgrafik. Das macht datenbasierte Belastungssteuerung niederschwellig, auch für Athletiktrainer ohne Sportwissenschafts-Studium.
Historische Belastungsverläufe als Reha-Baseline. Die wertvollste Funktion für Verletzungs-Fälle: Wenn ein Athlet im Februar einen Kreuzbandriss hat, kennst du seine durchschnittliche Trainingsbelastung aus den 12 Monaten davor. Bei der Reha-Steuerung lässt sich daraus ein objektives Ziel ableiten (“85 % seines Vor-Verletzungs-Profils erreichen”), statt subjektiv zu entscheiden. Das macht die Return-to-Play-Entscheidung deutlich belastbarer, gerade auch in der Kommunikation mit Athlet und Trainer.
Mobile App ohne IT-Aufwand. Tracker einlegen, App starten, Aufnahme starten, fertig. Kein Server, kein Konfigurationsaufwand, keine spezielle Hardware außer dem Pod. Das ist für Vereine mit ehrenamtlichen Strukturen ein realer Hebel.
Sprint- und High-Intensity-Analytics. Catapult One trackt Sprints (>5 m/s), High-Intensity-Sprints (>5,5 bis 7 m/s) und maximale Geschwindigkeit. Das ist für viele Sportarten (Fußball, Rugby, American Football, Hockey, Handball) die wichtigste Belastungs-Variable und gleichzeitig ein Performance-Indikator.
Catapult-Ökosystem als Upgrade-Pfad. Wenn dein Verein wächst und du irgendwann zu Vector wechseln willst (z. B. nach Aufstieg in eine höhere Liga), bist du nicht datenlos, die Catapult-Plattform ermöglicht weitgehende Datenmigration. Das schützt deine Investition in historische Daten und Workflows.
Schwächen ehrlich betrachtet
Kein Indoor-Tracking. GPS funktioniert in der Halle nicht. Für Basketball, Volleyball, Handball, Hockey, Futsal oder Eishockey indoor brauchst du LPS-basierte Systeme (z. B. Kinexon, ZXY, Vector mit Indoor-Modul). Catapult One ist klar Outdoor-fokussiert.
Globales Datenhosting ohne EU-only-Option. Catapult als australisches Unternehmen verarbeitet Daten primär auf globaler Infrastruktur. Eine dedizierte EU-Hosting-Option im Standardvertrag gibt es nicht, Standardvertragsklauseln und AVV sind verfügbar, müssen aber explizit angefordert werden. Für deutsche Vereine mit Jugendabteilung, die DSGVO-konform mit Minderjährigen-Daten arbeiten müssen, ist das ein Punkt, den der Vereinsdatenschutzbeauftragte vorab klären sollte.
2-Jahres-Bindung im Team-Plan ist starr. Vereine mit wechselndem Kader (Amateurvereine, U-Mannschaften, Studierendenmannschaften) zahlen Lizenzen für Athleten, die nach einer Saison nicht mehr da sind. Eine echte Pay-per-Active-Athlete-Variante fehlt. Workaround: Einzellizenzen ohne Bindung für unsichere Kaderpositionen, aber das ist pro Athlet teurer.
Kein integriertes Verletzungsmanagement. Catapult One liefert Belastungsdaten, aber kein vollwertiges Athletenmanagement (Verletzungs-Logbuch, Behandlungspläne, Wellness-Fragebögen). Für echte Return-to-Play-Protokolle musst du zusätzliche Software wie AthleteMonitoring, Smartabase, Kinduct oder Excel einsetzen, das fragmentiert den Workflow.
Heart-Rate nur mit Brustgurt. Anders als bei Smartwatches oder einigen Wettbewerbern (Polar Team Pro, WHOOP für Einzelathleten) ist Herzfrequenz nicht im Pod integriert. Wer HR-Daten will, muss zusätzlich Brustgurte (Polar H10 o. ä.) anschaffen und tragen, Komfort und Akzeptanz leiden.
Software-Tiefe deutlich unter Vector. Wer schon mal mit Vector und der OpenField-Plattform gearbeitet hat, merkt schnell die Limitierungen von Catapult One: keine 2D-Spielfeld-Visualisierung, kein detailliertes Player-Tracking während Spielsituationen, keine eigenen Custom-Metrics, kein API-Zugriff für eigene Auswertungen. Das ist bewusste Produktdifferenzierung, aber für ambitionierte Athletiktrainer eine spürbare Decke.
Akzeptanz im Amateurbereich ist eine Hürde. Anders als Profi-Spieler haben Amateur- und Semi-Profi-Athleten oft Vorbehalte gegen “ständige Überwachung”. Die ehrliche Antwort: Belastungssteuerung funktioniert nur, wenn die Athleten den Pod zuverlässig tragen. Hier ist Trainer-Kommunikation entscheidend, die Software allein löst das Problem nicht.
Alternativen im Vergleich
| Wenn du… | …nimm stattdessen |
|---|---|
| Profi-Niveau-Analytics mit Indoor-Tracking willst | Catapult Vector S / Pro (extern, deutlich teurer) |
| Eine günstigere GPS-Tracking-Alternative suchst | STATSports Apex (extern) oder Polar Team Pro (extern) |
| Schwerpunkt auf Herzfrequenz-Variabilität legst | Polar Team Pro (extern) oder WHOOP (Einzelathleten) |
| Indoor-Sport mit Hallen-Tracking brauchst | Kinexon (extern, LPS-basiert) |
| Vollintegriertes Athleten- und Verletzungsmanagement willst | Smartabase oder AthleteMonitoring (extern) |
Erwähnenswert ohne eigene Tool-Seite: STATSports Apex (direkter Catapult-One-Konkurrent, in einigen NLZ verbreitet), GPSports (älteres Catapult-Schwestersystem), Garmin (deutlich günstiger, aber nicht teamorientiert), und VX Sport (australischer Mitbewerber mit hochwertiger Hardware). Catapult One ist die naheliegende Einstiegswahl, wenn du Vereinsschiene fährst und langfristig auf Catapult-Plattform setzen willst, die Markenmacht und der Upgrade-Pfad zu Vector sind echte Argumente. Wer rein preisgetrieben einkauft, sollte STATSports Apex parallel testen.
So steigst du ein
Schritt 1: Demo auf one.catapultsports.com anfordern oder direkt den Team-Plan kalkulieren. Wichtig im Erstgespräch: realistische Kadergröße angeben (nicht “wir sind ein Verein”, sondern “wir haben 22 Spieler in der 1. Mannschaft und 18 in der U19”). Frag explizit nach Bindungslaufzeit-Varianten und nach Konditionen für die Heart-Rate-Brustgurte als Zusatz.
Schritt 2: Tracker an alle Athleten ausgeben und eine erste Baseline-Trainingseinheit aufzeichnen. Vor dem produktiven Einsatz: Spieler-Onboarding ernst nehmen. Erkläre transparent, was gemessen wird, was die Daten zeigen und vor allem: was nicht gemessen wird. Die größte Hürde im Amateur- und Semi-Profi-Bereich ist Akzeptanz, nicht Technik.
Schritt 3: Belastungsmonitoring routinemäßig einbauen. Nach 3 bis 4 Wochen regulärer Aufzeichnung entstehen die ersten aussagekräftigen Vergleiche. Lege wöchentliche Review-Zeiten fest, in denen Athletiktrainer und Cheftrainer die ACWR-Werte pro Spieler durchgehen, das ist der Punkt, an dem aus Daten Entscheidungen werden.
Schritt 4: Für Reha-Athleten ein separates “Reha-Profil” anlegen. Catapult One vergleicht den verletzten Spieler dann nicht mit Teamkollegen (die voll trainieren), sondern mit seinem eigenen Vor-Verletzungs-Profil, und zeigt, wann er wieder Teamtraining-Niveau erreicht. Das ist die Killer-Funktion für Physio- und Reha-Workflows.
Ein konkretes Beispiel
Ein Regionalligaverein (vergleichbar 3. Liga Niveau) setzt Catapult One für seinen 22-Mann-Kader ein. Jahreskosten: 22 × 180 USD = 3.960 USD/Jahr (Team-Plan). Nach einem Kreuzbandriss beim 24-jährigen Mittelfeldspieler nutzt der Vereinsphysio die historischen GPS-Daten als Baseline: Der Spieler hatte vor der Verletzung typische Belastungswerte von 8,5 km Laufstrecke pro Training mit 12 bis 15 Sprints. Reha-Phase Woche 1 bis 12: Training auf Belastungen unter 40 % seines Vor-Verletzungs-Profils. Woche 13 bis 16: Steigerung auf 60 bis 85 %. Woche 17: Erstmals 85 % erreicht, der Physio empfiehlt (in Abstimmung mit dem Mannschaftsarzt) die erste Teambeteiligung. Woche 22: Belastungswerte stabil bei 95 bis 100 % der alten Werte, erstes Kurzeinsatz im Spiel. Ohne diese Daten wäre die Rückkehrentscheidung primär subjektiv, und vor allem deutlich schwerer gegenüber Spieler, Trainer und Verein zu kommunizieren. Zusätzlicher Effekt: Die wöchentliche ACWR-Auswertung hat bei zwei weiteren Spielern in der Saison überhöhte Werte (>1,7) aufgedeckt, woraufhin Trainingsumfänge reduziert wurden, beide blieben verletzungsfrei.
DSGVO & Datenschutz
- Datenhosting: Global. Catapult ist ein australisches Unternehmen, die Cloud-Infrastruktur läuft primär international. Eine dokumentierte EU-only-Hosting-Garantie ist im Standard-Vertragsangebot nicht enthalten.
- Datennutzung: Catapult verarbeitet Trainings- und Wettkampfdaten zur Anzeige im Dashboard. Aggregierte und anonymisierte Daten können für Produktverbesserung genutzt werden, das sollte vor Vertragsabschluss explizit geprüft werden.
- Auftragsverarbeitung (AVV): Auf Anfrage verfügbar. Standardvertragsklauseln werden für Datentransfers in Drittländer verwendet.
- Athletendaten und Minderjährige: Im Jugendsport-Bereich besonders kritisch. Vereine müssen sicherstellen, dass die Einwilligung der Erziehungsberechtigten vorliegt und der Vereinsdatenschutzbeauftragte den Vertrag prüft.
- Datenexport und Löschung: Athleten haben Anspruch auf Datenkopie und Löschung (Art. 15, 17 DSGVO). Catapult unterstützt das, der Prozess sollte aber explizit getestet und dokumentiert werden, gerade bei Spielerwechsel oder Karriereende.
- Empfehlung für Vereine: Vor Einführung eine Datenschutz-Folgenabschätzung durchführen, insbesondere im Jugendleistungsbereich. Eindeutige Spielerverträge mit Einwilligung in die Datenverarbeitung sind Pflicht. Für besonders strenge Anforderungen (z. B. wenn der Verein viele Daten von Minderjährigen verarbeitet) parallel europäische Alternativen prüfen.
Gut kombiniert mit
- Polar H10 Brustgurte, Für Herzfrequenz-Erfassung als Ergänzung zu den GPS-Daten. Heart Rate ist der zweite große Belastungs-Indikator neben externer Last (GPS), die Kombination liefert ein vollständiges Bild.
- AthleteMonitoring oder Smartabase, Für integriertes Verletzungs-, Wellness- und Athletenmanagement. Catapult One ergänzt diese Plattformen mit objektiven Belastungsdaten, sie wiederum erweitern Catapult One um den Workflow-Layer.
- ChatGPT oder Claude, Für die Interpretation und Kommunikation komplexer Belastungsdaten an Trainer und Athleten. Exportierte CSVs aus Catapult One lassen sich in Text-Erklärungen oder Trainings-Empfehlungen verwandeln. Achtung: Niemals personenbezogene Athletendaten in öffentliche LLMs eingeben, anonymisierte Aggregate sind in Ordnung.
Unser Testurteil
Catapult One verdient 3 von 5 Sternen. Es bringt Profi-Hardware-Qualität in ein vereinsverträgliches Preissegment (ca. 180 USD/Athlet/Jahr im Team-Plan) und macht datenbasierte Belastungssteuerung auch für Regionalligavereine, Jugendleistungszentren und Studierendenmannschaften zugänglich. Die ACWR-Frühwarnung, die historische Belastungsbaseline und der Upgrade-Pfad zum Profi-System Vector sind echte Argumente. Den vierten und fünften Stern verliert es durch das globale Datenhosting ohne EU-Garantie (problematisch im Jugendbereich), die starre 2-Jahres-Bindung im Team-Plan, das fehlende Indoor-Tracking, die nur per Brustgurt verfügbare Herzfrequenz und die deutlich reduzierte Software-Tiefe gegenüber Vector. Wer in einer Indoor-Sportart arbeitet, kann das Tool praktisch nicht nutzen. Wer im Outdoor-Bereich datenbasiert trainieren will und der Catapult-Plattform langfristig vertraut, findet hier den naheliegenden Einstieg, als Alternative ernsthaft prüfen sollte man STATSports Apex und Polar Team Pro.
Was wir bemerkt haben
- 2025 bis 2026, Catapult Sports hat den Vector-Pro- und Vector-S-Marketing-Auftritt geschärft und Catapult One klarer als “Entry-Level für Vereine und Semi-Profis” positioniert. Der Upgrade-Pfad ist sichtbarer geworden, was die Strategie unterstreicht, Vereine früh in die Plattform zu bringen und mit ihnen mitzuwachsen.
- 2024, Die ACWR-Berechnung wurde im Dashboard prominenter platziert; gleichzeitig wurden Wellness- und Subjektiv-Daten besser integrierbar (über zusätzliche Module). Das macht das Produkt für ambitionierte Athletiktrainer attraktiver.
- 2024, Saisonale Aktionen wie “Prime Day -20 % auf erste Jahreslizenz” wurden eingeführt, ungewöhnlich für ein klassisches Sport-Tech-Produkt, aber wirksam für die Akquise im Vereinssegment.
- Mai 2026, Keine dokumentierte EU-only-Hosting-Option im Standardvertrag. Für Vereine mit großer Jugendabteilung oder kritischen Datenschutz-Anforderungen bleibt das ein Punkt, der vor Vertragsabschluss mit dem Vereinsdatenschutzbeauftragten und Catapult-Vertrieb zu klären ist.
- Mai 2026, Catapult ist weiterhin mit Abstand Marktführer in Profi-Sport-GPS-Tracking (5.000+ Eliteteams, 128+ Länder, 40+ Sportarten). Das stabilisiert die Plattform-Investition langfristig, ein Wechsel des Anbieters in 5 Jahren wäre unwahrscheinlich.
Quellen
- SoccerEDU - Catapult GPS Tracker Preise und Features. https://www.socceredu.com/en-US/blog/catapult-gps-tracker (abgerufen am 2026-06-13). Einzellizenz ca. 179 USD/Jahr plus Starter-Kit ca. 34 USD; Team-Plan ca. 180 USD/Athlet/Jahr mit 2-Jahres-Bindung und Mindestgröße 10 Athleten.
- Catapult One - Team Football (Anbieterseite). https://one.catapultsports.com/us/catapult-one-team-football/ (abgerufen am 2026-06-13). Catapult One Team richtet sich an Coaches und Teams; kein öffentlich aufgeführter Einzelpreis, Kontakt über Sales.
- Catapult One - What is PLAYR? (Produkthistorie). https://one.catapultsports.com/blog/what-is-playr/ (abgerufen am 2026-06-13). PLAYR war der Vorgängername; Catapult One ist die heutige Bezeichnung des Einzelprodukt-GPS-Trackers.
- Catapult One - Join (Anbieter Kauf-/Abo-Seite). https://one.catapultsports.com/rw/join-catapult-one/ (abgerufen am 2026-06-13). Prime-Day-Aktion 20 % Rabatt auf das erste Jahr bestätigt; Preise erfordern Kontakt zum Sales-Team oder Regionalseitenaufruf.
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