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Winsolvenz (mit Legal Twin)

STP Informationstechnologie GmbH (Septeo-Gruppe)

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Winsolvenz ist die führende deutsche Kanzleiverwaltungssoftware für Insolvenzverwalter. Das Legal-Twin-Modul Forderungserfassung (vormals als AI Smart Claims vermarktet) automatisiert die Forderungserfassung per KI: eingehende Forderungsanmeldungen werden ausgelesen, strukturierte Daten extrahiert und in Winsolvenz-Felder zur menschlichen Prüfung und Bestätigung übertragen. Marketing-Claims: 3x schnellere Forderungsbearbeitung, bis zu 100 Prozent weniger manuelle Fehler.

Kosten: Lizenzpreise auf Anfrage; Winsolvenz als Kanzleisoftware mit optionalem Legal-Twin-KI-Modul. Septeo bewirbt im ROI-Rechner rund 10 abrechenbare Zusatzstunden je Berufsträger pro Monat als Wirtschaftlichkeits-Argument.

Stärken

  • Marktführende Insolvenzverwaltungssoftware in Deutschland mit tiefen InsO-Prozesskenntnissen
  • Legal-Twin-Forderungserfassung: laut Anbieter 3x schnellere Bearbeitung und bis zu 100 Prozent weniger manuelle Fehler
  • Automatisierte Datenextraktion aus E-Mails, PDFs und eingescannten Forderungsdokumenten
  • Nahtlose Datenübernahme in Winsolvenz mit verpflichtender Review-Schleife, Verantwortung bleibt beim Verwalter
  • EU-Hosting in Deutschland, ISO-zertifizierter Anbieter, langjährige Marktpräsenz
  • Tief integriert in Winsolvenz-Workflows: Tabellenführung, Schlussrechnung, Verteilung

Einschränkungen

  • Legal Twin adressiert nur die Forderungserfassung, keine Anfechtungsanalyse, kein Vertragsreview
  • Nur sinnvoll für Kanzleien, die Winsolvenz bereits als Kernsystem einsetzen
  • Preise nicht öffentlich; Lizenzkosten plus AI-Add-on bewegen sich im vier- bis fünfstelligen Jahresbereich
  • KI-Modul setzt digitale Eingangskanäle voraus; Papierpost muss vorab gescannt werden
  • Funktionsumfang außerhalb der Forderungserfassung noch begrenzt, Roadmap mehr Versprechen als Praxis

Passt gut zu

Insolvenzrechtsspezialisierte Kanzleien mit bestehender Winsolvenz-Installation Verfahren mit hohem Gläubigeraufkommen (Regelinsolvenzen, Großverfahren) Teams, die Erfassungsroutinen industrialisieren und Sachbearbeitungs-Kapazität freisetzen wollen

Wann ja, wann nein

Wann ja

  • Du verwaltest Insolvenzverfahren professionell und nutzt Winsolvenz als Kernsoftware
  • Du hast Verfahren mit 50+ Gläubigern, in denen Forderungserfassung den Engpass bildet
  • Du willst Sachbearbeiter-Kapazität für anspruchsvollere Tätigkeiten freisetzen
  • Deine Kanzlei akzeptiert deutsche/EU-gehostete KI mit menschlicher Letztprüfung

Wann nein

  • Du arbeitest nicht mit Winsolvenz oder planst keinen Wechsel
  • Deine Verfahren haben überschaubares Gläubigervolumen, manuelle Erfassung bleibt günstiger
  • Du suchst eine allgemeine Vertrags- oder Anwalts-KI (dann sind Spellbook oder LegalSifter die bessere Wahl)
  • Du brauchst KI für Anfechtungsanalyse, Massereports oder Forderungsprüfung im engeren Sinn, dafür gibt es noch keine spezialisierten Module

Kurzfazit

Winsolvenz mit der Legal-Twin-Forderungserfassung ist einer der ersten praxistauglichen KI-Einsätze im deutschen Insolvenzverwaltungsmarkt. STP (Septeo-Gruppe) automatisiert mit dem Legal-Twin-Modul den größten Routineblock im Verfahren: das Erfassen eingehender Forderungsanmeldungen. Die KI extrahiert strukturierte Daten aus PDFs und Scans und überträgt sie in Winsolvenz; der Verwalter prüft, korrigiert und gibt frei. Wer Winsolvenz bereits einsetzt und Verfahren mit hohem Gläubigervolumen führt, gewinnt damit reale Bearbeitungszeit zurück. Wer Winsolvenz nicht nutzt, hat keinen sinnvollen Einstiegspfad, und die KI deckt bislang nur die Forderungserfassung ab, nicht die anspruchsvolleren Insolvenzverwalter-Tätigkeiten.

Mittelgroße bis große Insolvenzverwalter-Kanzleien: Wer regelmäßig Regelinsolvenzen mit 100+ Gläubigern verwaltet und Winsolvenz bereits als Kernsystem nutzt, bekommt mit der Legal-Twin-Forderungserfassung den ersten echten Effizienzhebel seit Jahren. Sachbearbeiterinnen, die bislang Wochen mit Forderungserfassung verbringen, werden für Werthaltigkeitsprüfung, Tabellenpflege und Korrespondenz frei.

Verwalter mit Großverfahren: Bei Verfahren mit mehreren Hundert oder Tausend Gläubigern (Einzelhandelsketten, Mittelstandsinsolvenzen, Bauinsolvenzen) potenziert sich der Effekt. Was früher zwei Halbtagskräfte über vier Wochen blockierte, läuft jetzt in einem strukturierten Workflow mit Stichproben-Prüfung.

Insolvenzrechtskanzleien mit Sanierungsmandaten: Auch bei vorinsolvenzlichen Sanierungen, ESUG-Verfahren und StaRUG-Restrukturierungen entsteht Forderungserfassung, die Automatisierung greift auch dort, wenn Winsolvenz die Aktenführung übernimmt.

Kanzleien im Generationswechsel: Inhaber-geführte Kanzleien, die digital nachziehen wollen, bekommen mit Winsolvenz + Legal Twin eine vertraute Software mit modernem KI-Layer, niedrigere Einstiegshürde als ein kompletter Systemwechsel.

Weniger geeignet für: Allgemein-zivilrechtliche Kanzleien (Winsolvenz ist Spezialsoftware), Einzelanwälte mit wenigen kleinen Verbraucher-Insolvenzen, Kanzleien ohne Winsolvenz-Installation und alle, die eine breite Vertrags- oder Anwalts-KI suchen, dafür sind oder die richtige Wahl.

Preise im Detail

KomponentePreisspanneWas du bekommst
Winsolvenz BasislizenzLizenzkosten je Arbeitsplatz nach KonfigurationInsolvenzverwaltungssoftware: Tabellenführung, Schlussrechnung, Verteilung, Rechnungswesen, Berichtswesen
Legal Twin: ForderungserfassungAdd-on auf AnfrageKI-gestützte Forderungserfassung mit automatischer Datenextraktion (vormals als AI Smart Claims vermarktet)
Documents (DMS)Optional dazu buchbarSepteo-eigenes Dokumentenmanagement, in Winsolvenz integriert
Implementierung & SchulungProjektabhängigOnboarding, Datenmigration, Anpassung der Workflows
Wartung & UpdatesJährlich, im Lizenzvertrag inkludiertUpdates der InsO-Berechnungen, neue Tabellenformate, Bugfixes

Einordnung: Septeo macht keine öffentlichen Preise, Lizenzkosten für Winsolvenz plus Legal Twin bewegen sich realistisch im niedrigen bis mittleren vierstelligen Bereich pro Arbeitsplatz und Jahr; größere Kanzleien mit volumigen Mandaten zahlen entsprechend mehr. Der ROI-Rechner von Septeo argumentiert mit rund 10 abrechenbaren Zusatzstunden je Berufsträger pro Monat, bei Stundensätzen von 200–350 EUR amortisiert sich das KI-Add-on nach Anbieterrechnung im ersten Quartal. In der Praxis hängt das stark von der Verfahrensstruktur ab: Wer überwiegend Verbraucherinsolvenzen mit wenigen Gläubigern verwaltet, profitiert weniger als ein Großverfahrens-Spezialist.

Stärken im Detail

KI im richtigen Anwendungsfall, nicht als Spielerei. STP hat mit der Legal-Twin-Forderungserfassung einen Workflow ausgewählt, der in jeder Insolvenzkanzlei reine Routine ist und genau deshalb extrem teuer wird: Gläubiger schreiben in völlig unterschiedlichen Formaten, Postwege sind langsam, Erfassungsfehler kosten Korrespondenz. Die KI greift dort, wo manueller Aufwand am höchsten und juristisches Urteil am niedrigsten ist, eine sinnvolle Aufgabenteilung.

Menschliche Letztprüfung ist Pflicht, nicht Option. Der Workflow ist bewusst so gebaut, dass jede extrahierte Forderung von einer Person bestätigt werden muss, bevor sie in die Tabelle übergeht. Das passt zum Berufsrecht des Insolvenzverwalters, der für die Tabellenführung persönlich haftet. KI ist Assistent, nicht Entscheider.

Tiefe Integration in Winsolvenz-Workflows. Anders als eine externe KI, die per Copy-Paste angebunden würde, läuft Legal Twin direkt in den Winsolvenz-Datenmodellen. Forderungen landen mit Gläubigerstammdaten, Forderungsbetrag, Forderungsart, Rang und Anlagen sofort in der richtigen Maske, Tabellenführung, Schlussverteilung und Berichtswesen greifen direkt darauf zu.

EU-Hosting in Deutschland. Septeo hostet Winsolvenz und Legal Twin in deutschen Rechenzentren mit DSGVO-konformer Auftragsverarbeitung. Für Insolvenzverwalter, die als Organ des Verfahrens unter besonderen Berufspflichten stehen, ist das praktisch Voraussetzung.

Etablierter Anbieter mit langer Marktpräsenz. Die STP Informationstechnologie GmbH aus Karlsruhe war über zwei Jahrzehnte der dominante Anbieter im deutschen Insolvenzmarkt; als Teil der französischen Septeo-Gruppe hat sich die Investitionskraft erhöht, und Legal Twin ist erkennbar Frucht dieser Investition. STP ist seit 2020 nach ISO 27001 zertifiziert. Kontinuität in den Kernfunktionen ist hoch, Migrationsrisiken niedrig.

Marketing-Claims sind durch Pilotkanzleien belegt. Septeo zitiert konkrete Beta-Anwender, nicht nur abstrakte Zahlen. Berichte aus Pilotkanzleien sprechen von zwei Dritteln weniger Erfassungszeit bei vergleichbaren Verfahren, das ist plausibel, wenn man den Anteil reiner Tipparbeit am Gesamtaufwand bedenkt.

Schwächen ehrlich betrachtet

Legal Twin ist hier eine Einzelfunktion, kein KI-Ökosystem. Aktuell adressiert das Modul ausschließlich die Forderungserfassung. Anfechtungsanalyse, Massereports, Werthaltigkeitsprüfung, Korrespondenzentwürfe oder Vertragsreview sind nicht abgedeckt, wer dort KI wünscht, braucht Zusatztools. Weitere Module sind nicht öffentlich als verfügbar belegt, konkrete Liefertermine fehlen.

Vendor-Lock-in über Winsolvenz. Legal Twin macht nur Sinn, wenn Winsolvenz die Kernsoftware ist. Wer mit dem Gedanken spielt, auf eine andere Insolvenzsoftware zu wechseln (Alternativen gibt es, aber wenige), verliert den Vorteil. Die Bindung an Septeo wird mit Legal Twin enger, nicht loser.

Preisintransparenz erschwert Vergleich. Septeo veröffentlicht keine Listenpreise. Wer evaluieren will, kommt um eine Vertriebsanfrage nicht herum. Das ist im Enterprise-Legal-Tech-Markt üblich, aber für KMU-Kanzleien unangenehm, die Vergleichbarkeit mit Alternativen leidet.

KI braucht digitale Eingänge. Papier-Forderungen müssen erst eingescannt werden, bevor die KI sie verarbeiten kann. In Kanzleien mit hohem Papieranteil bleibt ein manueller Vorlauf, der Effizienzgewinn beginnt erst hinter dem Scanner. Für stark digitalisierte Kanzleien mit beA-Eingang und E-Mail-Forderungen ist der Hebel größer.

Fehlertoleranz braucht klare Prozesse. Auch eine sehr gute Extraktion macht Fehler bei ungewöhnlich formatierten Anmeldungen, handgeschriebene Faxe, fremdsprachige Forderungen, scannerverschmierte PDFs. Die Review-Schleife fängt das ab, aber die Kanzlei braucht klare Stichproben-Regeln und Schulung für die Sachbearbeiterinnen, damit nicht unkontrolliert „durchgewinkt” wird.

Marktdurchdringung ist noch begrenzt. Die Legal-Twin-Forderungserfassung ist als produktives Modul positioniert, ein gesichertes Go-Live-Datum nennt STP öffentlich nicht. Die installierte Basis wächst, aber unabhängige Erfahrungsberichte (Fachpresse, Insolvenzrechtler-Foren) sind noch dünn. Pioniere haben den Vorteil, müssen die Anbieter-Versprechen aber auch besonders scharf prüfen.

Kein offenes Modell, keine eigene Modell-Auswahl. Welche LLMs Septeo unter der Haube nutzt, wird auf Anfrage geklärt, aber Kunden können das Modell nicht frei wählen oder austauschen. Wer aus Compliance-Gründen ein bestimmtes Modell vorgeschrieben bekommt, muss sich auf Septeos Architekturentscheidung einlassen.

Alternativen im Vergleich

Wenn du……nimm stattdessen
Vertragsanalyse für Transaktionen oder Due Diligence brauchst
KI-gestützte Vertragsentwürfe direkt in Word willst
Vertragsklauseln gegen interne Spielregeln prüfen willst
Buchhaltungs- und Mandatsabrechnung neben der Insolvenz brauchst

Erwähnenswert ohne eigene Tool-Seite: Noxtua (deutschsprachige Anwalts-KI mit EU-Hosting für allgemeinjuristische Aufgaben), LawLift und BRYTER (No-Code-Plattformen für Kanzlei-Automation, wenn du eigene Workflows bauen willst), Harvey (US-zentrierte Anwalts-KI, derzeit ohne starken DACH-Vertrieb) und DocCheck Solutions (Forderungsmanagement außerhalb der Insolvenz). Für den engeren deutschen Insolvenzverwalter-Markt mit produktiv eingesetzter KI ist Winsolvenz mit Legal Twin aktuell das einzige integrierte Angebot.

So steigst du ein

Schritt 1: Bestandsaufnahme im eigenen Haus. Bevor du den Septeo-Vertrieb kontaktierst, kläre intern: Wie viele Forderungen erfasst ihr pro Jahr? Welcher Anteil kommt digital, welcher per Post? Wer macht heute die Erfassung und wie viele Stunden bindet das? Ohne diese Zahlen kannst du Septeos ROI-Rechner nicht ehrlich prüfen.

Schritt 2: Demo und Pilot-Verfahren vereinbaren. Septeo zeigt das Modul gerne in der eigenen Winsolvenz-Instanz. Verlange einen Live-Test mit anonymisierten Forderungsdokumenten aus eurem Verfahrensbestand, gerade die schwierigen Fälle (handgeschriebene Anlagen, ungewöhnliche Forderungsarten) zeigen, ob die KI wirklich liefert.

Schritt 3: Eingangskanäle und Workflow definieren. Lege fest, wie Forderungen ankommen sollen: E-Mail-Postfach mit Auto-Forward, beA-Eingang, zentraler Scanner für Papier. Sachbearbeiterinnen brauchen klare Regeln für die Review-Schleife, was wird stichprobenartig geprüft, was wird gegen Originale geprüft, was wird einfach bestätigt?

Schritt 4: Schulung und Rollout. Plane zwei bis vier Wochen Einführung pro Standort. Die Sachbearbeiterinnen brauchen das größte Training, sie wechseln von Erfassung zu Review, das ist eine andere Tätigkeit. Berufsträger sollten den AI-Workflow einmal selbst durchspielen, um die Haftungsverantwortung sauber zu zeichnen.

Ein konkretes Beispiel

Eine mittelgroße Insolvenzrechtskanzlei in Hamburg mit 8 Berufsträgerinnen und -trägern verwaltet typischerweise 40–60 aktive Verfahren. In einem Regelinsolvenzverfahren eines Einzelhandelsunternehmens gehen 280 Forderungsanmeldungen per Post und E-Mail ein. Bisher beschäftigt die Erfassung eine Halbzeitkraft für 3 Wochen. Mit der Legal-Twin-Forderungserfassung fließen die E-Mail-Anlagen direkt ins System; die Papierforderungen werden einmal täglich gesammelt eingescannt und automatisch verarbeitet. Die Kanzlei berichtet: Erfassungsaufwand um rund 60 Prozent gesunken, Fehlerquote bei Zahlendreher deutlich reduziert. Die Sachbearbeiterin nutzt die freie Zeit für Korrespondenz mit unklaren Gläubigern und Werthaltigkeitsprüfung, Tätigkeiten, die früher ans Ende der Verfahrensphase rutschten. Bei 8 Berufsträgern und im Schnitt 12 Großverfahren pro Jahr argumentiert die Kanzlei intern, dass das Legal-Twin-Add-on sich bereits im ersten halben Jahr amortisiert hat.

DSGVO & Datenschutz

  • Datenhosting: EU-Datenhaltung (Septeo bewirbt Legal Twin und Winsolvenz als DSGVO-konform mit europäischer Datenresidenz). Anbieter ist die STP Informationstechnologie GmbH aus Karlsruhe, Teil der Septeo-Gruppe. Den genauen Rechenzentrumsstandort dokumentiert STP nicht öffentlich, das Unternehmen ist aber seit 2020 nach ISO 27001 zertifiziert.
  • Auftragsverarbeitung (AVV): Standard für alle Kunden, deutscher Vertrag, EU-konform. Voraussetzung für jede Mandatstätigkeit unter Berufsgeheimnis.
  • Datennutzung KI: Septeo bewirbt Legal Twin als geschlossenes System; Kundendaten fließen nach Anbieterangaben nicht in das Training der zugrundeliegenden Modelle. Die konkrete Modellarchitektur wird auf Anfrage erläutert, ist aber nicht öffentlich dokumentiert. Wer für Mandanten arbeitet, sollte sich die Datenflüsse vertraglich bestätigen lassen.
  • Berufsgeheimnis: Insolvenzverwalter unterliegen besonderen Pflichten. Für Mandate mit besonders sensiblen Inhalten (laufende Strafverfahren, Steuerstreitigkeiten) AI-Funktionen verfahrenseinzeln evaluieren, die Letztverantwortung für die Tabellenführung bleibt beim Verwalter.
  • Aufbewahrung: Kanzleiseitig nach gesetzlichen Fristen (mindestens 10 Jahre für Insolvenzunterlagen) konfigurierbar.
  • Empfehlung für Kanzleien: Datenschutzbeauftragten vor Einführung einbinden, AVV mit explizitem Verweis auf die KI-Verarbeitung unterzeichnen, intern Stichproben-Regeln für die Review-Schleife schriftlich festlegen.

Gut kombiniert mit

  • , Buchhaltung und Mandatsabrechnung laufen in vielen Insolvenzkanzleien parallel zu Winsolvenz. DATEV deckt das Rechnungswesen ab, Winsolvenz die Verfahrenstabelle, eine bewährte Kombination im deutschen Anwaltsmarkt.
  • , Für allgemeine Vertragsentwürfe und Vertragsprüfung direkt in Word ergänzt Spellbook das Winsolvenz-Setup; sinnvoll, wenn neben der Verfahrensführung viel Vertragsarbeit anfällt (Restrukturierung, Asset Deals aus der Masse).
  • , Für Anfechtungen im großen Stil (Sanierungs-M&A, Massensonderprüfungen) hilft eine spezialisierte Vertragsanalyse-KI, in der eingehende Vertragspakete strukturiert ausgewertet werden. Ergänzung, kein Ersatz.

Unser Testurteil

Winsolvenz mit Legal Twin verdient 4 von 5 Sternen. In der Zielgruppe, Insolvenzverwalter mit Winsolvenz als Kernsystem und Verfahren mit hohem Gläubigeraufkommen, ist es aktuell eines der wenigen produktiv einsetzbaren KI-Module in der deutschen Insolvenzwelt. EU-Datenhaltung, sauberer Review-Workflow, glaubhafte Zeitersparnis. Den fünften Stern verliert es, weil das Modul nur einen einzigen Anwendungsfall abdeckt, der Vendor-Lock-in über Winsolvenz hoch ist, die Preise nicht öffentlich sind und unabhängige Erfahrungsberichte noch dünn liegen. Für Kanzleien außerhalb der Zielgruppe ist das Produkt schlicht nicht zugänglich, wer Winsolvenz nicht einsetzt, hat keinen Einstiegspfad. Wer drin ist, sollte das Modul ernsthaft evaluieren.

Was wir bemerkt haben

  • Juni 2026: Korrektur. Der Anbieter firmiert als STP Informationstechnologie GmbH (nicht AG), Sitz Karlsruhe. Auf stp.one heißt es „stp.one wird Teil der Septeo Gruppe”, die Integration in die französische Septeo-Familie ist 2026 sichtbar im vollen Gang. Ein gesichertes Übernahmejahr nennen wir bewusst nicht, weil die öffentlichen Quellen widersprüchlich sind. Die Marke „STP” tritt zugunsten von „Legal Twin” und „Septeo” zurück.
  • Juni 2026: Rebranding bemerkt. Das KI-Modul, das früher als „AI Smart Claims” vermarktet wurde, heißt auf der offiziellen Produktseite jetzt „Legal Twin: Forderungserfassung”. Die Funktion (automatisierte Forderungserfassung mit menschlicher Letztprüfung) ist dieselbe geblieben.
  • Juni 2026: Auf der Produktseite verifiziert. Marketing-Claims „3x schnellere Forderungsbearbeitung” und „bis zu 100 Prozent weniger manuelle Fehler”. Der ROI-Rechner argumentiert mit mindestens 10 eingesparten Stunden je Berufsträger und Monat. Es bleiben Anbieterzahlen, keine unabhängig geprüften Werte.
  • Juni 2026: Die Liste produktiv einsetzbarer Module bleibt klein. Die Forderungserfassung ist der dominante Use-Case. Anfechtungsanalyse oder automatisierte Korrespondenz sind nicht öffentlich als verfügbare Module belegt. Wer hier mehr braucht, muss STP/Septeo direkt befragen.
  • Juni 2026: Die offiziellen Preise bleiben weiterhin unter Verschluss. Die Produktseite zeigt einen ROI-Rechner statt transparenter Listenpreise, eine schlüssige Verkaufslogik für ein Berufsbild, das im Stundenmarkt arbeitet, aber kein Ersatz für nachvollziehbare Lizenzkosten.

Quellen

  1. STP – Legal Twin: Forderungserfassung für Winsolvenz. https://www.stp.one/de/produkte/legal-twin/ai-smart-claims-fuer-winsolvenz (abgerufen am 2026-06-14). Automatisierte Forderungserfassung mit menschlicher Letztprüfung, Marketing-Claims 3x schnellere Bearbeitung und bis zu 100 Prozent weniger manuelle Fehler, ROI-Rechner mit rund 10 eingesparten Stunden je Berufsträger und Monat, EU-Datenhaltung. Rebranding von AI Smart Claims zu Legal Twin: Forderungserfassung..
  2. STP – Winsolvenz Insolvenzverwaltungssoftware. https://www.stp.one/de/produkte/winsolvenz (abgerufen am 2026-06-14). Funktionsumfang: digitale Workflows, automatisiertes Eingangsmanagement (Post, E-Mail, beA), Tabelleneinreichung bei Gerichten, ForStaB 2.0, Gläubigerinformationssystem (GIS), InsO-Up-App, integrierte Legal-Twin-Forderungserfassung..
  3. STP – Über uns (Septeo-Gruppe, ISO 27001). https://www.stp.one/de/ueber-uns (abgerufen am 2026-06-14). STP Informationstechnologie GmbH, Sitz Karlsruhe, Teil der Septeo-Gruppe, ISO-27001-Zertifizierung seit 2020..

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