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viAct

viAct (Sitz Hongkong)

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viAct ist eine auf Baustellen spezialisierte Computer-Vision-KI, die Sicherheitsverstöße in Echtzeit erkennt, fehlende PSA, Personen in Sperrbereichen, Absturzgefahr. Das System läuft auf bestehenden IP-Kameras oder Edge-Geräten und liefert Alarme innerhalb von Sekunden an Bauleiter-Smartphones.

Kosten: Keine öffentliche Preisliste, Zugang nur über Demo und Vertrieb. Marktbeobachtungen nennen Richtwerte von ca. 150–400 EUR/Kamera/Monat je nach Modulen.

Kategorien

Stärken

  • Spezialisiert auf Bau: vortrainierte Modelle für PSA, Sperrbereich, Absturzgefahr und Enge-Räume
  • Läuft on-premise oder edge, keine Echtzeitübertragung in die Cloud zwingend nötig
  • Alarmiert innerhalb von 2–3 Sekunden nach Erkennung
  • Dashboard mit Sicherheitsstatistiken für gezielte Gespräche mit Polieren
  • Breites Produkt-Ökosystem: CCTV-KI-Module, LiDAR (viLID), Drohnen (viAER), Maschinen (viMAC), Krane/Hebezeuge (viHOI) und mobile Einheiten (viMOV)

Einschränkungen

  • Hohe False-Positive-Rate in der Kalibrierungsphase, 4–6 Wochen Feinjustierung nötig
  • Setzt stabile Netzwerkinfrastruktur auf der Baustelle voraus
  • Für kleine Baustellen unter 30 Mitarbeitern oft unwirtschaftlich
  • Daten werden international übertragen, kein EU-Datenzentrum ausgewiesen
  • Preise nur auf Anfrage, kein transparentes Preismodell für einfachen Vergleich

Passt gut zu

Generalunternehmer mit Baustellen ab 50 Mitarbeitern Projekte mit hohem Nachunternehmer-Anteil, schwer zu kontrollieren Betriebe mit BG BAU Förderantrag für technische Prävention

Wann ja, wann nein

Wann ja

  • Du leitest Großbaustellen mit dauerhafter Kameraüberwachung und willst PSA-Kontrolle automatisieren
  • Dein Betrieb hat wiederkehrende Probleme mit Sperrbereichen oder Absturzgefahr
  • Du willst Sicherheitsvorfälle mit Fotodokumentation für BG BAU oder Versicherungen belegen
  • Du suchst eine skalierbare Lösung, die mit mehreren Kameras gleichzeitig läuft

Wann nein

  • Deine Baustelle hat weniger als 30–40 Mitarbeiter, ROI ist dann fraglich
  • Du hast keine stabile Netzwerkinfrastruktur oder nur temporäre Baustelleninternet-Lösungen
  • Du benötigst nachgewiesene EU-Datenhaltung für öffentliche Auftraggeber oder DSGVO-kritische Projekte
  • Du willst Kosten vorab vergleichen, ohne Angebotsprozess keine Preistransparenz

Kurzfazit

viAct ist das spezialistischste verfügbare System für automatisierte Baustellensicherheit per Computer Vision. Wo manuelle Kameraüberwachung an ihre Grenzen stößt, erkennt viAct PSA-Verstöße, Personen in Sperrbereichen und Absturzgefahren in Echtzeit, und alarmiert Bauleiter per Smartphone innerhalb von Sekunden. Das System ist in seiner Nische überzeugend, aber kein Allrounder: Die Kalibrierungsphase kostet Zeit, die Infrastrukturanforderungen sind nicht trivial, und der Preis lohnt sich erst ab einer gewissen Baustellen-Größe.

Für wen ist viAct?

Sicherheitsverantwortliche auf Großbaustellen: viAct ist für Baustellen mit 50+ Mitarbeitern konzipiert, auf denen PSA-Kontrolle durch Sicherheitsbeauftragte allein nicht mehr lückenlos möglich ist. Das System übernimmt die kontinuierliche Überwachung und dokumentiert Verstöße automatisch.

Generalunternehmer mit Nachunternehmer-Anteil: Wenn auf einer Baustelle verschiedene Subunternehmen tätig sind, wird Sicherheitskontrolle besonders schwierig. viAct erkennt PSA-Verstöße unabhängig davon, welchem Unternehmen der Mitarbeiter angehört, und liefert neutrale Dokumentation.

Betriebe mit BG BAU Förderantrag: Technische Präventionsmaßnahmen können über die Arbeitsschutzprämie der BG BAU gefördert werden. viAct dokumentiert den Einsatz lückenlos, eine direkte Unterstützung für den Förderantrag.

Industriebetriebe und Facility Manager: viAct adressiert neben Bau auch Öl & Gas, Bergbau, Fertigung und Facility Management. Die gleiche KI-Logik lässt sich auf Fabrikhallen, Lagerhäuser oder Infrastrukturprojekte anwenden.

Weniger geeignet für: Kleine Baustellen unter 30 Mitarbeitern (Kostenverhältnis stimmt nicht), Betriebe ohne stabile Netzwerkinfrastruktur, und Projekte mit harten EU-Datenschutzanforderungen für öffentliche Auftraggeber.

Preise im Detail

PaketGrundlagePreis (Richtwert)
StarterPro Kamera/Monatca. 150–200 EUR
ProfessionalPro Kamera/Monat inkl. mehr Moduleca. 250–350 EUR
EnterpriseIndividuell, inkl. viHUB-Plattformauf Anfrage
HardwareviLID, viAER, IoT-SensorenEinmalkauf, auf Anfrage

Einordnung: viAct veröffentlicht keine Preisliste, alle Angaben sind Richtwerte aus Marktbeobachtungen und Kundenberichten. Bei 6 Kameras im Professional-Paket liegt das Budget typisch bei 1.500–2.100 EUR/Monat. Dazu kommen Installationskosten und die initiale Kalibrierungsphase. Für BG BAU-Mitglieder kann ein Teil über die Arbeitsschutzprämie gefördert werden (bis zu 50 % der Investitionskosten in technische Prävention). Die monatlichen Laufzeitkosten sind durch Förderung schwerer zu decken.

Stärken im Detail

Vortrainierte Szenario-Modelle reduzieren den Einrichtungsaufwand erheblich. viAct kommt nicht mit einem leeren KI-Modell, das erst angelernt werden muss. Stattdessen sind Szenarien wie PSA-Erkennung, Sperrbereichsüberwachung und Absturzkanten-Monitoring bereits vortrainiert, auf Basis von Daten aus internationalen Bauprojekten. Das bedeutet: Das System erkennt typische Verstöße vom ersten Tag an, ohne monatelange Trainingsdaten zu benötigen.

Echtzeit-Alarmierung unter 3 Sekunden. Die Zeitspanne zwischen Erkennung eines Verstoßes und Alarm auf dem Bauleiter-Smartphone liegt typisch bei 2–3 Sekunden. Das ist relevant, weil viele Sicherheitsvorfälle zeitkritisch sind, ein verspäteter Alarm ist kein Alarm. viAct verarbeitet lokal (edge) oder über eine Cloud-Verbindung, je nach Konfiguration.

Das viHUB-Dashboard macht Statistiken für Managementgespräche nutzbar. Nicht nur Alarme, sondern aggregierte Sicherheitsstatistiken: Wie viele PSA-Verstöße pro Woche? Welche Bereiche sind Hotspots? Welche Schichten zeigen erhöhte Verstöße? Diese Daten machen Sicherheitsgespräche mit Polieren und Nachunternehmern konkret und belegbar, statt auf Eindrücken zu beruhen.

Breites Produkt-Ökosystem für verschiedene Einsatzsituationen. Neben den CCTV-KI-Modulen für bestehende IP-Kameras bietet viAct eigene Produktlinien: viLID (LiDAR-Sensoren), viAER (Drohnenintegration), viMOV (mobile Einheiten), viHOI (Hebezeug- und Kransicherheit), viMAC (Maschinenüberwachung) und viBOT (Robotik). Zusammengeführt werden die Datenströme im viHUB-Dashboard. Das macht viAct zu einer Plattform, nicht nur zu einer Software.

Schwächen ehrlich betrachtet

Die Kalibrierungsphase ist ein echter Zeitfresser. In den ersten 4–6 Wochen nach der Installation produziert das System eine erhöhte False-Positive-Rate, das System muss lernen, harmlose Situationen (Maschinen ohne Personen, bestimmte Lichtverhältnisse) von echten Verstößen zu unterscheiden. Während dieser Zeit können Alarme nicht verlässlich für Dokumentation genutzt werden, und das Vertrauen der Bauleiter in das System leidet, wenn täglich Fehlalarme aufpoppen.

Netzwerkinfrastruktur auf Baustellen ist oft ein Problem. viAct funktioniert am besten mit stabiler Internetverbindung, was auf vielen deutschen Baustellen, besonders in Tiefbau oder abgelegenen Bereichen, schlicht nicht gegeben ist. Edge-Betrieb ist zwar möglich, erfordert aber zusätzliche Hardware und Konfiguration. Baustellen mit schlechter LTE-Versorgung sollten die Netzwerksituation vor dem Kauf realistisch einschätzen.

Kein ausgewiesenes EU-Datenzentrum. viAct hat seinen Firmensitz in Hongkong (Kwun Tong, Kowloon). Ein expliziter EU-Server-Standort wird auf der Website nicht ausgewiesen, weshalb wir das Datenhosting als “global” einstufen. Für öffentliche Auftraggeber oder DSGVO-sensible Projekte ist das ein potenzielles Hindernis, das vor Vertragsschluss geklärt werden muss.

Preise nur auf Anfrage schaffen eine Verhandlungsasymmetrie. Ohne Listenpreise ist jede Kaufentscheidung ein Verhandlungsprozess. Das bindet Zeit und macht unabhängige Vergleiche schwierig. Wer ein Budget vorab definieren muss (z.B. für Investitionsplanung oder Förderanträge), steht ohne Angebotsprozess im Leeren.

Alternativen im Vergleich

Wenn du……nimm stattdessen
Baudokumentation und Sicherheit in einer Plattform willstProcore mit Safety-Modulen
Aufgaben-Tracking und Mängelmanagement kombinieren willstPlanRadar
Mit Autodesk-Workflow integrierst und Bauüberwachung brauchstAutodesk BIM 360

viAct ist keine All-in-One-Baumanagement-Plattform, sondern ein hochspezialisiertes Sicherheitstool. Es ersetzt kein PlanRadar oder Procore, es ergänzt sie. In der Disziplin “automatisierte Kamerasicherheit mit KI” ist viAct das stärkste verfügbare Spezialtool für Bauunternehmen.

So steigst du ein

Schritt 1: Kontaktiere viAct über die Website für eine Demo mit echtem Footage von einer Baustelle. Kläre dabei: Welche Erkennungsszenarien sind für eure Baustelle relevant, PSA, Sperrbereich, Absturzgefahr, Beengte Räume? Das bestimmt, welche Module aktiviert werden. Frag auch explizit nach dem Serverstandort, wenn EU-Datenhaltung für euer Projekt relevant ist.

Schritt 2: Lass viAct die bestehenden Kamerastandorte auf eurer Baustelle evaluieren oder plane neue Edge-KI-Kamera-Positionen für Zufahrt, Gerüstbereiche und Kranzonen. viAct liefert Hardware-Empfehlungen oder kalibriert das System auf vorhandene IP-Kameras. Kläre in diesem Schritt auch die Netzwerk-Situation, stabile Verbindung ist Voraussetzung für zuverlässige Echtzeit-Alarme.

Schritt 3: Starte eine 4–6-wöchige Kalibrierungsphase mit bewusstem Erwartungsmanagement im Team. In dieser Zeit werden False Positives reduziert. Kommuniziere klar, dass Alarme in dieser Phase noch nicht vollständig verlässlich sind. Erst danach: Vollbetrieb mit Alarm-Benachrichtigungen an Bauleiter und Auswertung im viHUB-Dashboard für regelmäßige Sicherheitsgespräche.

Ein konkretes Beispiel

Ein Generalunternehmer mit 80 Mitarbeitern auf einer Rohbaustelle in München installiert 6 viAct-Kameras an Gerüstzugängen und Kranausleger-Bereichen. Nach 5 Wochen Kalibrierung: durchschnittlich 4 PSA-Verstöße täglich erkannt, die vorher nicht bemerkt wurden, überwiegend fehlende Schutzhelme beim Betreten des Kranbereichs. Drei dokumentierte Gespräche mit Polieren auf Basis der Fotodokumentation führen zu messbarer Verhaltensänderung. Zwei Monate nach dem Vollbetrieb zeigt das viHUB-Dashboard eine Reduktion der Verstöße um 65 %. Die BG BAU übernimmt 40 % der Investition über die Arbeitsschutzprämie.

DSGVO & Datenschutz

  • Datenhosting: Keine ausgewiesenen EU-Server. viAct hat seinen Firmensitz in Hongkong; ein EU-Datenzentrum wird auf der Website nicht benannt, daher Einstufung als “global”
  • Videodaten: Kamera-Aufnahmen sind personenbezogene Daten von Beschäftigten. Bei einem Anbieter außerhalb der EU ist die Auftragsverarbeitung besonders sorgfältig zu prüfen
  • AVV und Übermittlung: Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) und die Rechtsgrundlage für die Drittlandübermittlung (z.B. Standardvertragsklauseln) konnten wir nicht öffentlich verifizieren. Vor Vertragsschluss schriftlich anfragen
  • Empfehlung: Vor dem Einsatz auf öffentlichen Projekten oder DSGVO-kritischen Vorhaben explizit den Serverstandort und einen AVV anfragen. Bei Hosting außerhalb der EU eine Datenschutz-Folgenabschätzung durchführen und den Betriebsrat frühzeitig einbinden

Gut kombiniert mit

  • PlanRadar, Sicherheitsvorfälle aus viAct-Alarmen direkt als PlanRadar-Aufgaben anlegen und mit Fotos dokumentieren; lückenlose Mängelkette von Erkennung bis Abschluss
  • Procore, viAct-Alarmdaten in Procore-Sicherheitsberichte einbetten; gemeinsam die vollständigste Sicherheitsdokumentation für Auftraggeber und Versicherungen
  • Claude, Wöchentliche Sicherheitsberichte auf Basis der viAct-Statistiken automatisch formulieren; Dashboard-Daten als Grundlage für strukturierte Managementberichte nutzen

Unser Testurteil

viAct verdient 4 von 5 Sternen für seine Spezialisierung. Kein anderes System auf dem Markt erkennt Baustellensicherheitsverstöße so zuverlässig und schnell in Echtzeit, das vortrainierte Modell, die schnelle Alarmierung und das Hardware-Ökosystem sind echte Stärken. Die fehlende Preistransparenz, die 4–6-wöchige Kalibrierungsphase und das ungeklärte EU-Hosting kosten einen Stern. Für Generalunternehmer mit Großbaustellen ab 50 Mitarbeitern gibt es aktuell keine bessere Speziallösung für automatisierte Kamerasicherheit.

Was wir bemerkt haben

  • Juni 2026, Quellen-Check: viAct gibt auf seiner Website als Firmensitz eine Adresse in Hongkong (Kwun Tong, Kowloon) an. Einen explizit ausgewiesenen EU-Serverstandort konnten wir nicht bestätigen, daher steht das Datenhosting auf “global”. Die früher hier genannte Rechtsentität “Customindz Inc.” konnten wir nicht über die offizielle Website verifizieren und haben sie daher aus den Stammdaten entfernt, lieber eine Lücke als eine unbelegte Angabe.
  • Juni 2026, Preise weiterhin intransparent: viAct veröffentlicht keine Preisliste. Der Zugang läuft ausschließlich über “Request A Demo” und “Talk To Sales”. Die in diesem Artikel genannten Beträge sind Richtwerte aus Marktbeobachtung, keine offiziellen Listenpreise.
  • 2023 bis 2024, viAct hat sein Produktportfolio erkennbar erweitert: Neben den CCTV-KI-Modulen gibt es eigene Linien wie viLID (LiDAR), viAER (Drohne), viMAC (Maschinen), viHOI (Hebezeuge) und viBOT (Robotik). Damit wandelt sich viAct vom reinen Videoanalyse-Tool zur Überwachungsplattform.

Quellen

  1. viAct – Startseite und Produktübersicht. https://www.viact.ai (abgerufen am 2026-06-14). Firmensitz Hongkong (Kwun Tong, Kowloon); Produktlinien viHUB, viLID, viAER, viMOV, viHOI, viMAC, viBOT und CCTV-KI-Module; Erkennungsszenarien PSA, Sperrbereich, Arbeiten in der Höhe, enge Räume, Permit-to-Work; Branchen Bau, Fertigung, Logistik, Öl & Gas, Bergbau u.a.; keine öffentliche Preisliste, nur Demo/Talk-to-Sales.

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Arthur Atlas

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