Valmet Fiber Furnish Control
Valmet
Valmet Fiber Furnish Control ist ein modellbasierter Regelkreis für die Stoffaufbereitung und Mahlwerk-Optimierung von Papier-, Karton- und Tissuemaschinen. Das System nutzt kontinuierliche Messdaten zu Fasereigenschaften, Konsistenz und Mahlgrad (Freeness) und regelt die spezifische Energiezufuhr der Refiner automatisch, mit dem Ziel, Qualitätsziele bei minimalem Energieeinsatz stabil zu halten. Es ist keine KI, sondern klassische modellbasierte Mehrgrößenregelung.
Kosten: Preise ausschließlich auf Anfrage; Standalone-Installation oder Integration in vorhandenes Valmet DNA / Valmet IQ QCS. Gesamtinvestition inklusive Analyzer-Hardware und Implementierung typisch im fünf- bis sechsstelligen EUR-Bereich
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Stärken
- Echtzeit-Closed-Loop-Regelung auf Basis gemessener Fasereigenschaften und Mahlgrad statt manueller Stichproben und Setpoint-Korrekturen
- Proaktive, modellbasierte Mehrgrößenregelung: regelt alle Stellgrößen gleichzeitig anhand eines Prozessmodells, nicht reaktiv Regler für Regler
- Nahtlose Integration in vorhandene Valmet DNA Automatisierung und Valmet IQ QCS, oder als Standalone-Lösung lauffähig
- Senkt nachweislich die Variabilität von Mahlgrad und Fasereigenschaften, reduziert Bahnabrisse und Energieverbrauch
- Feedforward-Anteile kompensieren Rohstoffschwankungen, bevor sie die Papierqualität erreichen
- Branchenspezifisch für Zellstoff-, Karton-, Verpackungs- und Tissue-Linien ausgelegt, mit deutschsprachigem Service
Einschränkungen
- Volle Wirkung nur mit Valmet-eigener Mess- und Automationshardware (Valmet Fiber Furnish Analyzer / MAP Q, Konsistenzmessung, Valmet DNA)
- Erfordert einen Inline-Faseranalyzer als Sensorbasis, zusätzliche, projektabhängige Investition
- Keine öffentliche Preisliste; Projektkosten hängen stark von Linienanzahl und vorhandener Infrastruktur ab
- Kein herstellerneutraler Ansatz, der Nutzen ist am größten, wenn Valmet ohnehin Ausrüster für Refiner und Automatisierung ist
- Kein Tool für KMU oder kurzfristige Tests, es ist ein Anlagen-Projekt mit Engineering, Kalibrierung und Inbetriebnahme
Passt gut zu
Kurzfazit
Valmet Fiber Furnish Control ist kein Chatbot und kein Allzweck-Werkzeug, sondern ein modellbasierter Regelkreis für die Faseraufbereitung in der Papier-, Karton- und Tissueindustrie. Wichtig vorweg: Das ist kein KI-Tool im engeren Sinn. Valmet selbst spricht von einer „proaktiven Mehrgrößenregelung”, die alle Stellgrößen gleichzeitig anhand eines Prozessmodells regelt, also klassische, modellbasierte Regelungstechnik, nicht maschinelles Lernen. Statt dass Operatoren Mahl-Setpoints anhand von Laborwerten und Bauchgefühl nachjustieren, nutzt das System Inline-Messdaten zu Fasereigenschaften, Konsistenz und Mahlgrad und regelt die spezifische Energiezufuhr der Refiner automatisch nach. Das Ergebnis: stabilere Qualität, weniger Bahnabrisse und spürbar weniger Energieverbrauch, weil das System nicht mehr „sicherheitshalber” übermahlt. Die größte Einschränkung ist zugleich die offensichtlichste: Den vollen Nutzen bekommst du nur in einer Valmet-Welt, mit Valmet-Analyzern und Valmet DNA. Wer diese Basis hat, bekommt eines der ausgereiftesten Regelungsprodukte seiner Klasse. Wer sie nicht hat, kauft de facto eine Modernisierung der gesamten Faserlinie mit.
Für wen ist Valmet Fiber Furnish Control?
Produktions- und Qualitätsverantwortliche in Papier- und Kartonwerken: Wenn die Mahlgrad-Variabilität die Maschinenfahrweise diktiert und Operatoren konservative Energiesetpoints fahren müssen, um auf der sicheren Seite zu bleiben, ist genau das die Lücke, die das System schließt. Es regelt enger, als ein Mensch im Schichtbetrieb regeln kann, kontinuierlich und ohne Ermüdung.
Tissue-Hersteller: Bei Tissue entscheidet die Faserbehandlung über Weichheit, Festigkeit und Saugfähigkeit, und die Toleranzen sind eng. Eine inline geregelte spezifische Energiezufuhr hält diese Eigenschaften konstanter, als es manuelle Korrekturen erlauben.
Werke mit hohem Altpapieranteil: Recyclingfaser schwankt in Qualität und Zusammensetzung von Charge zu Charge. Die Feedforward-Anteile der Regelung fangen solche Rohstoffschwankungen ab, bevor sie das Endprodukt erreichen, das ist der Use Case, in dem das System seinen Mehrwert am deutlichsten zeigt.
Energiemanager und Nachhaltigkeitsverantwortliche: Refiner gehören zu den größten Stromverbrauchern einer Papiermaschine. Wer übermahlt, verbrennt Strom für Qualität, die der Kunde nicht bezahlt. Eine engere Regelung schlägt sich direkt in der Energiebilanz und im CO2-Fußabdruck nieder.
Bestehende Valmet-Kunden: Wer ohnehin Valmet DNA und Valmet IQ fährt, bekommt hier den am tiefsten integrierten Ausbau, kein Parallelsystem, kein zweites HMI, keine Schnittstellenbasteleien.
Weniger geeignet für: Werke ohne Valmet-Automatisierung, die einen herstellerneutralen Regelungsansatz suchen (hier wird es teuer, weil die Mess- und Automationsbasis mitgekauft werden muss). Ebenso ungeeignet für alle, die eine schnelle, günstige Software-Lösung erwarten, dies ist ein Anlagenprojekt mit Engineering, Inbetriebnahme und Kalibrierungsphase, kein Software-Abo.
Preise im Detail
| Komponente | Modell | Einordnung |
|---|---|---|
| Regelungssoftware (Fiber Furnish Control) | Projektpreis auf Anfrage | Lizenz/Engineering, abhängig von Linienanzahl und Komplexität |
| Sensorbasis (Valmet Fiber Furnish Analyzer / MAP Q) | Hardware-Investition auf Anfrage | Inline-Faseranalyzer als Voraussetzung, sofern nicht vorhanden |
| Konsistenzmessung | Hardware auf Anfrage | Teil der Messbasis; oft bereits installiert |
| Integration in Valmet DNA / IQ | Im Projekt enthalten | Standalone-Betrieb ebenfalls möglich |
| Service & Remote-Support | Vertraglich, optional | Diagnose, Modell-Updates, Kalibrierung über Servicevertrag |
Einordnung: Valmet veröffentlicht keine Preise, das ist im Anlagenbau Standard, aber für eine ehrliche Einordnung unbefriedigend. Realistisch bewegt sich die Gesamtinvestition je nach vorhandener Infrastruktur im fünf- bis sechsstelligen EUR-Bereich. Der entscheidende Hebel ist, ob die Messbasis schon steht: Wer bereits einen Valmet-Faseranalyzer und Konsistenzmessung betreibt, kauft im Wesentlichen die Regelungssoftware und das Engineering, das ist überschaubar. Wer bei null anfängt, finanziert eine komplette Sensor-Aufrüstung der Faserlinie mit, und dann reden wir über eine andere Größenordnung. Die Wirtschaftlichkeit steht und fällt mit den Energieeinsparungen und der reduzierten Ausschuss-/Abrissrate: In stromintensiven Werken amortisiert sich eine engere Mahlregelung erfahrungsgemäß über die Energiekosten, nicht über die Qualität allein. Lass dir das Einsparpotenzial vor der Investition auf Basis deiner eigenen Historiendaten quantifizieren, das ist der einzig belastbare Business Case.
Stärken im Detail
Echtzeit-Regelung statt Stichproben. Der klassische Ablauf, Labor zieht eine Probe, misst Freeness, Operator passt den Setpoint an, hat eine systematische Schwäche: Zwischen Probe und Korrektur vergehen Minuten bis Stunden, in denen die Linie an einem veralteten Sollwert fährt. Fiber Furnish Control schließt diese Lücke, indem es inline misst und kontinuierlich nachregelt. Die Qualität wird nicht mehr nachträglich korrigiert, sondern gehalten.
Proaktive Mehrgrößenregelung. Das System ist kein Bündel einzelner PID-Regler, sondern eine modellbasierte Mehrgrößenregelung: Es regelt alle Stellgrößen gleichzeitig anhand eines Prozessmodells und der Sollwerte. Das ist entscheidend, weil Mahlgrad, Energieeintrag, Durchsatz und Konsistenz voneinander abhängen, wer nur eine Größe isoliert regelt, kämpft gegen die anderen. Ein Modell, das die Wechselwirkungen kennt, findet den Arbeitspunkt, den ein menschlicher Operator höchstens annähern kann.
Feedforward gegen Rohstoffschwankungen. Recyclingfaser und wechselnde Faserzusammensetzungen sind das Hauptärgernis jeder Stoffaufbereitung. Statt erst zu reagieren, wenn die schlechte Qualität schon in der Bahn ist, nutzt das System Feedforward-Anteile: Es erkennt eine Veränderung am Eingang und passt die Regelung an, bevor die Störung das Endprodukt erreicht. Genau hier liegt der praktische Mehrwert gegenüber rein reaktiver Regelung.
Tiefe Integration in die Valmet-Welt. Wer Valmet DNA und Valmet IQ fährt, bekommt Fiber Furnish Control ohne Systembruch, gleiche Bedienoberfläche, gleiche Datenhaltung, kein zweites HMI. Das senkt die Einstiegshürde für die Mannschaft erheblich und reduziert die Schnittstellen-Komplexität, die bei herstellergemischten Lösungen oft den größten Teil der Projektkosten frisst.
Direkter Hebel auf Energie und Ausschuss. Refiner sind Stromfresser, und das größte Einsparpotenzial liegt im Vermeiden von Übermahlung. Eine engere Regelung erlaubt es, näher am tatsächlich benötigten Mahlgrad zu fahren, statt mit Sicherheitspuffer. Weniger Energie, weniger Variabilität, weniger Bahnabrisse, drei Effekte, die alle auf dieselbe Ursache zurückgehen: ein Prozess, der enger gehalten wird.
Schwächen ehrlich betrachtet
Hersteller-Lock-in als Grundvoraussetzung. Den vollen Nutzen gibt es nur mit Valmet-Messtechnik und Valmet-Automatisierung. Das ist kein versteckter Haken, sondern Architektur: Die Regelung lebt von der Datenqualität der Inline-Analyzer und der tiefen DNA-Integration. Wer eine ABB- oder Honeywell-Leitwarte fährt, bekommt entweder eine teurere Standalone-Insellösung oder muss die Frage stellen, ob er nicht gleich die Automatisierung mit modernisiert. Ein herstellerneutrales Produkt ist das nicht und will es auch nicht sein.
Keine Preistransparenz. Alles läuft über Anfrage und Projektkalkulation. Für die Branche normal, aber es macht eine schnelle Wirtschaftlichkeitseinschätzung unmöglich, ohne Valmet ins Boot zu holen. Du kannst die Investition nicht im stillen Kämmerlein durchrechnen, du brauchst zwingend eine Machbarkeitsstudie auf Basis deiner Daten.
Hohe Einstiegsschwelle ohne vorhandene Sensorbasis. Wenn der Inline-Faseranalyzer noch fehlt, ist die Regelungssoftware nur die Spitze des Eisbergs. Die Sensor-Investition kann das Budget dominieren, und sie rechnet sich nur, wenn das Werk groß und stromintensiv genug ist, um die Einsparungen einzufahren. Für kleine oder margenschwache Linien kippt der Business Case schnell.
Kalibrierung und Modellpflege sind kein Selbstläufer. Ein modellbasierter Regler ist nur so gut wie sein Modell. Die erste Kalibrierungsphase dauert Wochen, und bei größeren Änderungen am Fasermix oder an der Anlage muss nachjustiert werden. Das verlangt entweder eigenes Prozess-Know-how oder einen laufenden Servicevertrag mit Valmet, beides ist eine wiederkehrende Verpflichtung, kein einmaliger Kauf.
Nichts für schnelle Erfolge. Von der ersten Anfrage über Machbarkeitsstudie, Pilotbetrieb und Empfehlungsmodus bis zum vollautonomen Closed-Loop vergehen Monate. Wer kurzfristig Druck hat, findet hier keine Abkürzung. Das ist die Natur von Anlagenautomatisierung, aber es muss klar gesagt sein.
Alternativen im Vergleich
| Wenn du… | …nimm stattdessen |
|---|---|
| Die Qualität über die gesamte Bahnbreite (Feuchte, Flächengewicht, Dicke) regeln willst | |
| Klebstoffe und Kunststoffe (Stickies) im Altpapier laborseitig erkennen willst | |
| Mathematische Produktionsplanung und Scheduling für die Prozessindustrie brauchst | |
| Vorausschauende Wartung für rotierende Maschinen (Refiner, Pumpen) suchst | |
| Herstellerneutrale Maschinendaten und OEE-Transparenz auf dem Shop Floor willst |
Direkte, herstellerunabhängige Konkurrenten zu Fiber Furnish Control gibt es kaum, die wenigen vergleichbaren MPC-Lösungen für die Stoffaufbereitung stammen von den anderen großen Papiermaschinen-Ausrüstern (etwa ABB oder Voith), und die sind ihrerseits an deren Mess- und Automationswelten gebunden. Die ehrliche Wahrheit lautet: In der Praxis entscheidet die Frage „Wer ist mein Automatisierungslieferant?” über die Wahl, nicht ein freier Feature-Vergleich.
So steigst du ein
Schritt 1: Ausgangslage klären und Valmet kontaktieren. Beschreibe über valmet.com/contact deinen Automatisierungsstand (Valmet DNA / IQ vorhanden oder nicht), den Maschinentyp und das Hauptproblem, Variabilität, Energieverbrauch oder beides. Valmet bewertet, ob eine Integration in ein bestehendes DNA/IQ-System oder eine Standalone-Installation der sinnvollere Weg ist. Sei hier offen über deine vorhandene Sensorbasis: Sie entscheidet maßgeblich über die Projektgröße.
Schritt 2: Machbarkeitsstudie auf deinen Daten. Lass das Einsparpotenzial auf Basis deiner historischen Prozessdaten quantifizieren, typischerweise werden mehrere Monate Historiendaten ausgewertet, um die Modellstruktur für deinen spezifischen Fasermix zu definieren und einen belastbaren Business Case zu rechnen. Das ist der Punkt, an dem aus „klingt gut” eine konkrete Amortisationsrechnung wird. Ohne diesen Schritt kaufst du eine Hoffnung statt eine Zahl.
Schritt 3: Pilot, Empfehlungsmodus, dann Closed-Loop. Starte an einer Faserlinie. Die erste Kalibrierungsphase dauert typisch einige Wochen. Danach läuft das System zunächst im Empfehlungsmodus, der Operator bestätigt die vorgeschlagenen Setpoint-Änderungen, was Vertrauen in die Regelung aufbaut. Erst wenn die Mannschaft die Ergebnisse sieht, geht es in den vollautonomen Closed-Loop-Betrieb. Diese Staffelung ist kein Bürokratie-Aufwand, sondern die bewährte Art, eine automatische Regelung in einer Schichtmannschaft zu verankern.
Ein konkretes Beispiel
Ein Kartonwerk mit drei Faserpräparationslinien und rund 800 Tonnen Tagesproduktion kämpft mit schwankendem Mahlgrad: Die Freeness streut so stark, dass die Operatoren konservative Energiesetpoints fahren müssen, um die untere Qualitätsgrenze sicher zu halten. Das Resultat ist systematische Übermahlung bei guter Faserlage, also Strom, der für Qualitätsreserve verbrannt wird, die der Kunde nie sieht. Nach Einführung von Fiber Furnish Control auf allen Hauptlinien regelt das System die spezifische Energiezufuhr inline anhand der gemessenen Fasereigenschaften nach. Die Mahlgrad-Variabilität sinkt deutlich, die Linie kann näher am tatsächlich benötigten Sollwert fahren, und der spezifische Energieeintrag geht messbar zurück, bei unveränderten Qualitätsanforderungen. Hinzu kommt ein Effekt, den die Schichtleiter besonders schätzen: weniger Bahnabrisse, weil die Faserqualität stabiler in die Maschine läuft. (Illustratives Szenario auf Basis typischer Valmet-Anwendungsfälle; die konkreten Werte variieren je Werk und sind in der Machbarkeitsstudie zu ermitteln.)
DSGVO & Datenschutz
- Datenhosting: Prozessdaten verbleiben on-premises im Valmet DNA System des Werks, für den Basisbetrieb ist keine obligatorische Cloud-Übertragung erforderlich. Damit bleibt die Datenhaltung in der EU bzw. im Werk selbst.
- Personenbezug: Das System verarbeitet Maschinen- und Prozessdaten, keine personenbezogenen Daten im engeren Sinn. DSGVO-Relevanz entsteht allenfalls über Bedien-, Login- und Service-Protokolle.
- Remote-Support: Valmet kann Remote-Zugriff für Diagnose und Modell-Updates anbieten. Dies wird vertraglich geregelt und sollte auf VPN-basierte, protokollierte Zugänge beschränkt werden.
- Datennutzung: Produktionsdaten werden von Valmet nicht ohne ausdrückliche Vereinbarung zum Training anderer Modelle genutzt. Wer Daten teilt (etwa für Benchmarking oder Fern-Optimierung), sollte Umfang und Zweck schriftlich fixieren.
- Empfehlung: Den Remote-Zugriff in einer klaren Vereinbarung über Umfang, Protokollierung und Datenzugriff regeln und in den Servicevertrag aufnehmen. Bei sensiblen Werksdaten zusätzlich festlegen, welche Daten das Werk verlassen dürfen und welche nicht.
Gut kombiniert mit
, das natürliche Gespann: Fiber Furnish Control regelt die Faser in der Stoffaufbereitung, Valmet IQ regelt anschließend Feuchte, Flächengewicht und Dicke über die gesamte Bahnbreite. Zusammen ergibt sich eine durchgängige Qualitätsregelung von der Faser bis zur fertigen Bahn. , Refiner sind rotierende Maschinen mit Lagern, Unwucht und Verschleiß. Während Fiber Furnish Control die Prozessgüte regelt, überwacht ein Predictive-Maintenance-System wie Tractian den mechanischen Zustand und warnt vor Ausfällen, bevor sie die Produktion stoppen. , für Werke mit hohem Altpapieranteil sinnvoll: Während Fiber Furnish Control auf Fasereigenschaften regelt, klassifiziert ein DOMAS-Laborsystem die Stickies- und Kunststoffbelastung im Eingangsstoff. Beide zusammen geben ein vollständigeres Bild über die Qualität der Recyclingfaser.
Unser Testurteil
Valmet Fiber Furnish Control verdient 4 von 5 Sternen. In seiner Kategorie, modellprädiktive Faser- und Mahlregelung für die Papierindustrie, gehört es zur Spitzengruppe: ausgereift, tief integriert, mit echtem Hebel auf Energie, Variabilität und Bahnabrisse. Die proaktive Mehrgrößenregelung ist genau die Art von Automatisierung, die ein menschlicher Operator im Schichtbetrieb nicht leisten kann, und der Feedforward-Ansatz adressiert das größte reale Problem der Branche: schwankende Recyclingfaser. Den fünften Stern kostet der Hersteller-Lock-in, der volle Nutzen ist an die Valmet-Mess- und Automationswelt gebunden, ein herstellerneutraler Einsatz ist nicht vorgesehen. Hinzu kommen die fehlende Preistransparenz und die hohe Einstiegsschwelle für Werke ohne vorhandene Sensorbasis. Für bestehende Valmet-Kunden mit stromintensiver Stoffaufbereitung ist es eine der überzeugendsten Investitionen im Automatisierungs-Portfolio. Für alle anderen ist es eine Grundsatzentscheidung über den Automatisierungslieferanten, und die fällt selten allein an diesem einen Produkt.
Was wir bemerkt haben
- Juni 2026, Bei der Quellenprüfung auf der offiziellen Produktseite fiel auf: Valmet bewirbt Fiber Furnish Control nirgends mit KI, maschinellem Lernen oder neuronalen Netzen. Es handelt sich um eine klassische, modellbasierte Mehrgrößenregelung („proaktive Mehrgrößenregelung”). Wir haben die früher verwendete Bezeichnung „MPC/modellprädiktiv” entschärft, weil Valmet diesen Begriff selbst nicht führt, und das Tool als KI-angrenzend (nicht KI-Kern) eingeordnet.
- Mai 2026, Valmet vermarktet die Regelung konsequent als Teil eines Systems aus Inline-Faseranalyzer (Fiber Furnish Analyzer / MAP Q), Konsistenzmessung und Valmet DNA. Wer nur „die Software” erwartet, unterschätzt den Projektumfang regelmäßig, die Sensorbasis ist die eigentliche Investition, nicht der Regler.
- Mai 2026, Die Positionierung gegenüber dem Schwesterprodukt Valmet IQ ist klarer geworden: Fiber Furnish Control regelt die Faser vor der Maschine (Stoffaufbereitung/Refiner), Valmet IQ regelt das Blatt in der Maschine (Querprofile). Beide werden zunehmend als gemeinsames Qualitätsregelungs-Konzept angeboten, nicht als Einzelprodukte.
- 2025–2026, Im gesamten Valmet-Automationsportfolio rückt das Argument Energie- und CO2-Einsparung in den Vordergrund. Bei Refinern, die zu den größten Stromverbrauchern einer Papiermaschine zählen, ist das kein Marketing-Beiwerk, sondern oft der entscheidende Punkt im Business Case, die Investition rechnet sich häufiger über die Energiebilanz als über die Qualität allein.
- Hinweis, Valmet veröffentlicht keine Preise und keine pauschalen Einspar-Garantien. Konkrete Prozentzahlen zu Mahlgrad-Variabilität oder Energieeinsparung sind anlagenspezifisch und nur über eine Machbarkeitsstudie auf eigenen Daten belastbar zu ermitteln. Pauschale Werbeversprechen sollte man hier mit Vorsicht behandeln.
Quellen
- Valmet – Fiber Furnish Control (Produktseite). https://www.valmet.com/automation/analyzers-measurements/analyzers/fiber-furnish-control/ (abgerufen am 2026-06-14). Closed-Loop-Mehrgrößenregelung für den Refiner-Prozess auf Basis von Prozessmodellen; nutzt Daten des Valmet Fiber Furnish Analyzer (MAP Q/MAP) und der Valmet Konsistenzmessung; integrierbar in vorhandenes Valmet DNA oder QCS oder als Standalone-Lösung; On-Premises-Betrieb mit Remote-Support; reduziert Variabilität von Mahlgrad und Fasereigenschaften, senkt Energieverbrauch und Bahnabrisse; keine öffentlichen Preise.
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