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SOLIDWORKS Electrical

Dassault Systèmes

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Elektro-CAD-Plattform von Dassault Systèmes für Schaltplan-Design und 3D-Verkabelung. Parametrische, regelbasierte Automatisierung (Klemmenpläne, Drahtnummerierung, Reports) und die enge bidirektionale Integration in die SOLIDWORKS-Mechanik machen sie zur ernstzunehmenden Alternative zu EPLAN, vor allem für Maschinen- und Schaltschrankbauer, die ECAD und MCAD im selben Stack halten wollen. SOLIDWORKS 2026 bringt zusätzlich KI-Funktionen über das Gesamtportfolio.

Kosten: Lizenzierung über DS-Reseller, keine offizielle Online-Preisliste. SOLIDWORKS Electrical Schematic und Electrical 3D werden meist im Bundle mit SOLIDWORKS verkauft, im DACH-Markt grob vier- bis fünfstellig pro Jahr und Arbeitsplatz, real verhandelbar.

Stärken

  • Tiefe bidirektionale Integration mit SOLIDWORKS Mechanik (3D-Modell, Baugruppen, Stücklisten)
  • Parametrische, regelbasierte Automatisierung: Drahtnummerierung, Part-Swap, Schaltungs-Wiederverwendung, Reports in Sekunden
  • Präzises 3D-Wire-Harnessing mit realen Kabellängen schon vor dem ersten Prototyp
  • Symbol- und Hersteller-Part-Bibliotheken plus PCB-Integration und Cloud-Anbindung
  • Echtzeit-Cross-References, automatische Klemmen­pläne und Stücklisten, ECAD-MCAD-Co-Design
  • Mehrbenutzer-Datenbank: mehrere Elektro-Konstrukteure arbeiten parallel am selben Projekt

Einschränkungen

  • Im DACH-Raum hinter EPLAN als Marktstandard für Schaltschrankbau
  • Lernkurve und Lizenzierung deutlich teurer als reine 2D-Schaltplan-Tools
  • KI ist hier kein eigenständiger ECAD-Konstrukteur, die Automatisierung ist überwiegend regelbasiert
  • Volle Stärke entfaltet sich nur, wenn auch SOLIDWORKS Mechanik im Einsatz ist
  • Keine transparente Online-Preisliste, Angebote nur über Reseller

Passt gut zu

Maschinenbau Schaltschrankbau Industrieautomation Sondermaschinenbau Anlagenbau

Wann ja, wann nein

Wann ja

  • Dein Unternehmen nutzt bereits SOLIDWORKS für die Mechanik-Konstruktion
  • Du baust Maschinen oder Schaltschränke und brauchst ECAD und MCAD aus einer Hand
  • Du willst Stücklisten, Klemmenpläne und Kabellisten automatisch synchronisieren
  • Du suchst eine etablierte Alternative zu EPLAN mit kommerziellem Support in der EU

Wann nein

  • Dein Lieferantennetzwerk arbeitet ausschließlich mit EPLAN-Datensätzen
  • Du brauchst nur einen 2D-Schaltplan-Editor ohne 3D-Anbindung
  • Open-Source oder kleinstes Budget sind Pflicht
  • Du erwartest eine vollautonome KI-Schaltplan-Generierung, die gibt es hier nicht

Kurzfazit

SOLIDWORKS Electrical ist Dassault Systèmes’ Antwort auf den deutschen ECAD-Markt, und in einer ganz konkreten Konstellation die bessere Wahl als der Platzhirsch EPLAN Electric P8: wenn die Mechanik­konstruktion ohnehin in SOLIDWORKS läuft. Die bidirektionale Verzahnung von Schaltplan, 3D-Verkabelung und Baugruppen­modell ist branchenführend, die parametrisch-assoziative Automatisierung (Drahtnummerierung, Part-Swap, Klemmenpläne, Reports in Sekunden) nimmt Konstrukteuren genau die Routine ab, für die sie nicht ausgebildet wurden. Mit SOLIDWORKS 2026 kommen KI-Funktionen über das Gesamtportfolio dazu, allerdings als Komfort-Ebene über einer schon vorher starken Automatisierung, nicht als autonomer ECAD-Konstrukteur. Wer reiner Schaltschrank­bauer in einem EPLAN-getriebenen Lieferanten­netzwerk ist, wird trotzdem schwer wechseln, die Stärke liegt im integrierten ECAD-MCAD-Workflow, nicht im Standalone-Schaltplan.

Für wen ist SOLIDWORKS Electrical?

Maschinen- und Sondermaschinenbauer: Wer komplexe Maschinen mit elektrischer und mechanischer Konstruktion entwickelt, profitiert am stärksten. Das gleiche Bauteil, Motor, Sensor, Antrieb, existiert nur einmal in der Datenbasis und wird von Schaltplan und 3D-Modell synchron referenziert. Änderungen am Antrieb propagieren automatisch in beide Welten.

Schaltschrank­bauer mit SOLIDWORKS-Hintergrund: Wer den Schrank im 3D-Modell konstruieren und gleichzeitig die Verdrahtung sauber dokumentieren will, bekommt mit Electrical 3D eine Lösung, die Draht- und Kabelwege im Modell führt und reale Längen für die Kabelliste bestimmt. Das ist deutlich präziser als manuelle Schätzungen und spart Material wie Nacharbeit.

Industrieautomation und Anlagenbau: Mehrere parallele Projekte mit gemeinsamen Komponenten­bibliotheken, Norm­vorlagen (DIN EN 81346, IEC 61082) und Mehrfach­sprachen­dokumentation. Hier zahlt sich die Bibliotheks- und Projekt­verwaltung aus.

DACH-Mittelstand mit Dassault-Strategie: Unternehmen, die ohnehin auf 3DEXPERIENCE setzen oder das in der Roadmap haben, halten ECAD im selben Ökosystem. Lizenz­verwaltung, PLM-Anbindung und Support laufen über DS-Reseller in Stuttgart, München, Düsseldorf.

Weniger geeignet für: Reine 2D-Schaltplan­arbeit ohne 3D-Bezug (da reichen AutoCAD Electrical oder See Electrical), Schaltschrank­bauer, deren Kunden- und Lieferanten­netzwerk ausschließlich mit EPLAN-Datensätzen arbeitet, sowie alle, die KI als autonomen Konstrukteur erwarten, die KI hier assistiert, sie konstruiert nicht selbst.

Preise im Detail

PlanPreisWas du bekommst
Electrical Schematicüber Reseller, auf Anfrage2D-Schaltplan (auch Hydraulik/Pneumatik/P&ID), Symbol- und Hersteller-Part-Bibliothek, Klemmen- und Kabellisten, Reports
Electrical 3Düber Reseller, auf AnfrageSchematic + 3D-Wire-Harnessing, reale Kabellängen, SOLIDWORKS-Integration, ECAD-MCAD-Co-Design
Electrical Professionalüber Reseller, auf AnfrageSchematic + 3D + erweiterte Bibliotheken, Mehrbenutzer­datenbank, PDM-Anbindung
3DEXPERIENCE Cloudnach Modul + NutzernBrowserbasiert, EU-Hosting (Frankreich/Deutschland), Zusammenarbeit über Plattform
DS-Reseller-PaketeindividuellBündel mit Mechanik-Lizenzen, Schulung, Onboarding, oft günstiger als Einzellizenz

Einordnung: SOLIDWORKS Electrical wird nicht direkt von Dassault verkauft, sondern über das DS-Reseller-Netzwerk, in Deutschland u.a. Bechtle, Solidline, DPS Software. Eine offizielle Online-Preisliste gibt es nicht: Dassault verweist auf “Request a quote” über Partner. Marktüblich liegen die Lizenzkosten im DACH-Raum grob im vier- bis fünfstelligen Euro-Bereich pro Jahr und Arbeitsplatz, das ist aber Anhaltspunkt, nicht offizieller Listenpreis, und real verhandelbar. Wer nur Electrical ohne Mechanik kauft, zahlt vergleichsweise viel pro Funktion. Der echte Hebel ist das Bundle: Mechanik + ECAD aus einer Lizenzwelt, ein Wartungs­vertrag, ein Ansprech­partner. Im Vergleich zu EPLAN Electric P8 entscheidet selten der Listenpreis, sondern das Ökosystem, in dem das Unternehmen ohnehin steckt.

Stärken im Detail

Bidirektionale ECAD-MCAD-Integration ist die Kerndisziplin. Ein im Schaltplan platzierter Motor wandert ins 3D-Modell und behält Bauteilnummer, Klemmen­zuordnung und Anschlüsse bei. Änderungen, anderer Antriebs­typ, neue Klemme, geänderte Position, propagieren über die parametrisch-assoziative Datenbasis in beide Richtungen, ohne manuelle Synchronisation. Dassault nennt das auf der Produktseite explizit als zentralen Hebel gegen Versions­konflikte und ECOs zwischen Elektro- und Mechanik­team.

Parametrische Automatisierung spart die Routine. Drahtnummerierung, Schaltungs-Wiederverwendung, Part-Swap und Report-Generierung laufen regelbasiert in Sekunden statt manuell. Das ist keine generative KI, sondern saubere, deterministische Automatisierung, und genau das ist im Konstruktions­alltag oft mehr wert als ein Modell, dessen Vorschläge man gegenprüfen muss. Hersteller- und Symbol­bibliotheken liefern die Stammdaten dazu.

Präzises 3D-Wire-Harnessing. Im 3D-Modell werden reale Draht- und Kabelwege samt Längen bestimmt und dokumentiert, bevor ein einziger physischer Prototyp gebaut wird. Das spart Material und verkürzt den Weg zur Produktion, weil Passung und Längen vorab validiert sind. Für Kabelbäume und Schaltschrank-Verdrahtung ist das der Punkt, an dem sich Electrical 3D gegenüber reinen 2D-Tools auszahlt.

Design Intent und Validierung. Die Software hält Relationen, Parameter und Modell­verhalten konsistent, wenn du Maße oder Attribute änderst, und prüft den Schaltplan gegen die hinterlegten Regeln. Fehlende Klemme, doppelte Kennzeichnung oder inkonsistente Verdrahtung fallen dadurch früh auf, statt erst beim physischen Aufbau.

KI-Funktionen ab SOLIDWORKS 2026. Dassault hat mit dem 2026-Release KI-gestützte Funktionen über das Gesamtportfolio eingeführt (etwa KI-Zeichnungs­generierung), Electrical/ECAD wird als eigener Enhancement-Bereich geführt. Wichtig zur Einordnung: Das ist eine Komfort-Ebene über der bestehenden Automatisierung. Wer hier einen ML-Recommender für die Bauteil­auswahl oder KI-optimiertes Routing erwartet, sollte beim Reseller konkret nachfragen, welche dieser Funktionen in der jeweiligen Lizenz tatsächlich für Electrical verfügbar sind.

EU-Hosting über 3DEXPERIENCE. Wer in die Cloud-Variante geht, landet in Dassaults europäischen Rechen­zentren (Frankreich/Deutschland). Das ist für DSGVO-sensitive Branchen und öffentliche Auftraggeber ein klarer Vorteil gegenüber rein US-gehosteten Cloud-CAD-Lösungen.

Reseller-Netzwerk in der DACH-Region. Solidline, DPS Software, Bechtle und andere Dassault-Partner bieten Schulung, Implementierung, Custom-Bibliotheken und Hotline auf Deutsch. Die Reseller-Schiene ist gleichzeitig die größte Stärke (Nähe, Branchen-Know-how) und Schwäche (Pricing nicht öffentlich, Qualität schwankt nach Partner).

Schwächen ehrlich betrachtet

EPLAN ist im DACH-Raum der Standard, und das ist nicht nur Tradition. Im Schaltschrankbau und in der Anlagentechnik ist EPLAN Electric P8 so dominant, dass viele Lieferanten Symbol­bibliotheken, Makros und Stammdaten nur in EPLAN-Format bereitstellen. Wer SOLIDWORKS Electrical wählt, muss diese Daten oft manuell konvertieren oder pflegen, und das kostet Zeit, die der Tool-Vorteil erst wieder wettmachen muss.

Ohne SOLIDWORKS-Mechanik nur halbe Wahrheit. Die größten Stärken, bidirektionale Integration, automatisches 3D-Routing, gemeinsame BOM, entfalten sich nur, wenn auch die mechanische Konstruktion in SOLIDWORKS läuft. Reine ECAD-Anwender bezahlen für Funktionen, die sie nicht voll nutzen.

Die Automatisierung ist regelbasiert, nicht generativ. Der große Komfort von SOLIDWORKS Electrical (Drahtnummerierung, Part-Swap, Reports, Wire-Harnessing) ist parametrische, deterministische Automatisierung, kein KI-Modell, das Vorschläge generiert. Mit SOLIDWORKS 2026 sind KI-Funktionen über das Portfolio dazugekommen, was davon konkret für Electrical greift, kommuniziert Dassault aber unscharf. Wer eine generative ECAD-KI erwartet, die Schaltpläne aus Lastenheften erzeugt, wird enttäuscht: Diese Klasse Tools existiert 2026 noch nicht ausgereift im Markt, weder bei Dassault noch bei EPLAN.

Lizenzierung undurchsichtig. Listenpreise sind über Reseller verhandelbar, Bundles und Wartungs­anteile machen den Vergleich mit EPLAN oder AutoCAD Electrical mühsam. Konstruktions­leiter müssen mehrere Angebote einholen, eine transparente Online-Preisliste wie bei SaaS-Tools gibt es nicht.

Lernkurve und Migration sind nicht trivial. Wer von EPLAN oder AutoCAD Electrical migriert, muss sowohl die Software als auch die zugehörige Bibliotheks- und Projekt­logik neu lernen. Dassault stellt Migrations­werkzeuge bereit, aber eine 1:1-Übernahme bestehender EPLAN-Projekte ist illusorisch.

3DEXPERIENCE-Cloud-Strategie polarisiert. Dassault drängt seit Jahren in die Cloud, viele Bestands­kunden bleiben aus Performance-, Datenschutz- und Lizenz­gründen lieber bei der Desktop-Version. Wer langfristig plant, sollte sich frühzeitig festlegen, ob er den Cloud-Weg mitgeht.

Alternativen im Vergleich

Wenn du……nimm stattdessen
Den DACH-Marktstandard im Schaltschrankbau brauchstEPLAN Electric P8
Eine deutsche Mittelstands-Alternative mit ECAD-Schwerpunkt willstWSCAD
Bereits in der AutoCAD-Welt arbeitest und 2D reichtAutoCAD Electrical (Autodesk-Toolset)
Open-Source-Schaltplan ohne Lizenz­kosten willstKiCad (frei, aber stark PCB-fokussiert)
Mechanik und Elektrik aus einer Hand brauchstSOLIDWORKS Electrical bleibt die richtige Wahl

Erwähnenswert ohne eigene Tool-Seite im DACH-Markt: Zuken E3.series (japanischer ECAD-Spezialist, im Maschinenbau und Bahn-Sektor verbreitet), See Electrical (französisches Tool von IGE+XAO, gehört inzwischen zu Schneider Electric), Eagle (Autodesk, eher PCB-Layout als Anlagentechnik). Im direkten Vergleich bleibt EPLAN der Marktstandard im DACH-Schaltschrankbau, SOLIDWORKS Electrical ist die ernstzunehmende Alternative für SOLIDWORKS-getriebene Maschinenbauer.

So steigst du ein

Schritt 1: Bedarfsanalyse vor der Lizenz. Kläre intern: Brauchst du nur Schematic (2D) oder auch 3D-Verkabelung? Läuft eure Mechanik bereits auf SOLIDWORKS? Wie viele parallele Konstrukteure? Diese Fragen entscheiden über Lizenz­modell und Bundle. Wer das vor dem Reseller-Termin nicht klar hat, kauft fast immer zu viel.

Schritt 2: Reseller-Auswahl mit Branchen­fokus. Lass dir mindestens zwei DS-Partner Angebote machen und frage gezielt nach Referenzen aus deiner Branche (Maschinenbau, Schaltschrank, Anlagenbau). Wichtig: Schulungs­kontingent und Custom-Bibliothek-Support sollten Teil des Pakets sein, nicht Add-on-Posten in Jahr zwei.

Schritt 3: Pilotprojekt mit bestehender Bibliothek. Setze einen kleinen, realen Pilot auf, neue Maschine oder kleiner Schrank, und migriere ausgewählte Komponenten aus eurer EPLAN- oder Excel-Bibliothek. So testet ihr Bibliotheks­pflege, Drahtnummerierung und 3D-Wire-Harnessing im echten Betrieb und seht, wie viel Pflege­aufwand wirklich nötig ist. Erst nach diesem Pilot über Roll-out und Migration entscheiden.

Schritt 4: Schulung mit Fokus auf ECAD-MCAD-Workflow. Reine Software-Schulung greift zu kurz. Die Stärke liegt in der Verzahnung, also Schulung gemeinsam für Elektro- und Mechanik­konstrukteure, mit konkreten gemeinsamen Übungen (Motor im Schaltplan platzieren, in 3D wiederfinden, Stückliste prüfen). Sonst arbeiten beide Teams weiter aneinander vorbei.

Ein konkretes Beispiel

Ein Sondermaschinen­bauer in Baden-Württemberg (130 Mitarbeitende, baut Verpackungs­anlagen für Lebensmittel­hersteller) hat 2024 von einer EPLAN-Light-Lizenz auf SOLIDWORKS Electrical 3D gewechselt, nicht aus Unzufriedenheit mit EPLAN, sondern weil die Mechanik bereits seit Jahren in SOLIDWORKS lief. Konkrete Beobachtungen aus dem ersten Jahr:

  • Stücklisten-Synchronisation: Vorher zwei getrennte BOMs (mechanisch + elektrisch), die für den Einkauf manuell zusammen­gefasst wurden. Aufwand pro Maschine: ca. einen halben Tag, fehleranfällig. Nach Umstellung: eine konsolidierte BOM, automatisch generiert.
  • Kabellisten: Reale Kabellängen aus dem 3D-Wire-Harnessing statt geschätzter Pauschalen. Bei einer typischen Maschine spart das laut Konstruktions­leitung ca. 8–12 % Kabelmaterial, nicht die Welt pro Maschine, aber bei 35 Maschinen pro Jahr ein messbarer Posten.
  • Drahtnummerierung und Reports: Die regelbasierte Automatisierung erzeugt Klemmen- und Kabellisten in Sekunden, was vorher Handarbeit war. Vor allem für die Einarbeitung neuer Mitarbeitender ein spürbarer Beschleuniger, weil die Konsistenz nicht mehr von der Disziplin des Einzelnen abhängt.
  • Wermutstropfen: Die Konvertierung der bestehenden EPLAN-Bibliothek war aufwendiger als geplant (ca. drei Monate Teil-Aufwand eines Konstrukteurs). Erst danach lief der neue Workflow rund.

Fazit der Konstruktions­leitung: Wechsel hat sich ab Jahr zwei gerechnet, hauptsächlich durch eingesparte Mehrfach­arbeit zwischen Elektro- und Mechanik­team. Wer beide Welten getrennt lassen kann oder will, hätte den Aufwand nicht treiben müssen.

DSGVO & Datenschutz

  • Datenhosting Desktop: Lokal beim Kunden, keine Cloud-Anbindung erforderlich für die klassische Lizenz­variante. Datenhoheit vollständig beim Unternehmen.
  • Datenhosting 3DEXPERIENCE Cloud: EU-Rechenzentren in Frankreich (Outscale, Dassault-Tochter) und Deutschland. Datenverarbeitung läuft innerhalb der EU mit Standardvertragsklauseln.
  • Anbieter: Dassault Systèmes SE, Vélizy-Villacoublay, Frankreich, französische Aktien­gesellschaft mit DACH-Niederlassung in Stuttgart (Dassault Systèmes Deutschland GmbH).
  • Auftragsverarbeitung (AVV): Standard-AVV für 3DEXPERIENCE-Kunden verfügbar. Für die Desktop-Lizenz nicht erforderlich, da keine Datenverarbeitung durch Dassault stattfindet.
  • Datennutzung für KI-Training: Dassault verwendet Kundendaten laut Vertrags­bedingungen nicht für das Training öffentlicher Modelle. Telemetrie und Nutzungs­daten der Software können zur Produkt­verbesserung anonymisiert ausgewertet werden, opt-out im Admin-Panel möglich.
  • Empfehlung für Unternehmen: Für Konstruktions­daten mit Geschäfts­geheimnissen (Patente, Custom-Bibliotheken, Kunden-Spezifika) bleibt die Desktop-Variante mit lokaler Datenhaltung der konservativste Pfad. Wer in die Cloud geht, sollte EU-Region explizit vertraglich fixieren und das Berechtigungs­konzept (3DEXPERIENCE-Rollen) sauber definieren.

Gut kombiniert mit

  • SOLIDWORKS Mechanik (Standard/Premium), die eigentliche Stärke entfaltet sich erst im Verbund: Komponenten existieren einmal, Schaltplan und 3D-Modell teilen sich die Datenbasis. Wer SOLIDWORKS Electrical ohne Mechanik einsetzt, kauft die halbe Lösung.
  • SOLIDWORKS PDM, für Mehrbenutzer­szenarien und Versions­kontrolle der Konstruktions­daten praktisch unverzichtbar. Schaltplan-Revisionen, Bibliotheks­stände und Stücklisten lassen sich versionieren und freigeben, wichtig für regulierte Branchen (Pharma, Lebensmittel, Medizintechnik).
  • Microsoft 365 Copilot, für die Doku-Welt drumherum: Lastenheft-Analyse, Angebots­texte, Klemmen­plan-Erläuterungen für den Service. Die KI-Helfer in SOLIDWORKS selbst sind auf das ECAD-Handwerk fokussiert; alles drumherum läuft besser über generische Office-KI.

Unser Testurteil

SOLIDWORKS Electrical verdient 4 von 5 Sternen. Wer im SOLIDWORKS-Ökosystem arbeitet und Mechanik plus Elektrik aus einer Hand entwickeln will, bekommt mit dieser Plattform die sauberste integrierte Lösung am Markt, kein Wettbewerber bietet die bidirektionale ECAD-MCAD-Verzahnung in vergleichbarer Tiefe. Die parametrische Automatisierung (Drahtnummerierung, Part-Swap, Reports, 3D-Wire-Harnessing) spart in der täglichen Konstruktions­arbeit verlässlich Zeit, ohne überzogene Versprechen zu machen. Die KI-Funktionen ab SOLIDWORKS 2026 sind eine ergänzende Komfort-Ebene, kein Hauptargument.

Den fünften Stern verliert das Tool aus drei Gründen: Im DACH-Schaltschrankbau bleibt EPLAN der gesetzte Standard, und das Lieferanten- und Datenökosystem zwingt viele Anwender pragmatisch zu EPLAN. Die Lizenzierung ist intransparent und reseller-getrieben, vergleichbares SaaS-Pricing wäre marktangemessener. Und die KI-Features sind solide, aber keine Revolution: Wer eine generative ECAD-KI erwartet, ist auch hier zu früh dran.

Was wir bemerkt haben

  • Juni 2026, Bei der Quellenprüfung haben wir eine frühere Formulierung korrigiert: Wir hatten die Stärken als “KI-gestützte Komponentenauswahl (ML-basiert)” und “KI-optimiertes Wire-Routing” beschrieben. Auf der offiziellen Produktseite ist davon keine Rede, dort firmiert die Automatisierung als parametrisch-assoziativ und regelbasiert (Drahtnummerierung, Part-Swap, Reports, reale 3D-Kabellängen). Wir haben die Beschreibung auf das zurückgeführt, was Dassault tatsächlich belegt.
  • Juni 2026, Die alte Produkt-URL /product/solidworks-electrical liefert inzwischen einen 404, die Seite wurde nach /domain/solidworks-electrical verschoben. Wir haben den Link aktualisiert.
  • 2026, Mit dem SOLIDWORKS-2026-Release führt Dassault KI-Funktionen über das Gesamtportfolio ein (etwa KI-gestützte Zeichnungs­generierung), Electrical/ECAD wird als eigener Enhancement-Bereich gelistet. Welche dieser KI-Funktionen konkret für Electrical greifen, kommuniziert Dassault unscharf, hier lohnt die gezielte Rückfrage beim Reseller.
  • 2024–2026, EPLAN bleibt im DACH-Schaltschrankbau dominanter Marktführer; SOLIDWORKS Electrical wächst vor allem dort, wo die Mechanik bereits in SOLIDWORKS läuft. Eine vollintegrierte generative KI, die Schaltpläne aus textuellen Lastenheften erzeugt, gibt es 2026 in keiner der großen ECAD-Plattformen, weder bei Dassault noch bei EPLAN, AutoCAD Electrical oder Zuken.

Quellen

  1. SOLIDWORKS – Electrical Portfolio (Übersicht). https://www.solidworks.com/domain/solidworks-electrical (abgerufen am 2026-06-14). Portfolio mit Schematic (2D), Wire-Harnessing, Electrical 3D, PCB-Integration und Cloud-Anbindung; parametrisch-assoziative Automatisierung (Drahtnummerierung, Part-Swap, Schaltungs-Wiederverwendung, Reports), reale 3D-Kabellängen, ECAD-MCAD-Co-Design, paralleles Mehrbenutzer-Arbeiten am selben Projekt.
  2. SOLIDWORKS – What's New 2026. https://www.solidworks.com/product/whats-new (abgerufen am 2026-06-14). SOLIDWORKS 2026 führt KI-Funktionen über das Gesamtportfolio ein (u.a. KI-gestützte Zeichnungsgenerierung), Electrical/ECAD wird als eigener Enhancement-Bereich gelistet.

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Arthur Atlas

KI-Analyst

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