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Bezahlt 🇩🇪 Deutschsprachig ⚠️ Hybrid Zuletzt geprüft: Juni 2026

Siemens TIA Portal

Siemens AG

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Siemens TIA Portal (Totally Integrated Automation Portal) ist die marktdominierende Engineering-Plattform für SPS-Programmierung, HMI/SCADA und Antriebstechnik in der deutschen Fertigungsindustrie. Mit dem Eigen Engineering Agent bringt Siemens einen generativen, an TIA Portal angebundenen KI-Assistenten in den Engineering-Workflow, der Code aus natürlicher Sprache erzeugt, Fehlerdiagnosen unterstützt und mit lokalen Engineering-Systemen integriert ist.

Kosten: Bezahlt, keine offenen Listenpreise. Basic (STEP 7) im unteren bis mittleren Bereich, Professional pro Engineering-Platz im mittleren vierstelligen Bereich, Eigen Engineering Agent (KI) auf Anfrage. Richtwerte, verbindlich ist das Siemens-Angebot.

Stärken

  • Marktstandard im deutschen Mittelstand und in der Automobilindustrie, riesiges Ökosystem aus SIMATIC-Hardware, Trainings und Integratoren
  • Integriertes Engineering von SPS, HMI/SCADA, Antrieben und Safety in einer Oberfläche
  • Eigen Engineering Agent generiert SCL/Strukturierten Code aus deutschsprachigen Funktionsbeschreibungen
  • On-Premise-Engineering möglich, keine Cloud-Pflicht für KI-gestützte Code-Generierung
  • Tiefe Integration mit SIMATIC S7-1200/1500-Steuerungen und WinCC Unified

Einschränkungen

  • Hohe Lizenzkosten, Professional-Subscription liegt deutlich über offenen Engineering-Tools
  • Steile Lernkurve und herstellerspezifisches Know-how nötig (TIA-Schulung in der Regel zwingend)
  • Bindung an Siemens-Hardware: Wer fremde SPS einsetzt, hat keinen Mehrwert
  • KI-Schicht (Eigen Engineering Agent) ist kostenpflichtige Zusatzlizenz, Verfügbarkeit und Reifegrad variieren je nach Region und Lizenz
  • Schwergewichtige Installation, Windows-only, mehrere GB, anspruchsvolle Hardware-Anforderungen

Passt gut zu

Maschinenbau Automotive-Zulieferer Lebensmittelproduktion Pharmazie Anlagenbau Automatisierungstechnik

Wann ja, wann nein

Wann ja

  • Du betreibst Anlagen mit SIMATIC S7-Steuerungen oder planst den Einsatz
  • Du brauchst integriertes Engineering von SPS, HMI und Antrieben in einem Tool
  • Du willst KI-Unterstützung bei SCL-Codegenerierung und Fehlerdiagnose
  • Dein Betrieb verlangt On-Premise-Engineering ohne Cloud-Zwang

Wann nein

  • Du programmierst SPS anderer Hersteller (Rockwell, Beckhoff, B&R), TIA bringt dir dort nichts
  • Du suchst eine kostengünstige Lösung für Hobby-Automatisierung oder Lehre (CODESYS oder OpenPLC sind passender)
  • Du brauchst eine browserbasierte Engineering-Umgebung, TIA bleibt Windows-Desktop-Software
  • Dein Use Case ist reine Datenanalyse ohne SPS-Bezug, dann sind Insights Hub oder Industrial Edge die bessere Wahl

Kurzfazit

Siemens TIA Portal ist die unangefochtene Standardumgebung für SPS-Programmierung im deutschsprachigen Raum. Wer in der Fertigungsindustrie automatisiert, kommt an TIA praktisch nicht vorbei. Die Plattform vereint SPS-Engineering (STEP 7), Visualisierung (WinCC Unified), Antriebstechnik (SINAMICS Startdrive) und Safety in einer Oberfläche, und mit dem Eigen Engineering Agent, dem an TIA Portal angebundenen generativen KI-Assistenten, bringt Siemens KI direkt in den Engineering-Workflow. Der Preis: hohe Lizenzkosten, eine steile Lernkurve und eine harte Bindung an Siemens-Hardware. Für SIMATIC-Anwender ist das vier Sterne wert; wer unabhängig bleiben will, sollte sich Alternativen anschauen.

Für wen ist Siemens TIA Portal?

Maschinen- und Anlagenbauer: Wer Sondermaschinen mit SIMATIC-Steuerungen entwickelt, also der Großteil des deutschen Maschinenbaus, kommt um TIA nicht herum. Die integrierte Sicht auf Steuerung, Visualisierung und Antriebe spart in komplexen Projekten erheblich Zeit gegenüber getrennten Tools.

Automotive-Zulieferer: OEMs wie VW, BMW und Mercedes schreiben in ihren Lastenheften häufig SIMATIC-Steuerungen vor. Wer in der Lieferkette mitspielt, programmiert in TIA, Punkt. Der Industrial Copilot beschleunigt hier vor allem die wiederkehrende Erstellung von Fehlermeldungen und Diagnosebausteinen.

Lebensmittel- und Pharmaproduktion: Hochregulierte Branchen profitieren von der nachvollziehbaren Versionierung und dem Zusammenspiel mit SIMATIC Batch und PCS 7. Dokumentationsfähig, GAMP-5-tauglich, mit etablierten Validierungsworkflows.

Inbetriebnehmer und Service-Techniker: TIA bietet umfassende Online-Diagnose, Trace-Funktionen und mit der KI-Schicht zunehmend KI-gestützte Fehleranalyse. Wer regelmäßig mit fremden Anlagen arbeitet, hat hier ein durchgehend bewährtes Werkzeug.

Weniger geeignet für: Hobbyentwickler und kleine Werkstätten (zu teuer, zu komplex), Betriebe mit überwiegend Rockwell- oder Beckhoff-Hardware (TIA bietet dort keinen Nutzen) und Schulen oder Hochschulen, die offene Lehre betreiben wollen, dort ist CODESYS oder OpenPLC die bessere Wahl.

Preise im Detail

PlanPreis (Richtwert)Was du bekommst
TIA Portal Basic (STEP 7)niedriger dreistelliger bis ca. vierstelliger Bereich (einmalig)Engineering nur für SIMATIC S7-1200, ohne Erweiterungen
TIA Portal Professionalmittlerer vierstelliger Bereich pro Engineering-Platz (Einmal- oder Subscription-Lizenz)STEP 7 Professional, WinCC Comfort/Advanced, Vollumfang für S7-1500, Safety, Sprachen LAD/FBD/STL/SCL
WinCC Unified Engineeringmodular, Preis je Runtime-Power-Tag (PT)HTML5-basierte Visualisierung für Maschinen und Anlagen
Eigen Engineering Agent (KI)auf Anfrage über den Siemens-VertriebGenerativer KI-Assistent für SCL-Codegenerierung, Diagnose und natürliche Sprache im Engineering, an TIA Portal angebunden

Einordnung: Siemens veröffentlicht für TIA Portal keine frei zugänglichen Listenpreise. Die Beträge in der Tabelle sind grobe Marktrichtwerte aus dem Handel, keine offiziellen Siemens-Preise, verbindlich ist immer das individuelle Angebot. TIA ist klassische Industrie-Software, kein Self-Service, sondern Vertriebsverträge über Siemens oder zertifizierte Solution Partner. Der Sweetspot ist Professional mit Subscription-Modell, weil du dort automatisch Updates, Floating-Lizenzen für mehrere Engineering-Plätze und Zugriff auf neue Features bekommst. Wer nur ab und zu eine kleine S7-1200 programmiert, fährt mit der einmaligen Basic-Lizenz günstiger. Die generative KI (Eigen Engineering Agent) wird separat über den Siemens-Vertrieb bzw. den Siemens-Xcelerator-Kanal verhandelt und ist nicht im TIA-Basispreis enthalten.

Stärken im Detail

Marktdominanz im deutschsprachigen Raum. TIA Portal ist im DACH-Maschinenbau de facto Pflicht. Das hat handfeste Konsequenzen: Du findest jederzeit Fachkräfte mit TIA-Erfahrung, jeder zweite Systemintegrator hat Siemens-Zertifizierungen, und an Berufsschulen wird primär TIA gelehrt. Diese Ökosystem-Tiefe ist mit keiner Alternative reproduzierbar.

Integriertes Engineering in einer Oberfläche. SPS-Programm, HMI-Bilder, Antriebsparameter und Safety-Programme leben in einem Projekt. Variablen werden zwischen Steuerung und Visualisierung automatisch synchronisiert, Diagnosemeldungen aus der SPS erscheinen ohne Mehrarbeit auf dem Panel. Wer früher mit STEP 7 Classic + WinCC flexible + Drive ES gearbeitet hat, weiß, wie viel Zeit das spart.

Generative KI bringt KI in den SPS-Alltag. Siemens bindet generative KI über den Eigen Engineering Agent an, laut Produktseite ein generativer, KI-gestützter Assistent für die Automatisierungstechnik, der mit lokalen Engineering-Systemen integriert ist. Er generiert auf Wunsch SCL-Code (Strukturierter Text) aus deutschsprachigen Funktionsbeschreibungen, etwa: “Erzeuge einen Funktionsbaustein für eine Drei-Punkt-Schrittregelung mit Hysterese.” Was dabei herauskommt, ist nicht produktionsreif, aber ein brauchbarer Erstentwurf, der erfahrenen Programmierern Tipparbeit spart und Berufseinsteigern das Arbeiten erleichtert. Diese KI-Schicht knüpft an Siemens’ Industrial-Copilot-Initiative an, mit der das Unternehmen seit 2023 generative und zunehmend agentische KI in Engineering und Betrieb treibt.

On-Premise-fähig, auch mit KI. Im Gegensatz zu vielen reinen Cloud-Engineering-Tools läuft TIA klassisch lokal. Der Eigen Engineering Agent ist laut Siemens an die lokalen Engineering-Systeme angebunden, entscheidend für Maschinenbauer, die für Kunden in sicherheitskritischen Branchen (Pharma, Verteidigung, kritische Infrastruktur) entwickeln. Wie weit die generative Verarbeitung dabei wirklich lokal bleibt und was über Siemens-Cloud-Dienste läuft, solltest du im Einzelfall vertraglich klären.

Tiefe Integration ins Siemens Xcelerator-Ökosystem. TIA-Projekte verbinden sich nahtlos mit Siemens Industrial Edge, Siemens Insights Hub, Siemens Teamcenter (PLM) und Opcenter (MES). Wer ohnehin Siemens fährt, bekommt durch TIA das Bindeglied zwischen Engineering-Welt und Operations-Welt.

Schwächen ehrlich betrachtet

Lizenzkosten sind kein Schnäppchen. Eine TIA Portal Professional Lizenz mit allen Optionen liegt pro Engineering-Platz im mittleren bis hohen vierstelligen Bereich, je nach Umfang und Lizenzmodell. WinCC Unified wird nach Power-Tags lizenziert, was bei großen Anlagen schnell fünfstellige Beträge ausmacht. Wer die KI-Schicht (Eigen Engineering Agent) zubuchen will, zahlt zusätzlich. Im Vergleich zu CODESYS (kostenlose IDE bei Hardware-Kauf) oder Beckhoff TwinCAT (deutlich günstigere Engineering-Lizenz) ist Siemens das Premium-Segment und nimmt entsprechende Margen. Verbindliche Zahlen nennt nur das individuelle Siemens-Angebot.

Steile Lernkurve, ohne Schulung kaum zu bewältigen. TIA bietet enorme Mächtigkeit, aber die UI ist über die Jahre gewachsen und an vielen Stellen unintuitiv. Die übliche Einarbeitung in TIA Professional dauert mehrere Wochen, und formale mehrtägige Siemens-Schulungen kosten pro Teilnehmer und Kurs einen vierstelligen Betrag. Wer aus einer anderen SPS-Welt kommt, braucht Geduld.

Hardware-Bindung ist absolut. TIA programmiert ausschließlich SIMATIC-Steuerungen. Wer Mischanlagen mit Allen-Bradley, Mitsubishi oder Beckhoff-Komponenten betreibt, braucht zwingend ein zweites Engineering-Tool. Ein “TIA für alles” gibt es nicht, und Siemens hat auch kein Interesse, das zu ändern.

Die KI-Schicht ist noch jung. Der Eigen Engineering Agent generiert solide SCL-Bausteine, hat aber Schwächen bei komplexer Ablauflogik und sicherheitskritischen Funktionen. Verfügbarkeit, Funktionsumfang und Lizenzierung haben sich seit der Industrial-Copilot-Vorstellung 2023 mehrfach verändert, und der konkrete produktive Reifegrad hängt stark von Region, Lizenz und Steuerungsgeneration ab. Wer schon heute auf den KI-Hebel setzen will, sollte mit dem zuständigen Siemens-Account-Manager realistisch klären, was wirklich produktiv nutzbar ist und nicht nur in der Demo glänzt.

Windows-only und ressourcenhungrig. TIA gibt es ausschließlich für Windows, eine Linux- oder macOS-Version existiert nicht. Eine vernünftige Engineering-Workstation braucht reichlich Arbeitsspeicher; auf alten Notebooks ist Arbeiten eine Geduldsprobe. Vollwertiges Cloud-Engineering im Browser bietet TIA nicht, wer das will, schaut auf Cloud-IDEs anderer Hersteller.

Versionspolitik ist unflexibel. TIA-Projekte sind in der Regel nicht abwärtskompatibel. Ein mit einer neueren TIA-Version erstelltes Projekt lässt sich in einer älteren Version nicht ohne Weiteres öffnen. Bei verteilten Projektteams oder älteren Anlagen führt das regelmäßig zu Konflikten und zwingt am Ende oft alle Beteiligten auf die gleiche Version, mit allen Update-Kosten.

Alternativen im Vergleich

Wenn du……nimm stattdessen
Eine Siemens-IoT-Plattform für Maschinendaten ohne SPS-Programmierung suchstSiemens Industrial Edge
Maschinendaten in der Cloud auswerten und Predictive Maintenance fahren willstSiemens Insights Hub
MES- und Fertigungsausführung statt Steuerungs-Engineering brauchstSiemens Opcenter
PLM und Produktdatenmanagement in der Engineering-Kette ergänzen willstSiemens Teamcenter
Anlagendaten als Echtzeit-Historian speichern und mit KI analysieren willstAVEVA PI System

Im SPS-Engineering-Markt sind die direkten Wettbewerber Rockwell Studio 5000 (Marktführer in Nordamerika), B&R Automation Studio (heute ABB-Tochter, beliebt im Maschinenbau), Beckhoff TwinCAT (PC-basiert, sehr stark in der EtherCAT-Welt) und CODESYS (offene Plattform, von vielen Hardware-Herstellern integriert). Keines dieser Tools hat im DACH-Raum die Marktdurchdringung von TIA, aber jedes hat eine Nische, in der es klar besser ist als Siemens. Wer eine offene, herstellerunabhängige SPS-Welt aufbauen will, sollte CODESYS oder TwinCAT mindestens prüfen.

So steigst du ein

Schritt 1: TIA Portal Trial herunterladen und mit S7-PLCSIM proben. Siemens bietet eine zeitlich begrenzte Testversion an, die du auf einer Windows-Maschine installierst. Mit dem mitgelieferten S7-PLCSIM kannst du eine virtuelle SIMATIC-Steuerung simulieren, ohne reale Hardware zu kaufen. Lade dir die offiziellen Beispielprojekte aus dem Siemens Industry Online Support, das ist der schnellste Einstieg in die Logik der Plattform.

Schritt 2: Eine echte Schulung einplanen, kein Abkürzen. TIA ist mächtig genug, dass autodidaktisches Lernen viel Zeit kostet. Die Siemens-Standardschulungen “TIA-PRO1” (Basics) und “TIA-PRO2” (Vertiefung) sind den Aufwand wert; Alternativen sind Online-Kurse von Anbietern wie Pilz, AKADEMIE Herkert oder spezialisierten Integratoren. Ohne Schulung wirst du Wochen mit Suchen verbringen, statt zu programmieren.

Schritt 3: Die KI-Schicht früh evaluieren, aber realistisch. Wenn dein Siemens-Vertrieb den Eigen Engineering Agent anbietet, lass dir konkrete Demo-Szenarien zeigen: SCL-Generierung aus Funktionsbeschreibung, automatisierte Fehlermeldungen, KI-gestützte Diagnose. Plane danach einen kleinen Pilot mit zwei bis drei Engineering-Mitarbeitern und einer realen Aufgabe. Erst dann weißt du, ob die Zusatzlizenz sich lohnt, der Hype-Faktor ist hoch, der reale Produktivitätsgewinn variiert je nach Aufgabentyp.

Ein konkretes Beispiel

Ein mittelständischer Sondermaschinenbauer aus Schwaben (140 Mitarbeitende, Verpackungsanlagen für die Lebensmittelindustrie) programmiert seine Anlagen ausschließlich mit TIA Portal Professional. Im Engineering-Team arbeiten sieben SPS-Programmierer, fünf davon mit Zugriff auf die KI-Schicht (Eigen Engineering Agent). Ein konkreter Workflow: Für jede neue Anlage müssen rund 200 standardisierte Diagnose- und Meldebausteine erstellt werden, früher pro Anlage etwa zwei bis drei Tage stupide Tipparbeit. Mit dem KI-Assistenten beschreibt der Programmierer die Funktion in einem Satz (“Generiere einen Diagnosebaustein für den Antrieb ‘Hauptförderband’ mit den Standardmeldungen Übertemperatur, Stromüberlast und Kommunikationsfehler”), prüft den generierten SCL-Code, passt Variablennamen an und übernimmt ihn ins Projekt. Zeitersparnis: rund 60 Prozent für diesen wiederkehrenden Aufgabentyp, ohne dass die Code-Qualität leidet, weil die generierten Bausteine ohnehin dem hauseigenen Standard entsprechen müssen und vor Inbetriebnahme review-pflichtig sind. Die freigewordene Zeit fließt in komplexere Aufgaben wie die Schnittstelle zum übergeordneten MES und in die wachsenden Anforderungen aus der Maschinenrichtlinie.

DSGVO & Datenschutz

  • Datenhosting Engineering-Software: TIA Portal selbst läuft On-Premise auf Windows-Engineering-Stationen. Projektdaten verlassen die eigene IT-Umgebung nicht, solange du keine Cloud-Funktionen nutzt.
  • Datenhosting KI-Schicht: Der Eigen Engineering Agent ist laut Siemens an die lokalen Engineering-Systeme angebunden. Inwieweit generative Verarbeitung lokal bleibt oder über Siemens-Cloud-Dienste läuft, ist je nach Konfiguration unterschiedlich und sollte vertraglich geklärt werden. Geh nicht ungeprüft davon aus, dass alle KI-Anfragen das Werk nicht verlassen.
  • Datennutzung: Welche Eingaben in welcher Form verarbeitet und ob sie zur Produktverbesserung genutzt werden, regeln die jeweiligen Lizenz- und Nutzungsbedingungen. Das ist vor dem produktiven Einsatz konkret zu prüfen, nicht zu unterstellen.
  • Auftragsverarbeitung (AVV): Für die Verarbeitung personenbezogener Daten ist eine AVV über den Siemens-Vertrieb zu klären. Für regulierte Branchen (Pharma, Lebensmittel, KRITIS) sollte die Datenverarbeitung im Detail mit dem Siemens-Account-Manager abgestimmt werden.
  • Empfehlung für Unternehmen: Engineering-Daten und SPS-Logik gelten als Betriebsgeheimnis, vor dem produktiven Einsatz der KI-Funktionen eine eigene Datenschutz- und IT-Sicherheitsbewertung durchführen. Bei Anlagen für Endkunden zusätzlich klären, ob Kunden mit der KI-Nutzung im Engineering einverstanden sind, falls maschinenbezogene Daten in den KI-Workflow fließen.

Gut kombiniert mit

  • Siemens Industrial Edge, TIA programmiert die Steuerungslogik, Industrial Edge bringt Maschinendaten in Echtzeit auf Edge-Devices und ermöglicht Apps direkt an der Anlage. Klassische Kombination für moderne Industrie-4.0-Architekturen.
  • Siemens Insights Hub, wer aus seinen TIA-Anlagen Predictive-Maintenance-Use-Cases ableiten will, schickt die Maschinendaten in Insights Hub. Dort werden sie über Werke hinweg analysiert und mit KI-Modellen ausgewertet.
  • Siemens Teamcenter, TIA-Projekte sind ein Bestandteil der Produktdokumentation. Über Teamcenter werden sie in den PLM-Lebenszyklus integriert, versioniert und mit Stücklisten verknüpft. Für Konzerne mit Compliance-Anforderungen praktisch unverzichtbar.

Unser Testurteil

Siemens TIA Portal verdient 4 von 5 Sternen. Im Bereich SPS-Engineering ist es im DACH-Raum konkurrenzlos verbreitet, technisch sehr ausgereift und mit dem Eigen Engineering Agent eines der wenigen Industrie-Engineering-Tools, die generative KI ernsthaft integrieren, nicht als Marketing-Etikett, sondern als nutzbares Werkzeug im Tagesgeschäft. Den fünften Stern verliert TIA wegen der hohen Lizenzkosten, der harten Bindung an SIMATIC-Hardware, der steilen Lernkurve und der noch unfertigen Reife der KI-Schicht in der Fläche. Wer in der Siemens-Welt arbeitet (und das tun in Deutschland sehr viele), bekommt mit TIA das beste verfügbare Werkzeug; wer sich Hardware-Unabhängigkeit erhalten will, sollte parallel CODESYS oder Beckhoff TwinCAT prüfen.

Was wir bemerkt haben

  • 2023, Siemens hat den Industrial Copilot als generativen KI-Assistenten für Engineering und Operations vorgestellt, eine der frühesten ernsthaften LLM-Integrationen in industrielle Engineering-Software überhaupt. Der eigentliche Mehrwert liegt im domänenspezifischen Zuschnitt auf SPS-Code und Diagnosemuster, nicht im Sprachmodell selbst.
  • 2024/2025, Mit jeder neuen TIA-Major-Version ist die KI-Integration ausgebaut worden, parallel zu verbesserten WinCC-Unified-Funktionen. Die KI-Funktionen sind im Vertrieb ein konkretes “Pull”-Argument geworden, das die Adaption neuer Versionen im Mittelstand beschleunigt.
  • Juni 2026, Auf der offiziellen TIA-Portal-Produktseite führt Siemens den Eigen Engineering Agent als generativen, KI-gestützten Assistenten für die Automatisierungstechnik, der an TIA Portal angebunden und mit lokalen Engineering-Systemen integriert ist. Die KI-Schicht ist damit ein benanntes, eigenständiges Produkt geworden und nicht mehr nur ein angekündigtes Feature, der genaue Funktions- und Verfügbarkeitsumfang variiert aber weiter nach Region und Lizenz.
  • 2025, Siemens hat die Lizenzpolitik schrittweise stärker auf Subscription-Modelle umgestellt. Klassische Einmal-Lizenzen für TIA Professional gibt es weiterhin, werden aber preislich zunehmend unattraktiv. Wer langfristig plant, sollte die Subscription-Variante kalkulieren, auch wegen automatischer Updates und Floating-Lizenzen.
  • Juni 2026, Die generative KI bleibt eine separat zu lizenzierende Komponente, keine “im Preis enthaltene” Funktion. Wer im KMU-Mittelstand auf günstigere KI-Engineering-Hilfen hofft, muss noch Geduld aufbringen oder über alternative LLM-Workflows neben TIA nachdenken. Öffentliche Listenpreise nennt Siemens für TIA Portal weiterhin nicht, verbindlich ist immer das individuelle Angebot.

Quellen

  1. Siemens – TIA Portal Produktseite. https://www.siemens.com/global/en/products/automation/industry-software/automation-software/tia-portal.html (abgerufen am 2026-06-14). Integriertes Engineering aus STEP 7, WinCC Unified Engineering und SINAMICS Startdrive; Multiuser-Engineering, Simulation und Module Type Package (MTP); Eigen Engineering Agent als generativer, KI-gestuetzter Assistent fuer die Automatisierungstechnik, an TIA Portal angebunden und mit lokalen Engineering-Systemen integriert.
  2. Siemens – Industrial Copilot / agentische KI. https://www.siemens.com/global/en/products/automation/topic-areas/industrial-copilot.html (abgerufen am 2026-06-14). Siemens-Fokus auf kuenstliche Intelligenz, Simulation und agentische KI als Trend fuer industrielle Anwendungen.

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