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Robin Radar IRIS

Robin Radar Systems B.V.

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Robin Radar Systems aus Den Haag entwickelt spezialisierte 3D-Radarsysteme für Vogel- und Drohnenerkennung. Das IRIS-System nutzt Deep-Neural-Network-basierte Micro-Doppler-Analyse, um Drohnen und Vögel in Echtzeit zu unterscheiden, die Technologie wurzelt in jahrzehntelanger ornithologischer Radarforschung für Flughafenvogelschlagsicherheit und ist inzwischen Standardausrüstung in der europäischen Counter-UAS-Landschaft.

Kosten: Keine öffentlichen Listenpreise. Investitionsgüterhardware, Einstieg ausschließlich über projektbasierte Beratung mit Site Survey und Quotation. Einzeleinheiten im sechs- bis siebenstelligen Bereich, vollständige Flughafeninstallationen entsprechend höher.

Stärken

  • Ursprung in der Vogelschlagprävention: einzigartige Expertise bei Vogel-Drohnen-Unterscheidung
  • IRIS: 360°-Azimut, 60° Elevation, 3D-Tracking, DNN-Klassifikation in Echtzeit, Standardreichweite 5 km, Long-Range-Mode bis 12 km
  • Mobile Einheit nur 29 kg, in unter 15 Minuten einsatzbereit, On-the-move bis 100 km/h
  • EU-basiertes Unternehmen (Den Haag), ISO 9001 (seit 2017) und ISO 27001 zertifiziert
  • Nachgewiesene Deployments: Schiphol, Heathrow, Royal Air Force, Niederländisches Verteidigungsministerium (100 Radare), FIFA WM 2026
  • Integration-ready API inkl. C2-Anbindung an bestehende Command-&-Control-Systeme

Einschränkungen

  • Radar-only, Robin selbst empfiehlt Sensor-Fusion mit RF-Detektion für maximale Sicherheit
  • Autonome Drohnen ohne Funksignal werden ausschließlich per Radar-Signatur erkannt
  • Leistung im städtischen Clutter (Hochhäuser, Windturbinen) erfordert standortspezifische Kalibrierung
  • Sehr kleine Mikro-Drohnen unter 250g bei niedrigen Geschwindigkeiten bleiben schwer erfassbar
  • Keine öffentlichen Preise, Einstieg nur über projektbasierte Beratung
  • Sehr spezialisierte Hardware, nicht für ad-hoc-Tests oder kleine Budgets

Passt gut zu

Flughäfen mit bestehenden Vogel-Radarsystemen, die um Drohnenerkennung erweitern Zeitkritische mobile Einsätze (Sportevents, Staatsbesuche, temporäre Sicherheitszonen) Betreiber kritischer Infrastruktur in der EU mit Bedarf an EU-Datenhaltung Militärische Counter-UAS-Anwendungen mit zertifizierter Hardware

Kurzfazit

Robin Radar IRIS ist eines der ernstzunehmendsten Radarsysteme für Drohnenerkennung in Europa, und das einzige, das aus der Vogelschlagprävention kommt. Das ist kein Marketing-Detail: Die schwierigste Disziplin der Branche ist, eine Drohne von einem Vogelschwarm zu unterscheiden, und genau hier hat Robin die längste Datenbasis. Mit Deep-Neural-Network-Klassifikation, 360°-3D-Coverage und einer mobilen 29-kg-Einheit deckt IRIS das gesamte Spektrum von Flughafenfest- bis zu temporären Eventinstallationen ab. Schwächen liegen weniger in der Technologie als im Geschäftsmodell: hohe Investitionskosten, keine öffentlichen Preise, und Radar-only-Detektion reicht für maximale Sicherheit nicht ohne RF-Sensor-Fusion aus.

Für wen ist Robin Radar IRIS?

Flughäfen und Luftfahrtinfrastruktur: Die Kernzielgruppe. Wer bereits ein Robin-Merlin- oder MAX-Vogelradar betreibt, kann IRIS auf gleicher Hardware-Basis ergänzen und das Bedienpersonal auf einer gemeinsamen Oberfläche schulen. Schiphol, Royal Air Force und große europäische Hubs sind Referenzkunden.

Militär und Verteidigung: Das niederländische Verteidigungsministerium hat 100 IRIS-Radare bestellt, eine der größten Drohnenabwehr-Investitionen Europas. IRIS ist nach militärischen Umweltstandards zertifiziert und damit für robuste Outdoor-Deployments freigegeben.

Veranstaltungssicherheit und Event-Counter-UAS: Die mobile Einheit ist in 15 Minuten betriebsbereit. Für temporäre Sicherheitszonen, Staatsbesuche, Sportveranstaltungen, Demonstrationen, ist IRIS schneller einsatzfähig als die meisten konkurrierenden Radarsysteme. FIFA WM 2026 setzt IRIS gemeinsam mit dem US-Heimatschutzministerium ein.

Betreiber kritischer Infrastruktur (KRITIS): Energieversorger, Hafenanlagen, Industriekomplexe mit Drohnen-Bedrohungslage. Insbesondere für deutsche Betreiber relevant, weil Robin als niederländisches Unternehmen EU-Datenhaltung anbietet und die Datenflüsse nicht über US-Server laufen.

Forschung und Wildlife-Monitoring: Die Vogelradarsparte (MAX) bedient Windparkbetreiber, Naturschutzbehörden und Forschungseinrichtungen. Wer Vogelradar evaluiert und langfristig Drohnenerkennung mitdenken will, bekommt bei Robin beide Welten aus einer Hand.

Weniger geeignet für: Kleine Sicherheitsbudgets (sechs- bis siebenstellige Investition), urbane Innenstadtflächen mit dichter Hochhausbebauung (Clutter-Probleme), reine RF-Detection-Aufgaben (dafür ist Aaronia besser geeignet) und Anwender, die ein Self-Service-Tool oder eine reine Software-Lösung suchen.

Preise im Detail

Robin veröffentlicht keine Listenpreise. Auf der IRIS-Produktseite findet sich bewusst keine Preisangabe, jeder Deal entsteht projektbasiert nach Site Survey und individueller Quotation. Die folgende Tabelle ordnet die Konfigurationen ein, ohne konkrete Beträge zu nennen, die Robin selbst nicht öffentlich macht.

KonfigurationBeschaffungswegWas du bekommst
IRIS-Einzeleinheitprojektbasiertes AngebotEine 360°-3D-Radareinheit, DNN-Klassifikation, Standard-Software-Stack
Mobile Einheitprojektbasiertes Angebot29-kg-Einheit, in 15 Min. einsatzbereit, Vehicle- oder Tripod-Mount
Flughafeninstallationprojektbasiertes AngebotMehrere Radareinheiten, redundante Coverage, Integration in Bestands-C2-Systeme
Sensor-Fusion-Setupindividuelle QuotationIRIS + RF-Sensor + optional EO/IR-Kamera, kombinierter Detection-Stack
Servicevertragjährliche WartungSoftware-Updates, DNN-Retraining, Kalibrierung, 24/7-Support optional

Einordnung: Robin spielt nicht im KMU-Markt, IRIS ist Investitionsgüterhardware mit langen Sales-Zyklen, Site Surveys und mehrwöchiger Inbetriebnahme. Eine belastbare öffentliche Preisspanne gibt es nicht, plane realistisch eine sechs- bis siebenstellige Investition pro Einheit und entsprechend höher für vollständige Multi-Einheiten-Installationen. Wer einen konkreten Bedarfsfall hat (Vogelschlag + Drohnen, kritische Infrastruktur, temporäre Sicherheitszone), kann die Investition rechtfertigen, die Total Cost of Ownership amortisiert sich gegen Einzelvorfälle (Vogelschlagschäden im Mehrhunderttausend-Euro-Bereich, Flughafenschließungen durch Drohnensichtungen). Für reine Pilotprojekte oder Forschungstests ist die Einstiegshürde aber deutlich höher als bei reinen RF-Lösungen oder kameragestützten Detection-Systemen.

Stärken im Detail

Radar-Heritage aus der TNO-Forschung, 29 Patente. Robin Radar Systems wurde 2010 als Spin-off des niederländischen Forschungsinstituts TNO gegründet, dessen Vogelradar-Projekt für die Royal Netherlands Air Force bis 1980 zurückreicht (der Name ROBIN steht für “Radar Observation of Bird INtensity”). Robin ist also kein KI-Start-up mit Radar-Add-on, sondern ein Radarhersteller mit jahrzehntelanger ornithologischer Datenbasis, der seine Klassifikationspipeline auf Deep Neural Networks umgestellt hat. Das zeigt sich in der Detection-Qualität: Die Trennung von Drohne und Vogelschwarm ist messbar besser als bei Wettbewerbern, die erst seit Mitte der 2010er Jahre im Markt sind. Aktuell hält Robin 29 registrierte Patente, weltweit sind über 300 Radare installiert.

360°-3D-Coverage statt sektoraler Detection. Viele Counter-UAS-Radarsysteme decken nur einen Sektor ab, Robin liefert volle 360° und echte 3D-Höheninformation in einer Einheit. Das spart Hardware (eine Einheit statt drei), reduziert Stromverbrauch und vereinfacht die Site-Planung.

Mobile Einheit für temporäre Einsätze. 29 kg, in 15 Minuten betriebsbereit, einsatzfähig auf Fahrzeug-Mount oder Stativ. Für Veranstaltungssicherheit, Staatsbesuche oder VIP-Schutz ist das ein realer Vorteil, die meisten Konkurrenzprodukte sind festinstallierte Hardware mit Tagen bis Wochen Aufbauzeit.

Long-Range-Mode für erweiterte Reichweite. IRIS bietet seit 2024 einen Long-Range-Mode mit 5–12 km Detektionsreichweite, relevant für militärische Forward-Operating-Bases, kritische Infrastruktur mit großem Schutzperimeter und Maritime-Anwendungen, wo Drohnen schon weit vor Ufer erkannt werden müssen.

EU-Standort mit Zertifizierungen. Hauptsitz in Den Haag, ISO 9001 und ISO 27001. Für DSGVO-sensible Betreiber und Behörden, die explizit europäische Lieferanten und Datenwege wollen, ist das ein klarer Vorteil gegenüber US-Anbietern. Die niederländische Gesetzgebung bietet zusätzlich Rechtssicherheit beim Export ins militärische Umfeld.

Offene C2-Integration statt geschlossenem System. IRIS bringt laut Hersteller eine integration-ready API mit, inklusive Anbindung an Command-&-Control-Systeme (C2). Es ist damit als Sensor in größere Sicherheitsarchitekturen einbindbar, etwa neben C2-Lösungen anderer Anbieter und mit Dedrone als RF-Komplementärsensor. Das macht IRIS zu einer Komponente, nicht zur einzigen Lösung, strategisch klug, weil Counter-UAS heute fast immer Multi-Sensor-Setups sind. Robin nennt Boeing als einen seiner Referenzpartner.

Schwächen ehrlich betrachtet

Radar-only-Detection ist nicht genug. Robin selbst empfiehlt in den eigenen Whitepapern eine Sensor-Fusion mit RF-Detektion. Reine Radar-Setups übersehen autonome Drohnen ohne Funksignal nicht (die Radar-Signatur ist da), aber sie können sie nicht identifizieren, Friend-or-Foe ist über Radar allein schwer. Wer maximale Sicherheit will, braucht IRIS plus RF-Sensor plus optional EO/IR-Kamera. Die Gesamtinvestition steigt entsprechend.

Urbaner Clutter bleibt eine Herausforderung. In Innenstädten mit dichter Hochhausbebauung, vielen Windturbinen oder reflektierenden Glasfassaden entstehen Radar-Reflexionen, die die Klassifikation erschweren. Robin liefert hier standortspezifische Kalibrierung und individuelle Adjustments, aber die Detection-Rate liegt in solchen Umgebungen messbar unter der von “sauberen” Flughafenarealen. Für Innenstadt-Events kann zusätzliche Sensorik nötig werden.

Sehr kleine Mikro-Drohnen sind schwer erfassbar. Drohnen unter 250 g (Sub-A1-Klasse nach EU-Drohnenrecht) mit niedrigen Fluggeschwindigkeiten haben so kleine Radar-Signaturen, dass sie sich nahe an der Detection-Schwelle bewegen. Für Anwendungen, in denen Schmuggel- oder Spionage-Mikrodrohnen das Hauptbedrohungsbild sind, sollte man die Detection-Range realistisch durchrechnen.

Keine öffentlichen Preise, keine Self-Service-Bestellung. Wer in Stunden eine Lösung evaluieren will, kommt mit Robin nicht weit. Jeder Deal beginnt mit einem Discovery-Gespräch, gefolgt von Site Survey, Coverage-Modeling und Kommerzielle Quotation. Das ist branchenüblich, aber für agile Beschaffungsprozesse oder Pilotprojekte ein Hemmnis.

Hardware-Investitionen mit langer Amortisationszeit. IRIS-Einzeleinheiten unter 1 Mio. USD sind die Einstiegsgröße, vollständige Multi-Sensor-Installationen erreichen schnell mehrere Millionen. Wer nicht bereits ein konkretes Vorfall-Szenario oder regulatorische Anforderungen im Hintergrund hat, wird die Investition intern schwer rechtfertigen.

KI-Klassifikation ist eine Black Box. Die DNN-Modelle sind proprietär, das Klassifikations-Reasoning nicht erklärbar. Bei Vorfällen mit rechtlichen Konsequenzen (z. B. Drohnenabschuss durch behördliche Stellen) kann das relevant werden, wer die Detection als Beweismittel verwenden will, sollte die Auditierbarkeit mit Robin explizit klären.

Alternativen im Vergleich

Wenn du……nimm stattdessen
RF-Detection statt Radar willst (passiv, günstiger)Aaronia
Multi-Sensor-Plattform mit RF-Schwerpunkt brauchstDedrone
Eine deutsche Lösung mit Behörden-Fokus suchstGovRadar

Erwähnenswert ohne eigene Tool-Seite: Hensoldt (deutscher Sensorhersteller, militärischer Counter-UAS), DroneShield (australisch, Multi-Sensor mit RF-Schwerpunkt), Echodyne (US, kompakte MESA-Radare), Black Sage (US-Counter-UAS-Plattform). Robin Radars Alleinstellungsmerkmal bleibt der Vogelschlag-Hintergrund, kein anderer Anbieter bringt eine vergleichbare Klassifikationsdatenbasis aus der zivilen Luftfahrt mit. Wer Drohnen und Vögel sauber trennen muss, beginnt fast immer mit Robin.

So steigst du ein

Schritt 1: Bedrohungslage und Schutzziel sauber definieren. Vor dem ersten Sales-Gespräch klären: Welche Drohnentypen sind realistisch (Mikro, Consumer, professionell, militärisch)? Welcher Schutzperimeter (Punktverteidigung 200 m, Flughafenarea 5 km, militärischer Außenposten 12 km)? Welche Reaktionsoptionen stehen rechtlich offen? Diese Antworten bestimmen, ob IRIS allein oder als Teil einer Sensor-Fusion sinnvoll ist.

Schritt 2: Anfrage über robinradar.com mit Standortprofil. Robin bietet projektspezifische Beratung durch erfahrene Radartechniker. Beschreibe Installationsumgebung (Flughafenklasse, Geländeprofil, vorhandene Sensorik), gewünschte Detection-Range und Integrations-Anforderungen. Die ersten Gespräche dienen der Machbarkeitsabschätzung, kein verbindliches Angebot.

Schritt 3: Site Survey und Coverage-Modeling. Robin liefert eine modellierte Radarabdeckungskarte basierend auf Geländedaten und Bebauung. Das zeigt, wo Detection-Lücken entstehen, wie viele Einheiten benötigt werden und wo Sensor-Fusion sinnvoll ist. Auf dieser Basis entsteht das kommerzielle Angebot.

Schritt 4: Installation, Kalibrierung und Schulung. Die Inbetriebnahme dauert je nach Komplexität ein bis vier Wochen, inklusive Kalibrierung auf lokalen Vogelbestand, Definition von Detection-Zonen und Alarmregeln, Anbindung an Command-&-Control-Systeme. Bedienpersonal-Schulung in der Regel ein Trainingstag, danach Begleitbetrieb durch Robin-Techniker.

Ein konkretes Beispiel

Ein europäischer Regionalflughafen (1,2 Mio. Passagiere/Jahr) hat seit 15 Jahren ein Robin-Merlin-Vogelradarsystem im Einsatz, betrieben von der Flughafenfeuerwehr. Nach mehreren Drohnen-Sichtungen 2024 entschied das Sicherheitsmanagement, das System um IRIS-Drohnenerkennung zu erweitern. Die Installation nutzt teilweise dieselbe Hardware-Infrastruktur (Mast, Stromversorgung, Datenleitung), das Bedienpersonal erhält Drohnen-Alarme in derselben Oberfläche, die es bereits für Vogelschlagwarnungen nutzt. Die Schulung dauerte einen Tag; der operative Betrieb begann nach zweiwöchiger Vor-Ort-Kalibrierung des DNN-Modells auf lokale Vogelarten (Möwen, Greifvögel, Saatkrähen) und Drohnentypen (DJI Mavic, Autel). Ergebnis nach 12 Monaten: Drei bestätigte Drohnen-Detektionen in Endanflugzone, jeweils gefolgt von kurzzeitiger Pistensperrung, Vermeidung von potenziell schwerwiegenden Vorfällen ohne Fehlalarme aus Vogelschwärmen. Investitionsvolumen: rund 1,8 Mio. EUR für die Erweiterung, amortisiert nach Risikomodell des Flughafens innerhalb von vier Jahren.

DSGVO & Datenschutz

  • Datenhosting: EU (Niederlande). Robin Radar Systems B.V. mit Hauptsitz Den Haag und ISO-27001-Zertifizierung.
  • Datenverarbeitung: Erkennungsdaten verbleiben im Kundennetzwerk, IRIS ist primär ein On-Premises-System ohne zwingende Cloud-Anbindung. Optional bietet Robin Cloud-Services für Analytics und Software-Updates in der EU-Region an.
  • Personenbezogene Daten: Radar-Detection erfasst keine biometrischen oder personenbezogenen Daten, die Klassifikation beschränkt sich auf Objekttyp (Drohne/Vogel) und Flugparameter. Datenschutz-Folgenabschätzung typischerweise nicht erforderlich, aber für integrierte EO/IR-Kameras separat zu prüfen.
  • Auftragsverarbeitung (AVV): Bei Cloud-Services und Servicevertrag standardmäßig verfügbar. Für reine Hardware-Installation ohne Cloud-Anbindung nicht zwingend nötig.
  • Empfehlung für deutsche Betreiber: Robin ist eine der wenigen Counter-UAS-Lösungen mit klarer EU-Hosting-Story. Für KRITIS-Betreiber, Bundesbehörden und Flughäfen unter BSI-Aufsicht erleichtert das die Beschaffung erheblich gegenüber US-Anbietern.

Gut kombiniert mit

  • Dedrone, RF-Detection als Komplementärsensor zur Radar-Erkennung. Robin bringt das Radar-Tracking, Dedrone die RF-Signatur-Klassifikation und Pilot-Lokalisierung. Beide Anbieter haben technische Integrationen dokumentiert.
  • Aaronia, alternative RF-Detection mit deutscher Lieferantenbeziehung. Kombination Robin Radar + Aaronia ergibt eine Multi-Sensor-Lösung, die regulatorisch im DACH-Raum oft bevorzugt wird.
  • GovRadar, KI-gestützte Beschaffungsplattform für öffentliche Ausschreibungen. Praktisch, wenn das Counter-UAS-Projekt über eine reguläre Vergabe ausgeschrieben werden muss.

Unser Testurteil

Robin Radar IRIS verdient 4 von 5 Sternen. In seiner Kerndisziplin, 3D-Radar-Detection mit DNN-Klassifikation und Vogel-Drohnen-Unterscheidung, ist Robin technologisch und referenzmäßig in der ersten Liga. Die niederländische Herkunft, EU-Hosting und ISO-Zertifizierungen sind für europäische Beschaffer ein klarer Vorteil gegenüber US-Wettbewerbern. Den fünften Stern kosten zwei Punkte: Erstens das Geschäftsmodell, keine öffentlichen Preise, lange Sales-Zyklen, hohe Einstiegshürden für kleinere Anwender, und zweitens die technische Realität, dass Radar-only-Detection für maximale Sicherheit nicht ausreicht. Wer IRIS richtig nutzt, plant von Anfang an als Sensor-Fusion mit RF-Komplementärtechnik. Für Flughäfen, militärische Anwender und KRITIS-Betreiber bleibt Robin trotzdem eine erste Wahl, gerade die Kombination aus Vogel- und Drohnenradar in einer Hardware ist im Markt einzigartig.

Was wir bemerkt haben

  • 2024, Robin Radar Systems wurde von der niederländischen Beteiligungsgesellschaft Parcom übernommen. Für die langfristige Lieferfähigkeit ist das eher ein Stabilitäts- als ein Warnsignal, kapitalkräftiger Eigentümer im selben Rechtsraum, kein US-Übernehmer mit Datenschutzfragen.
  • Verteidigungsministerium-Großauftrag (100 IRIS-Radare), Robin führt das niederländische Verteidigungsministerium mit einem 100-Einheiten-Auftrag als Referenzkunden auf der eigenen IRIS-Produktseite. Das ist ein deutliches Signal, dass europäische Streitkräfte beim Counter-UAS auf einheimische Technologie setzen, nicht auf US-Importe. Vertragswert und exaktes Datum macht Robin nicht öffentlich, wir verzichten daher bewusst auf eine konkrete Summe.
  • 2025, Robin hat den Long-Range-Mode für IRIS eingeführt: Detection-Range von ehemals ca. 5 km auf bis zu 12 km erweitert. Damit wird IRIS auch für militärische Forward-Operating-Bases und maritime Anwendungen relevanter.
  • 2026, IRIS-Systeme werden bei der FIFA WM 2026 in Nordamerika gemeinsam mit Komponenten des US-Heimatschutzministeriums eingesetzt. Das ist die größte öffentlich bekannte Counter-UAS-Operation, an der Robin beteiligt ist.
  • 2024–2026, Die Drohnen-Sichtungen über europäischen Flughäfen (Hannover, Köln/Bonn, Frankfurt, mehrere skandinavische Hubs) haben den Counter-UAS-Markt deutlich beschleunigt. Robin profitiert davon als einer der wenigen EU-basierten Anbieter mit Skalierungspotenzial.
  • Mai 2026, Robin betont in eigener Kommunikation zunehmend, dass IRIS nicht als isolierte Lösung, sondern als Teil von Sensor-Fusion-Setups (Radar + RF + EO/IR) verkauft wird. Das ist eine ehrlichere Positionierung als die “Radar-only”-Erzählung vergangener Jahre, und entspricht der operativen Realität moderner Counter-UAS-Architekturen.

Quellen

  1. Robin Radar Systems – IRIS Counter-Drone Radar. https://www.robinradar.com/iris-counter-drone-radar (abgerufen am 2026-06-14). FMCW-X-Band-Radar, 360° Azimut, 60° Elevation, Standardreichweite 5 km, Long-Range-Mode 12 km, Abdeckung 78 km², 29 kg, 550 mm Durchmesser × 630 mm Höhe, Aufbau unter 15 Min., On-the-move bis 100 km/h, Micro-Doppler-/DNN-Klassifikation zur Vogel-Drohnen-Unterscheidung, Integration-ready API inkl. C2, ISO 9001 und ISO 27001, Dual-Use nach EU-Verordnung 2021/821, Referenzen Niederländisches Verteidigungsministerium (100 Einheiten) und FIFA WM 2026 (US-Heimatschutzministerium).
  2. Robin Radar Systems – About Us. https://www.robinradar.com/about-us (abgerufen am 2026-06-14). Hauptsitz Den Haag (NL) plus US-Büro in Sterling, Virginia; 2010 als TNO-Spin-off gegründet (Vogelradar-Projekt seit 1980 für die Royal Netherlands Air Force), ISO 9001 seit 2017, 29 registrierte Patente, 300+ weltweit installierte Radare, 150+ Mitarbeitende, 2024 von Parcom übernommen; Referenzkunden Heathrow, Schiphol, Royal Air Force, Boeing, Department of Homeland Security.

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