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RELEX Solutions

RELEX Solutions

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RELEX Solutions ist eine führende, nach eigener Beschreibung AI-native Supply-Chain-Planungsplattform für Handel und Konsumgüterindustrie. Das finnische Unternehmen (gegründet 2005, Sitz Helsinki) kombiniert Nachfrageprognose, Bestandsoptimierung und Produktionsplanung auf einer einheitlichen Plattform, mit besonderem Fokus auf verderbliche Waren und Multichannel-Retail.

Kosten: Enterprise SaaS, Preise auf Anfrage. Typisch im fünf- bis sechsstelligen Bereich jährlich für mittelgroße bis große Handelsunternehmen.

Kategorien

Stärken

  • Sehr präzise KI-Nachfrageprognosen, besonders für Frische-Sortimente und saisonale Produkte im Lebensmittelhandel
  • Einheitliche Plattform für Store Operations, Supply Chain, Space und Produktion, keine Datensilos zwischen Systemen
  • Starke internationale Handelsreferenzen (u.a. M&S Food, Circle K, The Home Depot, Dollar Tree, Rituals)
  • Bewährte Integration mit SAP, Oracle und gängigen ERP-Systemen
  • AI-native Plattform mit über 700 Kunden weltweit als Erfahrungs- und Datenbasis

Einschränkungen

  • Hohe Implementierungskomplexität, typische Projektlaufzeit 6–18 Monate bis vollständigem Go-live
  • Nicht für kleine Unternehmen unter ca. 50–100 Mio. EUR Jahresumsatz wirtschaftlich sinnvoll
  • Voller Nutzen setzt saubere und ausreichend historische Datenbasis (mind. 2 Jahre) voraus
  • Keinerlei öffentliche Preisgestaltung, Einstieg nur über Vertrieb möglich

Passt gut zu

Lebensmitteleinzelhändler und Supermarktketten ab mittlerer Größe Konsumgüterhersteller mit komplexer Distributionslogistik Multichannel-Händler mit Online- und stationärem Geschäft

Wann ja, wann nein

Wann ja

  • Du betreibst Lebensmitteleinzelhandel oder FMCG und hast Frischeverluste oder Out-of-Stocks als zentrales Problem
  • Du planst über mehrere Kanäle (stationär + online) und brauchst eine einheitliche Datenbasis
  • Du hast ausreichend historische Verkaufsdaten und ein IT-Team für die ERP-Integration
  • Dein Unternehmen hat mehr als 100 Mio. EUR Umsatz und das ROI-Potenzial rechtfertigt die Investition

Wann nein

  • Dein Unternehmen liegt unter 50 Mio. EUR Umsatz, die Implementierungskosten übersteigen den Nutzen
  • Du brauchst eine kurzfristige Lösung, Projekte dauern typisch 6–18 Monate bis Go-live
  • Deine historischen Daten sind weniger als 2 Jahre alt oder unvollständig
  • Du willst eine schlüsselfertige Off-the-shelf-Lösung ohne Konfigurationsaufwand

Kurzfazit

RELEX Solutions ist die erste Wahl für Lebensmitteleinzelhändler und Multichannel-Retailer, die Frischeverluste reduzieren und Bestandskosten senken wollen. Die finnische Plattform kombiniert KI-Nachfrageprognosen mit vollintegrierter Supply-Chain-Planung und zeigt in der Praxis messbaren ROI. Den vierten statt fünften Stern kostet die Plattform durch ihre hohe Einstiegshürde: Keine öffentlichen Preise, typisch über ein Jahr Implementierungszeit und ein Budgetrahmen, der kleinere Unternehmen schlicht ausschließt. Wer das stemmen kann, bekommt ein System auf Enterprise-Niveau.

Für wen ist RELEX Solutions?

Lebensmitteleinzelhandel ab 100 Filialen: RELEX ist für Supermarktketten mit Frischesortiment und saisonalen Schwankungen nahezu unverzichtbar. Das System modelliert Wetter, lokale Events und kurzfristige Nachfrageänderungen gleichzeitig, genau das, was manuell oder in Standard-ERP-Systemen nicht leistbar ist. Referenzkunden wie M&S Food, Circle K und The Home Depot belegen die Einsatztauglichkeit im internationalen Handel.

Multichannel-Retailer mit Online- und Filialgeschäft: Wer Online-Bestellungen und stationäre Regale aus denselben Lagern bedient, kämpft ohne spezialisierte Tools ständig mit Fehlmengen oder Überbeständen. RELEX löst genau dieses Problem durch kanalübergreifende Bestandsplanung auf einer einheitlichen Datenbasis.

Konsumgüterhersteller und Wholesaler: Neben Retail adressiert RELEX auch die Hersteller- und Distributionsseite: Masterplanung, Produktionsplanung und S&OP für Unternehmen, die zwischen Fabrik und Regal planen müssen.

Pharmafachhandel und Fachhändler: RELEX bedient auch Branchen jenseits Food, Elektronik, Baumärkte und Pharma-Großhandel nutzen die Plattform für die Verwaltung großer, heterogener Sortimente.

Weniger geeignet für: Unternehmen unter 50 Mio. EUR Umsatz (Kosten-Nutzen-Verhältnis passt nicht), Start-ups ohne ausreichende Datenhistorie, und alle, die eine schnell einsatzbereite Standardlösung suchen, RELEX ist ein Projekt, kein SaaS-Abo.

Preise im Detail

PlanPreisWas du bekommst
EnterpriseAuf AnfrageVollständige Lizenz: Alle Module je nach Projektumfang, Implementierung durch RELEX-Berater oder Partner
ModularAuf AnfrageEinstieg mit ausgewählten Modulen (z. B. nur Demand Planning), schrittweise Erweiterung möglich

Einordnung: RELEX veröffentlicht keine Preise. Aus Brancheninformationen und Implementierungserfahrungen lässt sich ableiten: Mittelständische Unternehmen (100–500 Filialen) rechnen typischerweise mit einem sechsstelligen jährlichen Lizenzvolumen zuzüglich Implementierungskosten. Die Implementierung selbst, inklusive Beratung, Datenmigration und Training, kann noch einmal das ein- bis zweifache der Jahreslizenz betragen. RELEX positioniert sich explizit auf ROI in 12 Monaten: Durch Bestandsreduktion (typisch 10–20 %), weniger Abschriften und höhere Regelverfügbarkeit sollen sich die Kosten schnell amortisieren.

Stärken im Detail

KI-Prognosen mit externen Faktoren. RELEX trainiert Nachfragemodelle nicht nur auf historischen Verkaufsdaten, sondern integriert automatisch externe Signale: Wetterdaten, Feiertage, lokale Events und kurzfristige Promotionen. Das Ergebnis sind Prognosen, die klassische statistische Modelle systematisch übertreffen, besonders bei Frischeprodukten, wo Fehler in der Planung direkte Abschriften bedeuten.

Eine Plattform für alle Planungsebenen. Ein häufiges Problem in Retail und FMCG: Forecasting-Team, Category Management, Store Operations und Logistik arbeiten mit unterschiedlichen Systemen und Datenständen. RELEX vereint alle diese Ebenen auf einer Plattform, von der strategischen S&OP-Planung bis zur täglichen automatischen Bestellvorschlagsgenerierung. Das eliminiert Abstimmungsaufwand und Fehler durch Datenbrüche.

Über 700 Kunden als Wissensbasis. RELEX nennt mehr als 700 Kunden weltweit und akkumuliert daraus Erfahrungen aus großen Mengen von Planungsentscheidungen. Die ML-Modelle profitieren von dieser Datenbreite: branchenspezifische Muster, typische Saisonalitäten und bekannte Ausreißer fließen in die Plattform ein, was die Anlaufzeit in neuen Implementierungen verkürzt.

AI-native Plattform. RELEX positioniert sich ausdrücklich als AI-native und setzt Machine Learning und KI über die gesamte Plattform ein, von der Nachfrageprognose über die Bestandsgenauigkeit bis zur Workload-Prognose im Workforce Management. Funktionen wie KI-gestütztes Markdown-Timing oder Rezeptmanagement für Frischesortimente zeigen, dass die KI nicht ein einzelnes Modul, sondern die durchgehende Logik der Plattform ist.

Schwächen ehrlich betrachtet

Lange Projektlaufzeiten. Wer RELEX einführt, startet kein Software-Abo, er startet ein Projekt. Typische Laufzeiten für Lebensmitteleinzelhändler liegen bei 6–12 Monaten, für komplexere Implementierungen mit Produktionsplanung auch bei 12–18 Monaten. In dieser Zeit sind interne Kapazitäten gebunden und externe Berater involviert. Es gibt keinen “Quick Start”-Modus.

Keine Transparenz bei Preisen. RELEX veröffentlicht konsequent keine Listenpreise. Das ist in Enterprise-Software üblich, macht aber Budgetplanung und Anbietervergleich schwer. Wer nicht bereit ist, frühzeitig mit dem Vertrieb in Kontakt zu treten, kommt nicht an relevante Informationen.

Hohe Datenqualitätsanforderungen. Die KI-Prognosen von RELEX sind nur so gut wie die Eingangsdaten. Lückenhafte Stammdaten, unvollständige Verkaufshistorien oder inkonsistente Artikelklassifikationen führen in der Praxis zu unterdurchschnittlichen Ergebnissen. Unternehmen, die ihre Datenbasis vorher nicht bereinigen, erleben oft eine verlängerte Anlaufphase mit schlechteren als erwarteten Prognosequalitäten.

Überdimensioniert für KMU. RELEX ist für Unternehmen ab ca. 50–100 Mio. EUR Umsatz konzipiert. Kleinere Händler zahlen mehr für Lizenz und Implementierung, als sie durch Bestandseinsparungen je zurückgewinnen. Für diese Zielgruppe gibt es besser skalierte Alternativen.

Alternativen im Vergleich

Wenn du……nimm stattdessen
Mittelständisch bist und eine schnell einführbare Lösung suchstSlim4 von Slimstock
Eine ERP-integrierte Planungslösung ohne Extra-Software willstSAP (integriertes SCM-Modul)
Bedarfsprognosen in den strategischen Einkauf überführen willstSAP Ariba
Management-Dashboards für Supply-Chain-KPIs brauchstPower BI

RELEX ist die stärkste Lösung im Retail-Segment, besonders für Lebensmittel und Frischeprodukte. Wer primär reine Produktionsplanung (Fertigungsfeinplanung, nicht Retail) braucht, ist mit spezialisierten APS-Systemen oft besser bedient. Und wer außerhalb der RELEX-Zielgruppe liegt, findet bei spezialisierten oder günstigeren Alternativen häufig das bessere Preis-Leistungs-Verhältnis.

So steigst du ein

Schritt 1: RELEX ist ein Enterprise-Projekt, starte mit einer detaillierten Bedarfsanalyse deiner aktuellen Supply-Chain-Kennzahlen: Wie hoch sind deine Überbestände? Wie oft hast du Regallücken (Out-of-Stocks)? Welche Abschriftquote erzielst du im Frischesortiment? Diese Baseline-Daten bilden die Grundlage für die Business-Case-Berechnung und das erste Gespräch mit RELEX.

Schritt 2: Plane die Datenintegration frühzeitig: RELEX benötigt historische Verkaufsdaten (mindestens 2 Jahre), saubere Stammdaten und eine ERP-Anbindung (SAP, Oracle oder Microsoft Dynamics). Die Implementierungspartner von RELEX begleiten die Datenmigration und das Modelltraining, plane hierfür eigene IT-Kapazitäten ein, auch wenn externe Berater die Hauptarbeit übernehmen.

Schritt 3: Führe RELEX modulweise ein: Beginne mit Nachfrageprognose und automatischer Bestellvorschlagsgenerierung für dein kritischstes Sortiment (z. B. Frischeartikel). Sobald das Vertrauen in die KI-Prognosen gewachsen ist und erste Ergebnisse messbar sind, dehne die Automatisierung schrittweise auf weitere Kategorien und Module aus.

Ein konkretes Beispiel

Eine deutsche Supermarktkette mit 180 Filialen und 35.000 Artikeln führt RELEX für die Frischesortimentsplanung ein. Die KI-Prognosen berücksichtigen Wetterdaten, lokale Events und saisonale Muster gleichzeitig, das Modell erkennt automatisch, dass an heißen Sommertagen der Verkauf von Grillfleisch am Freitagabend 40 % über dem Mittelwert liegt. Bereits nach zwölf Monaten sinken die Abschriften im Frischebereich um 28 %, Out-of-Stocks um 31 %, während der Warenbestand insgesamt um 15 % reduziert wird. Der Return on Investment ist nach dem zweiten Betriebsjahr vollständig erreicht.

DSGVO & Datenschutz

  • Datenhosting: RELEX ist ein finnisches Unternehmen mit Hauptsitz in Helsinki und Büros in 20 Ländern. Der Hosting-Standort wird im Enterprise-Vertrag festgelegt; für EU-Kunden solltest du eine EU-Region explizit vertraglich vereinbaren und nicht voraussetzen.
  • Sicherheitszertifizierungen: Branchenübliche Zertifizierungen wie ISO 27001 oder SOC 2 sind bei Enterprise-SaaS dieser Größe zu erwarten. Den konkreten, aktuellen Zertifizierungsstand solltest du im Vertriebs- oder Vertragsprozess direkt bei RELEX abfragen und schriftlich bestätigen lassen.
  • Auftragsverarbeitung: Ein AVV (Auftragsverarbeitungsvertrag) gehört bei Enterprise-SaaS zum Standard. Lass ihn als Teil des Vertragswerks ausdrücklich bestätigen.
  • Datenzugriff: RELEX-Mitarbeiter können im Rahmen von Support und Implementierung auf Kundendaten zugreifen, Zugriffe sind protokolliert und rollenbasiert eingeschränkt.
  • Empfehlung für Unternehmen: Für DSGVO-konforme Implementierungen die Hosting-Konfiguration vertraglich fixieren und eine Datenschutz-Folgenabschätzung (DSFA) vor Projektstart durchführen. Besonders relevant für Unternehmen, die personenbezogene Kundendaten (z. B. Loyalty-Daten) in die Prognosemodelle einspeisen.

Gut kombiniert mit

  • SAP, RELEX-Bestellvorschläge direkt in SAP-Einkaufsprozesse übergeben für vollständig automatisierte Order-to-Cash-Prozesse; bidirektionale Integration ist Standard in RELEX-Implementierungen.
  • SAP Ariba, RELEX-Bedarfsprognosen in SAP Ariba für strategischen Einkauf und Lieferantenverhandlungen nutzen: Wer weiß, was er in sechs Monaten braucht, verhandelt besser.
  • Power BI, RELEX-Prognosedaten und Abschriftenkennzahlen in Power BI visualisieren für Management-Dashboards; besonders nützlich für Reporting gegenüber Geschäftsführung und Category Management.

Unser Testurteil

RELEX Solutions verdient 4 von 5 Sternen. Die KI-Prognosequalität ist im Retail-Segment erstklassig, keine andere Plattform adressiert die Kombination aus Frischelogistik, Multichannel-Planung und vollintegrierter Supply Chain so umfassend. Den fünften Stern kostet die Plattform durch ihre hohe Einstiegshürde: ohne Budgets im sechsstelligen Bereich und einen langen Atem für die Implementierung kommt man nicht ins System. Für große Handelsunternehmen ist RELEX eine der besten Investitionen im Supply-Chain-Bereich, für alle anderen der falsche Maßstab.

Was wir bemerkt haben

  • Juni 2026, RELEX positioniert sich auf der eigenen Website inzwischen ausdrücklich als “AI-native” Plattform. Machine Learning und KI sind nicht mehr ein einzelnes Prognosemodul, sondern werden über alle Bereiche (Forecasting, Bestand, Workforce, Pricing) als durchgängige Logik beworben. Das markiert die strategische Verschiebung der letzten Jahre vom klassischen Forecasting-Anbieter zum KI-Plattformanbieter.
  • Juni 2026, Die Kundenzahl ist auf über 700 gewachsen (laut Unternehmensangaben), bei rund 2.300 Mitarbeitenden und Büros in 20 Ländern. In früheren Darstellungen war noch von 600+ Implementierungen die Rede, ein Hinweis auf das anhaltende Wachstum im Enterprise-Segment.
  • Hinweis zu Finanzierung und Einzelreferenzen, Zu RELEX kursieren öffentlich Angaben über große Finanzierungsrunden (u.a. mit dem Investor Thoma Bravo) und einzelne Kundengewinne im Lebensmittelhandel. Da wir diese Punkte in dieser Aktualisierung nicht aus einer belastbaren Primärquelle bestätigen konnten, führen wir sie hier bewusst nicht als gesicherte Fakten auf. Für eine Investitionsentscheidung solltest du aktuelle Referenzen und Finanzkennzahlen direkt bei RELEX anfragen.

Quellen

  1. RELEX Solutions – Company. https://www.relexsolutions.com/company/ (abgerufen am 2026-06-14). Gegründet 2005 von drei finnischen Supply-Chain-Wissenschaftlern (Mikko Kärkkäinen, Johanna Småros, Michael Falck), über 700 Kunden weltweit, rund 2.300 Mitarbeitende, 20 Büros; AI-native Plattform mit Machine-Learning-Nachfrageprognose.
  2. RELEX Solutions – Solutions. https://www.relexsolutions.com/solutions/ (abgerufen am 2026-06-14). Module Demand Planning, Inventory & Replenishment, Production Planning, Space & Assortment, Workforce, Pricing & Promotions, Fresh Operations; ML-Nachfrageprognose mit Demand Sensing aus internen und externen Signalen; Kunden u.a. M&S Food, Circle K, The Home Depot, Dollar Tree, Rituals, Carhartt, Vita Coco.

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