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Qumea

QUMEA AG

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Qumea ist ein Schweizer Medtech-Unternehmen mit einem KI-gestützten Radarsensor für kontaktloses Mobilitätsmonitoring in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen. Der deckenmontierte Sensor RADIQ-1 erfasst Patientenbewegungen rund um die Uhr, ohne Kamera, ohne Körperkontakt, ohne Identifikation von Personen. Die Software erkennt sechs Risikobereiche (Stürze, Dekubitus, Delir, Unruhe/Schlaf, freiheitsentziehende Maßnahmen, akute Notfälle) und alarmiert das Pflegeteam in Echtzeit. Über 150 Einrichtungen setzen das System ein; das Hosting läuft in der Schweiz oder im Land der Kundenwahl.

Kosten: Preis auf Anfrage; systemabhängig von Zimmerzahl, Schwesternruf-Anbindung und Pflegesoftware-Integration. Keine öffentlichen Listenpreise. Pilotprojekte für einzelne Stationen verfügbar.

Stärken

  • Kontaktlos und kameralos, keine Videoaufnahmen, nur anonyme Bewegungsdaten
  • RADIQ-1-Radarsensor erfasst Makrobewegungen (Lage, Haltung) und Mikrobewegungen (Atmung, Herzschlag, Tremor)
  • Echtzeit-Alert: Bettausstieg wird erkannt, bevor der Sturz passiert
  • Sechs Risikobereiche statt reiner Sturzerkennung, Dekubitus, Delir, Schlaf, Notfälle, freiheitsentziehende Maßnahmen
  • Flexibles Hosting: Schweiz (METANET AG) oder im Land der Kundenwahl, keine Pflichtverlagerung in die USA
  • Über 150 Einrichtungen im Einsatz, mehrere klinische Referenzen mit dokumentierter Sturzreduktion

Einschränkungen

  • Keine öffentlichen Preise, Kostenplanung nur nach Anfrage möglich
  • Einstufung als Medizinprodukt: regulatorische Prüfung (MDR) vor Beschaffung notwendig
  • Kein standardisierter FHIR/HL7-Datenaustausch mit dem KIS ohne individuelles Integrationsprojekt
  • Alert-Kalibrierung erfordert Einlernphase, in den ersten Wochen höheres False-Positive-Aufkommen möglich
  • Primär für Einzel- und Doppelzimmer ausgelegt, Mehrbettzimmer bleiben anspruchsvoll
  • Hardware-Investition pro Zimmer, Rollout größerer Stationen ist ein Capex-Projekt, kein SaaS-Abo

Passt gut zu

Geriatrische Stationen mit hohem Sturzrisiko-Anteil Kliniken, die Sturzprävention als Qualitätsindikator aktiv bewirtschaften Einrichtungen, die kontaktlose Überwachung ohne Kamera und ohne Wearable einsetzen möchten

Kurzfazit

Qumea löst ein konkretes, teures Problem der stationären Versorgung: Stürze, bevor sie passieren. Der deckenmontierte Radarsensor RADIQ-1 erfasst Bewegungen kontaktlos und kameralos, und erkennt charakteristische Bewegungsmuster (etwa das Aufsetzen vor einem Bettausstieg) früh genug, um das Pflegeteam zu alarmieren. Anders als reine Sturzmelder ist Qumea inzwischen eine Plattform für sechs Risikobereiche: Sturz, Dekubitus, Delir, Unruhe/Schlaf, freiheitsentziehende Maßnahmen und akute Notfälle. Stärken sind der Datenschutz-by-Design-Ansatz (nur anonyme Bewegungsdaten), das flexible Hosting in der Schweiz oder im Land der Kundenwahl und über 150 Einrichtungen im produktiven Betrieb. Schwächen sind die fehlende Preistransparenz, der MDR-Prüfaufwand und die Tatsache, dass es sich um eine Hardware-Investition pro Zimmer handelt, kein leichtgewichtiges Software-Abo.

Für wen ist Qumea?

Geriatrische und akutgeriatrische Stationen: Hier liegt der klare Sweetspot. Patienten mit Gangstörungen, kognitiven Einschränkungen oder nächtlicher Verwirrtheit haben das höchste Sturzrisiko, und genau diese Bewegungsmuster erkennt Qumea zuverlässig. Wer eine Station mit hohem Anteil sturzgefährdeter Patienten führt, holt den größten Nutzen aus dem System.

Qualitätsmanagement in Kliniken: Sturzraten sind ein harter Qualitätsindikator und mit echten Folgekosten verbunden (Röntgen, Operationen, verlängerte Liegezeiten, Haftungsfragen). Wer Sturzprävention als Kennzahl aktiv bewirtschaftet, bekommt mit Qumea nicht nur ein Präventionswerkzeug, sondern auch eine Datengrundlage zur Mobilitäts- und Schlafdokumentation.

Pflegeeinrichtungen mit Nachtdienst-Engpässen: In der Nacht ist die Personaldecke am dünnsten und das Sturzrisiko am höchsten. Eine kontaktlose Dauerüberwachung, die nur bei relevanten Ereignissen alarmiert, entlastet das Nachtteam, ohne dass jemand minütlich ins Zimmer schauen muss.

Einrichtungen mit hohen Datenschutz-Anforderungen: Wer kontaktlose Überwachung will, aber Kameras aus Würde-, Betriebsrats- oder Datenschutzgründen ausschließt, findet bei Qumea einen sauberen Mittelweg: keine Bilder, keine Identifikation, nur anonyme Bewegungsdaten.

Weniger geeignet für: Ambulante Pflege und Privathaushalte (das System ist auf stationäre Einrichtungen ausgelegt), Einrichtungen mit überwiegend Mehrbettzimmern (Bewegungszuordnung wird dort anspruchsvoll) und Häuser, die eine reine Softwarelösung ohne Hardware-Investition suchen. Wer primär Vitalzeichen direkt unter der Matratze messen will, sucht ein anderes Sensorprinzip, Qumea misst Bewegung aus der Distanz, nicht den Druckverlauf im Bett.

Preise im Detail

ModellPreisWas du bekommst
PilotprojektAuf AnfrageEinzelne Teststation, Installation, Schulung, Kalibrierungsbegleitung, typischer Einstieg zur Evaluierung
Stations-/HausrolloutAuf AnfrageSensoren pro Zimmer + Software-Plattform + Alert-Routing, abhängig von Zimmerzahl und Schwesternruf-Anbindung
Integration & BetriebAuf AnfrageKIS-/Pflegesoftware-Anbindung als individuelles Projekt, laufende Wartung und Support

Einordnung: Qumea veröffentlicht keine Listenpreise, Preise sind systemabhängig (Zimmerzahl, Integrationstiefe, Schwesternruf-Anbindung) und werden im Angebot kalkuliert. Wichtig zu verstehen: Das ist keine SaaS-Lizenz für ein paar Euro pro Nutzer, sondern eine Hardware-Investition pro Zimmer plus Software-Betrieb. Die Wirtschaftlichkeit ergibt sich nicht aus dem Listenpreis, sondern aus den vermiedenen Folgekosten eines einzigen schweren Sturzes, Oberschenkelhalsfraktur, Operation und verlängerte Liegezeit kosten ein Vielfaches einer Sensorausstattung. Für eine belastbare Kostenplanung führt kein Weg an einem konkreten Angebot und einem Pilotprojekt vorbei. Plane neben der Anschaffung den internen Aufwand für MDR-Prüfung, Einlernphase und Schulung ein.

Stärken im Detail

Kontaktlos und kameralos, der Datenschutz-Vorteil. Qumea arbeitet ausschließlich mit Radar, nicht mit Kameras. Es entstehen keine Bilder und keine identifizierbaren Personendaten, sondern „nur anonyme Bewegungsdaten”. Das ist in der Praxis der entscheidende Akzeptanzfaktor: Patienten, Angehörige und Betriebsräte tragen ein System ohne Kamera deutlich leichter mit. Anonymität ist hier ausdrücklich kein Feature, sondern Konstruktionsprinzip.

RADIQ-1 erfasst Makro- und Mikrobewegungen. Der deckenmontierte Sensor sendet elektromagnetische Signale (Radiowellen), die laut Hersteller rund 100-mal schwächer sind als die eines WLAN-Routers. Er erfasst sowohl Makrobewegungen (Lage und Haltung im Raum) als auch Mikrobewegungen (Atmung, Herzschlag, Tremor). Daraus leitet die KI Muster ab, die einen bevorstehenden Bettausstieg oder eine kritische Veränderung ankündigen, bevor etwas passiert.

Echtzeit-Alert vor dem Sturz. Der eigentliche Mehrwert liegt im Timing. Statt einen Sturz im Nachhinein zu melden, erkennt das System die charakteristische Bewegungssequenz des Aufsetzens und alarmiert die Pflegekraft, solange noch Zeit zum Eingreifen bleibt. Aus reaktivem „Wir haben den Sturz dokumentiert” wird proaktives „Wir waren vorher im Zimmer”.

Von der Sturzerkennung zur Risikoplattform. Qumea ist über die reine Sturzprävention hinausgewachsen. Das System adressiert heute sechs Bereiche: Stürze, Dekubitus (Druckbelastung/Lagerung), Delir und Verwirrtheitszustände, Unruhe und Schlafqualität, freiheitsentziehende Maßnahmen sowie akute Notfälle. Das macht den Sensor von einem Einzweck-Melder zu einer Datengrundlage für die gesamte Mobilitäts- und Schlafdokumentation einer Station.

Flexibles, europanahes Hosting. Die Cloud-Infrastruktur wird laut Datenschutzerklärung bei der schweizerischen METANET AG gehostet, alternativ ist ein Betrieb im Land der Kundenwahl möglich. Für die Schweiz besteht ein EU-Angemessenheitsbeschluss (seit 2000), Datentransfers in die Schweiz sind damit datenschutzrechtlich solide abgesichert. Anders als bei vielen US-Tools wird hier kein Datenabfluss in eine US-Cloud erzwungen, ein wichtiger Punkt für deutsche Träger mit klaren Compliance-Vorgaben. Wichtig zu trennen: Die anonyme Bewegungsverarbeitung des Sensors ist das eine, die Website-Datenschutzerklärung von Qumea behält sich für Webdienste hingegen Drittland-Transfers (etwa Google, Microsoft) vor, das betrifft aber die Webseite, nicht die klinischen Sensordaten.

Belastbare Marktdurchdringung. Über 150 Einrichtungen setzen das System produktiv ein, darunter namhafte Schweizer Häuser wie das Universitätsspital Basel, die Schulthess Klinik und die Universitäre Altersmedizin Felix Platter. Diese Referenzdichte ist für ein Medtech-Produkt dieser Spezialisierung ein echtes Vertrauenssignal, gerade weil es sich um universitäre und spezialisierte Einrichtungen handelt, die ein Monitoring-System nicht leichtfertig in den Stationsalltag holen.

Schwächen ehrlich betrachtet

Keine Preistransparenz, Planung nur nach Anfrage. Es gibt keine öffentlichen Listenpreise. Für eine Klinik, die Budgets plant, bedeutet das: ohne Vertriebsgespräch und Pilotprojekt keine belastbare Zahl. Das ist branchenüblich für Medizinprodukte, erschwert aber den schnellen Vergleich und die interne Kalkulation. Wer eine grobe Hausnummer für die Antragstellung braucht, sollte früh ein verbindliches Angebot einholen.

MDR-Aufwand vor der Beschaffung. Ein System, das Bettausstiege erkennt und alarmiert, kann als Medizinprodukt einzustufen sein und unterliegt damit der Medizinprodukteverordnung (MDR). Vor der Beschaffung muss der MDR-Beauftragte der Einrichtung eingebunden werden, das verlängert den Entscheidungsweg und ist kein „heute bestellt, morgen installiert”-Projekt.

Integration ins KIS ist Projektarbeit. Ein standardisierter FHIR/HL7-Datenaustausch mit dem Krankenhausinformationssystem ist nicht „out of the box” verfügbar. Die Anbindung an Schwesternruf (etwa Ascom) und an die Pflegesoftware ist möglich, aber jeweils ein individuelles Integrationsprojekt mit eigenem Aufwand. Wer eine nahtlose Datendurchgängigkeit erwartet, sollte das im Pilotprojekt explizit prüfen.

Einlernphase mit False Positives. In den ersten zwei bis vier Wochen identifiziert das System schrittweise die normalen Bewegungsmuster der jeweiligen Station und Patienten. In dieser Zeit ist mit mehr Fehlalarmen zu rechnen. Das ist beherrschbar, erfordert aber aktives Feedback der Pflegekräfte und die Bereitschaft, Schwellwerte nachzujustieren, sonst droht Alarm-Müdigkeit.

Mehrbettzimmer bleiben anspruchsvoll. Das System ist primär für Einzel- und Doppelzimmer ausgelegt. In Mehrbettzimmern wird die saubere Zuordnung von Bewegung zu Patient deutlich komplexer. Häuser mit überwiegend belegten Mehrbettzimmern sollten das im Pilot kritisch testen, bevor sie auf ganze Stationen ausrollen.

Hardware-Investition statt schlankes Abo. Jedes überwachte Zimmer braucht einen Sensor. Ein Rollout über mehrere Stationen ist ein Investitionsprojekt (Capex) mit Installations- und Wartungsaufwand, kein Software-Abonnement, das man kurzfristig wieder kündigt. Die Entscheidung will entsprechend langfristig gerechnet sein.

Alternativen im Vergleich

Wenn du……nimm stattdessen
Einen ebenfalls kameralosen Deckensensor mit Fokus auf Pflegeheime und automatische Dokumentation willst
Die Pflegedokumentation per Sprache statt Sensorik beschleunigen willst
Das Entlassmanagement deiner Klinik mit KI automatisieren willst
Demenzbetreuung und Aktivierung statt Sturzprävention adressierst

Erwähnenswert ohne eigene Tool-Seite: klassische Sensormatten und Bettausstiegsmatten (günstiger, aber nur punktuelle Erkennung und hohe Fehlalarmquote), Pflegerufsysteme mit einfachen Bewegungsmeldern sowie kamerabasierte Sturzerkennungssysteme (technisch leistungsfähig, aber datenschutzrechtlich oft schwer durchsetzbar). Qumea positioniert sich genau in der Lücke zwischen primitiver Sensormatte und problematischer Kamera: kontaktlos, anonym und vorausschauend. Der direkteste Wettbewerber im DACH-Raum ist , das ein sehr ähnliches Deckensensor-Konzept verfolgt.

So steigst du ein

Schritt 1: Kontakt über qumea.com aufnehmen und ein Pilotprojekt für eine Teststation vereinbaren. Qumea begleitet die erste Installation typischerweise mit Schulung und Kalibrierungsunterstützung. Binde frühzeitig den MDR-Beauftragten der Einrichtung ein, die regulatorische Klärung sollte vor dem Rollout abgeschlossen sein, nicht parallel dazu.

Schritt 2: Sensoren an den Zimmerdecken montieren (keine Umbauarbeiten am Bett nötig). Alert-Routing in das bestehende Schwesternrufsystem oder auf die Pfleger-Smartphones einrichten und die Schwellwerte für die Bettausstieg-Erkennung gemeinsam mit dem Pflegeteam kalibrieren. Lege fest, welche der sechs Risikobereiche zum Start aktiv überwacht werden sollen, meist ist es sinnvoll, mit Sturz und Bettausstieg zu beginnen.

Schritt 3: Einlernphase einplanen. In den ersten zwei bis vier Wochen lernt das System die normalen Bewegungsmuster der Station und reduziert schrittweise die Fehlalarme. Sammle in dieser Zeit das Feedback der Pflegekräfte strukturiert ein und arbeite es in die Schwellwert-Konfiguration ein. Erst danach lässt sich der Nutzen sauber gegen die vorherige Sturzrate messen, diese Vorher-Nachher-Zahl ist die wichtigste Grundlage für die Rollout-Entscheidung.

Ein konkretes Beispiel

Eine geriatrische Station mit 24 Betten in einem süddeutschen Krankenhaus stattet die acht Hochrisikozimmer mit Qumea-Sensoren aus. Um 3:42 Uhr beginnt ein 81-jähriger Patient mit einer bekannten Gangstörung, sich aufzusetzen, das System erkennt die charakteristische Bewegungssequenz und sendet einen Alert auf das Smartphone der Nachtschwester. Sie betritt das Zimmer innerhalb von 90 Sekunden, bevor der Patient aufgestanden ist. Kein Sturz. Im Vergleichsmonat ohne Sensor-System war derselbe Patient zweimal gestürzt, mit anschließender Röntgenuntersuchung und je zwei Tagen verlängerter Liegezeit. Hochgerechnet auf die Station: Wenige verhinderte Stürze pro Quartal rechtfertigen die Investition bereits, weil ein einziger schwerer Sturz mit Fraktur und Folgebehandlung ein Vielfaches der Sensorausstattung kostet, und das menschliche Leid gar nicht eingerechnet ist.

DSGVO & Datenschutz

  • Datenhosting: Schweiz (Anbieter METANET AG, laut Datenschutzerklärung) oder im Land der Kundenwahl. Für die Schweiz besteht ein EU-Angemessenheitsbeschluss (seit 2000). Anbieter ist die QUMEA AG mit Sitz in Solothurn (Schweiz), gegründet 2019, mit weiteren Standorten in Stockholm und Mannheim.
  • Datenart: „100 % anonym, ohne Personendaten”, es werden ausschließlich anonyme Bewegungsdaten verarbeitet, keine Kamerabilder und keine identifizierbaren Personenmerkmale. Datenschutz ist hier Konstruktionsprinzip, nicht nachträgliche Option.
  • Datentransfer: Die Datenschutzerklärung behält sich Datentransfers in Drittländer vor, sofern dort ein angemessenes Schutzniveau besteht oder Standardvertragsklauseln greifen. Der konkrete Hosting-Standort wird im Vertrag festgelegt, für deutsche Träger empfiehlt sich die ausdrückliche Vereinbarung eines EU-/Schweiz-Standorts.
  • Auftragsverarbeitung (AVV): Für den klinischen Einsatz als Medizinprodukt ist ein Auftragsverarbeitungsvertrag im Beschaffungsprozess auszuhandeln und zu prüfen. Lass dir die AVV-Konditionen und die Liste der Subunternehmer vor Vertragsabschluss vorlegen.
  • Medizinprodukt-Status: Vor der Beschaffung MDR-Einstufung und CE-Konformität mit dem MDR-Beauftragten klären, das ist sowohl Compliance- als auch Haftungsthema.
  • Empfehlung für Einrichtungen: Trotz des anonymen Datenmodells gehört für ein klinisches Monitoring-System eine Datenschutz-Folgenabschätzung in den Beschaffungsprozess. Vereinbare explizit den Hosting-Standort, lass dir AVV und Subprozessor-Liste geben und dokumentiere die anonyme Datenverarbeitung sauber gegenüber Betriebsrat und Datenschutzbeauftragtem.

Gut kombiniert mit

  • , Während Qumea die Bewegungs- und Risikodaten liefert, beschleunigt voize die Pflegedokumentation per Sprache. Zusammen entsteht eine durchgängige Dokumentationskette: Der Sensor erkennt das Ereignis, die Sprachdoku hält die pflegerische Reaktion fest, ohne dass die Nachtschwester am Rechner tippen muss.
  • , Für die Patientenpfade jenseits der Station: Recare automatisiert das Entlassmanagement in die Nachversorgung. Mobilitätsdaten aus dem Qumea-Monitoring können die Einschätzung des Versorgungsbedarfs unterstützen, wenn ein sturzgefährdeter Patient verlegt wird.
  • , In gemischten Trägerstrukturen mit Klinik- und Pflegeheim-Anteil lassen sich beide Deckensensor-Systeme nebeneinander betreiben; Qumea spielt seine Stärke eher im akutstationären Umfeld aus, Livy Care im Pflegeheim-Alltag mit automatischer Dokumentation.

Unser Testurteil

Qumea verdient 4 von 5 Sternen. Das System löst ein reales, kostspieliges Problem der stationären Versorgung mit einem technisch sauberen, datenschutzfreundlichen Ansatz: kontaktlos, kameralos, vorausschauend. Die Entwicklung von der reinen Sturzerkennung zur Sechs-Bereiche-Plattform, das flexible Hosting in der Schweiz oder im Land der Kundenwahl und über 150 produktive Einrichtungen sind starke Argumente. Den fünften Stern kostet vor allem die fehlende Preistransparenz, der nicht zu unterschätzende MDR- und Integrationsaufwand sowie die Tatsache, dass es sich um eine Hardware-Investition pro Zimmer handelt, der Einstieg ist schwerer und teurer als bei einem reinen Software-Tool. Für geriatrische und akutgeriatrische Stationen mit hohem Sturzrisiko-Anteil ist Qumea dennoch eine der überzeugendsten Lösungen am Markt, sofern das Haus bereit ist, das Projekt mit MDR-Prüfung, Pilot und Einlernphase ernst zu nehmen.

Was wir bemerkt haben

  • Mai 2026, Qumea hat Elad Benjamin zum Verwaltungsratspräsidenten berufen und eine Partnerschaft mit Systematic für den nordeuropäischen Markt geschlossen (beides laut Unternehmensseite). Zusammen mit den Standorten in Stockholm und Mannheim deutet das auf eine Internationalisierungsstrategie über den DACH-Raum hinaus, ein Zeichen wirtschaftlicher Stabilität und Wachstumsambition.
  • 2024–2026, Das Produkt ist von einem reinen Sturzpräventions-Sensor zu einer Plattform für sechs Risikobereiche gewachsen (Sturz, Dekubitus, Delir, Unruhe/Schlaf, freiheitsentziehende Maßnahmen, akute Notfälle). Das vergrößert den Nutzen pro installiertem Sensor erheblich und verschiebt die Wirtschaftlichkeitsrechnung zugunsten des Systems.
  • Juni 2026, Wir konnten den früher genannten Verweis auf das Kantonsspital Baselland nicht mehr gegen eine offizielle Quelle belegen und haben ihn entfernt. Aktuell öffentlich bestätigte Referenzen sind unter anderem das Universitätsspital Basel, die Schulthess Klinik und die Universitäre Altersmedizin Felix Platter.
  • Juni 2026, Konkrete Listenpreise und eine standardisierte KIS-Integration (FHIR/HL7) sind weiterhin nicht öffentlich verfügbar. Wer plant, muss mit Vertrieb, Pilot und individuellem Integrationsprojekt rechnen, diese Hürde ist seit Jahren unverändert.

Quellen

  1. QUMEA – Startseite / digitales Mobilitätsmonitoring. https://qumea.com (abgerufen am 2026-06-14). Schweizer Anbieter (Solothurn, gegr. 2019, Standorte Stockholm und Mannheim), kontaktloser Radarsensor ohne Kamera, KI-Mustererkennung, sechs Risikobereiche, über 150 Einrichtungen, Referenzen u. a. Universitätsspital Basel, Schulthess Klinik, Felix Platter; Elad Benjamin als Verwaltungsratspräsident (Mai 2026) und Systematic-Partnerschaft für Nordeuropa (Mai 2026).
  2. QUMEA – Technologie / RADIQ-1 Sensor. https://qumea.com/technologie (abgerufen am 2026-06-14). Deckenmontierter Sensor RADIQ-1, erfasst Makro- und Mikrobewegungen (Atmung, Herzschlag, Tremor), Signal rund 100-mal schwächer als ein WLAN-Router, keine Bilder/Gesichter, anonyme Bewegungssignale ohne Personendaten.
  3. QUMEA – Datenschutzerklärung. https://qumea.com/datenschutz (abgerufen am 2026-06-14). Hosting bei METANET AG (Schweiz); die Website-Datenschutzerklärung behält sich Drittland-Transfers (u. a. Google, Microsoft) vor.

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