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nextOR

nextOR GmbH (Berlin)

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nextOR ist eine KI-basierte OP-Planungssoftware aus Berlin (gegründet 2022), die OP-Dauern per maschinellem Lernen prognostiziert und Tagespläne dynamisch optimiert. Das selbstlernende System wertet historische Eingriffsdaten aus und erstellt automatisch ausbalancierte Saalbelegungen. Laut Herstellerangaben erreichen Häuser 40 % höhere Planungspräzision, 25 % weniger Überstunden im OP, über 5 % mehr EBITDA und über 60 % geringere Prozesskosten in der OP-Administration. Seit 2025 besteht eine SAP-Partnerschaft für die DACH-Region.

Kosten: SaaS-Modell, Jahresgebühr abhängig vom Eingriffsvolumen des Hauses. Keine öffentliche Preisliste, Angebot nur auf Anfrage.

Stärken

  • Deutsches Produkt mit EU-Datenhaltung, DSGVO-relevanter Vorteil im Krankenhaussektor
  • Selbstlernende Prognose der OP-Dauer statt starrer Erfahrungswerte
  • Dynamische Re-Optimierung des Tagesplans bei Notfall oder Ausfall
  • SAP-Partnerschaft für die DACH-Region, Anbindung an SAP-Krankenhausumgebungen
  • SaaS-Modell skaliert mit dem Eingriffsvolumen statt fixem Lizenzblock

Einschränkungen

  • Keine öffentlichen Preise, Aufwand und Kosten erst nach Erstgespräch klar
  • Sehr junges Unternehmen (gegründet 2022, ~10–12 Mitarbeitende), begrenzte Referenzbasis und Anbieterstabilität
  • Modell braucht ausreichend digitalisierte historische OP-Daten, Häuser ohne saubere Zeitstempel können nicht sofort starten
  • Technische Integrationsdetails (FHIR/HL7, KIS-Anbindung) werden öffentlich kaum dokumentiert, Klärung nur im Direktkontakt
  • Eng auf das OP-Management fokussiert, kein vollwertiges KIS oder Ressourcensystem für das ganze Haus

Passt gut zu

Deutsche Krankenhäuser, die eine DSGVO-native OP-Planung mit SAP-Umfeld suchen OP-Manager, die kurzfristige Planänderungen schneller kommunizieren wollen Häuser mit hoher Saalauslastung, die Leerläufe und Überstunden reduzieren müssen

Wann ja, wann nein

Wann ja

  • Du betreibst mehrere OP-Säle und planst bisher manuell (Excel, Whiteboard, KIS-Modul)
  • Deine OP-Dokumentation enthält saubere historische Zeitstempel für das Modelltraining
  • Du brauchst eine Lösung mit Datenhaltung in der EU für sensible Patientendaten
  • Dein Haus arbeitet mit SAP und sucht eine eingebundene OP-Planung

Wann nein

  • Du betreibst nur ein bis zwei Säle mit überschaubarem, planbarem Programm
  • Eure OP-Daten liegen unstrukturiert oder unvollständig vor, das Modell hat keine Basis
  • Du suchst ein komplettes KIS oder Ressourcenmanagement fürs ganze Haus
  • Du brauchst einen etablierten Großanbieter mit langjähriger Referenzliste und Maximalstabilität

Kurzfazit

nextOR ist eine KI-Planungssoftware für den Operationssaal aus Berlin, die ein konkretes, teures Problem deutscher Krankenhäuser angeht: ungenaue OP-Planung, die Leerläufe, Überstunden und verschobene Eingriffe produziert. Das selbstlernende System prognostiziert die voraussichtliche Dauer eines Eingriffs aus historischen Daten und baut daraus automatisch einen optimierten Tagesplan, der sich bei Notfällen oder Ausfällen dynamisch neu sortiert. Die Herstellerzahlen klingen stark (40 % höhere Planungspräzision, 25 % weniger Überstunden, über 60 % geringere Administrationskosten), sollten aber als Anbieterangaben gelesen werden, unabhängige Studien gibt es bislang nicht. Der größte Pluspunkt ist die EU-Datenhaltung und die SAP-Partnerschaft für die DACH-Region; der größte Vorbehalt ist, dass nextOR ein sehr junges, kleines Unternehmen ist (gegründet 2022, rund ein Dutzend Mitarbeitende). Für Häuser mit sauberer OP-Dokumentation und echtem Auslastungsdruck ist es eine ernsthafte Option, mit der gebotenen Sorgfaltsprüfung beim Anbieter.

Für wen ist nextOR?

OP-Manager und OP-Koordination: Die eigentliche Zielgruppe. Wer täglich Säle belegt, Notfälle einschiebt und mit verschobenen Eingriffen jongliert, bekommt mit nextOR eine Datenbasis statt Bauchgefühl. Die Prognose der OP-Dauer ersetzt die pauschalen Standardzeiten, die in vielen Häusern seit Jahren unverändert im KIS stehen und an der Realität vorbeigehen.

Kaufmännische Leitung und Controlling: OP-Minuten sind die teuerste Ressource im Krankenhaus. Wer Leerläufe reduziert und Überstunden senkt, hebt direkt das Betriebsergebnis. nextOR adressiert genau diese Kennzahl, die Herstellerangabe von über 5 % mehr EBITDA ist die Sprache, die im Direktorium zählt.

Häuser im SAP-Umfeld: Krankenhäuser, die ohnehin auf SAP setzen, profitieren von der 2025 angekündigten SAP-Partnerschaft für die DACH-Region. Eine in die bestehende Systemlandschaft eingebundene OP-Planung ist deutlich leichter durchzusetzen als eine Insellösung.

Mittlere bis große Häuser mit Auslastungsdruck: Der Nutzen skaliert mit der Zahl der Säle und Eingriffe. Je mehr parallel läuft und je voller das Programm, desto größer der Hebel einer präzisen Planung. Bei sechs oder mehr Sälen wird der Effekt spürbar.

Weniger geeignet für: Kleine Häuser mit ein bis zwei Sälen und gut planbarem Programm (der Aufwand lohnt selten), Häuser ohne digitalisierte OP-Dokumentation (dem Modell fehlt die Datenbasis) und alle, die ein komplettes Krankenhaus-Informationssystem suchen, nextOR ist ein spezialisiertes Planungswerkzeug, kein KIS-Ersatz.

Preise im Detail

ModellPreisWas du bekommst
SaaS (Jahresgebühr)Auf Anfrage, abhängig vom EingriffsvolumenKI-OP-Planung, Dauerprognose, dynamische Re-Optimierung, Benachrichtigungen, Onboarding und Modelltraining
Pilot / Proof of ConceptAuf AnfrageBegleiteter Testbetrieb in einem Fachbereich mit Parallelplanung

Einordnung: nextOR veröffentlicht keine Preise, das ist im Krankenhaussoftware-Markt üblich, macht aber einen schnellen Vergleich unmöglich. Das Modell richtet sich nach dem Eingriffsvolumen des Hauses, skaliert also mit der tatsächlichen Nutzung statt mit einem fixen Lizenzblock. Das ist fairer als pauschale Lizenzgebühren, bedeutet aber auch: Du erfährst die Kosten erst nach einem Erstgespräch und der Einschätzung deiner Datenlage. Plane für eine seriöse Bewertung den vollen Beschaffungsprozess ein, inklusive Datencheck, Pilotbetrieb und Wirtschaftlichkeitsrechnung gegen den erwarteten Effekt auf Überstunden und Saalauslastung. Da es um eine Investition in ein junges Unternehmen geht, gehört eine Anbieter-Due-Diligence (Finanzierung, Roadmap, Referenzen) zwingend dazu.

Stärken im Detail

Datenbasierte Dauerprognose statt Standardzeiten. Der Kern von nextOR ist ein selbstlernendes Modell, das aus den historischen Eingriffen des Hauses lernt, wie lange ein bestimmter Eingriff bei einem bestimmten Team realistisch dauert. Damit ersetzt es die statischen Standardzeiten, die in vielen KIS seit Jahren unverändert hinterlegt sind und systematisch zu eng oder zu großzügig kalkulieren. Genau aus dieser Lücke entstehen Leerläufe und Überstunden.

Dynamische Re-Optimierung in Echtzeit. Ein OP-Tag läuft selten nach Plan. Fällt ein Eingriff aus oder kommt ein Notfall dazu, sortiert nextOR den Tagesplan neu, statt dass die Koordination manuell umdisponiert. Das ist der Unterschied zwischen einem Planungstool, das morgens einen Plan ausdruckt, und einem System, das den Tag über mitdenkt.

EU-Datenhaltung als echter Compliance-Vorteil. OP-Daten sind hochsensible Gesundheitsdaten. Dass nextOR ein deutsches Produkt mit Datenhaltung in der EU ist, nimmt einen der größten Hemmschuhe beim KI-Einsatz in Kliniken, die Datenschutzfrage, von vornherein aus der Diskussion. Internationale Wettbewerber mit US-Hosting haben hier strukturell einen schwereren Stand.

SAP-Partnerschaft öffnet Türen im DACH-Markt. Die 2025 angekündigte Partnerschaft mit SAP ist für ein junges Unternehmen ein bemerkenswerter Vertrauensbeweis und praktisch relevant: Viele Krankenhäuser betreiben SAP, und eine eingebundene Lösung ist leichter zu beschaffen und zu betreiben als eine fremde Insellösung. Auf der DMEA 2026 war nextOR am SAP-Partnerstand vertreten.

SaaS-Modell mit volumenabhängiger Abrechnung. Statt eines fixen Lizenzblocks zahlt das Haus abhängig vom Eingriffsvolumen. Das senkt die Einstiegshürde für mittlere Häuser und koppelt die Kosten an den tatsächlichen Nutzungsgrad, fairer als pauschale Großanbieter-Lizenzen, die kleinere Häuser oft überfordern.

Schwächen ehrlich betrachtet

Sehr junges, kleines Unternehmen. nextOR wurde 2022 gegründet und beschäftigt rund ein Dutzend Menschen. Das ist für die Geschwindigkeit und Kundennähe ein Vorteil, für eine kritische Infrastruktur wie die OP-Planung aber auch ein Risiko: Eine begrenzte Referenzbasis, Abhängigkeit von wenigen Schlüsselpersonen und die übliche Finanzierungsunsicherheit eines Startups gehören in jede Beschaffungsentscheidung. Wer langfristige Anbieterstabilität über alles stellt, muss das hier sehr genau prüfen.

Herstellerzahlen ohne unabhängige Belege. Die genannten Effekte (40 % höhere Präzision, 25 % weniger Überstunden, über 60 % geringere Prozesskosten) stammen vom Anbieter selbst. Sie sind plausibel und entsprechen dem typischen Hebel datenbasierter Planung, aber es gibt keine unabhängige Studie, die sie verifiziert. Behandle sie als Zielgrößen, die du im eigenen Pilotbetrieb gegen reale Kennzahlen messen musst.

Datenqualität ist die harte Voraussetzung. Ein selbstlernendes Modell ist nur so gut wie die Daten, aus denen es lernt. Häuser ohne saubere, vollständige OP-Zeitstempel und konsistente Eingriffskategorisierung können nicht einfach loslegen, erst muss die Dokumentation stehen. Das ist kein nextOR-spezifisches Problem, aber es verschiebt den möglichen Start oft um Monate.

Dünne öffentliche Technik-Dokumentation. Wie genau die Anbindung an das KIS erfolgt (FHIR, HL7, SAP IS-H), in welchem Rechenzentrum die Daten liegen und welche Schnittstellen unterstützt werden, ist auf der Website kaum dokumentiert. Diese für die IT-Abteilung entscheidenden Details lassen sich nur im Direktkontakt klären, was den Vergleich und die Vorabbewertung erschwert.

Enger Funktionsfokus. nextOR optimiert den OP, nicht die Bettenplanung, nicht die Personaleinsatzplanung des ganzen Hauses, nicht die Ambulanz. Das ist als Spezialisierung sinnvoll, heißt aber: Es ist ein zusätzliches System neben dem KIS, kein Alleskönner. Wer eine integrierte Gesamtlösung erwartet, wird enttäuscht.

Alternativen im Vergleich

Wenn du……nimm stattdessen
eine breite, etablierte KI-Plattform für allgemeine Aufgaben suchst
sensible Daten DSGVO-konform über ein deutsches Foundation-Modell verarbeiten willst
dokumentenbasierte Recherche und Wissensaufbereitung brauchst

nextOR bewegt sich in einer engen Nische, der KI-gestützten OP-Planung, in der es im deutschsprachigen Markt nur wenige direkte Wettbewerber mit eigener Tool-Seite bei uns gibt. Erwähnenswert ohne eigene Seite sind die OP-Management-Module der großen KIS-Anbieter (Dedalus, CompuGroup Medical, Nexus) sowie spezialisierte Planungslösungen wie OPTANO oder die OP-Planungsmodule innerhalb von SAP-Krankenhauslösungen. Diese sind oft tiefer in die Gesamt-IT integriert, aber selten so konsequent auf selbstlernende Dauerprognose zugeschnitten wie nextOR. Der eigentliche Vergleichsmaßstab ist meist nicht ein anderes Tool, sondern der Status quo: manuelle Excel- oder Whiteboard-Planung neben dem KIS. Genau gegen diesen Status quo spielt nextOR seine Stärke aus.

So steigst du ein

Schritt 1: Demo und Datencheck anfragen. Fordere über next-or.de eine individuelle Systemdemonstration an, die eure konkrete KIS-Landschaft berücksichtigt. Im gleichen Schritt prüfen die nextOR-Fachleute eure OP-Dokumentationsqualität, vollständige Zeitstempel und saubere Eingriffskategorisierung sind die Voraussetzung dafür, dass das Modell überhaupt sinnvoll lernen kann.

Schritt 2: Pilot in einem Fachbereich mit Parallelplanung. Starte nicht im ganzen Haus, sondern in einem Bereich mit hohem Volumen und gut dokumentierten Daten, etwa Unfallchirurgie, Orthopädie oder Gynäkologie. Lass die KI-Vorschläge zunächst parallel zum bestehenden Prozess laufen, bis das OP-Team Vertrauen in die Prognosen entwickelt hat. Ein Parallelbetrieb über mehrere Wochen liefert außerdem die ehrlichen Vergleichszahlen für die Wirtschaftlichkeitsrechnung.

Schritt 3: Effekt messen und ausrollen. Definiere vor dem Pilot klare Kennzahlen, durchschnittliche Abweichung zwischen geplanter und tatsächlicher Eingriffsdauer, Zahl der Überstunden, Saalauslastung, und vergleiche sie nach drei Monaten. Erst wenn der Pilot die Effekte im eigenen Haus belegt, lohnt der Rollout auf weitere Fachbereiche. So wird aus Herstellerversprechen eine belastbare eigene Zahl.

Ein konkretes Beispiel

Ein Klinikum mit sechs OP-Sälen plant seine Eingriffe bisher in Excel neben dem KIS, die Standardzeiten im System sind seit Jahren unverändert und systematisch zu eng kalkuliert. nextOR startet im Pilotbetrieb mit der Unfallchirurgie. Das Modell lernt aus den letzten zwei Jahren OP-Dokumentation, wie lange die typischen Eingriffe bei den jeweiligen Teams wirklich dauern. Nach drei Monaten zeigt sich: Die durchschnittliche Abweichung zwischen geplanter und tatsächlicher Eingriffsdauer sinkt von 38 auf 22 Minuten. Die eingesparten Leerläufe ermöglichen täglich einen zusätzlichen kurzen Eingriff pro Saal, bei sechs Sälen und fünf OP-Tagen pro Woche sind das rein rechnerisch bis zu 30 zusätzliche Eingriffe pro Woche. Mindestens ebenso wichtig für das Team: Weil der Plan realistischer ist, fallen weniger ungeplante Überstunden an, und kurzfristige Verschiebungen werden über automatische Benachrichtigungen sofort kommuniziert statt per Telefonkette. Das Klinikum nutzt diese Pilotzahlen als Grundlage für die Entscheidung über den Rollout auf weitere Fachbereiche.

DSGVO & Datenschutz

  • Datenhosting: EU / Deutschland, nextOR positioniert sich als deutsches Produkt mit DSGVO-konformer Datenhaltung. Die exakte Rechenzentrums- und Provider-Angabe ist öffentlich nicht dokumentiert und sollte im Vertrag verbindlich festgehalten werden.
  • Anbieter: nextOR GmbH, eingetragener Sitz Lindberghring 1, 33142 Büren (NRW), Geschäftslokation Friedrichstr. 102, 10117 Berlin. Geschäftsführung: Marcus Goerke und Michael Ernst. Registergericht AG Paderborn, HRB 15750.
  • Datenart: Es werden OP- und Prozessdaten verarbeitet, je nach Konfiguration auch personenbezogene bzw. patientennahe Gesundheitsdaten. Diese unterliegen besonders strengen Anforderungen (Art. 9 DSGVO).
  • Auftragsverarbeitung (AVV): Bei einer Cloud-/SaaS-Nutzung ist ein AVV zwingend erforderlich. Vor Vertragsschluss prüfen, welche Subunternehmer (Hosting) eingebunden sind.
  • Empfehlung für Krankenhäuser: Vor dem Einsatz eine Datenschutz-Folgenabschätzung durchführen, den AVV mit konkreter Hosting-Region prüfen und den Datenfluss zwischen KIS und nextOR sauber dokumentieren. Frühzeitig Datenschutzbeauftragten und IT-Sicherheit einbinden, bei Gesundheitsdaten ist das keine Formalie.

Gut kombiniert mit

  • Bestehendes KIS (Dedalus, CGM, Nexus, SAP IS-H): nextOR ersetzt das KIS nicht, sondern setzt darauf auf. Die OP-Dokumentation im KIS liefert die Trainingsdaten, nextOR liefert die optimierte Planung zurück. Eine saubere Schnittstelle zum führenden System ist die Grundvoraussetzung.
  • , für die vorgelagerte Recherche der Beschaffung selbst: Marktüberblick OP-Management-Lösungen, Vergleich von Anbietern und regulatorische Anforderungen lassen sich damit quellenbasiert zusammentragen, bevor die Demo-Termine beginnen.
  • , für die kaufmännische Aufbereitung: Aus den Pilot-Kennzahlen eine Wirtschaftlichkeitsrechnung und eine Entscheidungsvorlage fürs Direktorium formulieren. nextOR liefert die Zahlen, das Sprachmodell die überzeugende Aufbereitung.

Unser Testurteil

nextOR verdient 4 von 5 Sternen, mit einer wichtigen Einschränkung. Inhaltlich trifft das Produkt einen echten und teuren Schmerzpunkt deutscher Kliniken: Die OP-Planung ist in vielen Häusern noch von starren Standardzeiten und manuellen Excel-Listen geprägt, und genau da setzt eine datenbasierte Dauerprognose mit dynamischer Re-Optimierung sinnvoll an. Die EU-Datenhaltung und die SAP-Partnerschaft sind im sensiblen Krankenhausmarkt klare Pluspunkte, die internationale Wettbewerber nicht ohne Weiteres bieten. Den fünften Stern kostet vor allem die Anbieterjugend: ein 2022 gegründetes Unternehmen mit rund einem Dutzend Mitarbeitenden, eine schmale öffentliche Referenz- und Studienbasis und Herstellerzahlen, die noch auf unabhängige Bestätigung warten. Hinzu kommen die fehlende Preistransparenz und die dünne öffentliche Technik-Dokumentation. Für Häuser mit sauberer OP-Dokumentation und echtem Auslastungsdruck ist nextOR trotzdem eine ernsthaft prüfenswerte Option, vorausgesetzt, die Beschaffung wird mit einem belastbaren Pilotbetrieb und einer ehrlichen Anbieter-Due-Diligence begleitet.

Was wir bemerkt haben

  • 2022, nextOR GmbH wurde gegründet. Das Unternehmen ist damit ein junger Marktteilnehmer im traditionell von Großanbietern dominierten Krankenhaussoftware-Markt, schnell und fokussiert, aber mit der für Startups typischen begrenzten Referenz- und Finanzierungsbasis.
  • 2025, Bekanntgabe einer SAP-Partnerschaft für die DACH-Region. Für ein Unternehmen dieser Größe ist das ein bemerkenswerter Vertrauensbeweis und praktisch relevant, weil viele Kliniken ohnehin im SAP-Umfeld arbeiten.
  • Januar 2025, Führungsaufbau: Michael Ernst übernahm eine zentrale Rolle in der Geschäftsführung. Laut Impressum (Stand Juni 2026) bilden Marcus Goerke und Michael Ernst gemeinsam die Geschäftsführung. Das deutet auf eine Phase aktiver Markterschließung hin.
  • DMEA 2026, nextOR war auf der wichtigsten deutschen Health-IT-Messe am SAP-Partnerstand vertreten, ein Signal für die wachsende Sichtbarkeit im DACH-Markt.
  • Juni 2026, Reverifizierung der Herstellerangaben: Die genannten Effektzahlen (40 % höhere Planungspräzision, 25 % weniger Überstunden, über 5 % mehr EBITDA, über 60 % geringere Prozesskosten) standen im Juni 2026 weiterhin so auf der Anbieterseite und stammen ausschließlich vom Anbieter. Unabhängige Studien oder veröffentlichte Kundenfallzahlen liegen uns nicht vor, wir empfehlen, die Werte im eigenen Pilotbetrieb zu überprüfen. Eine konkrete Rechenzentrums- oder Hosting-Region des Produkts wird öffentlich nach wie vor nicht dokumentiert.

Quellen

  1. nextOR – Startseite (Produkt & Kennzahlen). https://www.next-or.de/ (abgerufen am 2026-06-14). Selbstlernende KI-OP-Planung mit Dauerprognose und Echtzeit-Re-Optimierung; Herstellerangaben 40 % höhere Planungspräzision, 25 % weniger OP-Überstunden, über 5 % mehr EBITDA, über 60 % geringere Administrationskosten; SAP-Partnerschaft (März 2025) für die DACH-Region.
  2. nextOR – Impressum. https://www.next-or.de/impressum/ (abgerufen am 2026-06-14). nextOR GmbH, eingetragener Sitz Lindberghring 1, 33142 Büren; Geschäftslokation Friedrichstr. 102, 10117 Berlin; Geschäftsführung Marcus Goerke und Michael Ernst; Registergericht AG Paderborn HRB 15750.
  3. nextOR – Datenschutzerklärung. https://www.next-or.de/datenschutzerklaerung/ (abgerufen am 2026-06-14). Anbieter mit Sitz in Deutschland; die Website-Datenschutzerklärung dokumentiert Tracking-Dienste, nennt jedoch keine konkrete Rechenzentrums- oder Hosting-Region des Produkts.

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