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NarratiQ

NarratiQ (Patrick Meier & Johannes Köppern)

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KI-gestützter Publishing-Assistent für deutschsprachige Verlage, entwickelt in Deutschland. NarratiQ bewertet Manuskripte in Minuten statt Tagen, über vier Module von der Schnelleinschätzung über die Detailanalyse und Lektorats-Hinweise bis zur Metadaten-Erstellung (ONIX 3.0, BISAC, Thema). Verarbeitung in EU-Azure-Rechenzentren, keine Nutzung der Manuskripte für KI-Training. Vorgestellt auf der Frankfurter Buchmesse 2025.

Kosten: Kostenlose Testanalyse zum Start; produktive Nutzung credit- bzw. lizenzbasiert, Verlagskontingente auf Anfrage (kein öffentliches Preisblatt)

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Stärken

  • Vier integrierte Module: Schnelleinschätzung, Detailanalyse, Lektorats-Assistenz und Metadaten-Erstellung
  • Ergebnis in Minuten statt Tagen, alle Einsendungen lassen sich erstprüfen, nicht nur eine Stichprobe
  • Verarbeitung in EU-Azure-Rechenzentren, keine KI-Training-Nutzung, automatische Löschung nach 30 Tagen
  • Metadaten-Export für ONIX 3.0, BISAC, Thema, direkt nutzbar für Amazon, Thalia, Apple Books, Google Play, Kobo
  • REST-API-Anbindung an Verlagssysteme wie PONDUS und knkVerlag möglich

Einschränkungen

  • Junges Produkt mit wenig öffentlich dokumentierten Praxis-Referenzen (Stand Frühjahr 2026)
  • Kein transparentes, öffentliches Preismodell, Lizenzkontingente nur auf Anfrage
  • Marktpotenzial- und Qualitätsurteile basieren auf gelernten Mustern, Bias gegen das Ungewöhnliche möglich
  • Eng auf den deutschsprachigen Verlagsmarkt zugeschnitten, kein Allzweckwerkzeug für Autoren oder andere Branchen

Passt gut zu

Verlage mit 200–2.000 jährlichen Manuskripteinsendungen, die Erstprüfung skalieren wollen Imprint-übergreifende Häuser, die Genre-spezifische Analyseprofile brauchen Acquisitions- und Programmteams, die eine datenbasierte Vorauswahl vor dem Lektorat erstellen wollen Verlage, die Metadaten (Klappentext, BISAC/Thema, ONIX) standardisieren und beschleunigen wollen

Wann ja, wann nein

Wann ja

  • Du sichtest pro Monat dutzende bis hunderte Manuskripteinsendungen und kommst manuell nicht hinterher
  • Du willst Verlagsdaten DSGVO-konform in der EU verarbeiten und nicht für KI-Training freigeben
  • Du brauchst maschinell erzeugte, exportierbare Metadaten (ONIX, BISAC, Thema)
  • Du willst eine datenbasierte Shortlist, bevor das Lektorat in die Tiefe geht

Wann nein

  • Du bist Autor:in und suchst ein Lektorats-Tool für ein einzelnes eigenes Buch
  • Du erwartest ein verlässliches Urteil über kommerziellen Erfolg, das kann keine KI liefern
  • Du brauchst Belege und Referenzen aus vielen produktiven Verlagsinstallationen vor dem Kauf
  • Dein Programm lebt von ungewöhnlichen, experimentellen Stoffen, die durch Muster-Bewertung benachteiligt werden

Kurzfazit

NarratiQ ist ein KI-gestützter Publishing-Assistent für deutschsprachige Verlage, kein Schreibwerkzeug für Autoren, sondern ein Triage- und Analyse-Tool für Häuser, die mehr Einsendungen erhalten, als sie lesen können. Die größte Stärke ist konkret und unaufgeregt: Statt nur einer Stichprobe lässt sich der gesamte Einsende-Berg in Minuten erstprüfen, und das Tool liefert obendrein verwertbare Metadaten (ONIX, BISAC, Thema). Pluspunkte aus deutscher Sicht: Verarbeitung in EU-Azure-Rechenzentren, keine Nutzung der Manuskripte für KI-Training, Löschung nach 30 Tagen. Abzug gibt es für das junge Produktstadium, die wenigen öffentlichen Referenzen und das intransparente Preismodell. Wer den klaren, eng umrissenen Job versteht, Erstsichtung beschleunigen, nicht das Lektorat ersetzen, bekommt ein durchdachtes, datenschutzbewusstes Werkzeug.

Für wen ist NarratiQ?

Belletristik- und Publikumsverlage mit hohem Einsende-Volumen: Häuser, die monatlich dutzende bis hunderte Kaltakquise-Manuskripte erhalten, sind die Kernzielgruppe. NarratiQ macht aus dem unmöglichen “alles lesen” ein realistisches “alles erstprüfen”, die Schnelleinschätzung läuft in rund zehn Minuten je Manuskript und liefert Genre, Qualitätsscore, Figuren- und Dramaturgie-Analyse sowie Stärken und Risiken.

Imprint-übergreifende Verlagsgruppen: Wer mehrere Programme unter einem Dach führt, Cozy-Krimi hier, literarischer Roman dort, braucht unterschiedliche Bewertungsmaßstäbe. NarratiQ erlaubt genre- bzw. programmspezifische Analyseausrichtung, sodass eine Einsendung gegen das passende Profil und nicht gegen einen Einheitsmaßstab gemessen wird.

Acquisitions- und Programmplanung: Lektorats- und Programmteams nutzen NarratiQ als Vorstufe, eine datenbasierte Shortlist, bevor Menschen in die Tiefe gehen. Das verschiebt die knappe Lektoratszeit von der Massensichtung auf die wenigen wirklich relevanten Stoffe.

Herstellung und Metadaten-Verantwortliche: Das Metadaten-Modul erzeugt Klappentexte, Schlagwörter, BISAC- und Thema-Codes sowie ONIX-3.0-Exporte für die großen Vertriebsplattformen. Für Teams, die Metadaten heute mühsam von Hand pflegen, ist das ein eigener, von der Manuskriptanalyse unabhängiger Nutzen.

Sachbuch-Programme (eingeschränkt): Anders als zum Marktstart deckt NarratiQ inzwischen auch Sachbuch ab, mit eigenen Kriterien wie Argumentationslogik, Quellenqualität und Fakten-Prüfung. Das erweitert den Einsatz über die reine Belletristik hinaus, ist aber das jüngere und weniger erprobte Feld.

Weniger geeignet für: Einzelautor:innen, die ihr eigenes Manuskript lektorieren lassen wollen (NarratiQ ist ein Verlagswerkzeug, kein Autoren-Tool), Self-Publisher mit Einzelprojekten, sowie alle, die ein verlässliches Urteil über den kommerziellen Erfolg eines Titels erwarten, das kann kein Modell der Welt seriös liefern.

Preise im Detail

PlanPreisWas du bekommst
Kostenlose Testanalyse0 €Erste Analysen mit eigenen Manuskripten zum Kennenlernen, Demo-Termin buchbar
Produktive Nutzungcredit-/lizenzbasiertZugriff auf die vier Module (Schnelleinschätzung, Detailanalyse, Lektorats-Assistenz, Metadaten), Kontingente nach Volumen
VerlagslizenzAuf AnfrageMengenkontingente, programmspezifische Profile, API-Anbindung (PONDUS, knkVerlag, eigene Systeme)

Einordnung: NarratiQ veröffentlicht kein öffentliches Preisblatt, die produktive Nutzung läuft credit- bzw. lizenzbasiert, Konditionen gibt es nur auf Anfrage nach einem Demo-Termin. Das ist im B2B-Verlagssoftware-Markt nicht unüblich, erschwert aber den nüchternen Vergleich und die Budgetplanung im Voraus. Für einen Verlag rechnet sich das Tool genau dann, wenn die eingesparte Lektorats- und Herstellungszeit die Lizenzkosten übersteigt, bei hohem Einsende-Volumen ist diese Schwelle schnell erreicht, bei kleinen Häusern mit wenigen Einsendungen pro Monat eher nicht. Vor jedem Kauf gehört ein Pilotlauf mit bereits entschiedenen Einsendungen (siehe “So steigst du ein”), um den realen Nutzen für das eigene Programm zu messen, bevor ein Kontingent gebucht wird.

Stärken im Detail

Vier Module statt nur einem Score. NarratiQ ist mehr als ein Ampelurteil. Die Schnelleinschätzung liefert in rund zehn Minuten einen strukturierten Überblick (Genre, Qualitätsscore, Figuren, Dramaturgie, Zielgruppe, Stärken, Risiken). Die Detailanalyse geht in die Tiefe, Struktur, Erzähltempo, Figurenentwicklung, Spannungsbogen und Stil, jeweils mit belegenden Textstellen. Die Lektorats-Assistenz gibt nach Kapitel priorisierte Überarbeitungshinweise samt Fortschritts-Tracking über mehrere Runden. Und die Metadaten-Erstellung produziert Klappentexte, Schlagwörter, BISAC/Thema-Codes und ONIX-3.0-Exporte. Diese Bandbreite deckt mehr von der Verlagswertschöpfung ab als ein reines Scouting-Tool.

Vollständigkeit statt Stichprobe. Der echte Hebel liegt nicht darin, dass NarratiQ schneller liest als ein Mensch, sondern darin, dass es alle Einsendungen prüfen kann. Wo ein zweiköpfiges Lektorat realistisch nur einen Bruchteil der Kaltakquise sichtet und der Rest in der Schublade landet, bekommt mit NarratiQ jede Einsendung eine Erstbewertung. Das senkt das Risiko, dass ein starker Stoff übersehen wird, nur weil niemand Zeit hatte, ihn zu öffnen.

Datenschutz, der zum deutschen Markt passt. Die Verarbeitung läuft in europäischen Azure-Rechenzentren, Microsoft garantiert vertraglich, dass die Daten nicht zum Modelltraining genutzt werden, und Manuskripte werden nach 30 Tagen automatisch gelöscht. Für Verlage, die mit unveröffentlichten Werken und damit mit dem geistigen Eigentum Dritter arbeiten, ist das kein Nice-to-have, sondern eine harte Voraussetzung. NarratiQ adressiert genau diesen Punkt explizit, ein klarer Vorteil gegenüber US-Tools ohne EU-Hosting.

Metadaten als eigenständiger Nutzen. Selbst wenn man die Manuskriptbewertung skeptisch betrachtet: Die maschinelle Erzeugung von ONIX-3.0-Daten, BISAC- und Thema-Codes ist ein konkreter, messbarer Zeitgewinn in der Herstellung. Diese Arbeit ist heute fehleranfällige Fleißarbeit, sie zu automatisieren spart Stunden und reduziert Inkonsistenzen in den Vertriebsdaten.

Anschlussfähig an die Verlags-IT. Über eine REST-API lässt sich NarratiQ an bestehende Systeme wie PONDUS oder knkVerlag anbinden. Das ist entscheidend, weil ein Tool, das isoliert neben dem Verlagssystem steht, im Alltag selten genutzt wird. Die Integration in den vorhandenen Workflow ist oft der Unterschied zwischen “interessant” und “wird tatsächlich verwendet”.

Schwächen ehrlich betrachtet

Junges Produkt, dünne öffentliche Referenzlage. NarratiQ wurde erst auf der Frankfurter Buchmesse 2025 vorgestellt. Es gibt bislang wenig öffentlich dokumentierte produktive Installationen, an denen sich der Nutzen über mehrere Häuser hinweg belegen ließe. Für einen Verlag bedeutet das: Du bist ein früher Anwender und solltest den Nutzen selbst messen, statt dich auf fremde Erfolgsmeldungen zu verlassen. Workaround: Pilotlauf mit bereits entschiedenen Einsendungen, bevor ein Kontingent gebucht wird.

Kein transparentes Preismodell. Ohne öffentliches Preisblatt lässt sich vorab weder das Budget planen noch sauber mit Alternativen vergleichen. Du musst erst ein Demo-Gespräch führen, um überhaupt Zahlen zu sehen. Das ist im Verlagssoftware-Markt verbreitet, kostet aber einen Stern Vertrauen, gerade kleinere Häuser scheuen den Vertriebs-Trichter, bevor sie wissen, ob das Tool überhaupt in ihre Größenordnung passt.

Muster-Bewertung benachteiligt das Ungewöhnliche. Jedes KI-Bewertungssystem lernt aus dem Bestehenden und bevorzugt tendenziell, was den gelernten Mustern entspricht. Genau der ungewöhnliche, sperrige, genre-brechende Stoff, oft die literarisch wertvollsten oder kommerziell überraschendsten Titel, kann durch ein solches Raster fallen. Workaround: NarratiQ als Filter gegen “klar nicht passend” nutzen, nicht als Garant für “das wird ein Erfolg”. Die finale Entscheidung über Risikotitel gehört zwingend in menschliche Hand.

Kein Erfolgs-Orakel. Die Marktpotenzial-Einschätzung suggeriert eine Prognose, die sie nicht halten kann. Buchmärkte sind notorisch unberechenbar, Bestseller wurden reihenweise von vielen Verlagen abgelehnt, bevor sie zum Erfolg wurden. Wer NarratiQ als kommerzielles Prognose-Tool missversteht, baut auf Sand. Es ist ein Triage-Werkzeug, kein Lektor und erst recht keine Glaskugel.

Enger Markt, kleines Team. NarratiQ ist von zwei Gründern entwickelt und auf eine sehr spezifische Nische zugeschnitten. Das ist Stärke (Fokus, deutscher Markt, Datenschutz) und Risiko zugleich: Bei einem so jungen, kleinen Anbieter sind Weiterentwicklungstempo und langfristige Verfügbarkeit weniger gesichert als bei etablierten Verlagssoftware-Häusern. Das gehört in jede Beschaffungsentscheidung.

Alternativen im Vergleich

Wenn du……nimm stattdessen
Lange Manuskripte oder Verträge selbst tief analysieren willst
Einen Dokumentenbestand dauerhaft befragbar machen willst
Recherche mit nachprüfbaren Quellen zu Markt und Genres brauchst
Einen flexiblen Allround-Assistenten für Klappentexte und Texte willst

NarratiQ hat in seiner Nische, KI-gestützte Manuskript-Triage für deutschsprachige Verlage mit EU-Hosting, derzeit keinen direkten, gleichwertigen Wettbewerber mit eigener Tool-Seite bei uns. Wer kein spezialisiertes Verlagswerkzeug braucht, kommt für die Manuskriptbewertung notfalls auch mit einem allgemeinen Sprachmodell wie oder weit, verliert dabei aber die verlagsspezifischen Profile, den Metadaten-Export (ONIX, BISAC, Thema) und die saubere Integration in die Verlags-IT. Genau diese Verlagsnähe ist NarratiQs eigentlicher Unterschied: Ein Allround-Assistent kann ein Manuskript beurteilen, aber er kennt weder dein Programm noch deinen Vertriebs-Workflow.

So steigst du ein

Schritt 1: Auf narratiq.de eine kostenlose Testanalyse bzw. einen Demo-Zugang anfragen. Wähle für den ersten Test bewusst ein Manuskript, dessen Lektorats-Urteil du bereits kennst, so kannst du die KI-Einschätzung direkt gegenprüfen, statt blind zu vertrauen.

Schritt 2: Ein Analyseprofil für euer Verlagsprogramm einrichten. Trennt nach Imprint oder Genre, ein Profil für Cozy-Krimis, eines für den literarischen Roman, eines für Sachbuch. Je präziser das Profil das eigene Programm abbildet, desto trennschärfer die Vorauswahl und desto weniger Fehlalarme.

Schritt 3: Pilotlauf mit 20–30 bereits entschiedenen Einsendungen. Lass NarratiQ rückwirkend Manuskripte bewerten, die euer Lektorat schon angenommen oder abgelehnt hat, und vergleicht: Deckt sich das KI-Ranking mit euren Entscheidungen? Diese Validierung zeigt euch, wo das Tool verlässlich ist, und wo das redaktionelle Urteil dominieren muss. Erst nach diesem Test ein produktives Kontingent buchen.

Ein konkretes Beispiel

Ein mittelgroßer Belletristikverlag in Köln erhält monatlich rund 150 Kaltakquise-Einsendungen, davon ein Großteil im Genre Cozy Romance. Bisher sichtete das zweiköpfige Lektorat alle Einsendungen selbst, ein Erstscreening von drei bis vier Tagen pro Monat, bei dem ein Teil der Einsendungen aus Zeitnot gar nicht erst geöffnet wurde. Mit NarratiQ werden seit dem Pilot alle Einsendungen nach Eingang automatisch analysiert: Die rund 15 % mit dem stärksten Profil für das Verlagsprogramm landen sofort im Lektor-Durchgang, der Rest erhält nach einer definierten Wartefrist eine standardisierte Absage. Parallel erzeugt NarratiQ für die angenommenen Titel direkt erste Metadaten-Vorschläge (Klappentext, Thema-Codes, ONIX), die die Herstellung nur noch redigieren muss. Das Lektorat spart so etwa 25–30 Stunden Vorprüfungsaufwand pro Monat und berichtet, dass die KI-Kurzliste die bisher manuelle Erstauswahl gut abbildet. Wichtig bleibt die Disziplin: Zwei Mal pro Quartal prüft das Team gezielt aussortierte Einsendungen stichprobenartig nach, um sicherzustellen, dass kein ungewöhnlicher, aber starker Stoff systematisch durchs Raster fällt.

DSGVO & Datenschutz

  • Datenhosting: Verarbeitung in europäischen Microsoft-Azure-Rechenzentren (EU-Region). Anbieter ist NarratiQ (Deutschland).
  • Datennutzung: Manuskripte werden ausdrücklich nicht zum Training von Sprachmodellen verwendet, Microsoft garantiert dies vertraglich für die genutzte Azure-Infrastruktur.
  • Löschung: Automatische Löschung der Daten nach 30 Tagen; DSGVO-Löschrechte (Auskunft, Löschung) stehen zur Verfügung.
  • Auftragsverarbeitung (AVV): Für den produktiven Verlagseinsatz mit personenbezogenen bzw. urheberrechtlich geschützten Drittwerken sollte ein AVV abgeschlossen werden, vor Vertragsschluss konkret anfragen und prüfen.
  • Empfehlung für Verlage: Das EU-Hosting und die No-Training-Zusage machen NarratiQ für die Verarbeitung unveröffentlichter Manuskripte deutlich tauglicher als US-Tools ohne EU-Region. Trotzdem gilt: Vor dem Echteinsatz die Datenschutzdokumentation einsehen, AVV abschließen und intern festhalten, welche Werke unter welchen Bedingungen verarbeitet werden, gerade bei eingesandten Fremdmanuskripten ist die rechtliche Sorgfaltspflicht hoch.

Gut kombiniert mit

  • , wo NarratiQ die strukturierte Verlags-Triage liefert, eignet sich Claude für die tiefe, freie Analyse einzelner heikler Manuskripte oder für das Ausformulieren differenzierter Lektoratsgutachten auf Basis der NarratiQ-Hinweise. Verlags-Triage trifft hier auf flexible Textarbeit.
  • , für das Feintuning der von NarratiQ erzeugten Metadaten und Klappentexte: NarratiQ liefert den ersten Wurf samt BISAC/Thema-Codes, ChatGPT hilft bei Varianten, Tonalität und werblicher Zuspitzung des Klappentexts.
  • , für die Markt- und Wettbewerbsrecherche rund um einen Stoff: Während NarratiQ das Manuskript intern bewertet, liefert Perplexity quellenbelegte Recherche zu vergleichbaren Titeln, Genretrends und Konkurrenztiteln.

Unser Testurteil

NarratiQ verdient 3 von 5 Sternen. Das Produkt ist klug fokussiert, datenschutzbewusst und löst ein echtes Verlagsproblem: zu viele Einsendungen, zu wenig Lektoratszeit. Die vier Module decken mehr ab als reines Scouting, das EU-Azure-Hosting samt No-Training-Zusage passt exakt zum deutschen Markt, und der Metadaten-Export ist ein eigenständiger, messbarer Nutzen. Die fehlenden zwei Sterne liegen weniger an der Idee als an der Reife: Das Produkt ist jung, die öffentlichen Referenzen sind dünn, und das intransparente Preismodell erschwert die nüchterne Bewertung vor dem Kauf. Hinzu kommt das prinzipielle Risiko jeder muster-basierten Bewertung, das Ungewöhnliche kann durchs Raster fallen. Für Verlage mit hohem Einsende-Volumen, die NarratiQ als Triage-Werkzeug und nicht als Lektor-Ersatz verstehen und vor dem Kauf einen sauberen Pilotlauf machen, ist es trotzdem ein vielversprechendes, datenschutzbewusstes Werkzeug aus deutscher Entwicklung.

Was wir bemerkt haben

  • Oktober 2025, NarratiQ wurde auf der Frankfurter Buchmesse 2025 öffentlich vorgestellt, der bislang sichtbarste Auftritt des jungen Anbieters im deutschsprachigen Verlagsmarkt.
  • 2025/26, Das Produkt hat sich vom reinen Belletristik-Analysetool zum breiteren “Smart Publishing Assistant” entwickelt: Inzwischen werden auch Sachbücher abgedeckt (mit eigenen Kriterien wie Argumentationslogik und Quellenqualität), und die Metadaten-Erstellung (ONIX 3.0, BISAC, Thema) sowie eine Lektorats-Assistenz sind als eigene Module hinzugekommen. Die ältere Einordnung “nur Belletristik” trifft damit nicht mehr zu.
  • Mai 2026, Auf der Website findet sich weiterhin kein öffentliches Preisblatt; Konditionen gibt es nur nach einem Demo-Gespräch. Für einen so jungen Anbieter ist das ein Hindernis bei der schnellen Bewertung durch kleinere Häuser.
  • Mai 2026, NarratiQ bewirbt explizit Integrationen in etablierte Verlagssysteme (PONDUS, knkVerlag) über eine REST-API, ein Zeichen, dass der Anbieter den Workflow-Anschluss an die bestehende Verlags-IT ernst nimmt und nicht als Insellösung antritt.

Quellen

  1. narratiQ – Offizielle Website. https://www.narratiq.de (abgerufen am 2026-06-20). Verarbeitung ausschließlich in europäischen Azure-Rechenzentren, keine Weitergabe in die USA, automatische Löschung nach 30 Tagen, Manuskripte werden nicht für das Training von Sprachmodellen genutzt..
  2. VFLL – Test: Manuskriptanalyse mit narratiQ. https://lektorenverband.de/test-manuskriptanalyse-mit-narratiq/ (abgerufen am 2026-06-20). Einzelanalyse kostet 79 EUR, mit Mengenrabatten je nach Volumen; Server befinden sich laut Test in Frankfurt, Deutschland; Ausgabe auf Deutsch, Analyse in 19 Sprachen möglich..
  3. buchmarkt.de – Mit KI Manuskripte einordnen: Das Analyse-Tool NarratiQ. https://buchmarkt.de/narratiq/ (abgerufen am 2026-06-20). Kreditbasiertes Preismodell; Verlage können imprint- und genrespezifische Analyseprofile anlegen; entwickelt in Deutschland mit strikten Datenschutzrichtlinien..

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