memoQ
memoQ Translation Technologies
Professionelles CAT-Tool aus Ungarn mit echter LLM-Integration. AGT (Adaptive Generative Translation) nutzt ein GPT-Mini-Modell auf Microsoft Azure, um Übersetzungsspeicher und Terminologie kontextbasiert für jedes Segment einzubinden, ein echter Schritt über klassische MT hinaus. Besonders stark in spezialisierten DACH-Übersetzungsbüros.
Kosten: Translator Pro ca. 40 €/Monat oder 360 €/Jahr; AGT-Add-on ca. 40 €/Monat; TMS-Server-Lizenzen auf Anfrage
Stärken
- AGT bringt LLM-Übersetzung direkt in den CAT-Workflow, mit Anpassung an TM und Termbase ohne Re-Training
- Günstiger als Trados Studio bei vergleichbarem Funktionsumfang (40 € vs. ca. 75 €+/Monat)
- Native Anbindung an alle relevanten MT-Engines: DeepL, Google, Microsoft, ModernMT u.a.
- Hersteller-Hauptsitz in Ungarn (EU), Azure-OpenAI-Backend ohne Datennutzung für Modelltraining, ISO 27001:2022 und SOC 2
- Starke Glossar- und Translation-Memory-Integration, etabliert in Pharma- und Technik-Übersetzung
Einschränkungen
- Lernkurve weiterhin steil, kein Tool für gelegentliche Übersetzungsaufgaben
- AGT setzt eine memoQ-TMS-Lizenz voraus, Translator-Pro-Nutzer:innen kommen nicht direkt heran
- Kleineres Plugin-Ökosystem als Trados, manche Konnektoren fehlen
- Keine echte Browser-First-Erfahrung wie bei Phrase oder Smartcat, Desktop bleibt zentraler Arbeitsplatz
Passt gut zu
Wann ja, wann nein
Wann ja
- Du arbeitest professionell mit Translation Memory und Terminologiedatenbanken
- Du willst LLM-Übersetzung im CAT-Workflow nutzen, ohne deine Daten an OpenAI direkt zu geben
- Du suchst eine günstigere Alternative zu Trados Studio mit ähnlicher Tiefe
- Dein Unternehmen verlangt EU-Datenhosting und einen AVV
Wann nein
- Du übersetzt nur gelegentlich kurze Texte, dann reicht DeepL Pro
- Du brauchst eine reine Cloud-/Browser-Lösung ohne Desktop-Client
- Dein Team ist sehr klein und hat keine Kapazität für die Einarbeitung
- Du bist auf ein bestehendes Trados-Ökosystem mit Spezial-Plugins angewiesen
Kurzfazit
memoQ ist 2026 mehr als ein klassisches CAT-Tool, mit AGT (Adaptive Generative Translation) hat der ungarische Hersteller einen echten LLM-basierten Übersetzungsmodus direkt in den Workflow integriert, der Translation Memory und Terminologie kontextspezifisch einbindet. Das hebt memoQ von reiner MT-Anbindung wie bei Trados ab. Der Preis bleibt fair (40 € statt 75 €+ pro Monat), die Datenhaltung in der EU ist solide. Wer gelegentlich übersetzt, ist hier falsch, wer als Profi täglich mit TM und Termbase arbeitet, bekommt eines der besten Werkzeuge am Markt.
Für wen ist memoQ?
Spezialisierte Übersetzungsbüros: Pharma-, Medizintechnik-, Recht-, Maschinenbau-Büros in der DACH-Region nutzen memoQ seit Jahren als Standard. Die Glossar- und QA-Module sind genau auf diese Kundengruppe zugeschnitten.
Konzern-Übersetzungsabteilungen: Inhouse-Sprachendienste in DAX-Unternehmen, die EU-Hosting, AVV und SSO brauchen. memoQ TMS Server lässt sich on-premise oder in der memoQ-Cloud (Frankfurt) betreiben.
Freelancer mit Profi-Anspruch: Translator Pro für 40 €/Monat ist deutlich günstiger als Trados Studio und ähnlich mächtig. Wer regelmäßig für Agenturen arbeitet, die memoQ-Pakete schicken, kommt ohnehin nicht drumherum.
LSPs und Sprachdienstleister: Für Agenturen mit Projektmanagement, mehreren Übersetzer:innen und gemischten MT-Workflows ist memoQ TMS plus AGT eine moderne Alternative zu Trados GroupShare.
Weniger geeignet für: Unternehmen mit gelegentlichem Übersetzungsbedarf (DeepL Pro reicht), Teams ohne Lust auf Desktop-Software, Marketingabteilungen, die nur Webseiten lokalisieren wollen (Smartcat oder Phrase sind dort schneller).
Preise im Detail
| Plan | Preis | Was du bekommst |
|---|---|---|
| Translator Pro (Monat) | ca. 40 €/Monat | Vollständige Desktop-Lizenz, alle CAT-Funktionen, MT-Anbindung an DeepL/Google/Microsoft |
| Translator Pro (Jahr) | ca. 360 €/Jahr | Wie Monatslizenz, ein Monat günstiger |
| memoQ AGT (Add-on) | 39,99 €/Monat | LLM-basierte adaptive Übersetzung über Azure OpenAI, 1 Mio Zeichen Gratis-Test, setzt gültige memoQ-Lizenz (TMS) voraus |
| memoQ TMS Cloud | auf Anfrage | Server in der memoQ-Cloud, Projektmanagement, Multi-User |
| memoQ TMS Server | auf Anfrage | On-Premise-Installation für Konzerne und LSPs |
Einordnung: Translator Pro ist das beste Preis-Leistungs-Verhältnis im Profi-CAT-Segment, Trados Studio Freelance kostet vergleichbar, Studio Professional deutlich mehr. AGT ist als Add-on klar positioniert: Wer es ohne TMS-Lizenz testen möchte, schaut in die Röhre. Für Konzerne und Agenturen lohnt sich ein direktes Gespräch mit memoQ, die Listenpreise des Servers sind verhandelbar, und für DSGVO-sensible Kunden ist die On-Premise-Option ein echtes Plus.
Stärken im Detail
AGT ist mehr als ein MT-Aufsatz. Die meisten CAT-Tools binden DeepL oder Google MT als Vorschlag-Engine ein, fertig. memoQ AGT geht weiter: Vor jedem Segment werden Translation Memory, Termbase und ausgerichtete Dokumente an einen GPT-Mini-Prompt auf Azure OpenAI angehängt (Version 2.1.6 von März 2026 nutzt GPT 4.1-Mini, davor GPT-4o mini). Das Modell übersetzt also kontextbezogen und nutzt deine Sprachressourcen sofort, ohne dass du ein eigenes Modell trainieren musst. Besonders bei Fuzzy Matches im 50–60-%-Bereich liefert das deutlich bessere Vorschläge als reine MT.
Solide Compliance-Basis und EU-Hersteller. memoQ Translation Technologies sitzt in Ungarn (EU), das Trust Center weist SOC 2, ISO 27001:2022, ISO 9001 und DSGVO-Konformität aus. Das AGT-Backend läuft über Microsoft Azure OpenAI mit Enterprise-Vertrag (keine Datennutzung für OpenAI-Training). Wichtig zur Ehrlichkeit: memoQ nennt öffentlich keine garantierte EU-Region für die Cloud, die Datenschutzerklärung schließt Übermittlungen außerhalb des EWR nicht aus. Wer harte Datenresidenz braucht, sollte die On-Premise-Variante wählen oder die Region vertraglich festschreiben.
Preis-Leistung im Profi-Segment. Translator Pro für 40 €/Monat liefert den vollen Funktionsumfang, Trados Studio Freelance liegt bei ca. 75 €+/Monat (oder 295 € als Einmalkauf), Phrase und Smartcat haben oft erst auf Team-Ebene vergleichbare Tiefe.
Etabliert in DACH-Pharma. memoQ ist seit Jahren Standard in deutschen, schweizerischen und österreichischen Pharma- und Medizintechnik-Übersetzungsbüros. Wer für diese Branche arbeitet, braucht das Tool ohnehin, weil Auftraggeber memoQ-Pakete schicken.
Schwächen ehrlich betrachtet
Lernkurve bleibt steil. Wie bei jedem professionellen CAT-Tool muss man Konzepte wie Translation Memory, Termbase, Segmentierung, QA-Profile und Filter verstehen, bevor produktive Arbeit möglich ist. Plane realistisch zwei bis vier Wochen Einarbeitung für Vollzeit-Übersetzer:innen, ohne Vorkenntnisse länger.
AGT nur mit TMS. Das schmerzt. Translator-Pro-Nutzer:innen können das spannendste neue Feature nicht direkt aktivieren, sie brauchen entweder eine TMS-Lizenz oder einen Auftraggeber, der ihnen AGT serverseitig zur Verfügung stellt. Für Solo-Freelancer ist das ein klarer Bruch im Funktionsangebot.
Plugin-Ökosystem dünner als Trados. Trados hat über 20 Jahre Vorsprung beim App-Store und bei Community-Plugins. Wer auf eine bestimmte Drittanbieter-Erweiterung angewiesen ist (z. B. spezielle Filter für seltene Dateiformate), findet bei Trados eher etwas.
Desktop-First. memoQ Web ist eine Translation-Memory-Oberfläche im Browser, ersetzt aber nicht den vollwertigen Desktop-Client. Wer eine reine Cloud-Lösung sucht (Phrase, Smartcat, Lokalise), wird hier nicht glücklich.
Alternativen im Vergleich
| Wenn du… | …nimm stattdessen |
|---|---|
| Das größere Plugin-Ökosystem und die etablierte Marktführerschaft willst | Trados Studio |
| Nur gelegentlich übersetzt und keine TM-Verwaltung brauchst | DeepL Pro |
| Eine reine Cloud-/Browser-Lösung mit Lokalisierungs-Workflow suchst | Phrase oder Smartcat (kein Review auf KI-Syndikat) |
| Open-Source-CAT mit Community-Support brauchst | OmegaT (kein Review auf KI-Syndikat) |
memoQ ist die Profi-Mitte. Es ist mächtiger als reine MT (DeepL), günstiger und moderner als der Marktführer (Trados) und hat mit AGT als einer der ersten echte LLM-Integration im CAT-Workflow. Wer aus dem Trados-Universum wechseln will, fühlt sich schnell zuhause, die Konzepte sind ähnlich, die Bedienung oft logischer.
So steigst du ein
Schritt 1: Lade dir den 14-tägigen Free Trial von memoq.com herunter. Die Desktop-Installation läuft auf Windows nativ, auf macOS via Parallels oder Wine. Plane für Erstinstallation und Konfiguration einen halben Tag ein.
Schritt 2: Importiere ein bestehendes Translation Memory (TMX) und eine Termbase (TBX oder Excel). memoQ akzeptiert die gängigen Austauschformate, sodass du ohne große Datenmigration starten kannst. Lege ein Test-Projekt mit einem realen Dokument deiner üblichen Arbeit an.
Schritt 3: Aktiviere die MT-Engines, die du nutzen darfst (DeepL Pro API-Key, Google Cloud, Microsoft Translator). Wenn du AGT testen möchtest, brauchst du eine TMS-Anbindung, das geht am einfachsten über einen 30-Tage-TMS-Cloud-Trial. Vergleiche dann eine kurze Übersetzung im klassischen MT-Modus und mit AGT, um den Qualitätsunterschied zu sehen.
Ein konkretes Beispiel
Ein mittelständisches Pharma-Übersetzungsbüro aus Heidelberg übersetzt klinische Studienprotokolle für deutsche Hersteller in fünf Sprachen. Vor der Einführung von AGT lieferten DeepL-Vorschläge bei medizinischen Fachbegriffen oft inkonsistente Übersetzungen, die Übersetzer:innen mussten jeden Vorschlag mit der internen Termbase abgleichen. Mit AGT auf memoQ TMS werden Termbase und TM automatisch in jeden LLM-Aufruf eingebunden, die Konsistenz steigt deutlich, das Post-Editing pro Segment sinkt um geschätzt 30 %. Bei einem Studienprotokoll mit 80.000 Wörtern spart das mehrere Personentage, und mit der On-Premise-Installation plus ISO-27001-Zertifizierung lässt sich der Einsatz auch für compliance-sensible Pharma-Kunden sauber absichern.
DSGVO & Datenschutz
- Hersteller: memoQ Translation Technologies, Hauptsitz in Ungarn (EU)
- Datenhosting: drei Optionen laut Trust Center, On-Premise (eigene Infrastruktur), Hosted (dedizierte VM, von memoQ verwaltet) oder memoQ Cloud (geteilte Infrastruktur). Cloud und Hosted laufen auf Microsoft-Azure-Rechenzentren; eine garantierte EU-Region wird öffentlich nicht zugesichert, daher On-Premise für harte Datenresidenz
- Zertifizierungen: SOC 2, ISO 27001:2022, ISO 9001, DSGVO-konform (Stand Juni 2026)
- AGT-Backend: Microsoft Azure OpenAI, Daten werden nicht für LLM-Modelltraining verwendet und nicht mit anderen Kunden, OpenAI oder Dritten geteilt
- Auftragsverarbeitung: AVV/DPA mit Standardvertragsklauseln; die Datenschutzerklärung schließt Übermittlungen außerhalb des EWR nicht aus
- Subprozessoren: u.a. Microsoft Azure und Google Cloud (GCP) für Infrastruktur, Postmark und Zendesk für Support
- Empfehlung für Unternehmen: Für Pharma, Recht und öffentlichen Sektor eine der reiferen CAT-Lösungen mit LLM-Integration und solidem Zertifizierungsstand. Vor Produktiveinsatz mit AGT klären, welche Inhalte über die Azure-Schnittstelle verarbeitet werden dürfen, und bei strengen Anforderungen On-Premise oder vertragliche Regionsfestlegung wählen.
Gut kombiniert mit
- DeepL, als zusätzliche MT-Engine in memoQ direkt einbinden; gerade für DE↔EN oft das beste Vorab-Ergebnis vor dem Post-Editing
- Trados Studio, wer mit Auftraggebern arbeitet, die SDLXLIFF-Pakete schicken, kann beide Tools parallel betreiben (memoQ kann SDLXLIFF lesen und schreiben)
- Termbase-Tools wie SDL MultiTerm oder TermWeb, für übergreifende Terminologie-Verwaltung in größeren Sprachendiensten
Unser Testurteil
memoQ verdient 4 von 5 Sternen. Mit AGT hat der Hersteller 2024/2025 einen Sprung gemacht, den viele Wettbewerber noch nicht gegangen sind: echte LLM-Integration im CAT-Workflow mit kontextspezifischer TM- und Termbase-Anbindung. Das EU-Hosting plus Azure-OpenAI-Backend ist für DSGVO-sensible Branchen Gold wert. Den fünften Stern kostet die TMS-Bindung von AGT (Translator-Pro-Nutzer:innen außen vor) und die anhaltend steile Lernkurve. Für professionelle Übersetzungsbüros in der DACH-Region eine klare Empfehlung, für Gelegenheitsnutzer:innen ist DeepL Pro die bessere Wahl.
Was wir bemerkt haben
- März 2026, memoQ AGT 2.1.6 läuft jetzt auf GPT 4.1-Mini (zuvor GPT-4o mini) auf Azure OpenAI, mit besserem Tag-Handling und schnelleren Antwortzeiten. Add-on-Preis: 39,99 €/Monat plus 1-Mio-Zeichen-Gratis-Test, eine gültige memoQ-Lizenz bleibt Voraussetzung.
- Juni 2026, Korrektur unserer früheren Einschätzung: Eine garantierte EU- bzw. Frankfurt-Region für die memoQ Cloud wird öffentlich nicht zugesichert. Das Trust Center nennt Microsoft Azure als Hosting-Infrastruktur (zusätzlich GCP als Subprozessor), die Datenschutzerklärung schließt Übermittlungen außerhalb des EWR nicht aus. Wer harte Datenresidenz braucht, sollte On-Premise wählen oder die Region vertraglich fixieren.
- 2017–2024, Das Unternehmen hat sich von “Kilgray Translation Technologies” in “memoQ Translation Technologies” umbenannt. Wer noch mit dem alten Firmennamen arbeitet, sollte AVVs und Verträge aktualisieren, die Rechtsperson ist dieselbe ungarische GmbH.
Quellen
- memoQ – Translator Pro Preise. https://www.memoq.com/products/memoq-translator-pro (abgerufen am 2026-06-14). Translator Pro 40 €/Monat (44 $) bzw. 360 €/Jahr (396 $), 14-Tage-Testversion.
- memoQ – AGT (Adaptive Generative Translation). https://www.memoq.com/products/memoq-agt (abgerufen am 2026-06-14). AGT ab Version 2.1.6 (März 2026) mit GPT 4.1-Mini auf Azure, 39,99 €/Monat, setzt gültige memoQ-Lizenz voraus, 1 Mio. Zeichen Gratis-Test, Daten nicht für LLM-Training genutzt.
- memoQ Trust Center. https://trust.memoq.com/ (abgerufen am 2026-06-14). SOC 2, ISO 27001:2022, ISO 9001, GDPR-konform; Hosting via Microsoft Azure (On-Premise, Hosted oder memoQ Cloud); Subprozessoren u.a. Microsoft Azure und GCP.
- memoQ – Datenschutzerklärung. https://www.memoq.com/legal/privacy-policy (abgerufen am 2026-06-14). GDPR-Konformität, Auftragsverarbeitung mit Standardvertragsklauseln; Datenübermittlung außerhalb des EWR möglich.
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