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iMotions

iMotions A/S (Smart Eye Group)

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Integrierte Forschungsplattform für multimodale Verhaltensanalyse: Eye Tracking, KI-gestützte Gesichtsausdrucksanalyse, EEG, GSR, Puls, Stimme und Videocodierung synchron in einer Oberfläche. Branchenstandard in Consumer-Research-Labs und universitären Verhaltenslaboren. Seit 2021 Teil der schwedischen Smart Eye Group, seit 2025 mit der vollständig integrierten Affectiva-Technologie für KI-Emotionsanalyse.

Kosten: Modulares Subscription-Lizenzmodell. CORE-Analysemodul Pflicht; über 20 Zusatzmodule (Eye Tracking, Facial Expression Analysis, EEG, GSR/EDA, ECG, Voice Analysis, Motion Capture) werden einzeln pro Jahr lizenziert. Pricing rein auf Anfrage, kein öffentliches Preisblatt, kein kostenloser Plan. Akademiklizenzen günstiger als kommerzielle Subscriptions; Studentenlizenzen nur über die Hochschule. Hardware (Eye-Tracker, Biosensoren) nicht enthalten.

Kategorien

Stärken

  • Alle Biosignale und Videokanäle synchron auf einer Zeitlinie, kein manuelles Zusammenführen
  • Facial Expression Analysis auf FACS-Basis (Affectiva): Action Units und Emotions-Scores allein aus Video
  • Über 20 Module und R-Notebooks: vom Eye Tracking bis Motion Capture aus reinem Video
  • Breite Hardwarekompatibilität: Smart Eye, Pupil Labs, Gazepoint, Varjo VR, Brain Products, Biopac, Empatica
  • Etablierte Plattform in akademischer Forschung, Methodik ist peer-reviewed publiziert
  • Desktop-Software: Rohdaten bleiben lokal beim Forscher, kein Zwangs-Cloud-Upload

Einschränkungen

  • Hohe Einstiegskosten durch Kombination aus modularer Software-Lizenz und teurer Hardware
  • Kein öffentliches Pricing und kein kostenloser Plan, jedes Angebot ist ein Einzel-Quote
  • Emotionserkennung aus Gesichtsausdrücken wissenschaftlich umstritten, Ergebnisse mit Vorsicht interpretieren
  • Primär für Laborumgebungen, Freilandstudien sind technisch deutlich komplexer
  • Verarbeitung von Biometriedaten (Art. 9 DSGVO) verlangt strenge Einwilligung, Verantwortung liegt beim Forscher

Passt gut zu

Consumer-Research-Labs in Konsumgüter- und Spielzeugunternehmen Universitäten und Forschungsinstitute für Verhaltens- und Neuromarketing-Forschung Usability-Tests, bei denen mehrere Kanäle (Blick, Mimik, Puls) gleichzeitig ausgewertet werden sollen Produktentwickler, die wissenschaftlichen Forschungsstandard nachweisen müssen

Kurzfazit

iMotions ist die erste Wahl, wenn du mehrere Biosignale gleichzeitig auf einer synchronen Zeitlinie auswerten willst, Blickbewegung, Mimik, Hautleitwert, EEG und Puls in einer Oberfläche, ohne dass du hinterher Videomitschnitte und Sensorlogs von Hand zusammenfügen musst. Für Verhaltensforschung im Labor, Consumer-Research und akademische Studien ist die Plattform ein etablierter Branchenstandard mit peer-reviewed dokumentierter Methodik. Der KI-Kern ist die Affectiva-basierte Gesichtsausdrucksanalyse, die seit 2025 vollständig in iMotions integriert ist und Emotionen allein aus Videodaten ableitet. Schwächen: Es ist teuer (modulare Lizenz plus Hardware), das Pricing ist intransparent (alles auf Anfrage), und die Emotionserkennung aus Mimik ist wissenschaftlich umstritten, die Plattform liefert dir Daten, die Interpretation bleibt deine Aufgabe.

Für wen ist iMotions?

Consumer-Research-Labs: Wer in einem Konsumgüter-, Lebensmittel- oder Spielzeugunternehmen ein eigenes Usability- oder Insights-Lab betreibt, bekommt mit iMotions die Werkzeugkiste, um Produkterlebnisse messbar zu machen, wo der Blick zuerst hinwandert, wann die Stirn sich runzelt, wann der Puls steigt. Genau dafür ist die Plattform gebaut.

Universitäten und Forschungsinstitute: Für Verhaltens-, Wahrnehmungs- und Neuromarketing-Forschung ist iMotions in der akademischen Welt weit verbreitet. Die Methodik ist publiziert und zitierbar, Akademiklizenzen sind günstiger als kommerzielle, und Studentenlizenzen laufen über das Institut. Wer auf reproduzierbare, dokumentierbare Daten angewiesen ist, findet hier einen anerkannten Standard.

Usability- und UX-Teams mit Labor: Sobald du nicht nur wissen willst ob ein Nutzer scheitert, sondern warum, Verwirrung, kognitive Belastung, emotionale Reaktion, und das über mehrere Kanäle gleichzeitig, ist die synchrone Multimodal-Auswertung der entscheidende Vorteil gegenüber reinem Eye Tracking oder Session-Recording.

Produktentwicklung mit Nachweispflicht: Wer gegenüber Auftraggebern, Ethikkommissionen oder Datenschutzbehörden belegen muss, dass eine Studie nach wissenschaftlichem Standard durchgeführt wurde, profitiert von der etablierten Methodik und der lokalen Datenhaltung.

Weniger geeignet für: Marketing-Teams, die schnell und günstig die Aufmerksamkeitswirkung eines Designs einschätzen wollen (dafür sind KI-Simulationswerkzeuge wie Attention Insight oder Neurons AI sinnvoller), Website-Optimierer ohne Labor (besser Hotjar), und alle, die kein Budget für eine fünfstellige Jahreslizenz plus Hardware haben.

Preise im Detail

LizenzPreisWas du bekommst
Kostenlos / Lightnicht verfügbariMotions bietet bewusst keinen Free- oder Einstiegsplan an
Akademiklizenzauf Anfrage (je Modul)CORE-Modul plus gewählte Zusatzmodule als Jahreslizenz, vergünstigt für Hochschulen; Studentenzugang über das Institut
Kommerzielle Subscriptionauf Anfrage (je Modul)CORE plus Module als Jahres-Abo, höher bepreist als Akademik; Customer-Support-Programm inklusive
Bespoke / integriertes Systemauf AnfrageMaßgeschneiderte Multimodal-Forschungssysteme inkl. Hardware-Integration

Einordnung: iMotions veröffentlicht keine Preise, auf den Pricing-Seiten stehen Platzhalter, jedes Angebot ist laut Anbieter ein individueller Quote, weil die Modulkombination jede Konfiguration einzigartig macht. Verlässlich ist nur die Struktur: Das CORE-Analysemodul ist Pflicht, jedes weitere Modul (Eye Tracking, Facial Expression Analysis, EEG, GSR, Voice, Motion Capture) wird einzeln jährlich lizenziert. In der Praxis bewegen sich akademische Arbeitsplatzlizenzen je nach Modulpaket im mittleren vierstelligen bis unteren fünfstelligen Bereich pro Jahr; kommerzielle Subscriptions liegen darüber. Die Software ist nur die halbe Rechnung, Eye-Tracker und Biosensoren kommen obendrauf und können den Hardware-Anteil auf das Niveau der Lizenz heben oder darüber. Wer einsteigt, sollte mit einem realistischen Gesamtbudget aus Software-Abo plus Hardware-Erstinvestition kalkulieren, nicht nur mit dem Lizenzpreis.

Stärken im Detail

Synchrone Multimodalität ist der eigentliche Mehrwert. Der Kern von iMotions ist nicht ein einzelner Sensor, sondern die zeitgenaue Synchronisation aller Kanäle auf einer gemeinsamen Zeitlinie. Blickbewegung, Gesichtsausdruck, Hautleitwert, Herzrate und Stimuluspräsentation laufen Frame-genau zusammen. Das eliminiert die mühsamste und fehleranfälligste Arbeit klassischer Mehrkanal-Studien: das manuelle Zusammenführen von Videomitschnitten und Sensorlogs hinterher.

KI-Gesichtsausdrucksanalyse ohne Extra-Hardware. Die Facial Expression Analysis basiert auf der Affectiva-Technologie (seit 2025 vollständig in iMotions integriert) und arbeitet auf Basis des Facial Action Coding System (FACS). Aus reinem Kamera-Video werden Action Units und Emotions-Scores abgeleitet, du brauchst keinen zusätzlichen Sensor, eine Webcam oder Studio-Kamera reicht. Das ist der zentrale KI-Baustein der Plattform und der Grund, warum auch reine Videoanalysen möglich sind.

Über 20 Module für nahezu jeden Kanal. Neben Eye Tracking und Mimik gibt es Module für EEG, fNIRS, EKG, EMG, Atmung, GSR/EDA, Stimmanalyse und sogar Motion Capture, das Körperbewegung allein aus Video erfasst. Über automatisierte Areas of Interest und integrierte, transparente R-Notebooks lässt sich die Auswertung bis ins Detail anpassen. Du baust dir die Plattform aus den Bausteinen zusammen, die dein Studiendesign wirklich braucht.

Breite Hardware-Offenheit. iMotions ist herstellerunabhängig und integriert über 20 Hardware-Partner, von Eye-Trackern (Smart Eye, Pupil Labs, Gazepoint, EyeTech) über VR-Systeme (Varjo) bis zu Biosensoren (Brain Products, Biopac, Neuroelectrics, Empatica). Du bist nicht auf eine geschlossene Hardware-Welt festgelegt und kannst vorhandene Geräte weiternutzen.

Wissenschaftlicher Standard und lokale Datenhaltung. Die Methodik ist in zahlreichen Studien peer-reviewed dokumentiert, was Reproduzierbarkeit und Zitierbarkeit erleichtert. iMotions Lab ist Desktop-Software: Die erhobenen Rohdaten bleiben standardmäßig lokal auf dem Forschungsrechner, ein nicht zu unterschätzender Vorteil bei sensiblen Biometriedaten, weil kein erzwungener Cloud-Upload stattfindet.

Schwächen ehrlich betrachtet

Emotionserkennung aus Mimik ist wissenschaftlich umstritten. Das ist die wichtigste Einschränkung. Die Annahme, dass sich aus Gesichtsausdrücken zuverlässig auf konkrete innere Emotionen schließen lässt, wird in der Psychologie kritisch diskutiert (siehe u. a. die Arbeiten von Lisa Feldman Barrett). iMotions liefert dir Action Units und Emotions-Scores als Messwerte, aber „Person zeigt AU4” ist nicht dasselbe wie „Person ist verärgert”. Behandle die Emotionslabels als Hypothesen, nicht als Wahrheiten, und kombiniere sie mit anderen Datenquellen, bevor du Schlüsse ziehst.

Intransparentes Pricing. Es gibt kein öffentliches Preisblatt und keinen kostenlosen Plan, jede Anfrage landet beim Solutions-Team und endet in einem individuellen Angebot. Das macht eine seriöse Budgetplanung im Vorfeld schwer und erschwert den Vergleich mit Alternativen. Workaround: Vor dem ersten Gespräch genau festlegen, welche Module du wirklich brauchst, und gezielt nach Akademik- versus Kommerzialpreisen fragen.

Hohe Gesamtkosten durch Hardware. Die Lizenz ist nur ein Teil. Eye-Tracker, EEG-Hauben oder GSR-Sensoren sind eigene, oft vierstellige Investitionen. Wer multimodal arbeiten will, kommt schnell in einen Bereich, der für kleine Teams oder einzelne Forschende ohne Institutsbudget kaum darstellbar ist.

Laborfokus. iMotions ist auf kontrollierte Laborbedingungen ausgelegt. Freilandstudien sind über die Remote-Data-Collection und Webcam-Module zwar möglich, aber technisch und qualitativ deutlich anspruchsvoller, Lichtverhältnisse, Kalibrierung und Datenqualität schwanken außerhalb des Labors stark. Für mobile oder ungesteuerte Settings ist die Plattform nicht die natürliche Wahl.

Lernkurve und Personalbedarf. Trotz „low-code”-Charakter ist iMotions kein Werkzeug für Gelegenheitsnutzer. Studiendesign, Kalibrierung, Sensorik und vor allem die saubere Interpretation der Multimodal-Daten verlangen geschultes Personal. Ohne methodisch versiertes Team bleibt das Potenzial ungenutzt.

Alternativen im Vergleich

Wenn du……nimm stattdessen
Aufmerksamkeitswirkung schnell und günstig per KI vorhersagen willstAttention Insight
Erste Blickmomente eines Designs simulieren willst (ohne Probanden)EyeQuant
Neuromarketing-Vorhersagen (Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Kognition) brauchstNeurons AI
Nutzerverhalten auf Websites sichtbar machen willst (Heatmaps, Recordings)Hotjar

Diese Alternativen lösen ein anderes Problem: Sie simulieren oder beobachten Verhalten, statt es im Labor mit echten Sensoren zu messen. Attention Insight, EyeQuant und Neurons AI sagen Aufmerksamkeit per KI voraus, ohne dass Testpersonen nötig sind, schnell, günstig, aber eben Vorhersage, nicht Messung. Erwähnenswert ohne eigene Tool-Seite: Noldus Observer XT (etablierte Beobachtungs- und Codiersoftware in der Verhaltensforschung), Tobii Pro Lab (Eye-Tracking-Software des Hardware-Herstellers) und RealEye (webbasiertes Webcam-Eye-Tracking). iMotions ist das Werkzeug für echte Multimodal-Messung im Labor, wer das nicht braucht, ist mit einer leichteren, günstigeren Lösung fast immer besser bedient.

So steigst du ein

Schritt 1: Demo mit konkretem Use Case anfragen. Über die iMotions-Website eine Demo anfordern, ein Solutions-Berater führt durch die Plattform anhand deines tatsächlichen Studiendesigns. Direkt klären: Welche Module brauchst du wirklich? Reicht Eye Tracking, oder soll Facial Expression Analysis und GSR dazukommen? Jedes Modul kostet, also definiere vorab die Mindestkonfiguration.

Schritt 2: Hardware parallel entscheiden. iMotions ist Software; der Eye-Tracker und die Biosensoren kommen obendrauf. Für reine Videoanalyse ohne dediziertes Auge-Tracking reicht die Webcam-Variante als günstiger Einstieg. Wer multimodal messen will, plant Eye-Tracker plus mindestens einen Biosensor (z. B. GSR) als Erstinvestition mit ein und prüft, welche bereits vorhandene Hardware kompatibel ist.

Schritt 3: Teststudie fahren und Outputs prüfen. Eine kleine Pilotstudie mit wenigen Teilnehmenden durchführen und die Ergebnisse, Fixationskarten, Facial-Action-Units, synchrone Zeitreihen, mit dem Analyse-Team durchsprechen, bevor du in größere Probandengruppen und weitere Module investierst. So merkst du früh, ob die Datenqualität und die Interpretierbarkeit für deine Fragestellung taugen.

Ein konkretes Beispiel

Ein Spielzeughersteller mit eigenem Usability-Lab in Hamburg setzt iMotions für Produkttest-Sessions mit 6- bis 10-jährigen Kindern ein. Zwei Kameras und ein Desktop-Eye-Tracker erfassen Blickbewegungen und Gesichtsausdrücke während 30-minütiger Freispiel-Sessions. Die synchronisierte Zeitlinie zeigt, dass die Kinder beim Zusammensetzen eines Steckteils in Phase 3 durchgehend die Stirn runzeln (Konzentrations-Indikator AU4) und gleichzeitig den Blick häufig zwischen Anleitung und Spielzeug hin- und herwandern lassen, ein klarer Hinweis auf einen Layout-Fehler in der Bauanleitung. Ohne iMotions wäre dieser Zusammenhang nur durch mühsames Zusammenführen von Videomitschnitten und manuellen Beobachtungsprotokollen sichtbar geworden. Die Bauanleitung wird überarbeitet, ein zweiter Test bestätigt den Effekt. Eingesparter Aufwand pro Studie: mehrere Tage manueller Auswertung, und ein methodisch belastbarer Befund statt eines Bauchgefühls. Die Rohdaten bleiben dabei lokal im Lab, was bei Biometriedaten von Kindern datenschutzrechtlich entscheidend ist.

DSGVO & Datenschutz

  • Anbieter und Verantwortliche: iMotions A/S, Kopenhagen (Dänemark), als europäische Datenverantwortliche; iMotions Inc. (USA) als US-Entität. Seit 2021 Teil der schwedischen Smart Eye Group. Büros u. a. in Berlin.
  • Datenhaltung der Plattform: iMotions Lab ist Desktop-Software, die erhobenen Forschungs- und Biometriedaten bleiben standardmäßig lokal auf dem Forschungsrechner. Es gibt keinen erzwungenen Cloud-Upload der Rohdaten. Das ist ein klarer DSGVO-Vorteil gegenüber reinen Cloud-Plattformen.
  • Marketing- und Webdaten: Die Website läuft auf Hetzner mit Amazon CloudFront; Marketingdaten werden über Salesforce Pardot (US-Server) verarbeitet, das betrifft nur Website-Besucher, nicht die Forschungsdaten.
  • Biometriedaten (Art. 9 DSGVO): Gesichts-, Blick- und Biosignaldaten sind besondere Kategorien personenbezogener Daten. iMotions stellt klar: Die Einholung der Einwilligung der Probanden liegt in der Verantwortung des Forschers (Data Controller). Unbeteiligte Dritte im Bild müssen unmittelbar nach Aufnahme unkenntlich gemacht werden.
  • Auftragsverarbeitung (AVV/DPA): Datenverarbeitungsvereinbarungen mit Drittdienstleistern bestehen; konkrete AVV-Dokumente sind über support@imotions.com erhältlich.
  • Empfehlung für Unternehmen: Vor jeder Studie mit Biometriedaten, besonders bei Kindern oder vulnerablen Gruppen, eine Datenschutz-Folgenabschätzung durchführen, schriftliche Einwilligungen einholen und die lokale Datenhaltung dokumentieren. Die Verantwortung für DSGVO-Konformität der Studie liegt klar beim durchführenden Institut, nicht bei iMotions.

Gut kombiniert mit

  • Neurons AI, vorab per KI-Simulation grob einschätzen, welche Designs oder Stimuli die meiste Aufmerksamkeit auf sich ziehen, und dann nur die aussichtsreichsten Kandidaten mit iMotions im Labor real messen. Spart teure Probandenzeit.
  • Attention Insight, schnelle Heatmap-Vorhersagen für Verpackungen und Anzeigen in der frühen Konzeptphase; iMotions liefert anschließend die belastbare empirische Validierung mit echten Testpersonen.
  • Hotjar, wenn dieselbe Erkenntnis auch in der realen Website-Nutzung sichtbar werden soll: Hotjar zeigt aggregiertes Verhalten echter Besucher im Feld, iMotions die tiefenscharfe Multimodal-Messung im Labor. Labor-Hypothese und Feld-Validierung ergänzen sich.

Unser Testurteil

iMotions verdient 4 von 5 Sternen. In seiner Kategorie, synchrone Multimodal-Messung von Verhalten und Biosignalen im Labor, ist die Plattform ein etablierter Branchenstandard mit breiter Hardware-Offenheit, peer-reviewed Methodik und der Affectiva-KI als starkem Gesichtsanalyse-Kern. Die lokale Datenhaltung der Desktop-Software ist bei sensiblen Biometriedaten ein echter Pluspunkt. Den fünften Stern kostet die Plattform das intransparente Pricing ohne öffentliches Preisblatt und ohne kostenlosen Einstieg, die hohen Gesamtkosten aus Lizenz plus Hardware, die Laborbindung, und vor allem die wissenschaftlich umstrittene Aussagekraft der Emotionserkennung aus Gesichtsausdrücken, die kritisches Methodenbewusstsein verlangt. Für Forschungsteams mit Budget und Fachpersonal ist iMotions die richtige Wahl; für schnelle, günstige Aufmerksamkeitsabschätzungen ist es überdimensioniert.

Was wir bemerkt haben

  • 2021, iMotions wurde von der schwedischen Smart Eye A/S übernommen und ist seither Teil der Smart Eye Group. Smart Eye ist als Anbieter von Eye-Tracking-Technologie (u. a. für die Automobilindustrie) etabliert, die Übernahme bündelt Hardware- und Forschungssoftware-Kompetenz unter einem Dach.
  • 2025, Affectiva wurde vollständig in iMotions integriert und unter Smart Eyes Human-Behavior-Research-Sparte eingegliedert. Affectiva war von Beginn an Technologiepartner für die Gesichtsausdrucksanalyse; die Integration stärkt die KI-Emotionsanalyse spürbar und konsolidiert die FACS-basierte Auswertung im Kernprodukt. (Affectiva selbst war bereits 2021 von Smart Eye übernommen worden.)
  • Mai 2026, iMotions vermarktet drei Produktlinien: iMotions Lab (Desktop-Vollplattform), iMotions Online (webbasiert, u. a. für Lehre) und Media Analytics (Mediawirkungsmessung). Die Desktop-Variante bleibt das Forschungsflaggschiff mit lokaler Datenhaltung.
  • Mai 2026, Trotz Berlin-Büro ist deutschsprachiger Produktsupport nicht durchgängig garantiert; Vertrieb und Support laufen überwiegend auf Englisch. Wer deutschsprachige Betreuung erwartet, sollte das im Vorfeld explizit klären.

Quellen

  1. iMotions – Pricing Overview. https://imotions.com/pricing/ (abgerufen am 2026-06-13). Modulares Lizenzmodell mit Pflichtmodul CORE, Academic-Lizenz und kommerzielle Subscription je Modul, Pricing nur auf Anfrage, kein kostenloser oder Light-Plan, Hardware nicht enthalten.
  2. iMotions – Privacy Policy. https://imotions.com/privacy-policy/ (abgerufen am 2026-06-13). Datenverantwortliche iMotions A/S (Dänemark) und iMotions Inc. (USA), Website auf Hetzner mit Amazon CloudFront, Marketingdaten in Salesforce Pardot (USA), Einwilligung für Biometriedaten liegt beim Data Controller (Art. 6/9 DSGVO), DPA bei Auftragsverarbeitung.

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