HOMER Pro
UL Solutions / HOMER Energy
HOMER Pro ist die Branchenstandard-Software für die Dimensionierung und Wirtschaftlichkeitsoptimierung von Microgrids und Off-Grid-Systemen. Ursprünglich am US National Renewable Energy Laboratory (NREL) entwickelt, heute von UL Solutions vertrieben. Das Tool simuliert Tausende Konfigurationsvarianten (PV, Wind, Diesel, Batteriespeicher, Netzanschluss) über ein volles Betriebsjahr und findet per derivatfreiem Optimierungsalgorithmus die wirtschaftlich günstigste Kombination, inklusive Sensitivitätsanalysen für Tarif-, Einstrahlungs- und Lastszenarien. Kein KI-/ML-Modell, sondern mathematische Optimierung.
Kosten: Base 187,50 $/Monat bzw. 1.575 $/Jahr; Professional 373,50 $/Monat bzw. 3.100 $/Jahr (4 Module + Training); Expert 568,50 $/Monat bzw. 4.650 $/Jahr (alle Module). 33 % Rabatt bei Jahreszahlung, 25 % Mengenrabatt ab 4 Lizenzen, akademische Tarife verfügbar.
Kategorien
Stärken
- Industriestandard mit über 250.000 Nutzern in mehr als 190 Ländern, breite Expertenbasis, viel Fachliteratur und Schulungsmaterial verfügbar
- Vollständige Lebenszykluskosten-Analyse (NPC/LCOE) über stündliche Dispatch-Simulation eines kompletten Betriebsjahres
- Derivatfreier HOMER-Optimizer prüft alle Systemkombinationen in einem Lauf und sortiert nach Gesamtkosten
- Multi-Year-Modul berücksichtigt Degradation von Batteriespeichern und PV-Anlagen sowie steigende Energiekosten über 10–25 Jahre
- Sensitivitätsanalysen für Energiepreise, Einstrahlung, Brennstoffkosten und Lastprofile in einem Durchlauf
- Modulare Komponentenbibliothek (PV, Wind, Diesel, Wasserstoff/Brennstoffzellen, Biomasse, Wasserkraft, KWK, MATLAB-Link)
Einschränkungen
- Planungstool, kein Echtzeit-Energiemanagementsystem (EMS), für Live-Dispatch braucht es zusätzliche Systemintegration
- Kein deutschsprachiger Support, kein deutsches Interface, keine deutsche Dokumentation
- Preise in USD, US-Hersteller, Lizenzaktivierung läuft über US-Server
- Steile Lernkurve bei Komponenten-Modellierung; Ergebnisqualität steht und fällt mit der Qualität der Eingabedaten
- Hoher Preis, der sich für Gelegenheitsnutzer kaum amortisiert, vollwertige Module nur im Expert-Paket
- Keine ML-/KI-Komponente, wer adaptive Prognosen oder lernende Dispatch-Strategien erwartet, ist hier falsch
Passt gut zu
Kurzfazit
HOMER Pro ist der unangefochtene Industriestandard für die Auslegung von Microgrids und Off-Grid-Systemen. Wenn du vor einer Investitionsentscheidung stehst und wissen willst, welche Kombination aus PV, Wind, Diesel, Speicher und Netzanschluss sich wirtschaftlich rechnet, gibt es kaum ein etablierteres Werkzeug. Die Software simuliert Tausende Konfigurationen über ein volles Betriebsjahr und liefert harte Zahlen, Kapitalwert, Stromgestehungskosten, Amortisationszeit. Wichtig zur Einordnung: HOMER Pro ist kein KI-Tool im engeren Sinn, sondern mathematische Optimierung mit einem derivatfreien Suchalgorithmus. Die Schwächen sind der hohe Preis, die fehlende deutsche Lokalisierung und die Tatsache, dass es ein reines Planungstool ist, den laufenden Betrieb eines Microgrids steuert es nicht.
Für wen ist HOMER Pro?
Ingenieurbüros und Energieberater: Die Kernzielgruppe. Wer Machbarkeitsstudien für Industrie-Microgrids, Off-Grid-Versorgung oder Hybridanlagen erstellt, bekommt mit HOMER Pro ein Werkzeug, das die wirtschaftlich optimale Anlagengröße über Tausende Varianten berechnet. Die Ergebnisse sind belastbar genug, um sie Investoren und Geldgebern vorzulegen.
Projektentwickler für erneuerbare Energien: Off-Grid-Projekte in Entwicklungsländern, Inselnetze, Telekom-Standorte ohne Netzanschluss, überall dort, wo Dieselgenerator, PV und Speicher gegeneinander abgewogen werden müssen, ist HOMER Pro das Standardtool für die Vorab-Dimensionierung.
Industrieunternehmen mit eigenem Energiekonzept: Wer am eigenen Standort über PV plus Batteriespeicher nachdenkt und die Wirtschaftlichkeit vor dem Bau seriös prüfen will, kann HOMER Pro einsetzen, typischerweise über einen beauftragten Berater, seltener inhouse.
Hochschulen und Forschung: HOMER Pro ist in Lehre und Forschung zu erneuerbaren Energiesystemen weit verbreitet. Akademische Tarife machen den Einstieg bezahlbar, und die große Nutzerbasis bedeutet viel verfügbare Fachliteratur und Beispielmodelle.
Weniger geeignet für: Betreiber, die ein laufendes Microgrid in Echtzeit steuern wollen (HOMER Pro ist Planung, kein EMS), Anwender, die netzgebundene Stromkosten-Optimierung im C&I-Bereich brauchen (dafür gibt es HOMER Grid), Utility-Scale-Investoren für Front-of-the-Meter-Projekte (dafür HOMER Front), sowie alle, die ein deutschsprachiges Interface oder Support benötigen.
Preise im Detail
| Plan | Preis | Was du bekommst |
|---|---|---|
| Base | 187,50 $/Monat bzw. 1.575 $/Jahr | Grundlizenz: Simulation, Optimierung, Sensitivitätsanalyse für PV, Wind, Diesel, Batterien, Netzanschluss. Keine Zusatzmodule. Basis-Support und Updates |
| Professional | 373,50 $/Monat bzw. 3.100 $/Jahr | Base + frei wählbare 4 Module + 6 Stunden Live-Schulung. Updates und Support |
| Expert | 568,50 $/Monat bzw. 4.650 $/Jahr | Base + alle Module (Biomasse, Wasserkraft, Wasserstoff, KWK, Advanced Grid/Load/Storage, Multi-Year, MATLAB-Link) + 6 Stunden Schulung |
| Akademisch / Studierende | reduziert (auf Anfrage) | Vergünstigte Tarife für Hochschulen und Studierende |
| Volumen / Enterprise | auf Anfrage | 25 % Rabatt ab 4 Lizenzen, geteilte Lizenzen, individuelle Lösungen |
Einordnung: HOMER Pro ist kein günstiges Werkzeug, und das ist der wichtigste Punkt für die Bewertung. Die Jahreszahlung spart 33 % gegenüber der monatlichen Abrechnung, wer das Tool dauerhaft nutzt, sollte immer jährlich abschließen. Für Ingenieurbüros, die regelmäßig Machbarkeitsstudien erstellen, amortisiert sich selbst das Expert-Paket schnell, weil eine einzige fundierte Auslegung Fehlinvestitionen im sechs- bis siebenstelligen Bereich vermeiden kann. Für Gelegenheitsnutzer, die nur ein einziges Projekt rechnen wollen, ist die Monatslizenz (zeitlich begrenzt buchbar) sinnvoller als ein Jahresabo. Die akademischen Tarife sind ein echter Vorteil für Hochschulen. Ärgerlich bleibt, dass vollwertige Funktionen wie das Multi-Year-Modul erst im teuren Expert-Paket oder gegen Aufpreis im Professional-Paket verfügbar sind.
Stärken im Detail
Echter Industriestandard. Mit über 250.000 Nutzern in mehr als 190 Ländern ist HOMER Pro in der Microgrid-Planung das, was AutoCAD im Bauwesen ist: der De-facto-Standard. Das hat praktische Konsequenzen, es gibt umfangreiche Fachliteratur, peer-reviewte Studien, die HOMER-Ergebnisse zitieren, sowie eine breite Basis an Beratern, die das Tool beherrschen. Wer eine HOMER-Auslegung vorlegt, muss die Methodik nicht erst rechtfertigen.
Vollständige Lebenszykluskosten über stündliche Simulation. HOMER Pro simuliert nicht mit groben Jahreswerten, sondern berechnet den Energiefluss für alle 8.760 Stunden eines Jahres. Daraus ergeben sich belastbare Kennzahlen: Net Present Cost (Kapitalwert über die Projektlaufzeit) und Levelized Cost of Energy (Stromgestehungskosten). Diese Größen sind genau das, was Investoren und Banken sehen wollen.
Der HOMER-Optimizer durchsucht den gesamten Lösungsraum. Das Herzstück ist ein proprietärer, derivatfreier Optimierungsalgorithmus, der in einem einzigen Lauf alle technisch sinnvollen Systemkombinationen prüft und nach den Gesamtkosten sortiert. Du musst nicht raten, welche Anlagengröße optimal ist, die Software liefert die geordnete Rangliste. Wichtig: Das ist klassische mathematische Optimierung, kein lernendes Modell.
Multi-Year-Modul für realistische Langfrist-Prognosen. Reale Anlagen altern: PV-Module verlieren Leistung, Batteriespeicher degradieren, Energiepreise steigen, Lasten wachsen. Das Multi-Year-Modul bildet genau diese Veränderungen über 10 bis 25 Jahre ab, entscheidend für die ehrliche Bewertung von Speicherprojekten, deren Wirtschaftlichkeit stark von der Degradationskurve abhängt.
Sensitivitätsanalysen in einem Durchlauf. Energiepreise, Einstrahlung, Brennstoffkosten, Lastprofile, all das sind unsichere Eingangsgrößen. HOMER Pro rechnet Szenariovarianten automatisch durch und zeigt, wie robust eine Auslegung gegenüber Annahmen ist. Statt einer einzelnen Punktschätzung bekommst du eine Landkarte der Wirtschaftlichkeit über verschiedene Zukunftsannahmen.
Modulare Komponentenbibliothek. Über die Module lassen sich Wasserstoff/Brennstoffzellen, Biomasse, Wasserkraft, Kraft-Wärme-Kopplung und mit dem MATLAB-Link sogar eigene Dispatch-Strategien einbinden. Das Advanced-Storage-Modul aktiviert das Modified Kinetic Battery Model (MKBM) mit temperatur- und flussabhängigen Verlusten, deutlich realistischer als ein simples Wirkungsgradmodell.
Schwächen ehrlich betrachtet
Es ist ein Planungstool, kein Betriebssystem. Das ist die wichtigste Einschränkung. HOMER Pro sagt dir, wie groß deine Anlage sein sollte, aber es steuert sie nicht. Für den laufenden Echtzeitbetrieb (Live-Dispatch, Lastmanagement, Netzregelung) brauchst du ein separates Energiemanagementsystem. Wer glaubt, mit HOMER Pro auch den Betrieb abzudecken, plant zwei Werkzeuge in einem.
Kein KI- oder ML-Tool. Obwohl HOMER Pro im Umfeld moderner Energiesoftware oft neben KI-Lösungen genannt wird, arbeitet es ausschließlich mit klassischer mathematischer Optimierung und deterministischer Simulation. Es lernt nicht aus Betriebsdaten, passt keine Prognosen adaptiv an und nutzt keine neuronalen Netze. Wer adaptive Lastprognosen oder selbstlernende Dispatch-Strategien sucht, ist hier falsch, dann braucht es ergänzende Werkzeuge.
Keine deutsche Lokalisierung. Interface, Dokumentation, Schulungen und Support sind ausschließlich englisch. Für Ingenieure ist das meist verkraftbar, weil die Fachsprache ohnehin englisch geprägt ist, aber wer ein deutschsprachiges Werkzeug erwartet oder Berichte für deutschsprachige Stakeholder direkt aus dem Tool zieht, muss nacharbeiten.
Steile Lernkurve und hohe Datenanforderungen. HOMER Pro ist mächtig, aber nicht selbsterklärend. Die korrekte Modellierung von Komponenten, Tarifstrukturen und Lastprofilen erfordert Einarbeitung. Und egal wie gut das Modell ist: Ohne reale 8.760-Stunden-Lastdaten und korrekte Komponenten-Kennwerte bleiben die Ergebnisse theoretisch. Müllige Eingangsdaten erzeugen schön aussehende, aber wertlose Resultate.
Hoher Preis bei modularer Gängelung. Die Grundlizenz kostet bereits 1.575 $/Jahr, und die wirklich nützlichen Funktionen stecken in kostenpflichtigen Modulen. Das vollwertige Expert-Paket liegt bei 4.650 $/Jahr. Für ein einzelnes Projekt ist das schwer zu rechtfertigen; der Preis lohnt sich erst bei regelmäßiger professioneller Nutzung.
US-Hersteller, US-Lizenzserver. Die Lizenzaktivierung läuft über US-Server, der Anbieter sitzt in den USA. Die Projektdaten selbst bleiben zwar lokal auf dem Rechner (HOMER Pro ist eine Desktop-Anwendung), aber für die Vertragsbeziehung und den Support gilt US-Recht.
Alternativen im Vergleich
| Wenn du… | …nimm stattdessen |
|---|---|
| Stromkosten netzgebundener Gewerbe-/Industrieanlagen optimieren willst | HOMER Grid (Schwesterprodukt) |
| Utility-Scale-Front-of-the-Meter-Projekte bewerten willst | HOMER Front (Schwesterprodukt) |
| Eine offene, kostenlose Energiesystem-Optimierung suchst | Open-Source-Frameworks wie oemof oder PyPSA |
| Detaillierte PV-Ertragssimulation brauchst | PVsyst oder SAM (System Advisor Model, NREL) |
In unserem Katalog gibt es derzeit keine direkt vergleichbare, verifizierte KI-Tool-Seite für Microgrid-Optimierung, HOMER Pro besetzt diese Nische als klassisches Simulationstool weitgehend allein. Erwähnenswert ohne eigene Seite: Die HOMER-Familie selbst deckt mit HOMER Grid (netzgebundene C&I-Stromkostenoptimierung inkl. Lastspitzenkappung und EV-Ladeinfrastruktur) und HOMER Front (Utility-Scale-Speicher- und Hybridprojekte mit Marktteilnahmemodellierung) die angrenzenden Segmente ab. Wer eine kostenlose Alternative sucht, findet in den Python-Frameworks PyPSA und oemof sowie im NREL-eigenen SAM und im HOMER-Vorläufer-Ökosystem mächtige, aber deutlich beratungsintensivere Werkzeuge. HOMER Pro bleibt für die schnelle, belastbare Erstauslegung von Microgrids die pragmatischste Wahl, gerade weil es kein Programmierwissen verlangt.
So steigst du ein
Schritt 1: Testversion herunterladen. Auf homerenergy.com gibt es eine kostenlose Trial-Version mit eingeschränkter Ergebnisausgabe. Für ein erstes Gefühl und einfache Machbarkeitsabschätzungen reicht das. Registriere dich über das Nutzerportal und installiere die Windows-Desktop-Anwendung.
Schritt 2: Lastprofil importieren. Lade ein 8.760-Stunden-Lastprofil als CSV, idealerweise echte Smart-Meter- oder EMS-Daten des Standorts. HOMER Pro akzeptiert Standard-CSV-Formate. Ohne reale Last- und Erzeugungsdaten sind die Ergebnisse nur theoretisch. Wenn keine Messdaten vorliegen, kann HOMER aus typischen Tagesprofilen synthetische Lasten erzeugen, die sind aber deutlich ungenauer.
Schritt 3: Komponenten und Tarife konfigurieren, dann optimieren. Definiere PV-Leistung, Batteriekapazität, Netzanschlussleistung und die vollständige Tarifstruktur (Arbeitspreis, Leistungspreis, Einspeisevergütung). Starte dann die Optimierung: HOMER prüft typischerweise mehrere Tausend Systemkonfigurationen und sortiert sie nach Net Present Cost. Ergänze Sensitivitätsanalysen für die unsicheren Größen (Strompreis, Einstrahlung), um die Robustheit der Auslegung zu testen.
Ein konkretes Beispiel
Ein Industriepark bei Augsburg mit eigenem BHKW und großer Dachfläche prüft, ob eine Kombination aus PV und Batteriespeicher rentabel ist. Das beauftragte Ingenieurbüro lädt das gemessene 8.760-Stunden-Lastprofil in HOMER Pro und konfiguriert den aktuellen Tarif (Arbeitspreis 18 ct/kWh, Leistungspreis 85 €/kW) sowie die prognostizierte Speicherdegradation (20 % Kapazitätsverlust über 15 Jahre, modelliert mit dem Multi-Year-Modul). HOMER simuliert mehrere Tausend Varianten und liefert die Rangliste: Bei 1,2 MWp PV und 1,5 MWh Speicher amortisiert sich das Projekt in 9,3 Jahren, bei größerer PV-Anlage steigt zwar der Eigenverbrauch, aber die Amortisationszeit verlängert sich auf 11,1 Jahre, weil der Mehrertrag zu niedrigeren Einspeisevergütungen abfließt. Ohne diese Simulation wäre die Anlagengröße bauchgefühl-getrieben gewählt worden, mit dem Risiko, hunderttausende Euro in eine überdimensionierte Anlage zu stecken. Die Analyse selbst kostete das Büro rund einen Arbeitstag, die Lizenz amortisiert sich über solche Projekte mehrfach pro Jahr.
DSGVO & Datenschutz
- Datenhosting: HOMER Pro ist eine lokal installierte Windows-Desktop-Anwendung. Die Projektdaten (Lastprofile, Komponenten, Ergebnisse) bleiben standardmäßig auf dem Rechner des Nutzers und werden nicht in eine Cloud hochgeladen. Das ist datenschutzrechtlich ein klarer Vorteil gegenüber reinen Cloud-SaaS-Lösungen.
- Lizenzaktivierung: Läuft über US-Server von UL Solutions / HOMER Energy. Für die Aktivierung und Lizenzprüfung ist eine Internetverbindung nötig; dabei werden Lizenz- und Account-Daten an den US-Anbieter übermittelt.
- Anbieter: UL Solutions (USA), Produktlinie HOMER Energy. Es gilt US-Recht für die Vertrags- und Supportbeziehung.
- Datennutzung: Da die Simulation lokal läuft, werden keine Projektinhalte zur Verbesserung des Dienstes ausgewertet. Account- und Nutzungsdaten der Lizenzplattform unterliegen der Datenschutzerklärung von UL Solutions.
- Auftragsverarbeitung (AVV): Kein Standard-AVV für die Desktop-Lizenz, da keine personenbezogenen Projektdaten in fremder Hand verarbeitet werden. Für Lizenzplattform-Daten sollte bei strengen Anforderungen die UL-Datenschutzerklärung geprüft werden.
- Empfehlung für Unternehmen: Die lokale Datenhaltung macht HOMER Pro auch für sensible Standortdaten weitgehend unkritisch. Wer dennoch maximale Vorsicht walten lässt, sollte Lastprofile vor dem Import anonymisieren (Standortbezug entfernen) und beachten, dass die Lizenzaktivierung Account-Daten in die USA überträgt.
Gut kombiniert mit
- PVsyst oder SAM (System Advisor Model), für die detaillierte PV-Ertragssimulation. HOMER Pro optimiert die Systemgröße, ein spezialisiertes PV-Tool liefert präzisere Ertragsprognosen, die als Eingangsdaten zurück in HOMER fließen.
oder , für die Aufbereitung der HOMER-Ergebnisse zu lesbaren deutschsprachigen Berichten und Investorenpräsentationen. HOMER liefert die Zahlen, das Sprachmodell formuliert die Management-Zusammenfassung. Sensible Standortdaten dabei nicht eingeben. - MATLAB / Python (über den MATLAB-Link), für eigene Dispatch-Strategien und die Weiterverarbeitung der Simulationsergebnisse. Wer über die Standard-Logik hinaus eigene Regelstrategien testen will, koppelt HOMER über das entsprechende Modul an eigene Skripte.
Unser Testurteil
HOMER Pro verdient 3 von 5 Sternen. In seiner Nische, der wirtschaftlichen Auslegung von Microgrids und Off-Grid-Systemen, ist es der unbestrittene Industriestandard, methodisch ausgereift und mit einer beeindruckenden Nutzerbasis. Für Ingenieurbüros und Energieberater, die regelmäßig Machbarkeitsstudien erstellen, ist es praktisch alternativlos und sein Geld wert. Die Sterne kosten der hohe, modular gestaffelte Preis, die fehlende deutsche Lokalisierung, die steile Lernkurve und die Tatsache, dass es ausschließlich Planung abdeckt, nicht den Betrieb. Hinzu kommt eine Einordnungsfrage für unseren Katalog: HOMER Pro ist kein KI-Tool im modernen Sinn, sondern klassische mathematische Optimierung, wer hier lernende Systeme oder adaptive Prognosen erwartet, wird enttäuscht. Als spezialisiertes Fachwerkzeug für eine klar umrissene Aufgabe ist es exzellent; als universelles oder gar KI-getriebenes Energietool ist es nicht gedacht.
Was wir bemerkt haben
- 2019, HOMER Energy wurde von UL (heute UL Solutions) übernommen. Das ursprünglich am NREL entwickelte Tool wird seitdem unter dem UL-Dach vertrieben und in eine breitere Produktfamilie (Pro, Grid, Front) eingebettet.
- Mai 2026, Die Produktlinie ist klar dreigeteilt: HOMER Pro für Off-Grid/Microgrid, HOMER Grid für netzgebundene Behind-the-Meter-Stromkostenoptimierung und HOMER Front für Utility-Scale-Projekte. Wer nur „HOMER” sucht, landet oft auf dem falschen Produkt, die Wahl hängt am Anwendungsfall, nicht am Namen.
- Mai 2026, Trotz der Nähe zu „KI in der Energiewirtschaft” enthält HOMER Pro nach Herstellerangaben keine Machine-Learning- oder KI-Komponente. Die Optimierung basiert auf einem deterministischen, derivatfreien Suchalgorithmus. Diese Klarstellung ist relevant, weil das Tool im Markt häufig im KI-Kontext genannt wird.
- Mai 2026, Die Jahreszahlung ist mit 33 % Rabatt gegenüber der Monatslizenz deutlich günstiger. Für dauerhafte Nutzer ist die monatliche Abrechnung nur dann sinnvoll, wenn ein einzelnes, zeitlich begrenztes Projekt gerechnet werden soll.
Quellen
- HOMER Energy – HOMER Pro Preisseite. https://homerenergy.com/homer-pro/pricing (abgerufen am 2026-06-20). Base-Plan 187,50 $/Monat bzw. 1.575 $/Jahr; Professional 373,50 $/Monat bzw. 3.100 $/Jahr (inkl. 4 Module und 6 Stunden Schulung); Expert 568,50 $/Monat bzw. 4.650 $/Jahr (alle Module inkl.); 33 % Rabatt bei Jahreszahlung; 25 % Mengenrabatt ab 4 Lizenzen..
Diesen Inhalt teilen:
Empfohlen in 1 Use Cases
Energie & Utilities
Empfohlen für diese Branchen
Arthur Atlas
KI-Analyst
So entsteht diese Bewertung
Diese Seite bewerten wir redaktionell, mit kräftiger Unterstützung von Arthur Atlas, unserem KI-Analysten. Er prüft Bewertungen nach und markiert veraltete Angaben, sobald sich der Markt dreht. Unsere Angaben stammen überwiegend aus öffentlich zugänglichen Quellen wie Anbieter-Website, Doku und Preislisten. Preise und Funktionen können sich ändern.
Hinweis: Diese Angaben können veraltet oder fehlerhaft sein. Prüfe im Zweifel immer direkt auf der Website des Anbieters.
Preise geändert, Feature veraltet oder etwas fehlt?
Wir freuen uns über Hinweise und Ergänzungen.
Du arbeitest bei UL Solutions / HOMER Energy?
Gib uns einen Testzugang, dann schauen wir tiefer rein und ergänzen die Bewertung aus erster Hand.
Nicht sicher, ob HOMER Pro zu euch passt?
Wir helfen bei der Tool-Auswahl und begleiten die Einführung in euren Arbeitsalltag, unverbindlich und kostenlos im Erstgespräch.
KI-Tools und Trends
KI-Wochenbriefing: jeden Freitag KI-News, Praxistipps und Tools
Kostenlos abonnieren, jederzeit abmeldbar, kein Spam.