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FlowCam

Yokogawa Fluid Imaging Technologies

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Flow-Imaging-Mikroskop, das bis zu 50.000 Partikel pro Minute fotografiert und per Bilderkennung vermisst und klassifiziert. Flaggschiff-Anwendung ist die Subvisible-Partikelanalyse in Biopharmazeutika (USP <1788>), daneben Cyanobakterien- und Algenüberwachung, Ballastwasser-Compliance (IMO D-2), Plankton- und Materialforschung. Das ML-Modul VisualAI klassifiziert Proteinaggregate, Silikonöl und Luftblasen vortrainiert und lokal, ohne eigenes Modelltraining und ohne Cloud.

Kosten: Gerätepreise nur auf Anfrage. Marktübliche Spannen: Einstiegs-/Feldgeräte ab ca. 30.000–50.000 USD, Labormodelle 60.000–120.000 USD. Einmaliger Gerätekauf inkl. VisualSpreadsheet-Software; VisualAI-Modul, Compliance-Package (21 CFR Part 11) und Wartungsverträge separat. Keine SaaS-/Abo-Option.

Kategorien

Stärken

  • Bis zu 50.000 Partikel pro Minute, drastisch schneller als manuelle Mikroskopie
  • VisualAI: vortrainierte, sample-agnostische ML-Klassifikation mit über 90 % Genauigkeit für Protein-Biotherapeutika
  • Bildarchiv je Messung, lückenloser, nachprüfbarer Nachweis für Audits und Behörden
  • Lokale Verarbeitung ohne Cloud und ohne Spezial-Hardware, DSGVO- und GxP-freundlich
  • Breites Modellportfolio von 300 nm (Nano) bis 5 mm (Macro) für sehr unterschiedliche Einsatzfelder
  • Compliance-Package für 21 CFR Part 11, FlowCam LO erfüllt USP <788>/<787>

Einschränkungen

  • Sehr hohe Anschaffungskosten, kein Abo-/Mietmodell, Pricing intransparent (nur auf Anfrage)
  • VisualAI ist auf Biopharma-Anwendungen vortrainiert, für eigene Organismen/Arten eigene Bibliotheken nötig
  • Artgenaue Klassifikation heterogener Realwasserproben bleibt fehleranfällig, Expert-Review Pflicht
  • Kein deutschsprachiger Support, kein deutsches Interface
  • Keine alleinige regulatorische Zulassung als Compliance-Instrument (z. B. IMO BWMC)

Passt gut zu

Biopharma-QC und -Forschung: Proteinaggregate, Silikonöl, subvisible Partikel (USP <1788>) Cyanobakterien- und Algenblüten-Überwachung (FlowCam Cyano) in Wasserwerken und Forschung Ballastwasser-Compliance-Monitoring nach IMO D-2 in maritimen Laboren Plankton-, Aquakultur- und Umweltforschung mit hohem Probendurchsatz

Kurzfazit

FlowCam ist das Referenzinstrument für Flow Imaging Microscopy, eine Technik, die jedes einzelne Partikel in einer Flüssigkeitsprobe fotografiert, vermisst und klassifiziert, statt nur zu zählen. Wo eine klassische Mikroskopie-Auszählung Stunden dauert, schafft FlowCam bis zu 50.000 Partikel pro Minute und liefert ein Bildarchiv als Beweis. Die eigentliche KI steckt im Modul VisualAI: ein vortrainiertes, lokal laufendes ML-Modell, das Proteinaggregate, Silikonöl und Luftblasen in Arzneimittelproben mit über 90 % Genauigkeit auseinanderhält, ohne dass du selbst einen Klassifikator trainieren musst. Das macht FlowCam zum Standardwerkzeug in der biopharmazeutischen Qualitätskontrolle und in der Gewässerüberwachung. Die Kehrseite: ein fünfstelliges Laborgerät ohne Abo-Option, kein deutscher Support, und für artgenaue Klassifikation komplexer Realproben bleibt menschliche Nachkontrolle Pflicht.

Für wen ist FlowCam?

Biopharma-Qualitätskontrolle und Formulierungsentwicklung: Das ist heute das Kerngeschäft. USP <1788> empfiehlt Flow Imaging als orthogonale Methode zur Lichtblockade (Light Obscuration), um subvisible Partikel in Proteintherapeutika zu charakterisieren. FlowCam mit VisualAI unterscheidet automatisiert echte Proteinaggregate von Silikonöltröpfchen, Luftblasen oder Kalibrierperlen, eine Differenzierung, die mit reiner Lichtblockade nicht möglich ist und manuell extrem aufwendig wäre.

Wasserwerke und Umweltlabore: Der FlowCam Cyano erkennt mit Zweikanal-Fluoreszenz Cyanobakterien und Algen automatisiert, wertvoll für die Früherkennung toxischer Algenblüten (HABs) in Trinkwasser-Talsperren und Badegewässern, bevor Grenzwerte überschritten werden.

Maritime Labore und Klassifikationsgesellschaften: Für Ballastwasser-Compliance nach IMO D-2 (lebensfähige Organismen 10–50 µm) liefert FlowCam Abundanzwerte mit Bildnachweis, relevant für Stichprobenanalysen im Rahmen der Port State Control, auch wenn FlowCam kein behördlich zugelassenes Alleininstrument ist.

Forschung, Plankton, Aquakultur, Materialwissenschaft: Hoher Probendurchsatz für ökologische Studien, Mikroalgen-Kultivierung und die Charakterisierung von Partikeln in Lebensmitteln, Getränken oder Advanced Materials (300 nm bis 5 mm je nach Modell).

Weniger geeignet für: Kleine Labore mit knappem Budget (fünfstellige Anschaffung), Anwender, die eine reine Software-Lösung ohne Hardware suchen, Betriebe ohne englischsprachiges Fachpersonal, und alle, die ein behördlich zertifiziertes Alleininstrument für regulatorische Freigaben erwarten.

Preise im Detail

KomponentePreisAnmerkung
Gerät (Feld/Einstieg, z. B. 5000)ca. 30.000–50.000 USDMarktübliche Spanne, Preis nur auf Anfrage
Gerät (Labor, z. B. 8000/8100, Cyano, Nano, LO)ca. 60.000–120.000 USDJe nach Auflösung, Fluoreszenz, Magnifikation
VisualSpreadsheetinklusiveBasis-Software für Daten- und Bildanalyse
VisualAI-ModulAufpreis (auf Anfrage)Add-on für VisualSpreadsheet 6, FlowCam 8100/LO
Compliance-Package (21 CFR Part 11)Aufpreis (auf Anfrage)Für GxP-/FDA-regulierte Umgebungen
Wartung / Serviceseparater VertragKalibrierung, Support

Einordnung: FlowCam ist kein Software-Tool im Abo-Sinn, sondern ein wissenschaftliches Messgerät, entsprechend bewegt sich der Einstieg im fünfstelligen Bereich, gut ausgestattete Labormodelle erreichen sechsstellige Beträge. Yokogawa veröffentlicht keine Listenpreise; die hier genannten Spannen sind marktübliche Richtwerte und nicht offiziell bestätigt. Wirtschaftlich rechnet sich das Gerät dort, wo entweder regulatorische Pflicht besteht (Biopharma-QC, USP-Methoden) oder ein hoher, wiederkehrender Probendurchsatz die eingesparte Mikroskopie-Arbeitszeit gegen die Anschaffung aufwiegt. Für Gelegenheitsmessungen ist die Investition unverhältnismäßig, hier lohnt eher ein Dienstleisterlabor.

Stärken im Detail

Durchsatz auf einem anderen Niveau. Bis zu 50.000 Partikel pro Minute, vollautomatisch erfasst, vermessen und in einem durchsuchbaren Bildkatalog abgelegt. Eine manuelle Mikroskopie-Auszählung derselben Probe dauert Stunden und ist von Tagesform und Erfahrung des Personals abhängig. FlowCam standardisiert diesen Schritt und macht ihn reproduzierbar.

VisualAI ist echte, einsatzfertige ML. Das ist der entscheidende KI-Hebel: VisualAI ist ein vortrainiertes, sample-agnostisches Modell, das ab Werk Proteinaggregate, Silikonöltröpfchen, Luftblasen und Kalibrierperlen unterscheidet, mit über 90 % Genauigkeit auf biotherapeutischen Bildern. Du brauchst weder eigene Trainingsdaten zu sammeln noch einen Klassifikator zu bauen, und es läuft lokal auf einem Standardrechner ohne GPU und ohne Cloud. Das senkt die Einstiegshürde dramatisch gegenüber klassischen ML-Pipelines, in denen Datensammlung und Training die teuersten Schritte sind.

Der Bildnachweis ist auditierfähig. Jede Messung erzeugt ein Archiv der Einzelpartikelbilder. Bei einer FDA-Inspektion, einem Port-State-Control-Audit oder einer internen Abweichungsuntersuchung kannst du zu jeder Zahl das zugehörige Bild zeigen. Das ist ein qualitativer Unterschied zu Verfahren, die nur eine Zählzahl liefern, ohne dass man nachvollziehen kann, was gezählt wurde.

Lokale Verarbeitung als Datenschutz-Vorteil. Weil VisualSpreadsheet und VisualAI auf dem Laborrechner laufen und keine Cloud-Anbindung erzwingen, bleiben Mess- und Bilddaten im Haus. Für GxP-validierte Umgebungen und DSGVO-sensible Betriebe ist das ein echter Pluspunkt, im Gegensatz zu SaaS-Analytik, bei der Daten den Betrieb verlassen.

Breites Modellportfolio. Vom FlowCam Nano (Submikron, 300 nm–2 µm) über das vielseitige 8000/8100, den fluoreszenzfähigen Cyano, das Hybridgerät LO (Flow Imaging plus Light Obscuration, USP <788>/<787>) bis zum Macro für Zooplankton deckt die Familie einen ungewöhnlich großen Größenbereich ab. Du wählst das Instrument nach Partikelgröße und Anwendung, statt einen Kompromiss eingehen zu müssen.

Schwächen ehrlich betrachtet

Hoher Preis, intransparent und ohne Abo. Es gibt keine veröffentlichten Listenpreise und keine SaaS-/Mietoption, jeder Kauf läuft über ein individuelles Angebot. Für Budgetplanung und Vergleichbarkeit ist das mühsam, und der einmalige fünf- bis sechsstellige Investitionsbetrag schließt kleinere Labore faktisch aus. Workaround: spezialisierte Auftragslabore nutzen FlowCam-Analysen als Dienstleistung an.

VisualAI ist auf Biopharma zugeschnitten. Das vortrainierte Modell glänzt bei Proteinformulierungen. Für aquatische oder Material-Anwendungen, in denen du eigene Organismen oder Partikeltypen klassifizieren willst, musst du in VisualSpreadsheet eigene Bibliotheken mit Referenzbildern aufbauen und pflegen, das ist mehr Handarbeit und Fachwissen, als der Begriff „KI-Klassifikation” zunächst vermuten lässt.

Artgenaue Klassifikation komplexer Realproben ist fehleranfällig. Bei heterogenen Umwelt- oder Ballastwasserproben sinkt die Trefferquote der automatischen Artbestimmung deutlich; Gattungsebene gelingt zuverlässiger als Artebene. Für regulatorisch belastbare Aussagen bleibt ein menschlicher Experten-Review der Grenzfälle Pflicht, die Software beschleunigt, ersetzt aber nicht die Biologin.

Kein deutscher Support, kein deutsches Interface. Software, Dokumentation und Service laufen auf Englisch über Yokogawa Fluid Imaging Technologies. In stark regulierten deutschen Laboren mit SOP-Pflicht in Landessprache ist das ein organisatorischer Mehraufwand.

Keine alleinige regulatorische Zulassung. FlowCam ist ein Mess- und Charakterisierungsinstrument, kein zertifiziertes Compliance-Gerät, das eine behördliche Freigabe allein trägt, etwa im Sinne der IMO-Ballastwasserkonvention. Es liefert Daten und Bildnachweise, die Bewertung und die rechtsverbindliche Entscheidung bleiben beim akkreditierten Verfahren.

Alternativen im Vergleich

Wenn du……nimm stattdessen
Spektroskopie-basierte Qualitätskontrolle (NIR/Raman) statt Bildanalyse brauchst
Inline-Bildinspektion in der Fertigung (nicht im Labor) suchst
Eine Chromatographie-/Analytik-Datenplattform brauchst
Mess- und Probendaten zentral managen willst (LIMS) oder

Im engeren Markt der Flow-Imaging- und Partikel-Charakterisierung sind die direkten Wettbewerber Geräte ohne eigene Tool-Seite bei uns: Sysmex/Iris und Beckman Coulter (Light Obscuration und Counter), Halo Labs Aura (Membran-Imaging für subvisible Partikel) sowie Malvern Panalytical Morphologi (statische Bildanalyse). FlowCam unterscheidet sich von all diesen durch die Kombination aus dynamischer Durchfluss-Bildgebung und vortrainierter ML-Klassifikation in einem Gerät, wer genau diese Kombination braucht, findet derzeit keinen gleichwertigen Ersatz.

So steigst du ein

Schritt 1: Anwendung und Modell festlegen. Die Geräte unterscheiden sich in Partikelgrößenbereich, Auflösung und Fluoreszenz. Für Biopharma-QC mit ML-Klassifikation brauchst du FlowCam 8100 oder LO plus das VisualAI-Modul; für Cyanobakterien den Cyano mit Fluoreszenz; für Ballastwasser (10–50 µm) ein passendes Magnifikations-Setup; für Submikronpartikel den Nano. Lass dir vor dem Kauf eine Demomessung an deinen eigenen Proben geben, die Eignung steht und fällt mit deiner konkreten Matrix.

Schritt 2: Software und Bibliotheken einrichten. VisualSpreadsheet ist die Basis; VisualAI bringt für Biopharma fertige Klassifikatoren mit. Für aquatische oder Material-Anwendungen baust du in VisualSpreadsheet eigene Referenzbibliotheken auf, je sauberer die Trainingsbilder, desto besser die spätere Trefferquote. Plane diese Aufbauphase realistisch ein, sie entscheidet über die Datenqualität.

Schritt 3: Methode validieren und Review-Schwelle definieren. Lege fest, ab welcher Unsicherheit ein Bild zur manuellen Nachkontrolle geht. In GxP-Umgebungen aktivierst du das Compliance-Package (21 CFR Part 11) und stimmst die Methode mit QA ab; in maritimen Anwendungen klärst du Probenahme, Fixierung und Messintervalle mit dem BWMS-Hersteller und der Klassifikationsgesellschaft, bevor Messwerte als Nachweis gelten.

Ein konkretes Beispiel

Ein Biopharma-Unternehmen mit Standort bei Mainz betreibt einen FlowCam 8100 mit VisualAI in der Formulierungsentwicklung eines monoklonalen Antikörpers. Bei jeder Stabilitätsstudie muss das Team unterscheiden, ob die in der Lichtblockade gemessenen subvisiblen Partikel echte Proteinaggregate (kritisch) oder harmlose Silikonöltröpfchen aus dem Spritzensystem sind. Früher saß eine Wissenschaftlerin pro Charge stundenlang am Mikroskop und ordnete Partikel manuell zu. Heute durchläuft eine 1-mL-Probe das Gerät in wenigen Minuten, VisualAI trennt Aggregate, Silikonöl und Luftblasen automatisch, und nur die Grenzfälle (rund 8 % der Bilder) gehen ins manuelle Review. Das Bildarchiv landet zusammen mit den Messwerten im Compliance-konformen Datensatz für die Zulassungsdokumentation. Zeitersparnis pro Charge: rund ein halber Arbeitstag, und die Differenzierung Aggregat/Silikonöl ist erstmals reproduzierbar dokumentiert statt vom Auge der jeweiligen Analystin abhängig.

DSGVO & Datenschutz

  • Verarbeitung: Lokal. VisualSpreadsheet und VisualAI laufen auf dem Laborrechner, eine Cloud-Anbindung ist nicht erforderlich, Mess- und Bilddaten bleiben im Haus und unter Kontrolle des Betreibers.
  • Datenhosting: Vom Kunden bestimmt, da On-Premise. In einem deutschen Labor liegen die Daten damit physisch in der EU.
  • Personenbezug: In der Regel keiner, analysiert werden Partikel und Mikroorganismen, keine personenbezogenen Daten. DSGVO-Relevanz entsteht allenfalls über Metadaten (Bediener-Logins, Audit-Trails).
  • Compliance-Package: Für FDA-/GxP-regulierte Umgebungen erfüllt FlowCam mit dem Compliance-Package 21 CFR Part 11 (elektronische Aufzeichnungen und Signaturen, Audit-Trail).
  • Auftragsverarbeitung (AVV): Für die reine On-Premise-Nutzung in der Regel nicht erforderlich, da keine Daten an den Hersteller übertragen werden. Bei Remote-Service- oder Wartungszugängen sollte ein entsprechender Vertrag geprüft werden.
  • Empfehlung für Unternehmen: Der On-Premise-Ansatz ist datenschutzrechtlich unkritisch. Wer Fernwartung oder Cloud-Datenexport nutzt, klärt vorab Zugriffswege und vertragliche Grundlagen mit Yokogawa.

Gut kombiniert mit

  • , die FlowCam-Messdaten und Bildarchive lassen sich aus VisualSpreadsheet exportieren und in ein LIMS überführen, damit Ergebnisse chargenbezogen, auditierbar und mit Proben-Workflows verknüpft gespeichert werden.
  • , für die wissenschaftliche Dokumentation von Forschungsstudien (Plankton, Aquakultur, Umweltmonitoring) bindet ein elektronisches Laborbuch die FlowCam-Auswertungen reproduzierbar in den Versuchskontext ein.
  • , in der pharmazeutischen Analytik ergänzt FlowCam (Partikelmorphologie) die chromatografischen und spektroskopischen Daten, die in einer Analytik-Datenplattform zusammenlaufen, gemeinsam entsteht ein vollständigeres QC-Bild der Formulierung.

Unser Testurteil

FlowCam verdient 4 von 5 Sternen. In seiner Kerndisziplin, der bildgebenden Partikelanalyse mit nachprüfbarem Bildarchiv, ist es das Referenzgerät, und mit VisualAI bringt es eine der wenigen wirklich einsatzfertigen, lokal laufenden ML-Klassifikationen im Laborumfeld mit: vortrainiert, ohne eigenes Modelltraining, mit über 90 % Genauigkeit für Biopharma-Anwendungen. Das ist genau die Art „KI ohne KI-Projekt”, die in regulierten Laboren Sinn ergibt. Den fünften Stern kostet vor allem die Einstiegshürde: ein fünf- bis sechsstelliges Gerät ohne Abo-Option und ohne veröffentlichte Preise, kein deutschsprachiger Support, und außerhalb von Biopharma eine ML-Klassifikation, die ohne eigene Bibliotheksarbeit und menschliches Review an Grenzen stößt. Für die Zielgruppen, für die es gebaut ist, biopharmazeutische QC, Gewässer- und Ballastwasserüberwachung, Plankton- und Aquakulturforschung, ist FlowCam dennoch die klare, oft alternativlose Wahl.

Was wir bemerkt haben

  • April 2020, Yokogawa Electric hat Fluid Imaging Technologies vollständig übernommen (Abschluss am 8. April 2020). Das Unternehmen firmiert seitdem als „Yokogawa Fluid Imaging Technologies, Inc.”; die Marke FlowCam blieb erhalten, die Vertriebs- und Service-Struktur ist heute in den Yokogawa-Life-Science-Bereich eingebettet.
  • 2024–2025, Mit VisualAI als Add-on für VisualSpreadsheet 6 hat Yokogawa die Klassifikation deutlich aufgewertet: vortrainiert, sample-agnostisch, lokal lauffähig, mit über 90 % Genauigkeit auf Protein-Biotherapeutika. Das verschiebt den Schwerpunkt der Produktkommunikation spürbar von der historischen Aquatik-Wurzel hin zum Biopharma-Markt.
  • 2025, Das Portfolio wurde rund um den FlowCam 8100 und die Light-Obscuration-Kombi (FlowCam LO, USP <788>/<787>) konsolidiert. Die Stoßrichtung ist klar: ein Gerät, das die regulatorisch geforderte orthogonale Methode (Flow Imaging plus Lichtblockade) und die KI-gestützte Auswertung unter einem Dach bündelt.
  • Anhaltend, Yokogawa veröffentlicht weiterhin keine Listenpreise; jeder Kauf läuft über ein individuelles Angebot. Eine SaaS- oder Mietoption gibt es nicht, was den Einstieg für kleinere Labore strukturell erschwert.

Quellen

  1. FlowCam – Produktübersicht (Yokogawa Fluid Imaging). https://www.fluidimaging.com (abgerufen am 2026-06-13). Flow Imaging Microscopy, bis zu 50.000 Partikel/Minute, über 40 morphologische Parameter, USP <1788> als orthogonale Methode zur Lichtblockade, Modelle 8000/Cyano/Nano/LO/5000/Macro.
  2. FlowCam – VisualAI / VisualSpreadsheet 6. https://www.fluidimaging.com/products/visualspreadsheet-software (abgerufen am 2026-06-13). VisualAI als optionales KI-Modul für VisualSpreadsheet 6, Deep Learning, über 90 % Genauigkeit, vortrainiert, lokal ohne Spezial-Hardware, klassifiziert Proteinaggregate/Silikonöl/Kontaminanten, nutzbar mit FlowCam 8100 oder LO.
  3. FlowCam 8000 Series – Spezifikationen. https://www.fluidimaging.com/products/flowcam-8000-flow-imaging-microscope-and-particle-analyzer (abgerufen am 2026-06-13). Partikelgröße 1 µm–1 mm (FlowCam 8100), Probenvolumen ab 100 µL, 21-CFR-Part-11-Compliance-Package verfügbar; Preis nur auf Anfrage.

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