eKidz.AI
eKidz.eu GmbH
KI-gestützte Leseförderungs- und Diagnoseplattform für Grundschulkinder (ab 5 Jahren). Analysiert Lesegenauigkeit, Lesegeschwindigkeit und Leseverständnis über automatische Spracherkennung, ordnet Lernende in 13 Lesestufen ein und verfolgt Lernfortschritte. Entwickelt im BMBF-geförderten Projekt LeseKind mit Fraunhofer IDMT und akademischen Partnern, eingesetzt in über 2.500 Bildungseinrichtungen.
Kosten: Kostenloser Einstieg über App Store und Google Play (Probebücher); Familien-Abo (2 Kinder) ab 89,99 € / Jahr über App Store; Schul- und Bibliothekslizenzen auf Anfrage
Kategorien
Stärken
- Wissenschaftliche Basis durch Fraunhofer IDMT (Spracherkennung) und Bildungswissenschaft
- Automatische Spracherkennung funktioniert auch in geräuschvollen Klassenräumen
- 12 KI-basierte Leseflüssigkeitstests über 13 Lesestufen, Differenzierung auf Phonem-Ebene
- Eingesetzt an deutschen Schulen, internationale Auszeichnungen (UNICEF Blue Unicorn Top 10 2022, EdTechX Top-5-Finalist 2022)
- Keine händische Auswertung durch Lehrkräfte nötig
- Mehrsprachig (Lernprogramme auf Deutsch, Englisch, Spanisch und Ukrainisch; App-Oberfläche zusätzlich auf Russisch), auch für DaZ-Kinder
Einschränkungen
- Preise für Schullizenzen nicht öffentlich einsehbar, Angebot nur auf Anfrage
- Klassifiziert als Hochrisiko-KI nach EU AI Act (Anhang III, Bildung), Schulträger müssen das ab August 2026 berücksichtigen
- Kein Ersatz für klinische Legasthenie-Diagnose, liefert Risikohinweise, keine Diagnosen
- Primär Leseflüssigkeitsbewertung; klassische Legastheniesymptome (Buchstabenverwechslungen, Silbenreihenfolge) nur indirekt erfasst
- Datenhosting: EU, konkreter Serverstandort nicht öffentlich beworben, bei Schulträgern mit DE-only-Anforderung individuell prüfen
- App-zentriert, kein dezidiertes Lehrer-Dashboard auf Web-Niveau klassischer Schulplattformen
Passt gut zu
Wann ja, wann nein
Wann ja
- Du unterrichtest Klassen 1–4 und willst regelmäßiges Lese-Screening ohne hohen Zeitaufwand
- Du suchst eine wissenschaftlich fundierte Diagnose-Hilfe statt subjektiver Beobachtung
- Du arbeitest mit DaZ-Kindern und brauchst Mehrsprachigkeit
- Du willst Lernfortschritte über das Schuljahr nachvollziehbar dokumentieren
Wann nein
- Du brauchst eine klinische Legasthenie-Diagnose, dafür sind Schulpsychologen und LRS-Therapeuten zuständig
- Du arbeitest mit Lernenden über Klassenstufe 4, die App ist auf Erst- und Frühleseunterricht zugeschnitten
- Dein Schulträger fordert ausschließlich deutschen Serverstandort und vollständig öffentliche Preisliste
- Du suchst ein klassisches Schul-LMS, eKidz ist Diagnose- und Förder-App, nicht Lernmanagement
Kurzfazit
eKidz.AI ist eines der wenigen ernsthaft wissenschaftlich fundierten KI-Tools für die Grundschul-Leseförderung im deutschen Markt. Die Spracherkennung läuft selbst in lauten Klassenräumen zuverlässig, die 13 Lesestufen liefern echte Differenzierung, und die Partnerschaft mit dem Fraunhofer IDMT verleiht der Methodik akademische Substanz. Für Grundschullehrkräfte, die regelmäßiges Lese-Screening ohne zusätzliche Stunden brauchen, ist eKidz das aktuell beste verfügbare Werkzeug. Den Punkt zu vollen 4 Sternen kostet die Intransparenz beim Pricing, die Einstufung als Hochrisiko-KI nach EU AI Act (was Schulträger ab August 2026 zwingt, formale Folgenabschätzungen vorzulegen) und die Tatsache, dass die App keine klinische Diagnose ersetzt. Trotzdem: Im engen Markt deutschsprachiger KI-Lesediagnostik ein klarer Empfehlungsfall mit Augenmaß.
Für wen ist eKidz.AI?
Grundschullehrkräfte: Wer in den Klassen 1 bis 4 unterrichtet und Lesefortschritte systematisch erfassen will, gewinnt am meisten. Statt 25 Kinder einzeln vorlesen zu hören (2–3 Unterrichtsstunden), lesen alle gleichzeitig in das Tablet, die Auswertung liegt in Minuten vor und priorisiert, welche Kinder genauere Beobachtung brauchen.
Förder- und Sonderpädagog:innen: Die Diagnose-Hinweise sind ein guter Einstieg in differenziertere Beobachtung. Die App liefert keine LRS-Diagnose (das wäre standesrechtlich problematisch), aber Risikoindikatoren, welche Kinder dem Schulpsychologischen Dienst vorgestellt werden sollten.
Schulen mit DaZ-Schwerpunkt: Die Mehrsprachigkeit (Lernprogramme auf Deutsch, Englisch, Spanisch und Ukrainisch; App-Oberfläche zusätzlich auf Russisch) ist im aktuellen Schulkontext mit vielen Geflüchtetenkindern relevant. Lernende können in ihrer Erstsprache starten und parallel das Deutsche aufbauen, ein methodischer Vorteil gegenüber rein deutschsprachigen Tools.
Eltern und Nachhilfe: Die App ist auch im häuslichen Einsatz nutzbar, Eltern können den Lesefortschritt ihrer Kinder nachvollziehen, ohne pädagogische Fachausbildung. Die Probebücher sind kostenlos, der Vollzugang über In-App-Kauf zugänglich.
Bibliotheken und Lerncenter: eKidz wird laut Anbieter in über 2.500 Bildungseinrichtungen eingesetzt, neben Schulen auch Bibliotheken, Lerntherapeuten und Bildungsinitiativen. Die niedrige Einstiegshürde macht das Tool auch außerschulisch attraktiv.
Weniger geeignet für: Sekundarstufenlehrkräfte (die Inhalte sind auf Erst- und Frühleseunterricht zugeschnitten), klinische Diagnostik (LRS-Diagnosen bleiben Sache von Schulpsychologen und Therapeuten), Schulen, deren Träger ausschließlich deutsche Serverstandorte zulassen und keine flexible AVV-Prüfung erlauben, sowie Häuser, die ein vollwertiges Lernmanagementsystem suchen, eKidz ist Diagnose- und Förder-App, kein LMS.
Preise im Detail
| Plan | Preis | Was du bekommst |
|---|---|---|
| Kostenlos | 0 € | App-Download über App Store/Google Play, Probebücher und erste Lesestufen, eingeschränkter Funktionsumfang |
| Familien-Abo (2 Kinder) | 28,99 € / 3 Monate, 51,99 € / 6 Monate, 89,99 € / 12 Monate | Vollzugang für Familien, buchbar über App Store / Google Play |
| Schullizenz | auf Anfrage | Lizenzen für Klassen, Schulen oder Schulträger inklusive Lehrer-Dashboard, AVV, Mehrnutzer-Verwaltung |
| Bibliothekslizenz | auf Anfrage | Mehrplatz-Lizenz für öffentliche oder Schulbibliotheken |
Einordnung: Die fehlende öffentliche Preisliste für Schul- und Bibliothekslizenzen ist die größte Schwäche im Pricing, und für Schulträger im Beschaffungsprozess ein echtes Hindernis. Wer vergleichen will, muss zunächst kontaktieren, was Aufwand bedeutet. Im EdTech-Markt für deutsche Schulen sind 2–10 € pro Schüler:in und Jahr eine übliche Spanne; bei eKidz dürfte sich das in einem ähnlichen Rahmen bewegen, aber das ist Spekulation. Wer den App-Store-Weg nimmt (Eltern, kleine Lerncenter), kann zu den im App Store hinterlegten Konditionen sofort starten. Praktischer Tipp: Vor der Lizenzanfrage erst mit einer Klasse über die kostenlose App-Variante testen, so kommst du mit echten Erfahrungen ins Angebotsgespräch und kannst gezielt verhandeln.
Stärken im Detail
Wissenschaftliche Fundierung als echter Unterschied. Die meisten EdTech-Apps werden in Marketing-Workshops konzipiert; eKidz hat eine ernsthafte akademische Linie. Die Spracherkennungstechnologie kommt vom Fraunhofer IDMT (Institut für Digitale Medientechnologie), bekannt für robuste Audio- und Sprachverarbeitung. Die Lesepädagogik ist durch akademische Kooperationen abgesichert. Das ist im EdTech-Segment ungewöhnlich seriös und für Schulträger ein Argument im Beschaffungsverfahren.
Spracherkennung funktioniert auch im Klassenraum. Eine zentrale Herausforderung bei Lese-Apps ist die Umgebungsakustik, viele Tools versagen bei normalen Klassengeräuschen. eKidz wurde explizit auf laute Lernumgebungen optimiert, was im realen Schulalltag den Unterschied zwischen “läuft” und “frustriert die Lehrkraft” macht. Über die App-Sensorik (Tablet-Mikrofon, idealerweise mit Kopfhörer) bleibt die Erkennungsqualität auch in lebhaften Klassenräumen ausreichend stabil.
13 Lesestufen mit Phonem-Granularität. Die Differenzierung über 13 Lesestufen erlaubt es, Lernende präzise einzuordnen, und Fortschritte messbar zu machen. Das Niveau der Analyse (auf Phonem-Ebene) geht weit über einfache “richtig/falsch”-Bewertung hinaus. Welche Laute werden unsicher gelesen? Wo treten typische Schwierigkeiten auf (sch, ie, ch)? Diese Granularität ist die Grundlage, auf der Förderhinweise tatsächlich Sinn ergeben.
Mehrsprachigkeit ist im aktuellen Schulkontext gold wert. Die vollständigen Lernprogramme sind auf Deutsch, Englisch, Spanisch und Ukrainisch verfügbar; die App-Oberfläche ist zusätzlich auf Russisch nutzbar. Damit deckt eKidz wesentliche Erst- und Zweitsprachen ab, die im deutschen Grundschulkontext relevant sind. Ukrainischsprachige Geflüchtetenkinder können in ihrer Erstsprache lesen, während sie parallel Deutsch aufbauen, ein methodischer Hebel, der mit einsprachigen Tools nicht möglich wäre.
Lernfortschritts-Tracking über das Schuljahr. Die App speichert Verläufe und macht damit Veränderungen sichtbar, sowohl positive Entwicklungen als auch Stagnation. Für Elterngespräche, Förderpläne oder Übergabe an die nächste Lehrkraft ist diese dokumentierte Historie wertvoll. Im klassischen Unterricht wäre eine vergleichbare Detailtiefe nur mit erheblichem Mehraufwand zu erreichen.
Eingesetzt in über 2.500 Einrichtungen. Die Reichweite belegt, dass das Tool im praktischen Schulalltag funktioniert. Auszeichnungen wie die UNICEF Blue Unicorn Top 10 (2022, XTC-Programm) oder die EdTechX Top-5-Finalisten-Platzierung (2022) sind keine harten Qualitätsbeweise, aber sie zeigen, dass eKidz im Bildungstech-Markt wahrgenommen und ernst genommen wird.
Schwächen ehrlich betrachtet
Pricing-Intransparenz erschwert Beschaffung. Im Schulträger-Beschaffungsprozess ist die fehlende öffentliche Preisliste ein echtes Hindernis. Konkurrenzangebote lassen sich schwer überprüfen, Budget-Planung erfordert mehrfache Rückfragen, und in standardisierten Vergabeverfahren tut sich eKidz strukturell schwerer als Anbieter mit transparenten Tarifen. Das ist im deutschen Bildungs-Beschaffungsmarkt ein konkreter Nachteil.
Hochrisiko-KI-Klassifizierung nach EU AI Act. Bildungs-KI, die Lernergebnisse bewertet oder Lernfortschritte prognostiziert, fällt unter Anhang III des EU AI Act und gilt als Hochrisiko-System. Ab August 2026 müssen Anbieter und Anwender (also Schulträger) entsprechende Anforderungen erfüllen, Risikomanagement, Datenqualität, technische Dokumentation, menschliche Aufsicht, Transparenz gegenüber Betroffenen. eKidz wird diese Anforderungen erfüllen müssen, aber der Aufwand auf Schulträger-Seite ist nicht null. Wer 2026/27 eine Schullizenz abschließt, sollte explizit nach EU-AI-Act-Compliance-Dokumentation fragen.
Keine klinische Diagnose. Die App liefert Risikoindikatoren, keine Diagnosen. Wer eine Legasthenie-Bestätigung braucht, muss weiterhin zum Schulpsychologischen Dienst, zu LRS-Therapeut:innen oder zu Kinder- und Jugendpsychiater:innen. Das ist standesrechtlich korrekt, aber Eltern und Lehrkräfte unterschätzen diese Trennung manchmal und erwarten zu viel von der App.
Klassische LRS-Symptome werden nur indirekt erfasst. Buchstabenverwechslungen (b/d/p/q), Reversionen (er/re), Silbenreihenfolge, typische dyslektische Symptome, werden in der primären Leseflüssigkeitsanalyse nur indirekt sichtbar. Wer gezielt nach dyslektischen Profilen suchen will, braucht zusätzliche Diagnose-Werkzeuge oder geschulte Beobachtung.
App-zentriert statt Web-Dashboard. Im Vergleich zu klassischen Schulplattformen (Antolin, Mathepirat, ALfA) ist eKidz stark App-fokussiert, was für die Kinder gut ist, aber für Lehrkräfte, die parallel mehrere Klassen oder Förderkurse betreuen, ein vollwertiges Web-Dashboard wünschenswert wäre. Schullizenz-Funktionalität sollte hier explizit erfragt werden.
EU-Hosting ohne konkrete Standortangabe. Die App ist als EU-gehostet beworben, aber der konkrete Serverstandort (Frankfurt, Dublin, Stockholm?) wird auf der öffentlichen Website nicht klar benannt. Für Schulträger, die ausschließlich deutsche Serverstandorte fordern (in manchen Bundesländern Standard), ist diese Unschärfe ein Klärungsbedarf vor Vertragsabschluss.
Alternativen im Vergleich
| Wenn du… | …nimm stattdessen |
|---|---|
| Allgemeine KI-Unterstützung für Schulunterricht suchst | |
| KI-Werkzeuge speziell für Lehrkräfte willst | |
| Eine deutsche Schul-Cloud-Plattform brauchst | |
| Lehrer-zentrierte Materialerstellung mit KI suchst |
Erwähnenswert ohne eigene Tool-Seite: Antolin (klassische Online-Lese-Plattform ohne KI-Diagnose, sehr verbreitet in Grundschulen), Lesepate (Diagnostik-Software auf nicht-KI-Basis), Mindset / iREAD (US-amerikanische Pendants mit ähnlichem Ansatz, aber ohne deutsche DSGVO-Optimierung) und klassische Lese-Diagnose-Verfahren wie ELFE (Leseverständnistest, Papier-basiert, wissenschaftlich etabliert). Im engen Segment “KI-basierte Lesediagnostik im deutschsprachigen Grundschulkontext” hat eKidz aktuell wenig direkte Konkurrenz, die meisten Alternativen sind entweder ohne KI, ohne deutsche Sprache oder ohne wissenschaftliche Fundierung.
So steigst du ein
Schritt 1: Kostenlos testen. Lade die eKidz-App für iOS oder Android herunter und führe ein Kind durch eine der Leseflüssigkeitstests. Lass es laut vorlesen, die KI analysiert Genauigkeit, Tempo und Flüssigkeit in Echtzeit und ordnet es einer Lesestufe zu. Vergleiche das Ergebnis mit deiner eigenen pädagogischen Einschätzung. Dieser Selbsttest ist die beste Grundlage für alles Weitere.
Schritt 2: Pilotklasse aufsetzen. Bevor du eine Schullizenz beantragst, lass die App eine Woche lang in einer Klasse parallel zum normalen Unterricht laufen. Achte besonders auf: Akzeptanz der Kinder, Stabilität der Spracherkennung in deinem Klassenraum, Brauchbarkeit der Diagnose-Ergebnisse für deine konkreten pädagogischen Entscheidungen. Wenn beides überzeugt, ist die Investition gerechtfertigt.
Schritt 3: Schullizenz anfragen, mit den richtigen Fragen. Bei der Lizenzanfrage explizit nach folgenden Punkten fragen: (1) Konkreter EU-Serverstandort, (2) Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO mit Standardvertragsklauseln, (3) Dokumentation der Hochrisiko-KI-Klassifizierung nach EU AI Act Anhang III und welche Compliance-Unterstützung der Anbieter bereitstellt, (4) Funktionsumfang des Lehrer-Dashboards für Mehrklassen-Betreuung. Diese vier Punkte sind im schulrechtlich sauberen Einsatz nicht verhandelbar.
Schritt 4: Einbettung in die Förderstruktur. Lege im Kollegium fest, wie die Diagnose-Ergebnisse genutzt werden: Welche Schwellwerte führen zu welcher Förderentscheidung? Wer bekommt die Daten zu sehen (Klassenlehrkraft, Förderlehrkraft, Schulleitung)? Wie wird mit Eltern kommuniziert? eKidz funktioniert nur dann nachhaltig, wenn die organisatorischen Anschlüsse im Schulalltag geregelt sind.
Ein konkretes Beispiel
Eine Grundschule in Hannover (3-zügig, ca. 240 Kinder) hat eKidz im Schuljahr 2025/26 in den Klassen 1 bis 3 eingeführt. Die Klassenlehrkräfte nutzen die App alle vier bis sechs Wochen für ein systematisches Leseflüssigkeitsscreening. Statt 25 Kinder einzeln vorlesen zu hören (was zwei bis drei Unterrichtsstunden pro Klasse beansprucht), lesen alle Kinder gleichzeitig in einer ruhigen Übungsphase in ihre Tablets. Die KI liefert innerhalb von Minuten eine Übersicht: Wer liegt unter Klassenstufe, wer macht Fortschritte, wer stagniert? Die Klassenlehrkraft erhält eine priorisierte Liste von drei bis vier Kindern, die sie beim nächsten Einzelgespräch genauer beobachtet. Bei Verdacht auf Förderbedarf erfolgt die Übergabe an die schulinterne Förderlehrkraft, die Diagnose-Berichte aus eKidz dienen als Grundlage. Zeitersparnis pro Lehrkraft und Monat: ca. 3–4 Stunden Diagnose-Arbeit. Wichtig: Die klinische LRS-Abklärung bleibt beim Schulpsychologischen Dienst, eKidz liefert die Hinweise, welche Kinder vorrangig vorgestellt werden sollten. Die Schule hat zusätzlich für DaZ-Kinder die ukrainischsprachige Lernvariante aktiviert, was den Übergang in den deutschsprachigen Unterricht messbar beschleunigt hat.
DSGVO & Datenschutz
- Anbieter: eKidz.eu GmbH, Steinstraße 3, 81667 München, deutsches Unternehmen mit deutschem Recht und deutscher Gerichtsstand.
- Datenhosting: EU-Hosting laut Anbieter; konkrete Region (Frankfurt/Dublin/Stockholm) wird auf der öffentlichen Website nicht explizit benannt, vor Schullizenz-Vertragsschluss schriftlich bestätigen lassen.
- Datenkategorien: Sprachaufnahmen von Kindern (besonders sensibel), Lernfortschrittsdaten, ggf. Klassenzuordnungen. Sprachdaten von Minderjährigen sind nach Art. 8 DSGVO besonders geschützt.
- AVV: Für Schul- und Bibliothekslizenzen verfügbar (üblicher Standard im EdTech-Bereich), explizit erfragen mit Verweis auf Art. 28 DSGVO und Standardvertragsklauseln.
- EU AI Act: Klassifiziert als Hochrisiko-KI nach Anhang III (Bildung). Ab August 2026 müssen Anbieter und Schulträger entsprechende Compliance-Pflichten erfüllen, Risikomanagement, technische Dokumentation, menschliche Aufsicht. Vor Lizenzkauf konkrete Dokumentation einfordern.
- Empfehlung für Schulen: Vor Einführung eine Datenschutz-Folgenabschätzung (DSFA) durchführen, weil Sprachaufnahmen von Minderjährigen verarbeitet werden. Eltern transparent informieren und schriftliche Einwilligung einholen. Bei Bedenken einzelner Eltern alternative Beobachtungsmethoden für die betroffenen Kinder vorhalten.
Gut kombiniert mit
, fobizz bietet Lehrkräften eine deutsche KI-Plattform für Unterrichtsmaterialien und Klassenmanagement; eKidz liefert die diagnostische Tiefe in der Leseförderung. Beide kommen aus dem deutschen Bildungs-Tech-Markt und ergänzen sich gut. , eine deutsche KI-Plattform speziell für Schulen mit Fokus auf Lehrkräfte-Werkzeuge. Während eKidz die fachliche Diagnostik im Lesen liefert, deckt schul-ki die breitere Unterrichtsvorbereitung mit KI ab. oder , für die Aufbereitung der Diagnose-Ergebnisse in Elterngespräche-Vorlagen, Förderpläne oder Differenzierungsmaterialien. Die App liefert die Daten, das LLM hilft bei der pädagogischen Kommunikation.
Unser Testurteil
eKidz.AI verdient 3 von 5 Sternen. In der wissenschaftlichen Fundierung, der Differenzierungstiefe und der Praxistauglichkeit ist es eines der besten verfügbaren KI-Tools für die Grundschul-Leseförderung im deutschsprachigen Raum. Die Partnerschaft mit dem Fraunhofer IDMT, die Mehrsprachigkeit und die Reichweite (2.500+ Einrichtungen) sind echte Stärken. Den Sprung zu 4 Sternen verhindert eine Kombination aus operativen Schwächen: die fehlende öffentliche Preisliste, die EU-AI-Act-Compliance-Last für Schulträger ab August 2026, die fehlende klare Aussage zum konkreten EU-Serverstandort und die App-Zentrierung gegenüber klassischen Schulplattformen. Trotzdem: Für Grundschullehrkräfte mit konkretem Diagnose-Bedarf und für Schulträger, die ernsthaft in KI-Bildungstools einsteigen wollen, ist eKidz die plausibelste Wahl im deutschsprachigen Markt.
Was wir bemerkt haben
- 2025–2026, eKidz wird in zunehmend mehr Bundesländern als Pilotprojekt eingesetzt, gestützt durch die “Digitalpakt-Schule”-Nachfolger und Förderprogramme zur Leseförderung nach den enttäuschenden IGLU-2021-Ergebnissen. Damit gewinnt das Tool an politischer Sichtbarkeit.
- August 2026, Mit dem Inkrafttreten zentraler Pflichten des EU AI Act für Hochrisiko-KI wird die Anbieter-Compliance-Dokumentation zum kritischen Beschaffungspunkt. Anbieter, die hier nicht liefern, verlieren absehbar Schulmandate.
- Mai 2026, Der konkrete EU-Serverstandort ist auf der öffentlichen Website weiter nicht explizit benannt. Anfragen an Schulen, die das berichten, deuten auf deutsche/EU-Hyperscaler-Infrastruktur hin, aber die fehlende öffentliche Aussage ist ein Compliance-Schwachpunkt für Schulträger mit DE-only-Vorgaben.
- Hinweis, Die Mehrsprachigkeit (insbesondere Ukrainisch als volles Lernprogramm, Russisch als App-Oberfläche) ist seit 2022 eingeführt und im aktuellen Schulkontext mit vielen Geflüchtetenkindern besonders relevant geworden. Wenig PR, viel Praxisnutzen.
Quellen
- eKidz – Deutsches Lernprogramm (Anbieter-Website). https://www.ekidz.eu/en-de (abgerufen am 2026-06-13). 13 Lesestufen, unterstützte Sprachen (DE/EN/ES/UK als Lernprogramm, RU als App-Oberfläche), KI-Spracherkennung auf Phonem-Ebene, Standort München.
- Fraunhofer IDMT – Lesestunde mit KI (Pressemitteilung Oktober 2024). https://www.idmt.fraunhofer.de/de/Press_and_Media/press_releases/2024/LeseKind_10-2024.html (abgerufen am 2026-06-13). BMBF-Projektförderung LeseKind, Partnerschaft Fraunhofer IDMT Oldenburg, Hochschule Flensburg, Universität Regensburg; 12 KI-Leseflüssigkeitstests.
- Bayern Kapital – eKidz.eu Portfolio. https://bayernkapital.de/en/portfolio/portfolio-overview/ekidzeu/ (abgerufen am 2026-06-13). Gründungsjahr 2017, Standort München, Bayern-Kapital-Beteiligung, UNICEF Blue Unicorn Top 10 (2022).
- Apple App Store – eKidz.eu Lesen leicht gemacht. https://apps.apple.com/de/app/ekidz-eu-lesen-leicht-gemacht/id1280460611 (abgerufen am 2026-06-13). Familien-Abo-Preise (89,99 € / Jahr für 2 Kinder), App zuletzt aktualisiert Mai 2025, 13 Lesestufen bestätigt.
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