Eigenvector Solo
Eigenvector Research, Inc.
Eigenständige Chemometrie-Software für multivariate Kalibrierung und Spektrenauswertung ohne MATLAB-Abhängigkeit. Solo (und die MATLAB-basierte Schwester PLS_Toolbox) deckt klassische PLS, PCA und PCR ebenso ab wie moderne ML-Verfahren, Deep-Learning-ANNs, XGBoost, SVM, t-SNE und UMAP. Branchenübliches Werkzeug für Raman-, NIR- und IR-Modellentwicklung in der Pharma- und Chemieindustrie.
Kosten: Solo Commercial/Government: 5.455 USD (perpetual, inkl. 1 Jahr Wartung); Solo Academic: 1.695 USD. PLS_Toolbox (MATLAB-Add-on) Commercial: 3.695 USD; Academic: 1.145 USD. Volumenrabatte ab 3 Lizenzen.
Stärken
- Vollständige Chemometrie-Suite ohne externe Abhängigkeiten (im Gegensatz zur MATLAB-Variante)
- Klassische und moderne ML-Methoden vereint: PLS, PCA, PCR plus Deep Learning, XGBoost, SVM, t-SNE, UMAP
- Für Kalibrierübertragung zwischen Instrumenten entwickelt, kritisch bei Multi-Site-Deployments
- Bewährt in der Pharma- und Chemieindustrie; lange Referenzliste in GxP-Umgebungen
- Perpetual License, kein Subscription-Lock-in, einmaliger Kauf inklusive 1 Jahr Wartung
- Grafische Modellevaluation: Scores, Loadings, Residuen, Vorhersagegenauigkeit intuitiv visualisierbar
Einschränkungen
- Keine deutschsprachige Oberfläche, UI vollständig auf Englisch, keine deutsche Dokumentation
- Hohe Einstiegshürde für Anwender ohne Chemometrie-Grundkenntnisse (PLS, PCA, Validierung)
- Kein Cloud-Betrieb, Desktop-Software, manueller Datentransfer zum Spektrometer erforderlich
- Lizenzpreis für KMU nicht unerheblich: 5.455 USD pro kommerziellem Arbeitsplatz
- Wartungsvertrag nach Jahr 1 separat, Upgrades sonst kostenpflichtig
- Kein integriertes MES- oder LIMS-Interface, Integration ist Eigenleistung
Passt gut zu
Kurzfazit
Solo ist seit zwei Jahrzehnten die zweite Adresse der Chemometrie, nach der MATLAB-basierten Schwester PLS_Toolbox dasselbe Werkzeug, nur ohne MATLAB-Bindung. Für Pharma, Chemie und Lebensmittelindustrie, die PLS-Modelle für Raman-, NIR- oder IR-Spektren bauen, ist es ein etabliertes Werkzeug mit hohem Vertrauen in regulierten GxP-Umgebungen. Eigenvector hat in den letzten Jahren konsequent moderne ML-Methoden ergänzt, Deep Learning, XGBoost, t-SNE, UMAP, sodass Solo nicht mehr “nur” klassische multivariate Statistik ist, sondern ein vollwertiger Daten-Discovery-Stack. Schwächen: keine deutsche Oberfläche, kein Cloud-Betrieb, Lizenzpreis von gut 5.000 USD pro Arbeitsplatz. Für ernsthafte Spektroskopie-Labore weiterhin alternativlos im Preis-Leistungs-Verhältnis.
Für wen ist Solo?
Pharma-QC-Labore mit Raman/NIR-Inline-Sensoren: Wer Prozess-Analytische-Technologie (PAT) macht und Kalibriermodelle für Wirkstoff- oder Konzentrationsmessungen baut, ist hier richtig. Solo ist in vielen FDA-validierten GxP-Workflows die Modellierungs-Software.
Chemie- und Polymerindustrie: Reaktionsverfolgung, Endpoint-Detection, Materialcharakterisierung, Solo bildet die Standardverfahren ab und unterstützt Variable Selection, Cross-Validation und Curve Resolution, die in der Branche erwartet werden.
Lebensmittel- und Agrar-Industrie: Schnelle NIR-Analytik (Protein, Fett, Feuchte) basiert auf PLS-Modellen. Solo ist hier ebenfalls weit verbreitet, sowohl bei Inline-Sensoren in der Produktion als auch im QS-Labor.
Hochschulen und Forschungslabore: Mit 1.695 USD ist die Akademische Lizenz preisaggressiv. Viele Lehrstühle für analytische Chemie und Chemometrie nutzen Solo (oder die MATLAB-Variante PLS_Toolbox) als Ausbildungswerkzeug, ein echter Karrierevorteil, weil Absolventen das Tool im Industriealltag wiedersehen.
Forschende Anwender mit ML-Ambition: Wer klassische Chemometrie macht, aber zusätzlich XGBoost-Klassifikatoren, Deep-Learning-ANNs oder UMAP-Embeddings auf Spektrendaten testen will, bekommt das in derselben Plattform, statt zwischen Solo und einem Python-Stack zu wechseln.
Weniger geeignet für: Unternehmen, die eine integrierte PAT-/MES-Plattform brauchen (dafür ist
Preise im Detail
| Lizenz | Preis (USD) | Was du bekommst |
|---|---|---|
| Solo Commercial/Government | 5.455 | Perpetual Lizenz für Solo Standalone, 1 Jahr Wartung inklusive, alle Methoden |
| Solo Academic | 1.695 | Vollständige Funktionalität, akademisch validierte Nutzung |
| PLS_Toolbox Commercial | 3.695 | MATLAB-Toolbox-Variante (erfordert MATLAB-Lizenz separat), 1 Jahr Wartung |
| PLS_Toolbox Academic | 1.145 | Akademische MATLAB-Toolbox |
| Volumenrabatte | gestaffelt | Reduzierte Preise ab 3, 6 und 11 Lizenzen |
| Solo+MIA / Solo Predictor | auf Anfrage | Erweiterungen für Bildanalyse (MIA) und produktive Modell-Deployment |
Einordnung: Anders als die meisten modernen Tools nutzt Eigenvector perpetuale Lizenzen, du kaufst einmal und hast die Software dauerhaft. Nach dem ersten Jahr kostet die Wartung (Upgrades, Support) zusätzlich, ist aber nicht verpflichtend. Das macht Solo für KMU langfristig deutlich günstiger als jede Subscription, vor allem in stabilen Labor-Umgebungen, wo Software-Updates kein tagesaktuelles Thema sind. Wer MATLAB ohnehin lizenziert hat (in Pharma- und Universitätsumgebungen oft der Fall), kann mit der PLS_Toolbox-Variante 1.760 USD pro Lizenz sparen, die Funktionalität ist identisch. Für reine Standalone-Umgebungen ist Solo der unkomplizierte Weg. Akademische Rabatte (Solo: 69 % Nachlass) sind im Vergleich zu vielen Wettbewerbern fair und machen die Software für Lehre und studentische Forschung sehr zugänglich.
Stärken im Detail
Vollständige Chemometrie-Suite in einer Hand. PCA, PLS, PCR, PARAFAC, Curve Resolution (MCR-ALS), Cluster-Analyse, Variablen-Selektion, Cross-Validation, alles, was die multivariate Statistik in der Spektroskopie braucht, ist enthalten. Das ist kein Stückwerk aus Open-Source-Bibliotheken, sondern ein konsistent gepflegtes Paket mit über 25 Jahren Entwicklungstiefe.
Moderne ML neben klassischer Chemometrie. Eigenvector hat in den letzten Releases konsequent Deep-Learning-ANNs, XGBoost, SVM, t-SNE und UMAP integriert. Damit ist Solo nicht mehr nur “PLS-Software”, sondern ein vollwertiger Data-Discovery-Stack für hochdimensionale Sensordaten. Wer klassische und moderne Methoden im selben Workflow vergleichen will, muss nicht zwischen Tools wechseln.
Kalibrierübertragung als Kernkompetenz. Wer ein Modell auf Instrument A baut und es auf Instrument B (oder einer neuen Charge desselben Geräts) anwenden will, bekommt mit Solo Werkzeuge für Standardisierung und Transfer der Kalibrierung. PDS, OSC, ESPC und andere Methoden sind direkt verfügbar, das ist für Multi-Site-Deployments in der Pharmabranche eine Kernanforderung.
Modellvalidierung und Reporting für GxP. Solo dokumentiert jede Modellbildung mit ausführlichen Parametern, Validierungsergebnissen und Plot-Exporten. Das ist die Grundlage für FDA-21-CFR-Part-11-Validierungspakete, kein Audit-Sorglos-Paket, aber eine solide Datenbasis, auf der QS-Teams aufbauen können.
Importfilter für gängige Spektrometer. ASCII, MATLAB .mat, SPC, JCAMP-DX, EDF (Eigenvectors eigenes Format), die wichtigsten Datenformate von Bruker, Thermo, Mettler, Agilent, Kaiser/Endress+Hauser werden direkt unterstützt. Reduziert die übliche Reibung beim Datentransfer aus dem Labor.
Solo Predictor als Deployment-Pfad. Wer ein Modell entwickelt hat und es in einem Online-Prozess einsetzen will, kann es über Solo Predictor in Produktivumgebungen einspielen, der Predictor läuft schlank auf einer DCS- oder PLC-nahen Hardware und liefert die Vorhersagen aus dem gebauten Modell. Damit schließt sich die Lücke zwischen Labormodell und Produktionseinsatz.
Langlebige, fokussierte Firma. Eigenvector Research (Manson, WA, USA) ist seit 1995 am Markt, hat keine Akquisitions-Eskapaden, kein Risikokapital-Karussell. Für Software, die in regulatorischen Umgebungen über Jahrzehnte stabil bleiben muss, ist diese Beständigkeit ein echter Wert.
Schwächen ehrlich betrachtet
Steile Lernkurve. Solo erwartet, dass du Chemometrie kannst. Ohne Grundverständnis von PLS-Latentvariablen, Cross-Validation, RMSEC/RMSEP, Outlier-Detection und Variablen-Selektion sitzt du vor einer Oberfläche, die mächtig aber nicht selbsterklärend ist. Eigenvector bietet Kurse an, die sind hochwertig, aber kostenpflichtig und englischsprachig. Wer “Klick und KI” erwartet, ist hier falsch.
Keine deutschsprachige Oberfläche. Menüs, Hilfetexte, Online-Dokumentation, Webinare, alles ausschließlich Englisch. Für deutsche QS-Labore mit nicht-anglophonen Mitarbeitenden ist das eine echte Hürde, vor allem in Validierungsdokumentationen, die ohnehin viel Text erfordern.
Desktop-Only. Solo läuft lokal auf Windows (Mac und Linux experimentell), kein Cloud-Workspace, kein Web-Frontend, keine moderne Kollaborations-Funktion. Wer Modelle im Team entwickelt, arbeitet mit Datei-Austausch und Versionierung im Netzlaufwerk. Im Jahr 2026 fühlt sich das altmodisch an, ist in regulierten Umgebungen aber oft kein Bug, sondern Feature.
Wartungsvertrag-Modell. Die Lizenz ist perpetual, gut. Aber nach Jahr 1 musst du den Wartungsvertrag verlängern, sonst bekommst du keine Upgrades. Bei mehreren Lizenzen läppert sich das, und die Preisstruktur ist nicht völlig transparent kommuniziert. Vor dem Kauf solltest du die mehrjährigen Folgekosten kalkulieren.
Integration ist Eigenleistung. Solo bietet keine fertigen Konnektoren zu LIMS, MES oder ELN. Wer Modelle in den Laboralltag einbinden will, muss Eigenintegration über Datei-Export, Solo Predictor oder Skript-Schnittstellen leisten. Das ist machbar, aber kein Plug-and-Play, und in komplexen IT-Landschaften ein Projekt für sich.
Solo Predictor ist eigenes Lizenzthema. Wer ein Modell produktiv ausrollen will, braucht zusätzlich Solo Predictor, eine separate Lizenz mit eigener Preisstruktur (auf Anfrage). Das wird in der Erstkalkulation oft übersehen und kann das Gesamtbudget unangenehm hochziehen.
Lizenz pro Arbeitsplatz, kein Concurrent-Modell. Lizenzen sind an einen Arbeitsplatz gebunden. Floating- oder Concurrent-Lizenzen sind möglich, aber die Standardlizenz ist pro Sitz, bei intermittierender Nutzung in Forschungs-Teams oft unwirtschaftlich.
Alternativen im Vergleich
| Wenn du… | …nimm stattdessen |
|---|---|
| Eine integrierte PAT-Plattform für die Produktion brauchst | |
| Allgemeine Statistik und Datenvisualisierung primär willst | |
| Eine günstigere Lösung für reine PCA/PLS suchst |
Erwähnenswert ohne eigene Tool-Seite: Camo Unscrambler (norwegisch, direkter Konkurrent mit guter UI und ähnlichem Funktionsumfang), Umetrics SIMCA (Sartorius, in der Pharma-PAT-Welt stark verbreitet), OPUS QUANT (Bruker, primär für Bruker-Spektrometer), PerkinElmer Spectrum (vertikal integriert mit PerkinElmer-Geräten) und OriginPro (allgemein wissenschaftlich, schwächer bei reiner Chemometrie). Im akademischen Bereich ist auch der Python-Stack (scikit-learn, scikit-spectra, ChemoTrac) eine zunehmend ernsthafte Open-Source-Alternative, aber für GxP-validierte Pharma-Umgebungen bleibt kommerzielle Software wie Solo, SIMCA oder Unscrambler erste Wahl, weil die Audit-Dokumentation und der Hersteller-Support Compliance-relevant sind.
So steigst du ein
Schritt 1: 30-tägige Testlizenz auf eigenvector.com/software/solo/ anfordern und auf einem Windows-Arbeitsplatz installieren. Importiere bereits vorhandene Spektrendaten (ASCII oder dein Spektrometer-Format) und mache eine erste PCA, schon die ersten Scores- und Loadings-Plots zeigen, ob das Werkzeug für deine Datenstruktur passt. Eigenvector stellt umfangreiche Tutorial-Datensätze bereit; nutze die, um die Workflows kennenzulernen, bevor du eigene Daten quälst.
Schritt 2: PLS-Kalibriermodell aufbauen, Referenzproben (Laboranalytik, z. B. via HPLC) den Spektren zuordnen, Preprocessing wählen (Smoothing, MSC/SNV, 1./2. Ableitung), Cross-Validation durchführen, RMSECV und RMSEP prüfen. Auf 80–100 Kalibrierproben kommst du bei 3–5 Komponenten in der Regel zu sinnvollen Modellen. Variable Selection (z. B. mit dem VIP-Score oder genetischen Algorithmen) kann den RMSEP nochmal um 10–20 % drücken.
Schritt 3: Validieren, dokumentieren, deployen. Das fertige Modell muss extern validiert werden, mit unabhängigen Test-Sets, möglichst über mehrere Chargen, Tage und Bediener. Erst dann ist es produktionsreif. Über Solo Predictor lässt sich das Modell in das Prozessleitsystem einspielen; alternativ exportierst du es als MATLAB-Block oder JSON-Datei für die Anbindung an Drittsysteme. In GxP-Umgebungen folgt anschließend die formale Validierung nach 21 CFR Part 11.
Ein konkretes Beispiel
Ein Feinchemiebetrieb in Bayern (Spezialitätenchemie, Jahresumsatz rund 180 Mio. €) überwacht die Konzentration von drei Reaktionskomponenten, Ausgangsstoff A, Zwischenprodukt B, Produkt C, mit einem Inline-Raman-Sensor in einem 2.000-Liter-Reaktor. In Solo werden über 6 Monate 84 Referenzspektren hinterlegt (je 28 pro Konzentrationslevel, kalibriert gegen HPLC). Das trainierte PLS-Modell hat 4 latente Variablen, RMSECV liegt bei 0,7 % (Absolutfehler), RMSEP auf unabhängigen Testdaten bei 0,82 %. In Produktion liefert das Modell alle 30 Sekunden eine Konzentrationsprognose, die Offline-Laborprüfung reduziert sich von 4× pro Charge auf 1× stichprobenartige Endkontrolle. Zeitersparnis pro Reaktionsführung: ca. 90 Minuten. Bei 200 Chargen/Jahr ergibt das 300 Personentage QC-Aufwand weniger, plus eine spürbar bessere Reaktionssteuerung, weil die Inline-Werte Anpassungen der Dosierung in Echtzeit erlauben. Die Solo-Lizenz amortisiert sich nach dem ersten Quartal.
DSGVO & Datenschutz
- Datenverarbeitung: Lokal auf dem Arbeitsplatz, Solo ist Desktop-Software, keine Cloud-Komponente, kein automatischer Datenaustausch mit Eigenvector.
- Lizenzaktivierung: Online-Aktivierung erforderlich (One-Time), danach offline-tauglich. Bei Audit-relevanten Validierungen empfiehlt sich offline-fähige Aktivierung mit dokumentierter Lizenznummer.
- Datenhoheit: Alle Spektren, Modelle und Metadaten verbleiben auf der Kundeninfrastruktur. Eigenvector hat keinen technischen Zugriff auf Kundendaten.
- GxP-Validierung: Solo wird in vielen FDA-21-CFR-Part-11-validierten Umgebungen eingesetzt. Eigenvector bietet IQ/OQ-Pakete und Validierungs-Templates auf Anfrage. Die formale Validierung bleibt aber Aufgabe des Kunden.
- Auftragsverarbeitung (AVV): Mangels Cloud-Komponente üblicherweise nicht erforderlich. Bei Nutzung des Support-Kanals (E-Mail mit Spektrendaten als Anhang) sollte interne Compliance prüfen, ob anonymisierte Datenfreigabe nötig ist.
- Empfehlung für Unternehmen: Solo ist in regulierten Umgebungen unproblematisch, Desktop-Software ohne Telemetry. Bei Lizenz-Aktivierung über Proxy/Firewall: vorher mit Eigenvector klären, dass die Aktivierung auch offline möglich ist.
Gut kombiniert mit
, SIPAT ist die produktionsseitige PAT-Plattform für Pharma; Solo bleibt das Modellierungswerkzeug. Klassische Aufgabenteilung: In Solo werden Modelle entwickelt und validiert, in SIPAT in der Produktion ausgerollt und überwacht. , Für ergänzende statistische Auswertungen (DoE, Stabilitätsstudien, Capability-Analysen) ist JMP überlegen. Solo macht die Chemometrie, JMP die klassische Statistik daneben. - MATLAB (kein eigenes Tool-Profil), Wer ohnehin in MATLAB arbeitet, nutzt direkt die PLS_Toolbox-Variante. Damit lassen sich Eigenvector-Modelle nahtlos in eigene MATLAB-Skripte einbetten, für Forschungsabteilungen mit Eigen-Code-Anteilen die effizienteste Kombination.
Unser Testurteil
Solo verdient 4 von 5 Sternen. Es ist seit über zwei Jahrzehnten das Brot-und-Butter-Werkzeug der industriellen Chemometrie, solide, methodisch breit, kontinuierlich modernisiert, mit fairer Preisgestaltung (vor allem durch das perpetuale Lizenzmodell und die akademischen Rabatte). Die Integration moderner ML-Verfahren (Deep Learning, XGBoost, UMAP) hält das Werkzeug aktuell, ohne den klassischen Chemometrie-Workflow zu verwässern. Den fünften Stern verliert es durch die fehlende deutsche Lokalisierung, das Desktop-Only-Konzept, die steile Lernkurve und die zusätzliche Lizenz für Solo Predictor. Wer in Pharma, Chemie oder Lebensmittelindustrie mit Spektroskopie arbeitet, findet aktuell kaum eine bessere Alternative, Camo Unscrambler oder Umetrics SIMCA sind in einzelnen Aspekten besser, aber im Gesamtbild gleichwertig.
Was wir bemerkt haben
- 2023–2024, Eigenvector hat moderne ML-Methoden (Deep-Learning-ANNs, XGBoost, t-SNE, UMAP) konsequent in Solo integriert. Das ist strategisch wichtig: Wer reine PLS/PCA-Software bleibt, verliert junge Anwender an Python-Stacks. Mit den Erweiterungen positioniert sich Solo als Brücke zwischen klassischer Chemometrie und moderner Data Science.
- 2025, Eigenvector hat mehrere Schulungsformate auf Online-Format umgestellt; die Präsenzkurse (“EigU”) bleiben aber das Aushängeschild. Wer ernsthaft in die Software einsteigen will, sollte mindestens einen Online-Kurs einplanen, die Lernkurve wird damit deutlich abgekürzt.
- Mai 2026, Preise sind seit mehreren Jahren stabil bei 5.455 USD für die kommerzielle Solo-Lizenz. Anders als bei Subscription-Tools gibt es keine schleichenden Preissteigerungen, was im Procurement geschätzt wird.
- Allgemein, Die Konkurrenz im akademischen Segment durch Open-Source-Python-Bibliotheken (scikit-learn, scikit-spectra) wächst. Eigenvector reagiert mit aggressiven Academic-Discounts und einer Funktionsbreite, die in Open-Source erst aufwendig zusammenmontiert werden muss. Für GxP-Pharma bleibt das Argument der Hersteller-Validierung und des kommerziellen Supports entscheidend.
Quellen
- Eigenvector Research – Solo Software. https://eigenvector.com/software/solo/ (abgerufen am 2026-06-13). Solo ist eigenständige Desktop-Software (ohne MATLAB); Methodenumfang PCA, PARAFAC, t-SNE, UMAP, SIMCA, kNN, PLS-DA, SVM, neuronale Netze, XGBoost, PLS, PCR, MLR, Deep-Learning-ANN, Curve Resolution, Variable Selection.
- Eigenvector Research – Preisübersicht. https://eigenvector.com/software/pricing/ (abgerufen am 2026-06-13). Solo Commercial/Government 5.455 USD, Solo Academic 1.695 USD, PLS_Toolbox Commercial 3.695 USD, PLS_Toolbox Academic 1.145 USD (jeweils Single-User).
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