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ADDACTIS Reserving

ADDACTIS Group

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Spezialisierte SaaS-Plattform für aktuarielle Schadenreservierung in der Schaden/Unfall-Versicherung. Deckt Chain-Ladder, Bornhuetter-Ferguson und weitere Standardmethoden ab, koppelt an die Solvency-II- und IFRS-17-Module der Addactis-Plattform und erzeugt prüfungsfeste, auditierbare Dokumentation. Laut Anbieter von mehr als 2.200 Nutzern eingesetzt.

Kosten: Enterprise-SaaS-Abonnement, Preise auf Anfrage; typisch im Bereich 15.000–60.000 €/Jahr je nach Schadensvolumen, Spartenanzahl und gebuchten Modulen (Basisreservierung, Solvency-II-Modul, IFRS-17-Modul)

Stärken

  • Vollständige Methodenbibliothek: Chain-Ladder, Bornhuetter-Ferguson, Average Cost, Loss Ratio, Mack-Bootstrap
  • Native Solvency-II- und IFRS-17-Module, kein manuelles Umrechnen zwischen HGB und Aufsichtsrecht
  • EU-Datenhosting und DSGVO-Compliance, keine DSGVO-Problemstellung wie bei US-Anbietern
  • Automatische Dokumentationsgenerierung für Revisions- und BaFin-Zwecke
  • Parametrisierbar ohne Programmieraufwand, zugänglich für Aktuare ohne Data-Science-Hintergrund
  • Lückenlose Nachvollziehbarkeit: Kommentare, Änderungsverfolgung und exportierbare Audit-Trails

Einschränkungen

  • Preise nicht öffentlich, individuelle Verhandlung erforderlich
  • Keine ausgewiesene ML-/KI-Komponente für prädiktive Einzelschadenmodellierung, dafür sind spezialisierte Data-Science-Plattformen wie SAS Viya oder Python/R nötig
  • Für sehr kleine Versicherer (unter 1.000 Schadenfälle/Jahr) oft überdimensioniert
  • Implementierungsprojekt erfordert Einrichtungszeit (typisch 4–8 Wochen bis Produktivbetrieb)
  • Keine deutschsprachige Dokumentation auf der Anbieterseite, Support auf Englisch und Französisch

Passt gut zu

Mittelgroße Schaden/Unfall-Versicherer (Haftpflicht, Kfz, Hausrat) mit mehreren Sparten Versicherer, die Solvency-II-Best-Estimates und IFRS-17-Risikoanpassungen in einer Plattform bündeln wollen Aktuariate, die ihre Excel-basierten Reservierungsprozesse auf eine auditierbare Plattform heben wollen Versicherer mit BaFin-Meldepflicht und Revisionsdruck auf Dokumentationsqualität

Wann ja, wann nein

Wann ja

  • Du reportest Solvency-II-Best-Estimates und IFRS-17-Risikoanpassungen und willst das in einer Plattform vereinen
  • Dein Aktuariat kämpft quartalsweise mit Excel-Dreiecken und sucht eine auditierbare Lösung
  • Du verarbeitest 5.000+ Schadenfälle pro Quartal über mehrere Sparten
  • Du brauchst revisionssichere, automatisch generierte Dokumentation für BaFin und Wirtschaftsprüfer

Wann nein

  • Dein Versicherer hat weniger als 1.000 Schadenfälle pro Jahr, dann ist ADDACTIS überdimensioniert
  • Du brauchst prädiktive Einzelschadenmodellierung mit Machine Learning, dann sind Python/R oder SAS Viya besser
  • Du hast kein Budget für ein Enterprise-Abo und Implementierungsprojekt
  • Dein Team braucht deutschsprachigen Support und deutschsprachige Dokumentation

Kurzfazit

ADDACTIS Reserving ist die spezialisierte SaaS-Plattform für aktuarielle Schadenreservierung in der Schaden/Unfall-Versicherung. Wer Solvency-II-Best-Estimates und IFRS-17-Risikoanpassungen im gleichen System berechnen, die Berechnung automatisch dokumentieren und direkt in das BaFin-Meldeformat exportieren will, hat mit ADDACTIS den Marktstandard für europäische Versicherer. Die Plattform ersetzt Excel-Dreiecke durch eine auditierbare, revisionssichere Umgebung. Schwäche: Für anspruchsvolle prädiktive Schadensmodelle mit Machine Learning ist ADDACTIS kein Ersatz für SAS Viya oder spezifische Python/R-Umgebungen, das Tool ist stark bei regulatorisch konformer Standardmethodik, aber kein Data-Science-Werkzeug.

Für wen ist ADDACTIS Reserving?

Mittelgroße Schaden/Unfall-Versicherer: Wer Haftpflicht, Kfz und Hausrat unter einem Dach hat und quartalsweise für alle Sparten Best-Estimates berechnen muss, ist die Kernzielgruppe. ADDACTIS strukturiert den Prozess von der Datenaufbereitung über die Methodenwahl bis zur dokumentierten Berechnung. Bei 5 bis 20 Sparten und mehreren Quartalsabschlüssen pro Jahr zahlt sich der Implementierungsaufwand schnell aus.

Aktuariate unter Revisionsdruck: Die BaFin und Wirtschaftsprüfer verlangen für versicherungstechnische Rückstellungen nicht nur korrekte Zahlen, sondern auch nachvollziehbare Dokumentation. ADDACTIS generiert diese automatisch: Annahmen, Methodenwahl, Sensitivitätsanalysen und Abweichungsanalysen werden im System gespeichert und können direkt als Prüfungsunterlagen ausgegeben werden. Das entlastet das Aktuariat erheblich.

Versicherer im Übergang von IFRS 4 zu IFRS 17: Der IFRS-17-Standard verlangt eine Aufspaltung des Schadendreiecks in historische und zukünftige Cashflows sowie eine explizite Risikoanpassung. ADDACTIS hat diese Anforderungen als native Module eingebaut, Umrechnung zwischen Solvency II und IFRS 17 ist direkt im System möglich, ohne externe Rechenschritte.

Rückversicherer und Captives: Auch für Rückversicherer, die Schadenrückstellungen für zedierte Portefeuilles verwalten, und für konzerninterne Captive-Lösungen ist ADDACTIS einsetzbar. Die Plattform unterstützt verschiedene Reservierungsperspektiven (brutto/netto, verschiedene Währungen).

Weniger geeignet für: Sehr kleine Versicherer mit wenigen hundert Schadenfällen (dort reichen Excel-Dreiecke oder einfachere Tools), Teams, die prädiktive KI-Modellierung für Einzelschäden brauchen (dafür sind SAS Viya oder Python-basierte Plattformen besser geeignet), und Unternehmen ohne Budget für ein Enterprise-Implementierungsprojekt.

Preise im Detail

PaketPreisrahmenWas enthalten ist
Basisreservierungca. 15.000–25.000 €/JahrStandardmethoden (Chain-Ladder, BF, etc.), Dreiecksverwaltung, Basis-Reporting
Solvency-II-ModulAufpreis je nach SpartenanzahlBest-Estimate-Berechnung, QRT-Export, Sensitivitätsanalyse
IFRS-17-ModulAufpreis je nach UmfangCSM-Berechnung, Risk Adjustment, IFRS-17-konformes Reporting
Full Suiteca. 40.000–60.000 €/JahrAlle Module, unbegrenzte Sparten, erweiterte Dokumentation, Priority-Support

Einordnung: ADDACTIS veröffentlicht keine Listenpreise, alle Angebote entstehen im Vertriebsgespräch und hängen stark vom Schadensvolumen, der Spartenanzahl und den gebuchten Modulen ab. Die Richtwerte oben basieren auf öffentlich zugänglichen Branchenberichten und Nutzerfeedback; die realen Preise können erheblich abweichen. Für mittelgroße Versicherer ist ADDACTIS in der Regel günstiger als der manuelle Personalaufwand, den Excel-basierte Prozesse über mehrere Quartale binden. Kleine Versicherer mit überschaubarem Schadenvolumen sollten den ROI sorgfältig rechnen.

Stärken im Detail

Vollständige Methodenbibliothek ohne Programmieraufwand. ADDACTIS enthält alle gängigen versicherungsmathematischen Reservierungsverfahren: Chain-Ladder, Bornhuetter-Ferguson, Average Cost per Claim, Loss Ratio und Mack-Bootstrap sind out of the box verfügbar. Aktuare konfigurieren Methodik und Annahmen über eine strukturierte Oberfläche, ohne Code schreiben zu müssen. Das macht die Plattform für mittelgroße Aktuariate zugänglich, die keine Data-Science-Ressourcen haben.

Native Solvency-II- und IFRS-17-Module. Viele Versicherer führen Solvency-II-Berechnungen und IFRS-17-Meldungen mit getrennten Tools durch und verbringen erhebliche Zeit damit, die Ergebnisse aufeinander abzustimmen. ADDACTIS hat beide Standards als integrierte Module, die Umrechnung zwischen HGB, Solvency II und IFRS 17 erfolgt im System, ohne externe Zwischenschritte. Das reduziert Abstimmungsaufwand und Fehlerrisiko.

EU-Datenhosting als DSGVO-Argument. Versicherungsdaten, insbesondere Schadenshistorien mit Bezug auf Versicherungsnehmer, sind datenschutzrechtlich sensibel. ADDACTIS hostet auf europäischen Servern und erfüllt DSGVO-Anforderungen aus dem Stand. Das ist ein echter Differenziator gegenüber US-basierten Analytics-Plattformen, bei denen Versicherer erst eine eigene Datenschutz-Folgenabschätzung durchführen müssten.

Automatische Dokumentationsgenerierung. Jede Reservierungsrechnung erzeugt automatisch einen vollständig dokumentierten Bericht: Methodenwahl, Parameterentscheidungen, Abweichungsanalyse zum Vorquartal, Sensitivitätsszenarien. Diese Berichte sind direkt revisionsgeeignet und können als Prüfungsunterlagen für BaFin-Meldungen und Wirtschaftsprüfer verwendet werden. Das entlastet das Aktuariat erheblich und reduziert das Risiko unzureichender Dokumentation.

Branchenerfahrung und Netzwerkeffekte. Mit einer langjährigen Marktpräsenz und laut Anbieter mehr als 2.200 Nutzern hat ADDACTIS eine breite Erfahrungsbasis in verschiedenen Rechts- und Aufsichtsrahmen. Die Reserving-Lösung integriert nach eigener Aussage Best Practices und Methoden aus führenden Versicherungsmärkten, das spart eigene Entwicklungsarbeit. Solvency-II- und IFRS-17-Anforderungen werden über die jeweils eigenen Module der Addactis-Plattform abgedeckt, an die sich Reserving anbinden lässt.

Schwächen ehrlich betrachtet

Prädiktive KI-Modellierung ist nicht die Stärke. ADDACTIS ist stark bei klassischen aktuariellen Methoden und deren regulatorisch konformer Dokumentation. Wer Einzelschadenmodellierung mit Machine Learning (z. B. Gradientenboost-Modelle für IBNR, neuronale Netze für Reservierungsunsicherheit) braucht, muss auf spezialisierte Data-Science-Plattformen wie SAS Viya, Python-basierte Lösungen oder R-Pakete ausweichen. Eine eigenständige KI- oder Machine-Learning-Komponente weist ADDACTIS auf seiner Produktseite nicht aus, das Tool ist klassische aktuarielle Fachsoftware, kein ML-Werkzeug.

Implementierungsaufwand nicht unterschätzen. Ein ADDACTIS-Implementierungsprojekt dauert typischerweise 4–8 Wochen, Datenmigration aus bestehenden Systemen oder Excel-Dreiecken, Konfiguration der Methodiken, Validierungsläufe und Abnahme durch den verantwortlichen Aktuar. Das ist kein Selbsteinrichtungsprojekt: Es braucht dedizierte Ressourcen und meist externe Unterstützung durch ADDACTIS-Berater.

Keine öffentlichen Preise, keine Selbstbuchung. Der gesamte Kaufprozess läuft über Vertriebsgespräche. Wer nur eine erste Preisindikation braucht, bekommt sie nicht ohne Demotermin. Das ist für viele mittelständische Versicherer ein zeitlicher Aufwand, der die Evaluierung verlangsamt.

Support nur auf Englisch und Französisch. Die Dokumentation und der technische Support sind nicht auf Deutsch verfügbar. Für deutschsprachige Aktuariatsteams, die komplexe Konfigurationsfragen haben, kann das eine Barriere sein. Der Support-Level variiert laut Nutzerfeedback je nach Region.

Für sehr kleine Versicherer überdimensioniert. Wer unter 1.000 Schadenfälle pro Jahr hat und nur eine oder zwei Sparten betreibt, sollte den ROI sorgfältig prüfen. Die Implementierungskosten und Jahresgebühren amortisieren sich erst ab einem gewissen Schadenvolumen, darunter ist ein gut aufgesetztes Excel-Modell oder ein einfacheres Reservierungstool wirtschaftlicher.

Alternativen im Vergleich

Wenn du……nimm stattdessen
Prädiktive ML-Modelle für Einzelschadenmodellierung brauchst
Versicherungsdatenanalyse mit breitem Branchendaten-Pool kombinieren willst
Statistische Analyse und Reservierung mit Python/SAS in einer Workbench willst

Erwähnenswert ohne eigene Tool-Seite: Milliman Mind (US-Marktführer für aktuarielle Software, weniger europäisch), ResQ (australischer Anbieter, für Rückversicherer optimiert), Prophet by FIS (vor allem für Lebensversicherung, weniger Schaden/Unfall) und individuelle Python/R-Lösungen mit Bibliotheken wie ChainLadder (CRAN) oder pyChain. Für europäische Schaden/Unfall-Versicherer mit mehreren Sparten und BaFin-Meldepflicht ist ADDACTIS der am weitesten verbreitete dedizierte Standard, und die EU-Hosting-Positionierung unterscheidet ihn klar von US-Wettbewerbern.

So steigst du ein

Schritt 1: Nimm Kontakt über addactis.com auf und fordere eine Demo-Session mit einem der europäischen Berater an. Bereite einen konkreten Use Case vor: Welche Sparten, wie viele Schadenfälle pro Jahr, welche Reporting-Pflichten (Solvency II, IFRS 17, HGB)? Je konkreter deine Vorbereitung, desto schneller bekommst du ein realistisches Angebot und kannst den ROI einschätzen.

Schritt 2: Vereinbare einen Pilot mit eigenen historischen Dreiecks-Daten (typisch: 3–5 Jahre Schadenjahre je Sparte). ADDACTIS importiert diese und führt eine erste Reservierungsrechnung durch, so siehst du, wie das System mit deiner Datenstruktur umgeht, welche Datenqualitätsprobleme auftauchen und ob die automatisch erzeugten Berichte dem Standard entsprechen, den BaFin und Wirtschaftsprüfer erwarten.

Schritt 3: Lass den verantwortlichen Aktuar (DAV-Mitglied) die Pilotberechnungen gegen die bestehenden Excel-Ergebnisse prüfen. Auftragsgemäß müssen Abweichungen begründbar sein, ADDACTIS liefert die dafür notwendige Nachvollziehbarkeit, aber die fachliche Verantwortung bleibt beim Aktuar. Erst nach dieser Prüfung die formale Kaufentscheidung treffen.

Ein konkretes Beispiel

Ein mittelständischer Haftpflicht- und Kfz-Versicherer mit 50.000 aktiven Schadenfällen und fünf Sparten hat zuvor für jede Quartalsmeldung drei Wochen Aktuar-Zeit in Excel-Dreiecken gebunden. Mit ADDACTIS Reserving läuft die Berechnung aller Sparten in unter einem Tag durch, die Ergebnisse werden direkt in den QRT-Meldeformat für Solvency II exportiert. Der Aufwand für die Aktuar-Funktion reduziert sich von drei Wochen auf zwei bis drei Tage: nicht weil das System denkt, sondern weil Datenaufbereitung, Methodenauswahl und Dokumentation automatisiert sind und der Aktuar die knappe Zeit für Interpretation und Qualitätsprüfung nutzt. Beim ersten IFRS-17-Abschluss 2023 hat das IFRS-17-Modul die Umrechnung von Solvency-II-Best-Estimates in IFRS-17-konforme Cashflows direkt geleistet, statt einer separaten externen Beratung für das Umrechnungsmodell.

DSGVO & Datenschutz

  • Datenhosting: Europa (EU). ADDACTIS Group hat seinen Hauptsitz in Frankreich (Paris); die SaaS-Infrastruktur wird auf europäischen Servern betrieben.
  • Dateninhalt: Schadenshistorien enthalten in der Regel aggregierte Daten auf Schadensebene, selten direkte Personenbezüge, aber der Bezug zu Versicherungsnehmerdaten ist im Hintergrund vorhanden. DSGVO-Konformität ist durch EU-Hosting grundsätzlich einfacher erreichbar als bei US-Anbietern.
  • Auftragsverarbeitung (AVV): Für Enterprise-Kunden verfügbar. Bei regulierten Versicherern ohnehin Pflicht, vor Vertragsabschluss prüfen, dass AVV und technisch-organisatorische Maßnahmen (TOM) den eigenen Anforderungen entsprechen.
  • Datenzugriff durch Anbieter: ADDACTIS greift auf Kundendaten nur für Support- und Implementierungszwecke zu, nicht für eigene Trainingszwecke oder Produkt-Analytics, im Rahmen des AVV vertraglich absicherbar.
  • Empfehlung für Unternehmen: Im Vergleich zu US-basierten Analytics-Plattformen ist der DSGVO-Einstieg mit ADDACTIS unkomplizierter. Trotzdem: Datenschutz-Folgenabschätzung für das konkrete Einsatzszenario durchführen und AVV vor Go-live unterzeichnen.

Gut kombiniert mit

  • , für Versicherer, die über Standard-Dreiecksverfahren hinaus prädiktive Einzelschadenmodelle (z. B. Frequenz-Severity-Modelle, Gradient Boosting für IBNR) einsetzen wollen. ADDACTIS liefert die regulatorische Dokumentation, SAS Viya die ML-Modellierung, beide Systeme können nebeneinander betrieben werden.
  • , für Versicherer, die ihre eigenen Schadendaten mit Branchenmarktdaten anreichern wollen, um Reservierungsunsicherheiten besser zu kalibrieren. Verisk-Datenbestände können die Annahmen für Bornhuetter-Ferguson informieren.
  • , für integriertes Risikomanagement auf Unternehmensebene. ADDACTIS liefert die aktuarielle Reservierungsebene, Riskonnect die übergeordnete Risikoaggregation und das ORSA-Reporting.

Unser Testurteil

ADDACTIS Reserving verdient 4 von 5 Sternen für europäische Schaden/Unfall-Versicherer im regulierten Umfeld. Die Kombination aus vollständiger Methodenbibliothek, nativen Solvency-II- und IFRS-17-Modulen, EU-Hosting und automatischer Revisionsdokumentation löst genau die Probleme, die mittelgroße Versicherer mit Excel-basierten Reservierungsprozessen haben. Den fünften Stern kostet die fehlende Tiefe bei prädiktiver ML-Modellierung, die nicht transparenten Preise, der fehlende deutschsprachige Support und der Implementierungsaufwand. Für Versicherer, die einen skalierbaren, revisionssicheren Standard für klassische aktuarielle Methodik suchen, ist ADDACTIS der europäische Marktstandard, mit dem klaren Verständnis, dass ML-Modellierung ergänzend separat betrieben werden muss.

Was wir bemerkt haben

  • Juni 2026, Die Produktseite stellt ausschließlich klassische versicherungsmathematische Verfahren in den Vordergrund (Chain-Ladder, Bornhuetter-Ferguson, Mack Bootstrap, Volatilitätsanalyse, Szenariotests). Eine eigenständige KI- oder Machine-Learning-Komponente ist dort nicht ausgewiesen. ADDACTIS ist damit kein KI-Tool im engeren Sinn, sondern aktuarielle Fachsoftware, der richtige Griff für regulatorisch konforme Reservierung, aber kein Ersatz für eine ML-Plattform.
  • 2022–2023, Der IFRS-17-Go-live ab Januar 2023 war ein erheblicher Treiber für ADDACTIS: Versicherer, die bis dahin auf Excel-Lösungen gesetzt hatten, suchten dringend revisionssichere Alternativen. ADDACTIS hat von dieser Nachfragewelle profitiert und sein IFRS-17-Modul früh bereitgestellt.
  • Fortlaufend, Support und Dokumentation sind ausschließlich auf Englisch und Französisch verfügbar. Für DACH-Aktuariate bleibt das eine relevante Barriere, trotz der starken Marktpräsenz in Deutschland, Österreich und der Schweiz.
  • Keine wesentlichen Preisänderungen bekannt seit 2023; das Preis-auf-Anfrage-Modell bleibt unverändert.

Quellen

  1. Addactis – Reserving (Non-life Insurance reserving Software). https://www.addactis.com/solutions/reserving/ (abgerufen am 2026-06-13). SaaS-Reservierungssoftware; unterstützte Methoden Chain-Ladder, Bornhuetter-Ferguson, Average Cost, Average Cost per Claims, Loss Ratio und Mack Bootstrap; Anbindung an Solvency-II-, IFRS-17- und Pricing-Module der Addactis-Plattform; Traceability/Auditierbarkeit; Preise nur per Demo-Anfrage; laut Anbieter mehr als 2.200 Nutzer.
  2. Addactis – The RiskTech for Insurance. https://www.addactis.com/ (abgerufen am 2026-06-13). ADDACTIS Group SA als europäische (französische) Unternehmensgruppe hinter dem Produkt; SaaS-Plattform für Lebens- und Nicht-Lebensversicherung.

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